Änderungen

524 Bytes hinzugefügt ,  07:27, 28. Mai 2010
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 4: Zeile 4:     
==Biographischer Hintergrund==
 
==Biographischer Hintergrund==
In Regensburg gab es das Kloster St. Jakob, dessen Mönche ursprünglich irische, später schottische Benediktiner waren. Ein wichtiger Abt war Ninian Winzent, Beichtvater der schottischen Königin Maria Stuart, unter dem das Kloster ab 1577 einen Aufschwung erlebte. Unter Abt Placidus Fleming (1672–1720) wurde es eine Bildungsstätte für junge Schotten, aus der Wissenschaftler wie eben Bernard Stuart hervorgingen. Weitere Anliegen, das jedoch nicht weit gediehen, waren die Rekatholisierung Schottlands und die Wiedereinsetzung der von den englischen Protestanten entthronten Stuart-Dynastie.<ref> Wikipedia-Artikel ''„St. Jakob (Regensburg)“''</ref><ref name= "Fischer" > Fischer aaO.</ref>
+
In Regensburg gab es das Kloster St. Jakob, dessen Mönche ursprünglich irische, später schottische Benediktiner waren. Ein wichtiger Abt war Ninian Winzent, Beichtvater der schottischen Königin Maria Stuart, unter dem das Kloster ab 1577 einen Aufschwung erlebte. Unter Abt Placidus Fleming (1672–1720) wurde es eine Bildungsstätte für junge Schotten, aus der Wissenschaftler wie eben Bernard Stuart hervorgingen. Weitere Anliegen, die jedoch nicht weit gediehen, waren die Rekatholisierung Schottlands und die Wiedereinsetzung der von den englischen Protestanten entthronten Stuart-Dynastie.<ref> Wikipedia-Artikel ''„St. Jakob (Regensburg)“''</ref><ref name= "Fischer" > Fischer aaO.</ref>
    
St. Jakob gehörte zu jener süddeutschen Kongregation von Benediktinerklöstern, die sich zur Erhaltung und Dotierung der Salzburger Benediktineruniversität zusammengefunden hatte.<ref name= "Fischer"/>
 
St. Jakob gehörte zu jener süddeutschen Kongregation von Benediktinerklöstern, die sich zur Erhaltung und Dotierung der Salzburger Benediktineruniversität zusammengefunden hatte.<ref name= "Fischer"/>
Zeile 16: Zeile 16:  
Zunächst wirkte er als Kaplan des [[Stift Nonnberg|Frauenstiftes Nonnberg]].<ref name= "Thieme/Becker" > Thieme/Becker/Vollmer aaO.</ref> Daneben vervollkommnete er an der Universität seine Kenntnisse des kanonischen Rechts.<ref name= "Fischer"/> 1733 wurde er zum Professor der Mathematik an der Universität berufen – ein Amt, das er bis 1741 bekleidete.
 
