| Zeile 4: |
Zeile 4: |
| | | | |
| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Alexander Moissi war das jüngste von acht Kindern des albanischen Kaufmanns und Reeders Konstantin Moisiu und seiner Frau Amalia, geborene di Rada. Der spätere albanische Staatspräsident Alfred Moisiu (* 1929) ist sein Urgroßneffe.<ref>Kasapi, Vangjel: ''Gjeneral Spiro Moisiu''. Tiranë (Shtëpia Botuese e Ushtrisë) 2000.</ref> Geboren wurde er in der österreichischen Hafenstadt Triest, italienisch ''Trieste'', der Hauptstadt des österreichischen Kronlandes [[Küstenland]], wo er die Kindheit bei seiner Mutter verbrachte. Als sich seine Eltern trennten, übersiedelte er mit seinem Vater und vier Geschwistern in die albanische Hafenstadt Durazzo, albanisch ''Durrës'', kehrte jedoch [[1887]] nach Triest zurück. Als mäßig deutsch sprechender Jugendlicher ging er zuerst in ein Internat nach Graz, bevor es ihn [[1898]] nach Wien zog, wo er als Statist am Burgtheater seine Bühnenkarriere startete. Entdeckt wurde er von Paul Schlenther und Joseph Kainz. Nach einem Engagement am Neuen Deutschen Theater in Prag (1901 bis 1903) ging er nach [[Deutschland]], wo er in Berlin zu den Lieblingsschauspielern von [[Max Reinhardt]] wurde. [[1913]] begann seine Karriere als Filmschauspieler mit Rollen u. a. in "''Das schwarze Los''", "''Die Augen des Ole Brandis''" oder "''Sein einziger Sohn''". Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] war Alexander Moissi als Kriegsfreiwilliger auf deutscher Seite Flugzeugpilot und geriet in [[Frankreich]] für fünf Monate in Kriegsgefangenschaft. | + | Alexander Moissi war das jüngste von acht Kindern des albanischen Kaufmanns und Reeders Konstantin Moisiu und seiner Frau Amalia, geborene di Rada. Der spätere albanische Staatspräsident Alfred Moisiu (* 1929) ist sein Urgroßneffe.<ref>Kasapi, Vangjel: ''Gjeneral Spiro Moisiu''. Tiranë (Shtëpia Botuese e Ushtrisë) 2000.</ref> Geboren wurde er in der österreichischen Hafenstadt Triest, italienisch ''Trieste'', der Hauptstadt des österreichischen Kronlandes [[Küstenland]], wo er die Kindheit bei seiner Mutter verbrachte. Als sich seine Eltern trennten, übersiedelte er mit seinem Vater und vier Geschwistern in die albanische Hafenstadt Durazzo, albanisch ''Durrës'', kehrte jedoch [[1887]] nach Triest zurück. Als mäßig deutsch sprechender Jugendlicher ging er zuerst in ein Internat nach Graz, bevor es ihn [[1898]] nach Wien zog, wo er als Statist am Burgtheater seine Bühnenkarriere startete. Entdeckt wurde er von Paul Schlenther und Joseph Kainz. Nach einem Engagement am Neuen Deutschen Theater in Prag (1901 bis 1903) ging er nach [[Deutschland]], wo er in Berlin zu den Lieblingsschauspielern von [[Max Reinhardt]] wurde. [[1913]] begann seine Karriere als Filmschauspieler mit Rollen u. a. in "''Das schwarze Los''", "''Die Augen des Ole Brandis''" oder "''Sein einziger Sohn''". Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] war Alexander Moissi ab [[1915]] als Kriegsfreiwilliger auf deutscher Seite Flugzeugpilot und geriet 1916 in [[Frankreich]] für fünf Monate in Kriegsgefangenschaft. |
| | | | |
| | Er war [[1910]] bis [[1918]] verheiratet mit Maria, geborene Urfus (* [[12. März]] [[1874]] in Teplitz, tschechisch ''Teplice'', [[Böhmen]]; † [[3. Mai]] [[1943]] in Berlin, [[Deutschland]]), seit [[1919]] in zweiter Ehe mit seiner Schauspielerkollegin [[Johanna Terwin]] (* [[18. März]] [[1884]] in Kaiserslautern, [[Deutschland]]; † [[4. Jänner]] [[1962]] in Zürich, [[Schweiz]]). | | Er war [[1910]] bis [[1918]] verheiratet mit Maria, geborene Urfus (* [[12. März]] [[1874]] in Teplitz, tschechisch ''Teplice'', [[Böhmen]]; † [[3. Mai]] [[1943]] in Berlin, [[Deutschland]]), seit [[1919]] in zweiter Ehe mit seiner Schauspielerkollegin [[Johanna Terwin]] (* [[18. März]] [[1884]] in Kaiserslautern, [[Deutschland]]; † [[4. Jänner]] [[1962]] in Zürich, [[Schweiz]]). |
| | | | |
| − | Max Reinhardt besetzte mit Moissi [[1920]] die Hauptrolle des ersten ''[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]'' in der [[Stadt Salzburg]]. Er spielte die Rolle noch [[1921]] und [[1926]] bis [[1931]]. [[1922]] verkörperte er den ''Bettler'' in [[Hugo von Hofmannsthal]]s ''[[Das Salzburger Große Welttheater]]'', [[1928]] den ''Franz Moor'' in Reinhardts Inszenierung von Schillers "''Die Räuber''" sowie den ''Orest'' in Johann Wolfgang von Goethes ''Iphigenie auf Tauris''. [[1930]] war er auch in der Rolle ''Kammerdiener des Fürsten'' in ''Kabale und Liebe'' von Friedrich Schiller zu sehen.
