Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
726 Bytes hinzugefügt ,  23:37, 12. Okt. 2020
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:  
[[Datei:ISM_Gehmacher_Rehm_HonsigErlenburg_Foto_wildbild.jpg|thumb|Wolfgang Rehm (Mitte) mit [[Friedrich Gehmacher (junior)|Friedrich Gehmacher]] (li., ehemaliger Präsident der ISM) und [[Johannes Honsig-Erlenburg]] (re., Präsident der ISM).]]
 
[[Datei:ISM_Gehmacher_Rehm_HonsigErlenburg_Foto_wildbild.jpg|thumb|Wolfgang Rehm (Mitte) mit [[Friedrich Gehmacher (junior)|Friedrich Gehmacher]] (li., ehemaliger Präsident der ISM) und [[Johannes Honsig-Erlenburg]] (re., Präsident der ISM).]]
'''Prof. Dr. Wolfgang Rehm''' (* [[3. September]] [[1929]] in [[München]]; † [[6. April]] [[2017]]) war ein deutscher Musikwissenschaftler und einer der Gründungsväter der [[Neue Mozart-Ausgabe|Neuen Mozart-Ausgabe]] (NMA).
+
Prof. Dr. '''Wolfgang Rehm''' (* [[3. September]] [[1929]] in [[München]]; † [[6. April]] [[2017]]) war ein deutscher Musikwissenschaftler und einer der Gründungsväter der [[Neue Mozart-Ausgabe|Neuen Mozart-Ausgabe]] (NMA).
    
== Rehm und Salzburg ==
 
== Rehm und Salzburg ==
 
Wolfgang Rehm hat die [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg ]] durch seine Tätigkeit als Mitglied der Editionsleitung der Neuen Mozart-Ausgabe, als Künstlerischer Leiter der [[Mozartwoche]] ([[1985]] bis [[1997]]) und als Mitglied der Akademie für Mozart Forschung über Jahrzehnte begleitet und geprägt.  
 
Wolfgang Rehm hat die [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg ]] durch seine Tätigkeit als Mitglied der Editionsleitung der Neuen Mozart-Ausgabe, als Künstlerischer Leiter der [[Mozartwoche]] ([[1985]] bis [[1997]]) und als Mitglied der Akademie für Mozart Forschung über Jahrzehnte begleitet und geprägt.  
   −
Wolfgang Rehm wurde in München, der Studienstadt seines Vaters, des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Walter Rehm, geboren. Nach Abschluss seiner Freiburger musikwissenschaftlichen Dissertation über den Komponisten Gilles Binchois ging Wolfgang Rehm [[1954]] zum Bärenreiter-Verlag nach Kassel, wo er für die neu etablierten Gesamtausgaben-Projekte des Verlagshauses zuständig war. Sein eigentliches Aufgabengebiet war dort bald die Neue Mozart-Ausgabe. Bereits als 25-Jähriger legte er mit den Werken für Klavier zu vier Händen einen der beiden Startbände der Ausgabe vor. Von [[1960]] an betreute er die Ausgabe als Lektor und leitete sie nach dem Tode des ersten Editionsleiters [[Ernst Fritz Schmid]] gemeinsam mit [[Wolfgang Plath]] über viele Jahrzehnte. Im Bärenreiter-Verlag war Rehm als Mitglied der Geschäftsleitung aber auch für andere Ausgaben verantwortlich; besonders die Neue Schubert-Ausgabe wurde nachhaltig durch ihn geprägt.
+
Wolfgang Rehm wurde in München, der Studienstadt seines Vaters, des Literatur- und Kulturwissenschaftlers Walter Rehm, geboren. Nach Abschluss seiner Freiburger musikwissenschaftlichen Dissertation über ''Das Chansonwerk von Gilles Binchois'' und einem zweijährigen Volontariat bei Breitkopf & Härtel in Wiesbaden ging Wolfgang Rehm [[1954]] zum Bärenreiter-Verlag nach Kassel, wo er für die neu etablierten Gesamtausgaben-Projekte des Verlagshauses zuständig war. Sein eigentliches Aufgabengebiet war dort bald die Neue Mozart-Ausgabe. Bereits als 25-Jähriger legte er mit den Werken für Klavier zu vier Händen einen der beiden Startbände der Ausgabe vor.  
   −
Die Editionstätigkeit der NMA nahm unter den beiden Editionsleitern Plath und Rehm nach 1960 Fahrt auf, [[1967]] erschien der 50., [[1984]] der 100. Notenband, und [[1991]] kam schließlich die technisch einzigartige Dünndruck-Taschenbuch-Ausgabe heraus, als alle Notenbände aus dem Hauptteil der NMA erschienen waren. Als Mozart-Editor lagen Rehm Klaviermusik und Bühnenwerke besonders am Herzen, aber es dürfte wohl keinen Band geben, der in die Räume der Editionsleitung gelangte und von ihm vor der Drucklegung nicht mit größter Akribie durchgearbeitet worden wäre. Dabei kümmerte er sich um problematische Lesearten in einer selten gewordenen kritischen Genauigkeit. Ein Anliegen war ihm auch der Kontakt zu privaten Eigentümern von Mozart-Autographen, was, wie er gestand, nicht immer einfach war.
+
Im Bärenreiter-Verlag war Rehm als Mitglied der Geschäftsleitung aber auch für andere Ausgaben verantwortlich; besonders die Neue Schubert-Ausgabe wurde nachhaltig durch ihn geprägt. Seit [[1960]] war er Mitglied des Herausgeber-Kollegiums der Gluck-Gesamtausgabe. Von [[1962]] bis [[1974]] war Rehm Mitglied des Direktoriums der Neuen Bachgesellschaft e.V.
   −
Andere Mitglieder der Editionsleitung schieden wieder aus, Rehm blieb und überlebte den fast gleichaltrigen schriftbeflissenen Kollegen Wolfgang Plath um mehr als 20 Jahre. In den frühen [[1980er]]-Jahren zog Rehm von Kassel nach [[Stadt Salzburg|Salzburg]] um und wirkte dort bis [[1994]] hauptberuflich als Mitglied der Editionsleitung. Gemeinsam mit [[Dietrich Berke]] brachte er [[2007]], schon im Ruhestand, die Neue Mozart-Ausgabe offiziell zu einem guten Ende. Heute kann die Digitale Mozart-Edition, ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Mozarteum Salzburg und des ''Packard Humanities Institute'', Los Altos/California, auf die jahrzehntelange Editionsarbeit der von Rehm geprägten NMA aufbauen. Noch in seinen Siebzigern war Rehm in große Editionsprojekte eingebunden, zuletzt in die siebenteilige Edition ''Mozart Operas in Facsimile'' des ''Packard Humanities Institute''. Seine Energie und sein Weckruf zum Widerspruch verstummten dann mehr und mehr; die letzten beiden Lebensjahre verbrachte er, inzwischen verwitwet, fern von Salzburg in der Nähe seiner Verwandten.
+
Am [[1. September]] [[1960]] wurde er nach dem Tode des ersten Editionsleiters [[Ernst Fritz Schmid]] zusammen mit [[Wolfgang Plath]] von der [[Internationale Stiftung Mozarteum]] mit der Editionsleitung der Neuen Mozart-Ausgabe betraut. [[1967]] erschien der 50., [[1984]] der 100. Notenband, und [[1991]] kam schließlich die technisch einzigartige Dünndruck-Taschenbuch-Ausgabe heraus, als alle Notenbände aus dem Hauptteil der NMA erschienen waren. Als Mozart-Editor lagen Rehm Klaviermusik und Bühnenwerke besonders am Herzen, aber es dürfte wohl keinen Band geben, der in die Räume der Editionsleitung gelangte und von ihm vor der Drucklegung nicht mit größter Akribie durchgearbeitet worden wäre. Dabei kümmerte er sich um problematische Lesearten in einer selten gewordenen kritischen Genauigkeit. Ein Anliegen war ihm auch der Kontakt zu privaten Eigentümern von Mozart-Autographen, was, wie er gestand, nicht immer einfach war.
   −
Rehm war der Stiftung Mozarteum Salzburg aber nicht nur als Editionsleiter und als Mitglied der Akademie für Mozart-Forschung verbunden. Nachdem er bis 1980 die Kasseler Musiktage geleitet hatte, trug auch die Salzburger Mozartwoche über Jahre die Handschrift ihres künstlerischen Leiters Wolfgang Rehm.  
+
Andere Mitglieder der Editionsleitung schieden wieder aus, Rehm blieb und überlebte den fast gleichaltrigen schriftbeflissenen Kollegen Wolfgang Plath um mehr als 20 Jahre. [[1981]] übersiedelte Rehm von Kassel nach [[Stadt Salzburg|Salzburg]] und wirkte dort bis [[1994]] hauptberuflich als Mitglied der Editionsleitung. Gemeinsam mit [[Dietrich Berke]] brachte er, schon im Ruhestand, bis zum [[30. Juni]] [[2007]] die Neue Mozart-Ausgabe offiziell zu einem guten Ende.
 +
 