Zunächst wirkte er als Kaplan des [[Stift Nonnberg|Frauenstiftes Nonnberg]].<ref name= "Thieme/Becker" > Thieme/Becker/Vollmer aaO.</ref> Daneben vervollkommnete er an der Universität seine Kenntnisse des kanonischen Rechts.<ref name= "Fischer"/> 1733 wurde er zum Professor der Mathematik an der Universität berufen – ein Amt, das er bis 1741 bekleidete.
   −
Währenddessen übertrug ihm Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] eine Reihe weiterer bedeutender Ämter und Aufgaben. Schon am Bau des – 1732 vollendeten – Schlosses Kleßheim hatte P.&nbsp;Stuart Anteil.<ref name= "Thieme/Becker"/> Der Fürsterzbischof machte ihn zum geistlichen Rat<ref name= "Fischer"/> und 1736 zum Hofbaumeister<ref name= "Thieme/Becker"/>. Dabei oblagen ihm zwischen 1736 und 1740 die Entwässerung eines Moores<ref>Es wird sich wohl um einen Teil des [[Leopoldskroner Moor]]es, damals noch „Wildmoos“ genannt, gehandelt haben.</ref> und die Planerstellung und Bauleitung für Schloss Leopoldskron<ref>Thieme-Becker (aaO) führen dazu an, der ausführende Baumeister Joh. Kleber habe später in einem Prozess dem „Baudirector“ P.&nbsp;Stuart die Entwurfleistung streitig gemacht.</ref><ref name= "Fischer"/><ref name= "Thieme/Becker"/> sowie ungefähr gleichzeitig Entwurf und Bauleitung der [[Schwarzach#Pfarrkirche|Missionskirche Schwarzach]]<ref name= "Fischer"/>.
+
Währenddessen übertrug ihm Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] eine Reihe weiterer bedeutender Ämter und Aufgaben. Schon am Bau des – 1732 vollendeten – Schlosses Kleßheim hatte P.&nbsp;Stuart Anteil.<ref name= "Thieme/Becker"/> Der Fürsterzbischof machte ihn zum geistlichen Rat<ref name= "Fischer"/> und 1736 zum Hofbaumeister<ref name= "Thieme/Becker"/>. Dabei oblagen ihm zwischen 1736 und 1740 die Entwässerung eines Moores<ref>Es wird sich wohl um einen Teil des [[Leopoldskroner Moor]]es, damals noch „Wildmoos“ genannt, gehandelt haben.</ref> und die Planerstellung und Bauleitung für Schloss Leopoldskron<ref>Thieme-Becker (aaO) führen dazu an, der ausführende Baumeister Joh. Kleber habe später in einem Prozess dem „Baudirector“ P.&nbsp;Stuart die Entwurfleistung streitig gemacht.</ref><ref name= "Fischer"/><ref name= "Thieme/Becker"/> sowie ungefähr gleichzeitig Entwurf und Bauleitung der [[Schwarzach#Pfarrkirche|Missionskirche Schwarzach]]<ref name= "Fischer"/>. http://gis.stadt-salzburg.at/citymap/cm_data.asp?what=search&ns_sel_search4=address&nsa_txt_street=Bernhard-Stuart-Stra%DFe&nsa_txt_hnr=&nsa_btn_submit=Adresse+anzeigen<ref>[http://gis.stadt-salzburg.at/citymap/cm_data.asp?what=search&ns_sel_search4=address&nsa_txt_street=Bernhard-Stuart-Stra%DFe&nsa_txt_hnr=&nsa_btn_submit=Adresse+anzeigen ''Info zu 'Bernhard-Stuart-Straße' ''] auf gis.stadt-salzburg.at.</ref>
    
Er entwarf weiters u.a. das Hochaltarprogramm für die Salzburger [[Kollegienkirche]].<ref>Hubert Hosch, [http://www.freieskunstforum.de/hosch_1990_spiegler.pdf ''Zum Phänomen Franz Joseph Spiegler (1691-1757) anläßlich der 300.&nbsp;Wiederkehr seines Geburtstages.'' Typoskript, Tübingen 1990, S.&nbsp;70,] unter Verweisung auf Thieme/Becker (aaO) bzw. Hans Dieter Ingenhoff, ''Die Münsterkirche in Zwiefalten – Beobachtungen am barocken Gesamtkunstwerk'', in: Pantheon&nbsp;40, 1982, S.&nbsp;201-210 (210 Anm.&nbsp;10) [Diese Angabe erscheint insofern als überprüfungswürdig, da sie durch Thieme/Becker (aaO) nicht gestützt wird und Ingenhoffs Artikel ein anderes Thema hat].</ref>
 
Er entwarf weiters u.a. das Hochaltarprogramm für die Salzburger [[Kollegienkirche]].<ref>Hubert Hosch, [http://www.freieskunstforum.de/hosch_1990_spiegler.pdf ''Zum Phänomen Franz Joseph Spiegler (1691-1757) anläßlich der 300.&nbsp;Wiederkehr seines Geburtstages.'' Typoskript, Tübingen 1990, S.&nbsp;70,] unter Verweisung auf Thieme/Becker (aaO) bzw. Hans Dieter Ingenhoff, ''Die Münsterkirche in Zwiefalten – Beobachtungen am barocken Gesamtkunstwerk'', in: Pantheon&nbsp;40, 1982, S.&nbsp;201-210 (210 Anm.&nbsp;10) [Diese Angabe erscheint insofern als überprüfungswürdig, da sie durch Thieme/Becker (aaO) nicht gestützt wird und Ingenhoffs Artikel ein anderes Thema hat].</ref>
Zeile 23: Zeile 23:     
===Schwaben===
 
