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| | == Gründung der Salzburger Linie == | | == Gründung der Salzburger Linie == |
| − | [[Datei:Alte Zeichnung über den früheren Straßenverlauf in Mauthausen samt der Burg Stauffenegg.jpg|miniatur|Mauthausen mit Seyfried(en)hof und Mühle unterhalb der Burg Stauffenegg, kolorierte Federzeichnung von 1640,]] Von Freising über das [[Pflegegericht|Pflegschaftsgericht]] Raschenberg - [[Teisendorf]] (Sitz war die [[Grafen von Plain|Plain]]burg Raschenberg) kommend, ließ sich Mitte des [[16. Jahrhundert|16. Jahrhunderts]] Sebastian Hagenauer de Allershausen im [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum Salzburg]] nieder. Er war ein Abkömmling der bayerischen Linie der Edelfreien Herren von Hagenau, die auf den Bauernstand und Mühlenbesitzer herabgesunkenen waren. Das Betreiben einer Mühle war bis teilweise ins 16. Jahrhundert dem Adel bzw. dem Klerus vorbehalten. Sebastian Hagenauer de Allershausen wurde [[1554]] nördlich der Stadt Salzburg bei [[Hammerau]] erwähnt ([[Josef Felner]]). Dort stand seit dem Jahr [[1537]] das durch den damaligen Salzburger Erzbischof [[Matthäus Lang]] gegründete Eisenwerk Annahütte. Man nimmt an, dass Sebastian vorerst am Seyfried(en)gut und der Mautmühle bei Piding (Mauthausen) saß, wo der Baiernherzog inmitten des Erzbistums Salzburg die Mautrechte besass. Sein Sohn Georg wurde mit einem Gut und einer Mühle am [[Högl]] genannt. Ob dies ebenfalls jener Seyfried(en)hof mit Mühle bei Mauthausen unterhalb der Burg Stauffenegg war ist nicht belegt. Der nach dem Großvater benannte Sohn Georg (I.) heiratete die Tochter eines dort ansässigen vermögenden Bauern. Die unstandesgemäße Heirat machte ihn zwar zum Besitzer eines Gutes mit Mühle bei [[Piding]], führte aber auch zur Verdunkelung des Adels (Anm.: wenn der Adel mehr als zwei Generationen nicht mehr geführt wurde). Laut einer Salzburger Urkunde von [[1568]] ließ Georg sein Gut am [[Högl]], damals [[Erzbistum Salzburg]] heute [[Oberbayern]], erweitern. [[Georg Hagenauer I.|Georg Hagenauer]] de Ainring wird als der Stifter der Salzburger Linie gesehen, die aus dem Freisinger (bayrischen) Stamm der Herren von Hagenau hervorgegangenen war ([[Willibald Hauthaler]]). Seine drei Söhne, die ''"ehrbaren Herren"'' Wolf(gang) (I.), Rupert (I.) und Georg (II.) Hagenauer, scheinen um 1600 in [[Piding]], [[Traunstein]] und [[Ainring]] als Besitzer von Gütern, respektive als [[Urbar]]-Verwalter von Gütern des [[Domkapitel]]s und des [[Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]] von Salzburg, sowie als Gutsverwalter von [[Schloss Staufeneck]] am Seyfriedenhof auf. Mit den drei Brüdern hatten die Hagenauer in Salzburg nun endgültig Fuß gefasst und ihrem erneuten Aufstieg sollte nichts mehr im Wege stehen. | + | [[Datei:Alte Zeichnung über den früheren Straßenverlauf in Mauthausen samt der Burg Stauffenegg.jpg|miniatur|Mauthausen mit Seyfried(en)hof und Mühle unterhalb der Burg Stauffenegg, kolorierte Federzeichnung von 1640,]] Von Freising über das [[Pflegegericht|Pflegschaftsgericht]] Raschenberg-[[Teisendorf]] (Sitz war die [[Grafen von Plain|Plain]]burg Raschenberg) kommend, ließ sich Mitte des [[16. Jahrhundert|16. Jahrhunderts]] Sebastian Hagenauer de Allershausen im [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum Salzburg]] nieder. Er war ein Abkömmling der bayerischen Linie der Edelfreien Herren von Hagenau, die auf den Bauernstand und Mühlenbesitzer herabgesunkenen waren. Das