| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| | + | [[Datei:Bundesrepublik_Deutschland_Karte.jpg|thumb|Karte der Bundesrepublik Deutschland mit Lage des Freistaats Bayern]] |
| | Der '''Freistaat Bayern''' ist das flächengrößte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. | | Der '''Freistaat Bayern''' ist das flächengrößte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. |
| | | | |
| Zeile 21: |
Zeile 22: |
| | Evangelische Landes- und Freikirche: 24,1 %<ref> Größere geschlossene evangelische Gebiete befinden sich hauptsächlich in Mittelfranken (ehemaliges Fürstentum Ansbach), daneben in Oberfranken (ehemaliges Fürstentum Bayreuth).</ref> <br> | | Evangelische Landes- und Freikirche: 24,1 %<ref> Größere geschlossene evangelische Gebiete befinden sich hauptsächlich in Mittelfranken (ehemaliges Fürstentum Ansbach), daneben in Oberfranken (ehemaliges Fürstentum Bayreuth).</ref> <br> |
| | Andere Religionsgesellschaften: 3,6 %<br> | | Andere Religionsgesellschaften: 3,6 %<br> |
| − | | + | [[Datei:Bayern-Regierungsbezirke.png|thumb|Die sieben Bezirke (Regierungsbezirke) Bayerns]] |
| − | [[Datei:Bayern-Regierungsbezirke.png|thumb|280px|Die sieben Bezirke (Regierungsbezirke) Bayerns]]
| + | [[Datei: Süddeutschland 1789.png|thumb|Süddeutschland (Schwaben, Franken, Baiern) 1789]] |
| − | [[Datei: Süddeutschland 1789.png|thumb|400px|Süddeutschland (Schwaben, Franken, Baiern) 1789]] | |
| | ==Territoriale Gliederung== | | ==Territoriale Gliederung== |
| | Das Herzogtum, seit 1623 Kurfürstentum, seit 1803 Königreich Bayern erzielte in der napoleonischen Zeit einen erheblichen Gebietszuwachs. Die hinzugewonnenen Landesteile heißen (bayrisches) ''Schwaben'' und ''Franken''. | | Das Herzogtum, seit 1623 Kurfürstentum, seit 1803 Königreich Bayern erzielte in der napoleonischen Zeit einen erheblichen Gebietszuwachs. Die hinzugewonnenen Landesteile heißen (bayrisches) ''Schwaben'' und ''Franken''. |
| | + | |
| | ===Landesteile und Regierungsbezirke=== | | ===Landesteile und Regierungsbezirke=== |
| | In administrativer Hinsicht ist Bayern in sieben Regierungsbezirke gegliedert, die sich sich auf die drei historischen '''Landesteile'''wie folgt aufteilen: | | In administrativer Hinsicht ist Bayern in sieben Regierungsbezirke gegliedert, die sich sich auf die drei historischen '''Landesteile'''wie folgt aufteilen: |
| Zeile 41: |
Zeile 42: |
| | Den Buchstaben „y“ im Wort „Bayern“ – anstelle von „i“ – verordnete der bayrische König Ludwig I. im Jahr 1825; seither beziehen sich die Bezeichnungen „Bayern“ und „bayrisch“ auf den Staat bzw. das Bundesland Bayern, „bairisch“ zB auf den bairischen Volksstamm und vor allem auf seine in Altbayern und Österreich vorherrschenden Dialekte.<ref>Einen kleinen Einblick in die bairisch-österreichische Dialektgeographie, in der die Staatsgrenze kaum eine Rolle spielt, gewährt u.a. der Artikel „[[Salzburger Dialekte]]“</ref> | | Den Buchstaben „y“ im Wort „Bayern“ – anstelle von „i“ – verordnete der bayrische König Ludwig I. im Jahr 1825; seither beziehen sich die Bezeichnungen „Bayern“ und „bayrisch“ auf den Staat bzw. das Bundesland Bayern, „bairisch“ zB auf den bairischen Volksstamm und vor allem auf seine in Altbayern und Österreich vorherrschenden Dialekte.<ref>Einen kleinen Einblick in die bairisch-österreichische Dialektgeographie, in der die Staatsgrenze kaum eine Rolle spielt, gewährt u.a. der Artikel „[[Salzburger Dialekte]]“</ref> |