 +
Der Stiftung Mozarteum Salzburg war Rehm aber nicht nur als Editionsleiter und als Mitglied der Akademie für Mozart-Forschung verbunden. Nachdem er bis 1980 die Kasseler Musiktage geleitet hatte, trug auch die [[Salzburger Mozartwoche]] über Jahre die Handschrift ihres künstlerischen Leiters Wolfgang Rehm.  
 +
 
 +
Heute kann die Digitale Mozart-Edition, ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Mozarteum Salzburg und des ''Packard Humanities Institute'', Los Altos/California, auf die jahrzehntelange Editionsarbeit der von Rehm geprägten NMA aufbauen. Noch in seinen Siebzigern war Rehm in große Editionsprojekte eingebunden, zuletzt in die siebenteilige Edition ''Mozart Operas in Facsimile'' des ''Packard Humanities Institute''. Seine Energie und sein Weckruf zum Widerspruch verstummten dann mehr und mehr; die letzten beiden Lebensjahre verbrachte er, inzwischen verwitwet, fern von Salzburg in der Nähe seiner Verwandten.
 +
 
 +
== Ehrungen ==
 +
* [[1977]]: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
 +
* [[1979]]: Silberne [[Mozart-Medaille]] der Internationalen Stiftung Mozarteum
 +
* [[1991]]: Professorentitel des Landes Baden-[[Württemberg]]
 +
* [[2007]]: Goldene [[Mozart-Medaille]] der Internationalen Stiftung Mozarteum
    
{{mehr}}
 
{{mehr}}
== Quelle ==
+
== Quellen ==
 
* Presseaussendung der Internationalen Stiftung Mozarteum
 
* Presseaussendung der Internationalen Stiftung Mozarteum
 +
* Rehm, Wolfgang: ''Rehm, Wolfgang'', in: Blume, Friedrich (Hrsg.): ''Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik'', Band 11. Kassel (Bärenreiter) 1963, Sp. 144f.
    
{{SORTIERUNG:Rehm, Wolfgang}}
 
{{SORTIERUNG:Rehm, Wolfgang}}
63.246

Bearbeitungen

Navigationsmenü