Betreiben einer Mühle war bis teilweise ins 16. Jahrhundert dem Adel bzw. dem Klerus vorbehalten. Sebastian Hagenauer de Allershausen wurde [[1554]] nördlich der Stadt Salzburg bei [[Hammerau]] erwähnt ([[Josef Felner]]). Dort stand seit dem Jahr [[1537]] das durch den damaligen Salzburger Erzbischof [[Matthäus Lang]] gegründete Eisenwerk Annahütte. Man nimmt an, dass Sebastian vorerst am Seyfried(en)gut und der Mautmühle bei Piding (Mauthausen) saß, wo der Baiernherzog inmitten des Erzbistums Salzburg die Mautrechte besass. Sein Sohn Georg wurde mit einem Gut und einer Mühle am [[Högl]] genannt. Ob dies ebenfalls jener Seyfried(en)hof mit Mühle bei Mauthausen unterhalb der Burg Stauffenegg war ist nicht belegt. Der nach dem Großvater benannte Sohn Georg (I.) heiratete die Tochter eines dort ansässigen vermögenden Bauern. Die unstandesgemäße Heirat machte ihn zwar zum Besitzer eines Gutes mit Mühle bei [[Piding]], führte aber auch zur Verdunkelung des Adels (Anm.: wenn der Adel mehr als zwei Generationen nicht mehr geführt wurde). Laut einer Salzburger Urkunde von [[1568]] ließ Georg sein Gut am [[Högl]], damals [[Erzbistum Salzburg]] heute [[Oberbayern]], erweitern. [[Georg Hagenauer I.|Georg Hagenauer]] de Ainring wird als der Stifter der Salzburger Linie gesehen, die aus dem Freisinger (bayrischen) Stamm der Herren von Hagenau hervorgegangenen war ([[Willibald Hauthaler]]). Seine drei Söhne, die ''"ehrbaren Herren"'' Wolf(gang) (I.), Rupert (I.) und Georg (II.) Hagenauer, scheinen um 1600 in [[Piding]], [[Traunstein]] und [[Ainring]] als Besitzer von Gütern, respektive als [[Urbar]]-Verwalter von Gütern des [[Domkapitel]]s und des [[Erzabtei St. Peter|Erzstifts St. Peter]] von Salzburg, sowie als Gutsverwalter von [[Schloss Staufeneck]] am Seyfriedenhof auf. Mit den drei Brüdern hatten die Hagenauer in Salzburg nun endgültig Fuß gefasst und ihrem erneuten Aufstieg sollte nichts mehr im Wege stehen. |
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| | Die Salzburger Linie (auch als Ainringer Linie bezeichnet) spaltete sich eine Generation später in drei Linien, wobei eine Linie bereits 100 Jahre danach aussterben sollte. Nun aber findet man das inzwischen wieder blühende Geschlecht der Hagenauer in den Salzburger Urkunden wieder, wo sie als Besitzer von Anwesen, Höfen, Mühlen oder Wirtschaften, sowie als Angehörige des geistlichen Standes und katholischer [[Bruderschaften]] genannt wurden. Sie hatten in alteingesessene und teilweise vermögende Familien mit Guts- und Landbesitz des [[Rupertiwinkel]]s eingeheiratet. Einige von diesen alten vormals begüterten Familien, wie die Apfalter(er), Eschlberg(er), Nech(e)l, Perger, Prunmayr, Reischl (Reuschl) oder Sur(er), lassen sich in den Salzburger Urkunden bis in das [[13. Jahrhundert]] zurück verfolgen. Ab dem [[17. Jahrhundert]] scheinen die Hagenauer im Erzbistum auch als [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]], [[Ratsherr der Stadt Salzburg|Ratsherren]] und [[Handelsherr der Stadt Salzburg|Handelsherren]] der Stadt Salzburg auf. [[1671]] wurde durch den kaiserlichen Hofpfalzgraf Ferdinand Wilhelm Metzger von Meggenburg (Comes palatinus Caesareus) den drei Brüdern Paulus, Georg (IV.) und Johann Hagenauer de Hagenau ihr Adels-Wappen als Salzburger Untertanen bestätigt und eine Wappenmehrung verliehen. Das Wappen wurde durch einen Sporn geteilt und seitlich des Stammwappens (Hagenbaum auf Dreiberg) mit jeweils einem schwarzen Adler auf goldenem Grund gemehrt. Die