| | | | |
| − | Die Grenzen der genannten drei Landesteile, und damit auch die Siedlungsgrenzen dreier wohlunterscheidbarer Volksgruppen, stimmen wiederum im Wesentlichen mit den Grenzen der drei mittelalterlichen Stammesherzogtümer Baiern, Schwaben und Franken überein; diese Stammesherzogtümer wiesen ihre reinste Form im [[10. Jahrhundert]] auf, hatten aber viel ältere Wurzeln, und ihre Grenzen existieren, nicht nur im Freistaat Bayern, noch heute. Es lohnt sich daher, kurz einen Bogen vom 10. zum 21. Jahrhundert zu spannen: | + | Die Grenzen der genannten drei Landesteile, und damit auch die Siedlungsgrenzen dreier wohl unterscheidbarer Volksgruppen, stimmen wiederum im Wesentlichen mit den Grenzen der drei mittelalterlichen Stammesherzogtümer Baiern, Schwaben und Franken überein; diese Stammesherzogtümer wiesen ihre reinste Form im [[10. Jahrhundert]] auf, hatten aber viel ältere Wurzeln, und ihre Grenzen existieren, nicht nur im Freistaat Bayern, noch heute. Es lohnt sich daher, kurz einen Bogen vom 10. zum 21. Jahrhundert zu spannen: |
| | | | |
| | ===Altbayern=== | | ===Altbayern=== |
| Zeile 62: |
Zeile 63: |
| | Dieses ist wiederum (historisch eher zufällig) weitgehend deckungsgleich mit dem Fränkischen Reichskreis, wie er von 1500 bis 1806 bestand. Der Fränkische Reichskreis war weitgehend deckungsgleich mit der Osthälfte des deutschen Stammesherzogtums Franken (also mit Ostfranken; Westfranken umfasste hauptsächlich das heutige Hessen und die heutige Pfalz). | | Dieses ist wiederum (historisch eher zufällig) weitgehend deckungsgleich mit dem Fränkischen Reichskreis, wie er von 1500 bis 1806 bestand. Der Fränkische Reichskreis war weitgehend deckungsgleich mit der Osthälfte des deutschen Stammesherzogtums Franken (also mit Ostfranken; Westfranken umfasste hauptsächlich das heutige Hessen und die heutige Pfalz). |
| | | | |
| − | Daher tragen Teile des Bundeslandes Baden-Württemberg noch heute Bezeichnungen wie „Region Heilbronn-Franken“ oder „Badisches Franken“, die Dialekte dieser Gebiete sind größerenteils „südfränkische“. | + | Daher tragen Teile des Bundeslandes Baden-Württemberg noch heute Bezeichnungen wie „Region Heilbronn-Franken“ oder „Badisches Franken“, die Dialekte dieser Gebiete sind größtenteils „südfränkische“. |
| | | | |
| | Der Stamm der Franken bewohnte aber auch noch das sehr große Stammesherzogtum Lothringen, in dem einesteils eben die Franken, anderenteils Sprecher des Altfranzösischen (heute: Franzosen [„Franzose“ ist eine Ableitung von „Franke“] und Wallonen) lebten. Noch älter ist die Untergliederung des Stammes (oder Volkes) der Franken in die Salischen Franken und die Uferfranken (oder Ripuarier, von Lateinisch ''Ripa''=Ufer). Heutzutage leben diese historischen Verhältnisse hauptsächlich noch in dialektgeographischen Einteilungen fort, wenn Pfälzisch und Hessisch als ''rheinfränkische'' Dialekte, Köl[ni]sch als nordmittel''fränkisch''er oder ripuarischer Dialekt, andere westdeutsche und [[Niederlande|niederländische]] Dialekte als ''Moselfränkisch'' oder ''niederfränkische'' (zu denen das Flämische gerechnet wird) klassifiziert werden. | | Der Stamm der Franken bewohnte aber auch noch das sehr große Stammesherzogtum Lothringen, in dem einesteils eben die Franken, anderenteils Sprecher des Altfranzösischen (heute: Franzosen [„Franzose“ ist eine Ableitung von „Franke“] und