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| − | [[Datei:Heimatmuseum Schloss Ritzen, Modell eines Kalkbrennofens 2.jpg|thumb|Modell eines Kalkbrennofens im [[Heimatmuseum Schloss Ritzen]] in [[Saalfelden]]]] | + | [[Datei:Heimatmuseum Schloss Ritzen, Modell eines Kalkbrennofens 2.jpg|thumb|Modell eines Kalkbrennofens im [[Heimatmuseum Schloss Ritzen]] in [[Saalfelden]].]] |
| − | [[Datei:Kalkofenruine am alten Weg von der Embachkapelle nach Ferleiten.jpg|thumb|Kalkofenruine am alten Weg von der [[Embachkapelle]] nach [[Ferleiten]]]] | + | [[Datei:Kalkofenruine am alten Weg von der Embachkapelle nach Ferleiten.jpg|thumb|Kalkofenruine am alten Weg von der [[Embachkapelle]] nach [[Ferleiten]].]] |
| − | [[Datei:Kalkofenruine am alten Weg von der Embachkapelle nach Ferleiten1.jpg|thumb|Kalkofenruine am alten Weg von der Embachkapelle nach Ferleiten]] | + | [[Datei:Kalkofenruine am alten Weg von der Embachkapelle nach Ferleiten1.jpg|thumb|Kalkofenruine am alten Weg von der Embachkapelle nach Ferleiten.]] |
| − | [[Datei:Installation 1.jpg|thumb|Installation ([[Christina Nöbauer]]) auf der [[Kalchkendlalm]], eine Reminiszenz an den dort gepflegten bäuerlichen Zuerwerb Kalkbrennen. Rechts oberhalb des [[Pinzgauer Zaun]]es der stillgelegt [[Kalkstein]]bruch, links einer der beiden ehemaligen Hangmeiler]] | + | [[Datei:Installation 1.jpg|thumb|Installation ([[Christina Nöbauer]]) auf der [[Kalchkendlalm]], eine Reminiszenz an den dort gepflegten bäuerlichen Zuerwerb Kalkbrennen. Rechts oberhalb des [[Pinzgauer Zaun]]es der stillgelegt [[Kalkstein]]bruch, links einer der beiden ehemaligen Hangmeiler.]] |
| − | [[File:KalkbrennofenNeukirchenSulzau 01.jpg|thumb|1996 wiedererrichteter Kalkbrennofen, Baujahr 1900, in Neukirchen am [[Großvenediger]], [[Sulzau]], Kalchhüttn]] | + | [[File:KalkbrennofenNeukirchenSulzau 01.jpg|thumb|1996 wiedererrichteter Kalkbrennofen, Baujahr 1900, in Neukirchen am [[Großvenediger]], [[Sulzau]], Kalchhüttn.]] |
| − | [[File:KalkbrennofenNeukirchenSulzau 02.jpg|thumb|Erläuterung des Entstehungsprozesses beim wiederhergestellten Kalkbrennofen in Neukirchen, Sulzau Kalchhüttn]] | + | [[File:KalkbrennofenNeukirchenSulzau 02.jpg|thumb|Erläuterung des Entstehungsprozesses beim wiederhergestellten Kalkbrennofen in Neukirchen, Sulzau Kalchhüttn.]] |
| − | '''Kalkbrennen''' hat im [[Land Salzburg]] eine lange Tradition, die in [[Römer|römischer]] Zeit beginnt. | + | '''Kalkbrennen''' hat im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] eine lange Tradition, die in [[Römer|römischer]] Zeit beginnt. |
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| | ==Anekdote== | | ==Anekdote== |
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| | Für das Kalkbrennen benötigte man einerseits das entsprechende Rohgestein und andererseits das geeignete Brennmaterial. Für Abbau und Auswahl des Gesteins war weniger die Qualität an sich, sondern mehr die Vergleichbarkeit des Materials wichtig, damit der chemische Prozess erfolgreich ablaufen konnte. Karbonatgestein kommt in unterschiedlich großen Vorkommen an vielen Stellen vor, auch in der Form von Findlingen und als Flussgeröll. Entscheidend war aber weniger der Ort des Gesteinsvorkommens sondern mehr das Vorhandensein des Brennmaterials, da seine Beschaffung und vor allem der Transport wesentlich aufwendiger war. | | Für das Kalkbrennen benötigte man einerseits das entsprechende Rohgestein und andererseits das geeignete Brennmaterial. Für Abbau und Auswahl des Gesteins war weniger die Qualität an sich, sondern mehr die Vergleichbarkeit des Materials wichtig, damit der chemische Prozess erfolgreich ablaufen konnte. Karbonatgestein kommt in unterschiedlich großen Vorkommen an vielen Stellen vor, auch in der Form von Findlingen und als Flussgeröll. Entscheidend war aber weniger der Ort des Gesteinsvorkommens sondern mehr das Vorhandensein des Brennmaterials, da seine Beschaffung und vor allem der Transport wesentlich aufwendiger war. |