ursprünglich rot-weiße Helmdecke wurde nun in den Farben des Erzbistums Salzburgs, Rot-Weiß und Schwarz-Gold, tingiert (Siebmacher). Die Hagenauer konnten sich im Erzbistum zwar erneut empor arbeiten und die Bestätigung des Adelsstands sowie Einfluss und Vermögen erlangen, jedoch nicht mehr ihre einstige Macht und Stellung. | | Die Salzburger Linie (auch als Ainringer Linie bezeichnet) spaltete sich eine Generation später in drei Linien, wobei eine Linie bereits 100 Jahre danach aussterben sollte. Nun aber findet man das inzwischen wieder blühende Geschlecht der Hagenauer in den Salzburger Urkunden wieder, wo sie als Besitzer von Anwesen, Höfen, Mühlen oder Wirtschaften, sowie als Angehörige des geistlichen Standes und katholischer [[Bruderschaften]] genannt wurden. Sie hatten in alteingesessene und teilweise vermögende Familien mit Guts- und Landbesitz des [[Rupertiwinkel]]s eingeheiratet. Einige von diesen alten vormals begüterten Familien, wie die Apfalter(er), Eschlberg(er), Nech(e)l, Perger, Prunmayr, Reischl (Reuschl) oder Sur(er), lassen sich in den Salzburger Urkunden bis in das [[13. Jahrhundert]] zurück verfolgen. Ab dem [[17. Jahrhundert]] scheinen die Hagenauer im Erzbistum auch als [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]], [[Ratsherr der Stadt Salzburg|Ratsherren]] und [[Handelsherr der Stadt Salzburg|Handelsherren]] der Stadt Salzburg auf. [[1671]] wurde durch den kaiserlichen Hofpfalzgraf Ferdinand Wilhelm Metzger von Meggenburg (Comes palatinus Caesareus) den drei Brüdern Paulus, Georg (IV.) und Johann Hagenauer de Hagenau ihr Adels-Wappen als Salzburger Untertanen bestätigt und eine Wappenmehrung verliehen. Das Wappen wurde durch einen Sporn geteilt und seitlich des Stammwappens (Hagenbaum auf Dreiberg) mit jeweils einem schwarzen Adler auf goldenem Grund gemehrt. Die ursprünglich rot-weiße Helmdecke wurde nun in den Farben des Erzbistums Salzburgs, Rot-Weiß und Schwarz-Gold, tingiert (Siebmacher). Die Hagenauer konnten sich im Erzbistum zwar erneut empor arbeiten und die Bestätigung des Adelsstands sowie Einfluss und Vermögen erlangen, jedoch nicht mehr ihre einstige Macht und Stellung. |
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| | Auch am Salzburger Fürstenhof hatte sie Titel und Ämter inne, wie den eines hochfürstlichen [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Hofkammer-Rates]], Galerie-Inspektors, [[Generalsteuereinnehmer]]s, Hofbau-Direktors, Hof-Statuarius, Hofbau-Verwalters, eines hochfürstlichen [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Truchsess]] sowie andere hohe Verwaltungsämter. Zusätzlich waren die Hagenauer mit kirchlichen Ämtern und Ehrenämtern betraut, wie dem eines Abtes, eines Subpriors, eines Vikars, eines Armenfond-Vorstands, Präfektenämter diverser marianischer Bruderschaften oder dem Amt eines [[Urbar]]-Verwalters des Domkapitels und Klosters St. Peter in Salzburg. Neben ihrer Beziehung zum Salzburger Landesfürsten und dem Kloster St. Peter, hatten sie auch außerhalb des Erzbistums Salzburg gute Verbindungen zu Machtträgern, vor allem über die Kunst und die Kirche. | | Auch am Salzburger Fürstenhof hatte sie Titel und Ämter inne, wie den eines hochfürstlichen [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Hofkammer-Rates]], Galerie-Inspektors, [[Generalsteuereinnehmer]]s, Hofbau-Direktors, Hof-Statuarius, Hofbau-Verwalters, eines hochfürstlichen [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Truchsess]] sowie andere hohe