Wallonen) lebten. Noch älter ist die Untergliederung des Stammes (oder Volkes) der Franken in die Salischen Franken und die Uferfranken (oder Ripuarier, von Lateinisch ''Ripa''=Ufer). Heutzutage leben diese historischen Verhältnisse hauptsächlich noch in dialektgeographischen Einteilungen fort, wenn Pfälzisch und Hessisch als ''rheinfränkische'' Dialekte, Köl[ni]sch als nordmittel''fränkisch''er oder ripuarischer Dialekt, andere westdeutsche und [[Niederlande|niederländische]] Dialekte als ''Moselfränkisch'' oder ''niederfränkische'' (zu denen das Flämische gerechnet wird) klassifiziert werden. |
| | | | |
| − | Salzburg-Bezüge haben insbesondere | + | ===Salzburg-Bezüge haben insbesondere=== |
| | * Nürnberg als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands | | * Nürnberg als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands |
| | * Würzburg, 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des [[Ferdinand III.|Erzherzog Ferdinands]], der zuvor (1803-1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war. | | * Würzburg, 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des [[Ferdinand III.|Erzherzog Ferdinands]], der zuvor (1803-1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war. |
| Zeile 78: |
Zeile 79: |
| | * Karl Valentin (* [[4. Juni]] [[1882]] in München; † [[9. Februar]] [[1948]] in Planegg bei München), hieß eigentlich Valentin Ludwig Fey und war ein bayerischer Komiker, Kabarettist, Autor und Filmproduzent | | * Karl Valentin (* [[4. Juni]] [[1882]] in München; † [[9. Februar]] [[1948]] in Planegg bei München), hieß eigentlich Valentin Ludwig Fey und war ein bayerischer Komiker, Kabarettist, Autor und Filmproduzent |
| | * Sophie Scholl (* [[1921]] in Forchtenberg, † [[1943]]), Studentin, als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ von den [[Nationalsozialisten]] hingerichtet | | * Sophie Scholl (* [[1921]] in Forchtenberg, † [[1943]]), Studentin, als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ von den [[Nationalsozialisten]] hingerichtet |
| | + | |
| | ====Franken==== | | ====Franken==== |
| | * Walther von der Vogelweide († [[1230]] in Würzburg), Dichter und Minnesänger | | * Walther von der Vogelweide († [[1230]] in Würzburg), Dichter und Minnesänger |
| Zeile 96: |
Zeile 98: |
| | Die Besitzergreifung durch den bayerischen König Maximilian I. Joseph wurde [[1810]] in Salzburg freudig begrüßt. Kronprinz Ludwig, der spätere König [[Ludwig I. von Bayern]], residierte als Generalgouverneur des Inn- und [[Salzachkreis]]es im [[Schloss Mirabell]], wo sein Sohn Otto, der spätere König von Griechenland, geboren wurde. Seine jünger Schwester [[Karoline Auguste von Bayern]] sollte noch eine große Wohltäterin für Salzburg werden. | | Die Besitzergreifung durch den bayerischen König Maximilian I. Joseph wurde [[1810]] in Salzburg freudig begrüßt. Kronprinz Ludwig, der spätere König [[Ludwig I. von Bayern]], residierte als Generalgouverneur des Inn- und [[Salzachkreis]]es im [[Schloss Mirabell]], wo sein Sohn Otto, der spätere König von Griechenland, geboren wurde. Seine jünger Schwester [[Karoline Auguste von Bayern]] sollte noch eine große Wohltäterin für Salzburg werden. |
| | | | |
