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[[Datei:Hofer-Häusl in Leithen, Ostansicht.jpg|thumb|Hofer-Zuhäusl in Leithen, Ostansicht]]
 
[[Datei:Hofer-Häusl in Leithen, Ostansicht.jpg|thumb|Hofer-Zuhäusl in Leithen, Ostansicht]]
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Oberlehrer '''Benvenuto Mazzucco''' (* [[9. Mai]] [[1874]] in Bruneck im [[Südtirol]]er Pustertal; † [[6. Juli]] [[1922]] in [[St. Gilgen]]) war Lehrer, Kapellmeister, Komponist, Theaterspieler.
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Oberlehrer '''Benvenuto Mazzucco''' (* [[9. Mai]] [[1874]] in Bruneck im [[Südtirol]]er Pustertal; † [[6. Juli]] [[1922]] in [[St. Gilgen]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/st-gilgen/STBVI/?pg=41 Sterbebuch der Pfarre St. Gilgen, Band VI, S. 38.]</ref> war Lehrer, Kapellmeister, Komponist, Theaterspieler.
    
== Leben ==
 
== Leben ==
Die reiche Geschichte der Familie Mazzucco beginnt eigentlich in [[Spanien]], von wo ein Spross dieser Familie über Ober[[italien]] ins Tiroler Pustertal gelangte und dort ansässig wurde und wo auch Benvenuto Mazzucco geboren wurde. Vater Giovanni Mazzucco übersiedelte [[1875]] als Bauaufseher bei der Renovierung des [[Salzburger Dom]]es nach Salzburg. [[1877]] holte er seine Familie nach Salzburg nach. Als die Familie in Salzburg eintraf, war der Vater infolge eines Arbeitsunfalles bereits gestorben. Die Mutter erkrankte bald darauf schwer und starb. Die Vollwaisen kamen bei verschiedenen Salzburger Familien unter. Benvenuto und seine Schwester Stefanie wurden bei einem Herrn [[Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule I Salzburg|Handelsschuldirektor]] Sokkol aufgenommen, der sie streng erzog, aber musikalisch auch sehr förderte. [[1893]] maturierte Benvenuto an der [[Lehrerbildungsanstalt]] und erhielt die österreichische Staatsbürgerschaft.
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Die reiche Geschichte der Familie Mazzucco beginnt eigentlich in [[Spanien]], von wo ein Spross dieser Familie über Ober[[italien]] ins Tiroler Pustertal gelangte und dort ansässig wurde und wo auch Benvenuto Mazzucco geboren wurde. Vater Giovanni Mazzucco übersiedelte [[1875]] als Bauaufseher bei der Renovierung des [[Salzburger Dom]]es nach Salzburg. [[1877]] holte er seine Familie nach Salzburg nach. Als die Familie in Salzburg eintraf, war der Vater infolge eines Arbeitsunfalles bereits gestorben. Die Mutter erkrankte bald darauf schwer und starb. Die Vollwaisen kamen bei verschiedenen Salzburger Familien unter. Benvenuto und seine Schwester Stefanie wurden bei einem Herrn [[Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule I Salzburg|Handelsschuldirektor]] Sokkol aufgenommen, der sie streng erzog, aber musikalisch auch sehr förderte. [[1893]] maturierte Benvenuto an der [[Lehrerbildungsanstalt]] und erhielt die österreichische Staatsbürgerschaft.
    
Nach provisorischen Dienstverhältnissen wurde Mazzucco [[1896]] definitiver Lehrer an der [[Volksschule Thalgau]]. Er bezog in der Ortschaft [[Leithen]] das Hofer-Häuserl, dem er einige Jahre später das Lied "Mei Häuser'l am Roa'n" widmete. Sein außergewöhnliches Talent und seine Künstlernatur wurden zur Initialzündung unzähliger Gesellschaftsereignisse und Vereinstätigkeiten im Bauerndorf [[Thalgau]]. Der junge Lehrer entwickelte sich zum Wirbelwind der örtlichen Gemeinschaft. [[1897]] gründete er mit einigen Gleichgesinnten das "Thalgauer Dilettantentheater". Mit dem Lieder- und Sprechzyklus  "Wartenfels" wurde das Kaiser-Jubiläumsjahr [[1898]] zum eigentlichen Beginn der bis heute erfolgreichen Kulturszene in Thalgau.  
 
Nach provisorischen Dienstverhältnissen wurde Mazzucco [[1896]] definitiver Lehrer an der [[Volksschule Thalgau]]. Er bezog in der Ortschaft [[Leithen]] das Hofer-Häuserl, dem er einige Jahre später das Lied "Mei Häuser'l am Roa'n" widmete. Sein außergewöhnliches Talent und seine Künstlernatur wurden zur Initialzündung unzähliger Gesellschaftsereignisse und Vereinstätigkeiten im Bauerndorf [[Thalgau]]. Der junge Lehrer entwickelte sich zum Wirbelwind der örtlichen Gemeinschaft. [[1897]] gründete er mit einigen Gleichgesinnten das "Thalgauer Dilettantentheater". Mit dem Lieder- und Sprechzyklus  "Wartenfels" wurde das Kaiser-Jubiläumsjahr [[1898]] zum eigentlichen Beginn der bis heute erfolgreichen Kulturszene in Thalgau.  
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Die Entstehung der Thalgauer Bühnenhistorie ist aber auch eng mit der Lebensgeschichte des großen Komödianten verbunden. Schauspielfreude, Gauklerwitz und Herzensgefühle vermischten sich zu tiefer Hingabe, als Benvenuto Mazzucco die junge und hübsche Tochter des Schwabenwirtes, Maria [[Gmachl]], bei den Geselligkeiten der Dilettanten kennenlernte. [[1898]] wurde das Paar getraut, im gleichen Jahr kam [[Karl Mazzucco|Karl]] zur Welt. In der Kulturarbeit war Mazzucco unermüdliche Triebfeder und machte Thalgau um die Jahrhundertwende zu einer einzigen "''Lebensbühne der Freude''". Mit den legendären Faschingsveranstaltungen der "''Grünober-Runde''" pflegte der Ausnahmekönner Spielwitz, Dorfironie und einen frühen Anflug der Kabarettform der Gegenwart.  
 
Die Entstehung der Thalgauer Bühnenhistorie ist aber auch eng mit der Lebensgeschichte des großen Komödianten verbunden. Schauspielfreude, Gauklerwitz und Herzensgefühle vermischten sich zu tiefer Hingabe, als Benvenuto Mazzucco die junge und hübsche Tochter des Schwabenwirtes, Maria [[Gmachl]], bei den Geselligkeiten der Dilettanten kennenlernte. [[1898]] wurde das Paar getraut, im gleichen Jahr kam [[Karl Mazzucco|Karl]] zur Welt. In der Kulturarbeit war Mazzucco unermüdliche Triebfeder und machte Thalgau um die Jahrhundertwende zu einer einzigen "''Lebensbühne der Freude''". Mit den legendären Faschingsveranstaltungen der "''Grünober-Runde''" pflegte der Ausnahmekönner Spielwitz, Dorfironie und einen frühen Anflug der Kabarettform der Gegenwart.  
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[[1918]] übersiedelte die Familie  nach St. Gilgen, wo er an der [[Volksschule St. Gilgen|Volksschule]] die Stelle als Oberlehrer übernahm. [[1919]] wurde er Kapellmeister der [[Bürgermusik St. Gilgen]]. Gezeichnet von einer schweren Krankheit wurde der Ausnahmekönner früh und plötzlich, erst 49 Jahre alt, von der Welt abberufen.
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[[1918]] übersiedelte die Familie  nach St. Gilgen, wo er an der [[Volksschule St. Gilgen|Volksschule]] die Stelle als Oberlehrer übernahm. [[1919]] wurde er Kapellmeister der [[Bürgermusik St. Gilgen]]. Gezeichnet von einer schweren Krankheit wurde der Ausnahmekönner früh und plötzlich, erst 49 Jahre alt, von der Welt abberufen. Er wurde auf dem Alten Friedhof der [[Pfarrkirche zum hl. Ägydius]] in St. Gilgen bestattet. [[1937]] wurde er exhumiert und nach Salzburg überführt.
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Benvenuto Mazzucco war Vater von drei Kindern, darunter [[Karl Mazzucco]], der Vater der Bildhauerin [[Eva Mazzucco]] (* 1925; † 2013).
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Benvenuto Mazzucco war seit [[1898]] verheiratet mit der Thalgauer Schwabenwirtstochter Maria, geborene Gmachl (* 22. November 1879 in Thalgau; † 17. November 1944 in Salzburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/thalgau/TFBXIII/?pg=228 Taufbuch der Pfarre Thalgau, Band XIII, S. 225.]</ref>, die ihm drei Kinder schenkte:
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* [[Karl Mazzucco|Karl]] (* 23. Oktober 1899 in Thalgau; † 31. Jänner 1976 in Salzburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/thalgau/TFBXIV/?pg=952 Taufbuch der Pfarre Thalgau, Band XIV, S. 419.]</ref>, der Vater der Bildhauerin [[Eva Mazzucco]] (* 1925; † 2013).
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* Ferdinand Benvenuto (* 19. September 1900 in Thalgau; † 9. November 1962 in Salzburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/thalgau/TFBXIV/?pg=994 Taufbuch der Pfarre Thalgau, Band XIV, S. 440.]</ref>
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* Maria Elisabeth (* 2. November 1904 in Thalgau; † 26. Februar 1996 in Salzburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/thalgau/TFBXV/?pg=73 Taufbuch der Pfarre Thalgau, Band XV, S. 70.]</ref>
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== Quelle ==
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== Quellen ==
 
* [[Bernhard Iglhauser|Iglhauser, Bernhard]]: aus der "Theaterchronik 1897-1997, 100 Jahre Thalgauer Dilettantentheater"
 
* [[Bernhard Iglhauser|Iglhauser, Bernhard]]: aus der "Theaterchronik 1897-1997, 100 Jahre Thalgauer Dilettantentheater"
 
* [[Leopold Ziller|Ziller, Leopold]]: ''300 Jahre Schule St. Gilgen. Geschichte einer Salzburger Dorfschule.'' Festschrift zur Eröffnung der neuen Schule 1965. Gemeinde St. Gilgen 1965, S. 37f.
 
* [[Leopold Ziller|Ziller, Leopold]]: ''300 Jahre Schule St. Gilgen. Geschichte einer Salzburger Dorfschule.'' Festschrift zur Eröffnung der neuen Schule 1965. Gemeinde St. Gilgen 1965, S. 37f.
 
* [[Leopold Ziller (St. Gilgen)|Ziller, Leopold]]: ''Vom Fischerdorf zum Fremdenverkehrsort. Geschichte von St. Gilgen am Aber-(Wolfgang-)See''. 2. Teil (1800-1938). Gemeinde St. Gilgen 1988.
 
* [[Leopold Ziller (St. Gilgen)|Ziller, Leopold]]: ''Vom Fischerdorf zum Fremdenverkehrsort. Geschichte von St. Gilgen am Aber-(Wolfgang-)See''. 2. Teil (1800-1938). Gemeinde St. Gilgen 1988.
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==== Einzelverweise ====
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