Verwaltungsämter. Zusätzlich waren die Hagenauer mit kirchlichen Ämtern und Ehrenämtern betraut, wie dem eines Abtes, eines Subpriors, eines Vikars, eines Armenfond-Vorstands, Präfektenämter diverser marianischer Bruderschaften oder dem Amt eines [[Urbar]]-Verwalters des Domkapitels und Klosters St. Peter in Salzburg. Neben ihrer Beziehung zum Salzburger Landesfürsten und dem Kloster St. Peter, hatten sie auch außerhalb des Erzbistums Salzburg gute Verbindungen zu Machtträgern, vor allem über die Kunst und die Kirche. |
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| − | Die Hagenauer standen in freundschaftlicher Beziehung zu Mitgliedern des Münchner Hofs, zu Mitgliedern des Wiener Hofs, zum österreichischen Staatskanzler Kaunitz, zum Bischof von [[Gurk]] und zu verschiedenen Fürstbischöfen von [[Passau]]. Daneben besaßen sie auch gut ausgebaute geschäftliche und private Verbindungen in ganz Europa (Rom, Bologna, Venedig, Triest, Marseille, Hamburg und Rotterdam). Einzelnen Familienmitgliedern scheint auch das Netzwerk ihrer Logenverbindungen oder zumindest die Nähe zu Freimaurern (Kaiser Joseph II. und Staatskanzler Reichsfürst Kaunitz in Wien, [[Erzbischof#Fürsterzbischöfe|Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] in Salzburg, Domherr Graf [[Auersperg]] in [[Passau]] etc.) nützlich gewesen zu sein, vor allem in Wien, Passau und Triest. Bei manchen Hagenauern wurde die Vermutung geäußert, dass sie Mitglieder des Illuminatenordens, oder sogar Kryptoprotestanten (Gruft XV.) und Rosenkreuzer waren. Eine definitive Zugehörigkeit zu Geheim-Bünden hat sich jedoch nur bezüglich der Freimaurer nachweisen lassen, während die Zugehörigkeit zu protestantischen Geheimorganisationen unwahrscheinlich ist. | + | Die Hagenauer standen in freundschaftlicher Beziehung zu Mitgliedern des Münchner Hofs, zu Mitgliedern des Wiener Hofs, zum österreichischen Staatskanzler Kaunitz, zum Bischof von [[Gurk]] und zu verschiedenen Fürstbischöfen von [[Passau]]. Daneben besaßen sie auch gut ausgebaute geschäftliche und private Verbindungen in ganz Europa (Rom, Bologna, Venedig, Triest, Marseille, Hamburg und Rotterdam). Einzelnen Familienmitgliedern scheint auch das Netzwerk ihrer Logenverbindungen oder zumindest die Nähe zu Freimaurern (Kaiser Joseph II. und Staatskanzler Reichsfürst Kaunitz in Wien, [[Erzbischof#Fürsterzbischöfe|Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] in Salzburg, Domherr Graf [[Auersperg]] in [[Passau]] etc.) nützlich gewesen zu sein, vor allem in Wien, Passau und Triest. Bei manchen Hagenauern wurde die Vermutung geäußert, dass sie Mitglieder des Illuminatenordens, oder sogar Kryptoprotestanten (Gruft XV.) und Rosenkreuzer waren. Eine definitive Zugehörigkeit zu Geheimbünden hat sich jedoch nur bezüglich der Freimaurer nachweisen lassen, während die Zugehörigkeit zu protestantischen Geheimorganisationen unwahrscheinlich ist. |
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| | == Die drei Brüder Paulus, Georg und Johann Hagenauer de Hagenau == | | == Die drei Brüder Paulus, Georg und Johann Hagenauer de Hagenau == |
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| − | Datei:Johann Lorenz v. Hagenauer.jpg |Johann Lorenz von Hagenauer (1712 -1792), Freund und Mäzen Mozarts | + | Datei:Johann Lorenz v. Hagenauer.jpg |[[Johann Lorenz von Hagenauer]] (* 1712; † 1792), Freund und Mäzen Mozarts |