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| − | Das Gestein wurde früher mit Brecheisen, Schlägel und Meißel gebrochen, später gesprengt. Als Brennmaterial benötigte man Unmengen von gutem Holz mit hohem Brennwert, z. B. Buche, die auch Innergebirg an mehreren Stellen vorkommt. Die Auswahl des Rohstoffes und des Standortes des Feldofens waren für die entstehenden Kosten und ein zufriedenstellendes Ergebnis entscheidend. | + | Das Gestein wurde früher mit Brecheisen, Schlägel und Meißel gebrochen, später gesprengt. Als Brennmaterial benötigte man Unmengen von gutem Holz mit hohem Brennwert, z. B. Buche, die auch [[Innergebirg]] an mehreren Stellen vorkommt. Die Auswahl des Rohstoffes und des Standortes des Feldofens waren für die entstehenden Kosten und ein zufriedenstellendes Ergebnis entscheidend. |
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| | =====Ofenbau und Beschickung mit Rohmaterial===== | | =====Ofenbau und Beschickung mit Rohmaterial===== |
| | Der Brennvorgang erfolgte entweder in Schachtöfen unterschiedlicher Bauart oder in Meilern. Die Errichtung eines Schachtofens war ja nicht in jedem Fall rentabel. Kleinere Mengen an Branntkalk wurden trotz des größeren Brennmaterialbedarfes eher in einem sog. Meiler hergestellt, für den man nur eine Art Grube benötigte. Auch Öfen wurden gerne in Geländestufen hinein gebaut, da der Grad der Isolierung wichtig war. Alle Öfen hatten eine zentrale Feuerstelle. | | Der Brennvorgang erfolgte entweder in Schachtöfen unterschiedlicher Bauart oder in Meilern. Die Errichtung eines Schachtofens war ja nicht in jedem Fall rentabel. Kleinere Mengen an Branntkalk wurden trotz des größeren Brennmaterialbedarfes eher in einem sog. Meiler hergestellt, für den man nur eine Art Grube benötigte. Auch Öfen wurden gerne in Geländestufen hinein gebaut, da der Grad der Isolierung wichtig war. Alle Öfen hatten eine zentrale Feuerstelle. |
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| − | Der Bau des Ofens oder die Errichtung eines Meilers und die Beschickung mit Rohmaterial erforderte große Erfahrung und Sorgfalt. Neben der ähnlichen Qualität und Größe der Rohsteine war die gleichmäßige Verteilung der Hitze wichtig. Die Nähe zum Feuer und die Zwischenräume mussten bei der Aufschichtung unterschiedlich großer Gesteinsblöcke bedacht werden, damit alle die nötige Glühtemperatur erreichen konnten. Der gleichmäßige Durchbrand war das Ziel. Neben der Beachtung von Größe und Zwischenräumen wurde sog. Pfeifen in den Ofenschacht eingebaut, das waren vertikale Hölzer, die verbrannten und für Durchzug sorgten. Der Ofenschacht hatte meist einen ovalen Grundriss, die Bauweise der Öfen war aber insgesamt sehr unterschiedlich. Selbst innerhalb kleiner Regionen fanden sich unterschiedliche Konstruktionen, alle mit dem Ziel des bestmöglichen Durchbrandes. Die erforderliche Temperatur lag bei ca. 1000 Grad Celsius. | + | Der Bau des Ofens oder die Errichtung eines Meilers und die Beschickung mit Rohmaterial erforderte große Erfahrung und Sorgfalt. Neben der ähnlichen Qualität und Größe der Rohsteine war die gleichmäßige Verteilung der Hitze wichtig. Die Nähe zum Feuer und die Zwischenräume mussten bei der Aufschichtung unterschiedlich großer Gesteinsblöcke bedacht werden, damit alle die nötige Glühtemperatur erreichen konnten. Der gleichmäßige Durchbrand war das Ziel. Neben der Beachtung von Größe und Zwischenräumen wurde sog. Pfeifen in den Ofenschacht eingebaut, das waren vertikale Hölzer, die verbrannten und für Durchzug sorgten. Der Ofenschacht hatte meist einen ovalen Grundriss, die Bauweise der Öfen war aber insgesamt sehr unterschiedlich. Selbst innerhalb kleiner Regionen fanden sich unterschiedliche Konstruktionen, alle mit dem Ziel des bestmöglichen Durchbrandes. Die erforderliche Temperatur lag bei ca. 1 000 Grad Celsius. |
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| | =====Das Produkt des Brennvorgangs===== | | =====Das Produkt des Brennvorgangs===== |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| − | | + | * Herbst, Hubert: „Kalkbrennen im Lande Salzburg – Die Geschichte der Kalkbrennerei von den Römern bis zur Gegenwart“, Veröffentlichungen des Salzburger Freilichtmuseums, Band 11, Großgmain |
| − | Herbst, Hubert, „Kalkbrennen im Lande Salzburg – Die Geschichte der Kalkbrennerei von den Römern bis zur Gegenwart“, Veröffentlichungen des Salzburger Freilichtmuseums, Band 11, Großgmain | |
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| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |