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, 11:00, 21. Sep. 2020
Oberst Dr. med. '''Jakob Lechner''' (* [[24. Juli]] [[1838]] in [[Wals]]; † [[8. Juli]] [[1922]] ebenda) war der erste Landestierarzt des damaligen [[Herzogtum Salzburg|Herzogtums Salzburg]] ernannt.
== Leben ==
Als jüngstes von zehn Kindern eines Hufschmiedmeisters in Wals geboren. Sein Elternhaus war das heutige Kulturzentrum [[Bachschmiede]]. Dort ist ihm eine eigene Vitrine gewidmet. Begraben wurde er am Friedhof in Wals.
Nach der [[Volksschule Wals|Volksschule]] in Wals besuchte der junge Jakob Lechner das [[Akademisches Gymnasium Salzburg|Staatsgymnasium]] in Salzburg - es ist das heutige Akademische Gymnasium. [[1862]] schloss er das Studium des Tierarztes am Wiener "Militär-Thierarznei-Institut" ab. Das Tierarzneiinstitut unterstand dem Kriegsministerium. Jakob Lechner - der dort von [[1879]] bis [[1908]] als ordentlicher Professor unterrichtete - hatte deshalb den Rang eines Oberst inne. Erst 1908 erhielt die Tierärztliche Hochschule das Promitionsrecht. Jakob Lechner war damals längst "Doktor" - allerdings nicht der Veterinärmedizin, sondern der Medizin und Chirurgie. Das entsprechende Studium hatte er bereits [[1870]] mit Auszeichnung abgeschlossen.
Der damals 32-jährige bisherige "''k. u. k. Unterthierarzt''" Jakob Lechner wurde per Dekret am [[23. September]] 1870 von "[[Landespräsident#k.k. Landespräsidenten für das Kronland Salzburg|k. u. k. Landes-Präsident]]" [[Adolf Fürst Auersperg]] zum ersten Landestierarzt ernannt.
[[1870]] wurde Lechner in die neu gegründete [[Landeskommission für Pferdezuchtangelegenheiten]] berufen.
Vor allem in der Pferdemedizin sei Jakob Lechner hoch angesehen gewesen. So habe Jakob Lechner ein "''grenzgeniales Gerät''" zur Vermessung des Pferdehufs und seiner Dynamik erfunden. Mit dem "''Universal-Huf Längen- und Winkelmesser nach Lechner''" konnte man erstmals mit nur einer Messung alle Maße des Hufs erfassen.
Lechner war zudem bei den Pferde- und Rinderschauen in allen Salzburger Landesteilen als Richter im Einsatz. [[1873]] setzte er durch, dass Staatssubventionen für Kühe nur zur Prämierung der "''reinen Pinzgauer Viehrasse''" sowie ausschließlich zur Förderung des Ankaufs solcher Zuchtstiere verwendet werden durften. Als Rassenbezeichnung erschien der Name "[[Pinzgauer Rind]]" übrigens erstmals [[1846]].
Unübertroffen an Genauigkeit bleibt der von Jakob Lechner [[1876]] herausgegebene "''Hippologische Atlas des Herzogthumes Salzburg''": Aufgeschlüsselt nach Gerichtsbezirken und Gemeinden wird darin die Anzahl an Hengststationen, Hengsten, Stuten, Wallachen und Fohlen penibel festgehalten. Darin werden etwa für [[Wals-Siezenheim]] (damals noch inklusive [[Liefering]]) vier lizensierte Hengste, 152 Stuten und eine Hengststation angeführt. Derartig akribische Erhebungen gibt es in modernen Statistiken schon lang nicht mehr.
Zur Amtszeit von Jakob Lechner gab es knapp 11 000 Pferde in Salzburg. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] sank ihre Zahl dramatisch - auch weil sie in der Landwirtschaft durch Maschinen ersetzt wurden. [[1970]] wurden nur mehr etwas mehr als 4 000 Pferde gezählt. Heute sind es wieder 9 984 Pferde, die in 2 204 Betrieben gehalten werden. Zum Vergleich: In 5 947 Salzburger Betrieben leben heute 162 000 Rinder.
== Quelle ==
* [https://www.sn.at/salzburg/chronik/dieser-amtsschimmel-wiehert-seit-150-jahren-93080740 www.sn.at], [[Stefanie Schenker]]: ''Dieser "Amtsschimmel" wiehert seit 150 Jahren''
{{SORTIERUNG: Lechner, Jakob}}
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