| − | Datei:Dominikus-hagenauer-della-croce.jpg |Dominicus von Hagenauer, Abt von St. Peter 1786 - 1811 | + | Datei:Dominikus-hagenauer-della-croce.jpg |Dominicus von Hagenauer, [[Abt der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt von St. Peter]] 1786–1811 |
| | File:Hagenauer Mozart mid-1780s press quality.jpg|wohl Portrait Mozarts um 1780, ehem. Sammlung des J. L. v. Hagenauer | | File:Hagenauer Mozart mid-1780s press quality.jpg|wohl Portrait Mozarts um 1780, ehem. Sammlung des J. L. v. Hagenauer |
| − | Datei:Ignaz Joachim von Hagenauer.jpg|Ignaz Joachim von Hagenauer (1749 - 1824), Gründer der Triester Linie | + | Datei:Ignaz Joachim von Hagenauer.jpg|Ignaz Joachim von Hagenauer (* 1749; † 1824), Gründer der Triester Linie |
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| − | File:Böcksteiner Kirche.jpg| Böcksteiner Kirche 1764 - 1767 , Wolfgang Hagenauer | + | File:Böcksteiner Kirche.jpg| Böcksteiner Kirche 1764–1767 , Wolfgang Hagenauer |
| − | Datei:Sigmundstor, westliche Seite.JPG| Sigmundstor 1766 - 1767, Wolfgang und Johann Baptist von Hagenauer | + | Datei:Sigmundstor, westliche Seite.JPG| Sigmundstor 1766–1767, Wolfgang und Johann Baptist von Hagenauer |
| − | Datei:Mariensäule auf dem Domplatz in Salzburg.jpg|Mariensäule auf dem Domplatz 1767 - 1771, Wolfgang und Johann Baptist von Hagenauer | + | Datei:Mariensäule auf dem Domplatz in Salzburg.jpg|[[Mariensäule auf dem Domplatz]] 1767–1771, [[Wolfgang Hagenauer|Wolfgang]] und [[Johann Baptist Hagenauer|Johann Baptist von Hagenauer]] |
| − | Datei:Bad Gastein Badeschloss.JPG|Schloss Bad Gastein 1791 - 1794, Wolfgang v. Hagenauer | + | Datei:Bad Gastein Badeschloss.JPG|[[Badeschloss]] Bad Gastein 1791–1794, [[Wolfgang Hagenauer]] |
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| | Der Jüngste der künstlerisch so begabten Brüder, Johann Georg, verlor 1750 bereits mit zwei Jahren seinen Vater und wurde unter die Fittiche seiner älteren Brüder genommen. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er an der privaten Zeichenschule seines 22 Jahre älteren Bruders Wolfgang in Salzburg. Fürsterzbischof Schrattenbach sandte ihn auf Grund seines Talents an die Akademie nach Wien. An der Wiener Akademie, wo sein um sechzehn Jahre älterer Bruder Johann Baptist bereits Direktor der Bildhauerklasse geworden war, studierte Johann Georg Architektur. Nach der Ernennung 1775/76 zum k.k. Architekten kehrte Johann Georg an den Fürstenhof nach Salzburg zurück. Doch bereits [[1777]] verließ er Salzburg wieder, um vorerst in Kärnten und später in Passau eine große Anzahl von Schlössern und Repräsentationsbauten für den Hochadel und die Kirche zu bauen. Ab 1803 war Johann Georg von Hagenauer als Architekt erneut in Salzburg tätig (siehe unten). | | Der Jüngste der künstlerisch so begabten Brüder, Johann Georg, verlor 1750 bereits mit zwei Jahren seinen Vater und wurde unter die Fittiche seiner älteren Brüder genommen. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er an der privaten Zeichenschule seines 22 Jahre älteren Bruders Wolfgang in Salzburg. Fürsterzbischof Schrattenbach sandte ihn auf Grund seines Talents an die Akademie nach Wien. An der Wiener Akademie, wo sein um sechzehn Jahre älterer Bruder Johann Baptist bereits Direktor der Bildhauerklasse geworden war, studierte Johann Georg Architektur. Nach der Ernennung 1775/76 zum k.k. Architekten kehrte Johann Georg an den Fürstenhof nach Salzburg zurück. Doch bereits [[1777]] verließ er Salzburg wieder, um vorerst in Kärnten und später in Passau eine große Anzahl von Schlössern und Repräsentationsbauten für den Hochadel und die Kirche zu bauen. Ab 1803 war Johann Georg von Hagenauer als Architekt erneut in Salzburg tätig (siehe unten). |