| − | Als sich nach den Vereinbarungen von Ried ([[1813]]) für Bayern der Verlust Salzburgs abzeichnete, trachtete die Regierung noch rasch so viel wie möglich aus dem Land herauszupressen. Öffentliche Gebäude wurden verschleudert und wertvolle Liegenschaften wie die [[Hofbräu Kaltenhausen|Hofbrauerei in Kaltenhausen]] und die [[Marmor]]steinbrüche am [[Untersberg]], teilweise durch vordatierte Urkunden, in den Besitz der Wittelsbacher übertragen. Die Epoche der bayerischen Herrschaft hinterließ deshalb trotz ihres hoffnungsvollen Beginns in Salzburg einen bitteren Nachgeschmack. Mit dem [[Rupertiwinkel]] am linken Ufer der [[Salzach]] musste überdies das wirtschaftlich wertvollste Gebiet an Bayern abgetreten werden. | + | Als sich nach den Vereinbarungen von Ried ([[1813]]) für Bayern der Verlust Salzburgs abzeichnete, trachtete die Regierung noch rasch so viel wie möglich aus dem Land heraus zu pressen. Öffentliche Gebäude wurden verschleudert und wertvolle Liegenschaften wie die [[Hofbräu Kaltenhausen|Hofbrauerei in Kaltenhausen]] und die [[Marmor]]steinbrüche am [[Untersberg]], teilweise durch vordatierte Urkunden, in den Besitz der Wittelsbacher übertragen. Die Epoche der bayerischen Herrschaft hinterließ deshalb trotz ihres hoffnungsvollen Beginns in Salzburg einen bitteren Nachgeschmack. Mit dem [[Rupertiwinkel]] am linken Ufer der [[Salzach]] musste überdies das wirtschaftlich wertvollste Gebiet an Bayern abgetreten werden. |
| | | | |
| | Die [[Salinenkonvention]] von [[1829]] zwischen dem Königreich Bayern und dem Kaisertum Österreich gilt als der älteste noch geltende Staatsvertrag Europas. Sie wurde am [[18. März]] [[1829]] unterzeichnet und regelt die Holznutzungsrechte der [[Saline Reichenhall]] im Salzburger Gebiet des [[Saalachtal]]es und [[Untersberg]]es. | | Die [[Salinenkonvention]] von [[1829]] zwischen dem Königreich Bayern und dem Kaisertum Österreich gilt als der älteste noch geltende Staatsvertrag Europas. Sie wurde am [[18. März]] [[1829]] unterzeichnet und regelt die Holznutzungsrechte der [[Saline Reichenhall]] im Salzburger Gebiet des [[Saalachtal]]es und [[Untersberg]]es. |
| | | | |
| | König Ludwig III. (* 1845, † 1921, regierte von 1912/13 bis 1918) war angesichts der Revolution in Bayern nach [[Schloss Anif]] bei Salzburg geflüchtet. Dort entband er am [[12. November]] [[1918]] die bayerischen Beamten, Offiziere und Soldaten vom dem auf ihn geleisteten Treueeid und ließ am [[13. November]] die [[Anifer Erklärung]] durch die neue bayerische Regierung veröffentlichen. | | König Ludwig III. (* 1845, † 1921, regierte von 1912/13 bis 1918) war angesichts der Revolution in Bayern nach [[Schloss Anif]] bei Salzburg geflüchtet. Dort entband er am [[12. November]] [[1918]] die bayerischen Beamten, Offiziere und Soldaten vom dem auf ihn geleisteten Treueeid und ließ am [[13. November]] die [[Anifer Erklärung]] durch die neue bayerische Regierung veröffentlichen. |
| | + | |
| | + | Passau, das Teil der [[Salzburger Kirchenprovinz]] war. |
| | | | |
| | ==Weblinks== | | ==Weblinks== |
| | * [http://www.bayern.de www.bayern.de] | | * [http://www.bayern.de www.bayern.de] |
| | + | |
| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * einschlägige Wikipedia-Artikel, zB | | * einschlägige Wikipedia-Artikel, zB |
| Zeile 117: |
Zeile 122: |
| | * einschlägige Salzburgwiki-Artikel | | * einschlägige Salzburgwiki-Artikel |
| | {{Homepage|http://www.bayern.de}} | | {{Homepage|http://www.bayern.de}} |
| − | | + | ==Siehe auch== |
| | + | * [[Bajuwaren]] |
| | ==Fußnoten== | | ==Fußnoten== |
| | <references/> | | <references/> |