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, 20:30, 13. Mai 2010
'''Der Felberturm ist der ehemalige einfache Wohnturm der Freien von Felben''' im Weiler Felben in Mittersill.
==Lage==
Der Felberturm im Weiler Felben in [[Mittersill]] steht nahe dem Eingang zum [[Felbertal]] und zwar mitten in der Ebene ohne nennenswerte Erhebung unter seinen Mauern. Nach [[Josef Lahnsteiner]] ist er der älteste Bau des Oberpinzgaus.
Es wird angenommen, dass die unmittelbar neben dem Turm befindliche [[Felberkirche]] die Eigenkirche der Felber war. Das Adelsgeschlecht derer von Felben (auch Velben geschrieben) ist urkundlich seit [[1150]] belegt.
==Beschreibung==
Der Felberturm ist ein viereckiger mehrgeschossiger Wohnturm, der aus Natursteinen, wie Bachsteine, Schiefer und Gneis, errichtet wurde. An den Ecken wurden massive Quadersteine verwendet. Ausgenommen an der Ostseite zeigt der Felberturm bis hoch hinauf eine Mauerschichtung im Fischgrätmuster. Bei dieser Technik werden die Mauersteine schräg aufgestellt und mit zementartigem Mörtel, der einen hohen Härtegrad erreicht und damit sehr witterungsbeständig ist, fixiert. Der ehemalige Eingang des Turmes lag nicht am Erdboden sondern hoch darüber. Er konnte nur mit einer einziehbaren Leiter erreicht werden. Die Geschosse ruhten auf Balkendecken. Die Trambalken sind sehr stark und liegen im Abstand von 30 cm. Die Wohnräume, erkennbar an den größeren Fensters, lagen erst im dritten und vierten Geschoß. Es finden sich keine gemauerten Kamine. Möglicherweise waren die damals verwendeten Kamine wie in alten Rauchhäusern aus Holz. In den unteren Geschossen befanden sich keine Fenster sondern nur schmale Lichtschlitze.
==Besitzverhältnisse==
Man nimmt an, dass der Felberturm um 1150 von den Herren von Felben errichtet wurde. Seit ca. [[1289]] gehörte der Turm der älteren Linie der Felber. Diese starb mit Heinrich von Felben im Jahr [[1369]] aus. Seine Frau, die Witwe Dorothea, erbte nach ihm den Felberturm. Sie starb [[1425]] kinderlos und ihrem Tod folgten längere Erbstreitigkeiten, die damit endeten, dass der Turm [[1442]] an den Erzbischof zurück fiel. Dieser verlieh ihn nachfolgend an verdiente Hofbeamte. Seit [[1480]] war aber auch der landesfürstliche Getreidekasten untergebracht. Jene Bauern, die ein erzbischöfliches Lehen inne hatten, mussten ihren Zehent und Naturaldienst im Felberturm abliefern. Der Turm wurde daher auch Felberkasten genannt.
Der Turm wurde
* [[1454]] an Georg Fröschl, Salzsieder in Reichenhall, verliehen,
* [[1469]] an den Hofmarschall Christoph Trauner,
* [[1508]] an den Silberkämmerer Sebastian Silberbeck,
* [[1539]] an Georg Kopeindl,
* [[1598]] an Kammerdiener Mattheus Janschitz,
* [[1614]] an Hofumgelder Kellmüller,
* [[1647]] an Vizekanzler Dr. [[Volpert Motzel]], und zwar als Erbgut (erbliches Ritterlehen) für seine Familie. Nach dem Aussterben der Motzel wurde der Turm [[1812]] von der bayrischen Regierung versteigert und kam zum Felbermeilingergut, ein bedeutendes Bauerngut in Mittersill. In den Jahren [[1813]] und [[1814]] wurden im Turm Passionsspiele aufgeführt.
==Verfall und Sicherung==
Von etwa [[1850]] an bis [[1964]]war der Felberturm eine dachlose Ruine. [[1964]] lie0 die Gemeinde Mittersill mit Hilfe des Bundesdenkmalamtes ein neues Dach aufsetzen, wodurch der Bestand dieses bedeutenden historischen Gebäudes gerettet werden konnte. Da die Felber die obersten Beamten des Landes waren und in Streitfällen als geschickte Schlichter galten , haben sich um und im Felberturm Begegnungen regierender Fürsten mit über Salzburg hinausgehender geschichtlicher Relevanz abgespielt.
==Felberturmmuseum==
Nach der Aufsetzung des neuen Daches bemühte sich vor allem Walter Dahel um die Einrichtung des Turmes als Museum. Es wurden alte Möbel, Einrichtungsgegenstände und Arbeitsgeräte als Ausstellungsstücke gesammelt. Die Zurverfügungstellung der privaten Mineraliensammlung des Ehepaares Josef und Elise Maier macht aber das Glanzstück des Museums aus. Die Sammlung wurde in über fünf Jahrzehnten zusammengetragen und aufgebaut. Sie dürfte die größte private Sammlung im Land überhaupt sein und enthält Mineralien aus den [[Hohe Tauern]], aus anderen Regionen des [[Salzburger Land]] und aus dem Ausland.
=====Öffnungszeiten=====
Das Museum wird ab Samstag, [[15. Mai]] [[2010]], nach der Winterpause wieder geöffnet und hat im Mai und im Oktober des Jahres an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 13 – 17 Uhr, von Juni bis September von Dienstag bis Freitag von 10 – 17 Uhr, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen auch von 13 – 17 Uhr offen. Montag ist Ruhetag.
=====Sonderausstellungen 2010=====
Neben der Dauerausstellung aus unterschiedlichen Bereichen gibt es im Jahr 2010 drei zusätzliche Ausstellungen:
die Jubiläumsausstellung „15 Jahre mineralogische Funde“,
die Nationalparkausstellung „Tauernwege“ und
„Totgesagte leben länger – 112 Jahre Pinzgauer Lokalbahn“
==Quellen==
* Josef Lahnsteiner, „Oberpinzgau – von [[Krimml]] bis [[Kaprun]]“, S. 461, 2. Auflage, Selbstverlag Hollersbach, 1965
* Bezirksblatt Nr. 19, [[12. Mai]] [[2010]], Lokales, S. 8
[[Kategorie:Museum]]
[[Kategorie:Mittersill]]
[[Kategtorie:Pinzgau]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Mineral]]