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| − | Die eben beschriebenen drei Künstler-Brüder (Wolfgang, Johann Baptist und Johann Georg) aus der Sippe der Hagenauer sind insofern interessant und ungewöhnlich, da weder davor noch danach je ein Familienmitglied beruflich auf dem Gebiet der bildenden Kunst tätig gewesen war bzw. tätig werden sollte. Als einzige Ausnahme könnte man den Sohn des Architekten Wolfgangs sehen, [[Johann Wolfgang Hagenauer]], der zwar Architektur studiert hatte, aber in der Verwaltung des Salzachkreises als Landes-Baudirektor in Linz (nach anderen Angaben k.k. Wasserbau-Director) tätig gewesen war. Andere namensgleiche Künstler, wie z. B. die ursprünglich aus der Stadt Hagenau im Elsass (von der sich ihr Namen ableitet) stammende Bildhauerdynastie Hagenauer (erwähnt zwischen 1445 und 1546), mit Niklas von Hagenau, Veit und Paul Hagenauer, sowie dem Augsburger Medailleur Friedrich Hagenauer, waren nicht verwandt. Ebenso wenig waren auch die Mitglieder der Wiener Künstler-Dynastie mit dem Gründer der WHW ("Werkstätte Hagenauer Wien" 1898) Carl Hagenauer und seine Söhnen Franz und Karl verwandt, sowie der in Bayern lebende expressionistische Maler Hanns Hagenauer (1896-1945). | + | Die eben beschriebenen drei Künstler-Brüder (Wolfgang, Johann Baptist und Johann Georg) aus der Sippe der Hagenauer sind insofern interessant und ungewöhnlich, da weder davor noch danach je ein Familienmitglied beruflich auf dem Gebiet der bildenden Kunst tätig gewesen war bzw. tätig werden sollte. Als einzige Ausnahme könnte man den Sohn des Architekten Wolfgangs sehen, [[Johann Wolfgang Hagenauer]], der zwar Architektur studiert hatte, aber in der Verwaltung des Salzachkreises als Landes-Baudirektor in Linz (nach anderen Angaben k.k. Wasserbau-Director) tätig gewesen war. Andere namensgleiche Künstler, wie z. B. die ursprünglich aus der Stadt Hagenau im Elsass (von der sich ihr Namen ableitet) stammende Bildhauerdynastie Hagenauer (erwähnt zwischen 1445 und 1546), mit Niklas von Hagenau, Veit und Paul Hagenauer, sowie dem Augsburger Medailleur Friedrich Hagenauer, waren nicht verwandt. Ebenso wenig waren auch die Mitglieder der Wiener Künstler-Dynastie mit dem Gründer der WHW ("Werkstätte Hagenauer Wien" 1898) Carl Hagenauer und seine Söhnen Franz und Karl verwandt, sowie der in Bayern lebende expressionistische Maler Hanns Hagenauer (* 1896; †1945). |
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| | == Der einzige Hagenauer, der Salzburg verlassen hatte und zurückkehrte == | | == Der einzige Hagenauer, der Salzburg verlassen hatte und zurückkehrte == |
| − | [[File:Schloss Pöckstein.JPG|miniatur| Schloss Pöckstein in Kärnten 1778 - 1782, Johann Georg von Hagenauer]] | + | [[File:Schloss Pöckstein.JPG|miniatur| Schloss Pöckstein in Kärnten 1778–1782, [[Johann Georg Hagenauer|Johann Georg von Hagenauer]]]] |
| | [[Datei:Schloss Haidenhof.JPG|miniatur| Schlössl Haidenhof in Passau 1790, Johann Georg von Hagenauer]] | | [[Datei:Schloss Haidenhof.JPG|miniatur| Schlössl Haidenhof in Passau 1790, Johann Georg von Hagenauer]] |