| + | [[1913]] trat er erstmals in einem Stummfilm auf, [[1929]] in den [[Vereinigte Staaten von Amerika|USA]] erstmals in einem Tonfilm. |
| − | | |
| − | Allerdings wurde Moissi, der aus alter griechisch-orthodoxer Familie stammte<ref>Gemäß Taufurkunde der Griechisch-Orientalischen Gemeinde Triests wurde er am 30. November 1979 nach griechisch-orthodoxem Ritus getauft (vgl. Heininger, ''Alexander Moissi'', S. 7, FN 10.)</ref>, aufgrund seines Namens in Österreich seit 1920 auch zunehmend zum Ziel antisemitischer Hetzkampagnen. Dies führte letztendlich 1932 zu seiner Absetzung als ''Jedermann'' bei den Salzburger Festspielen, da [[NS]]-Pöbeleien befürchtet wurden.
| |
| | | | |
| | Als Bühnendarsteller war er zu jener Zeit auch in [[Russland]], [[Frankreich]] und [[Italien]]. Er starb am [[23. März]] [[1935]] in Wien an einer Lungenentzündung und wurde in Morcote nahe Lugano (Schweiz) beigesetzt. | | Als Bühnendarsteller war er zu jener Zeit auch in [[Russland]], [[Frankreich]] und [[Italien]]. Er starb am [[23. März]] [[1935]] in Wien an einer Lungenentzündung und wurde in Morcote nahe Lugano (Schweiz) beigesetzt. |
| | | | |
| | Ein Urenkel Alexander Moissis ist der deutsche Schauspieler und "Kommissar Rex"-Darsteller Gideon Burkhard aus München. | | Ein Urenkel Alexander Moissis ist der deutsche Schauspieler und "Kommissar Rex"-Darsteller Gideon Burkhard aus München. |
| | + | |
| | + | == Filmografie (Auswahl) == |
| | + | * 1915: ''Kulissenzauber'' |
| | + | * 1918: ''Pique Dame'' |
| | + | * 1920: ''Der Sohn der Götter'' |
| | + | * 1920: ''Zwischen Himmel und Hölle'' |
| | + | * 1929: ''Kean oder die Königsloge'' (Tonfilm) |
| | | | |
| | == Ehrungen == | | == Ehrungen == |
| Zeile 22: |
Zeile 27: |
| | | | |
| | == Salzburgbezug == | | == Salzburgbezug == |
| − | Im Rahmen der [[Salzburger Festspiele]] war Alexander Moissi zwischen [[1920]] und [[1931]] als ''[[Jedermann]]'' zu sehen, aber auch [[1922]] im ''[[Das Salzburger Große Welttheater|Salzburger großen Welttheater]]'', [[1928]] als Franz Moor in Schillers ''Die Räuber'' und als Orest in ''Iphigenie auf Tauris'' und [[1930]] in ''Kabale und Liebe''. | + | Im Rahmen der [[Salzburger Festspiele]] besetzte Max Reinhardt [[1920]] die Hauptrolle des ersten ''[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]'' mit Alexander Moissi. Er spielte die Rolle noch [[1921]] und [[1926]] bis [[1931]]. [[1922]] verkörperte er den ''Bettler'' in [[Hugo von Hofmannsthal]]s ''[[Das Salzburger Große Welttheater]]'', [[1928]] den ''Franz Moor'' in Reinhardts Inszenierung von Schillers "''Die Räuber''" sowie den ''Orest'' in Johann Wolfgang von Goethes ''Iphigenie auf Tauris''. [[1930]] war er auch in der Rolle des ''Kammerdieners des Fürsten'' in ''Kabale und Liebe'' von Friedrich Schiller zu sehen. |
| | + | |
| | + | Allerdings wurde Moissi, der aus alter griechisch-orthodoxer Familie stammte<ref>Gemäß Taufurkunde der Griechisch-Orientalischen Gemeinde Triests wurde er am 30. November 1979 nach griechisch-orthodoxem Ritus getauft (vgl. Heininger, ''Alexander Moissi'', S. 7, FN 10.)</ref>, aufgrund seines Namens in Österreich seit 1920 auch zunehmend zum Ziel antisemitischer Hetzkampagnen. Dies führte letztendlich 1932 zu seiner Absetzung als ''Jedermann'' bei den Salzburger Festspielen, da [[NS]]-Pöbeleien befürchtet wurden. |
| | | | |
| | Am [[17. August]] [[2020]] wurde für ihn vor dem [[Haus für Mozart]] ein [[28 Stolpersteine vor dem Haus für Mozart|Stolperstein]] verlegt. | | Am [[17. August]] [[2020]] wurde für ihn vor dem [[Haus für Mozart]] ein [[28 Stolpersteine vor dem Haus für Mozart|Stolperstein]] verlegt. |