===Schwaben===
Sein Abschied von Salzburg kündigte sich 1738/39 durch eine Reise nach dem [[Bayern#Schwaben|schwäbischen]] Augsburg an, wo er den Entwurf zu einem Theaterbau des Jesuitenkollegs Augsburg (1739) erstellte.<ref name= "Thieme/Becker"/><ref name= "Fischer"/> 1741 übernahm er die Begutachtung des Neubaus der Benediktinerstiftskirche Zwiefalten<ref>Vgl. den Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Zwiefalten ''„Kloster_Zwiefalten“''].</ref> in Oberschwaben. Nach einem Besuch, den er 1742 seinem Bruder – der als General in russischen Diensten stand – in St.&nbsp;Petersburg abstattete, erkor ihn die Stadt Augsburg zu ihrem ''„director aedilitiae“'' (Stadtbaumeister) mit einem Gehalt von 1800&nbsp;[[Gulden]]<ref name= "Fischer"/>. Zu ihrem Schutz ließ er am Lech eine starke Uferbefestigung errichten, was ihm die Stadt mit einem goldenen Pokal dankte.<ref name= "Fischer"/> Der Wiener Kaiserhof beschäftigte ihn als Inspekteur schwäbischer Festungen.<ref name= "Fischer"/>.
+
Sein Abschied von Salzburg kündigte sich 1738/39 durch eine Reise nach dem [[Bayern#Schwaben|schwäbischen]] Augsburg an, wo er den Entwurf zu einem Theaterbau des Jesuitenkollegs Augsburg (1739) erstellte.<ref name= "Thieme/Becker"/><ref name= "Fischer"/> 1741 übernahm er die Begutachtung des Neubaus der Benediktinerstiftskirche Zwiefalten<ref>Vgl. den Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Zwiefalten ''„Kloster_Zwiefalten“''].</ref> in Oberschwaben. Nach einem Besuch, den er 1742 seinem Bruder – der als General in russischen Diensten stand – in St.&nbsp;Petersburg abstattete, erkor ihn die Stadt Augsburg zu ihrem ''„director aedilitiae“'' (Stadtbaumeister) mit einem Gehalt von 1800&nbsp;[[Gulden]]<ref name= "Fischer"/>. Zu ihrem Schutz ließ er am Lech eine starke Uferbefestigung errichten, was ihm die Stadt mit einem goldenen Pokal dankte.<ref name= "Fischer"/> Der Wiener Kaiserhof beschäftigte ihn als Inspekteur schwäbischer Festungen<ref name= "Fischer"/>.
    
===Abt in Regensburg===
 
===Abt in Regensburg===
Zeile 38: Zeile 38:  
:''„Er war ein Mann von großer naturgegebener Begabung, aber von wenig edlem oder liebenswürdigem Charakter.''
 
:''„Er war ein Mann von großer naturgegebener Begabung, aber von wenig edlem oder liebenswürdigem Charakter.''
 
:''Herausragend auf Wissensgebieten, die weit entfernt waren von den Erfordernissen seines Amtes, entfernte er sich sehr häufig von Regensburg.“''<ref>''„He was a man of great natural gifts, but of a character little noble or loveable. Excelling in provinces of learning far removed from the requirements of his office, he very frequently absented himself from Ratisbon.“''</ref>
 
:''Herausragend auf Wissensgebieten, die weit entfernt waren von den Erfordernissen seines Amtes, entfernte er sich sehr häufig von Regensburg.“''<ref>''„He was a man of great natural gifts, but of a character little noble or loveable. Excelling in provinces of learning far removed from the requirements of his office, he very frequently absented himself from Ratisbon.“''</ref>
 +
 +
==Straßenbenennung==
 +
 +
Nach P. Stuart ist in Salzburg-Leopoldskron die [[Bernhard-Stuart-Straße]] benannt.
    
==Quellen==
 
==Quellen==