| − | [[File:Passau, 15. November 002.jpg|miniatur| Schloss Freudenhain in Passau 1785 - 1792, Johann Georg von Hagenauer]] 1771 war der Bildhauer Johann Baptist von Hagenauer von Salzburg nach Wien ausgewandert, während sich sein Bruder, der Architekt Johann Georg, 1777 im Bistum Gurk (Kärnten) und später im Bistum Passau niederließ. Ihr Cousin, der Handelsmann Ignaz Joachim von Hagenauer, hatte hingegen 1775 in Triest (damals Österreich heute Italien) ein Handelshaus eröffnet. Alle drei kehrten öfters nach Salzburg zurück, aber nur der Architekt [[Johann Georg von Hagenauer]] sollte sich im Jahr 1803 auch wieder in seiner alten Heimat niederlassen. | + | [[File:Passau, 15. November 002.jpg|miniatur| Schloss Freudenhain in Passau 1785–1792, Johann Georg von Hagenauer]] 1771 war der Bildhauer Johann Baptist von Hagenauer von Salzburg nach Wien ausgewandert, während sich sein Bruder, der Architekt Johann Georg, 1777 im Bistum Gurk (Kärnten) und später im Bistum Passau niederließ. Ihr Cousin, der Handelsmann Ignaz Joachim von Hagenauer, hatte hingegen 1775 in Triest (damals Österreich heute Italien) ein Handelshaus eröffnet. Alle drei kehrten öfters nach Salzburg zurück, aber nur der Architekt [[Johann Georg von Hagenauer]] sollte sich im Jahr 1803 auch wieder in seiner alten Heimat niederlassen. |
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| | Somit war der einzige Hagenauer, der Salzburg je verlassen hatte und auch wieder (in der Zeit von Salzburgs Krisenjahren) dorthin zurückkehren sollte, der bereits erwähnte hochfürstliche Architekt Johann Georg (III.) von Hagenauer. Johann Georg war nach seiner Ausbildung bei seinem Bruder Wolfgang in Salzburg an die Wiener Akademie gegangen, und studierte dort Architektur. Während seinem Studium in Wien realisierte er bereits sein erster Bau [[1773]] für seinen Freund und späteren Mäzen, den Gurker Bischof Joseph Franz Anton Graf von Auersperg. Nach Beendigung seines Studiums erhielt Hagenauer unter Fürsterzbischof Graf Schrattenbach in Salzburg als Zeichner und Architekt eine Anstellung. | | Somit war der einzige Hagenauer, der Salzburg je verlassen hatte und auch wieder (in der Zeit von Salzburgs Krisenjahren) dorthin zurückkehren sollte, der bereits erwähnte hochfürstliche Architekt Johann Georg (III.) von Hagenauer. Johann Georg war nach seiner Ausbildung bei seinem Bruder Wolfgang in Salzburg an die Wiener Akademie gegangen, und studierte dort Architektur. Während seinem Studium in Wien realisierte er bereits sein erster Bau [[1773]] für seinen Freund und späteren Mäzen, den Gurker Bischof Joseph Franz Anton Graf von Auersperg. Nach Beendigung seines Studiums erhielt Hagenauer unter Fürsterzbischof Graf Schrattenbach in Salzburg als Zeichner und Architekt eine Anstellung. |
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| − | [[1777]] verließ Johann Georg nach einer Auseinandersetzung mit dem neuen Fürsterzbischof Colloredo Salzburg. Danach war er für Bischof Auersperg als Baudirektor im "Eigenbistum" [[Gurk]] und ab [[1783]] im Fürstbistum [[Passau]] tätig. Im Jahr [[1786]] wurde dem Hochwohlgeborenen Johann Georg III., wirklicher [[Salzburger Hofkammer|Hofkammerrat]]h, hochfürstlichen Baudirektor und Architekt, sein Adelsstand von Fürstbischof Kardinal Joseph Franz Anton von Auersperg in Passau bestätigt. Im selben Jahr hatte Johann Georg (III.) Karoline Freiin de La Marre (Tochter des k.k. Hauptmanns Anton Freiherrn von La Marre und der Karoline Barbara von Altmannshofen) im Passauer Dom geheiratet. Die La Marre (de La-Marre) waren eine alte adelige Militärfamilie, die diese Tradition bis ins 19. Jahrhundert fortsetzen sollten. Bereits der Urgroßvater Philipp de La Marre stand in österreichisch-habsburgischen Diensten im Heer von Prinz Eugen von Savoyen (1691 Major, 1704 Obristlieutenant - Obrist, 1708 Generalwachtmeister, 1716 Feldmarschall-Leutnant). | + | [[1777]] verließ Johann Georg nach einer Auseinandersetzung mit dem neuen Fürsterzbischof Colloredo Salzburg. Danach war er für Bischof Auersperg als Baudirektor im "Eigenbistum" [[Gurk]] und ab [[1783]] im Fürstbistum [[Passau]] tätig. Im Jahr [[1786]] wurde dem Hochwohlgeborenen Johann Georg III., wirklicher [[Salzburger Hofkammer|Hofkammerrat]]h, hochfürstlichen Baudirektor und Architekt, sein Adelsstand von Fürstbischof Kardinal Joseph Franz Anton von Auersperg in Passau bestätigt. Im selben Jahr hatte Johann Georg (III.) Karoline Freiin de La Marre (Tochter des k.k. Hauptmanns Anton Freiherrn von La Marre und der Karoline Barbara von Altmannshofen) im Passauer Dom geheiratet. Die La Marre (de La-Marre) waren eine alte adelige Militärfamilie, die diese Tradition bis ins 19. Jahrhundert fortsetzen sollten. Bereits der Urgroßvater Philipp de La Marre stand in österreichisch-habsburgischen Diensten im Heer von Prinz Eugen von Savoyen (1691 Major, 1704 Obristlieutenant-Obrist, 1708 Generalwachtmeister, 1716 Feldmarschall-Leutnant). |
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| | [[1803]], nachdem das Hochstift Passau aufgelöst wurde, kehrte Johann Georg III. mit seinem erst 14jährigen inzwischen mutterlosen Sohn Franz de Paula II. nach Salzburg zurück, wo der Architekt nun als kaiserlicher Rat und Baudirektor tätig war. Laut einer zeitgenössischen Beschreibung residierte der sehr vermögende Bau-Director mit seiner Dienerschaft in einem "palastartigen Gebäude". Dies war der bereits im Jahr [[1787]] erworbene [[Gurkerhof]], den Johann Georg nach seiner Rückkehr nach Salzburg umgebaut hatte und bewohnte. Das Erdgeschoss des Gurkerhofes hatte er von 1810 bis 1816 an den Regierungsdirektor des Salzachkreises, Ritter [[Arnold von Mieg]], vermietet (salzb. Adressbuch von 1813). Johann Georg III. verbrachte die Jahre nach seiner Pensionierung [[1819]] mit kleineren architektonischen Aufträgen (wie dem Umbau des [[Schloss Mirabell|Schlosses Mirabell]] nach dem Brand), vor allem aber mit Zeichnen und Malerei. Er starb 87-jährig in Salzburg im Jahr [[1835]] und wurde von seinem inzwischen in Linz lebenden Sohn Franz de Paula (II.) in der Salzburger Familiengruft (Nr. LII.) begraben. | | [[1803]], nachdem das Hochstift Passau aufgelöst wurde, kehrte Johann Georg III. mit seinem erst 14jährigen inzwischen mutterlosen Sohn Franz de Paula II. nach Salzburg zurück, wo der Architekt nun als kaiserlicher Rat und Baudirektor tätig war. Laut einer zeitgenössischen Beschreibung residierte der sehr vermögende Bau-Director mit seiner Dienerschaft in einem "palastartigen Gebäude". Dies war der bereits im Jahr [[1787]] erworbene [[Gurkerhof]], den Johann Georg nach seiner Rückkehr nach Salzburg umgebaut hatte und bewohnte. Das Erdgeschoss des Gurkerhofes hatte er von 1810 bis 1816 an den Regierungsdirektor des Salzachkreises, Ritter [[Arnold von Mieg]], vermietet (salzb. Adressbuch von 1813). Johann Georg III. verbrachte die Jahre nach seiner Pensionierung [[1819]] mit kleineren architektonischen Aufträgen (wie dem Umbau des [[Schloss Mirabell|Schlosses Mirabell]] nach dem Brand), vor allem aber mit Zeichnen und Malerei. Er starb 87-jährig in Salzburg im Jahr [[1835]] und wurde von seinem inzwischen in Linz lebenden Sohn Franz de Paula (II.) in der Salzburger Familiengruft (Nr. LII.) begraben. |