Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Seite wurde neu angelegt
{{Dieser Artikel|beschreibt die '''nicht mehr bestehende''' Andräkirche. Über '''die bestehende''' Andräkirche informiert der Artikel [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]].}}
[[Datei:Stadtrichter Martin Reuter.jpg|thumb|Martin Reuter ließ die Andräkirche 1418 errichten. Sein Epitaph ist nunmehr außen an der Südseite der [[Margarethenkapelle]] angebracht.]]{{googlemapsort|5020+Salzburg+Linzergasse_1}}
[[Datei:Tafel am Denkstein-Haus.JPG|thumb|Gedenktafel für St. Andreaskirche in der [[Linzer Gasse]].]]
Die '''Kirche des heiligen Andreas''', die Vorläuferkirche der heutigen [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]], ist eine nicht mehr existierende Kirche in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsseitigen Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]], gelegen an der Straßenecke von [[Linzer Gasse]] und [[Dreifaltigkeitsgasse]].

== Geschichte ==
Als markantes Gebäude ist die Kirche des heiligen Andreas bereits in der [[Schedelsche Weltchronik|ältesten Ansicht der Stadt Salzburg]] um 1460 zu finden. Sie wurde [[1418]] mit Genehmigung des [[Fürsterzbischof]]s [[Eberhard III. von Neuhaus]] durch den Salzburger [[Stadtrichter]] [[Martin Reuter]], seinen Bruder [[Viktor Johann Reuter]], Doktor der Rechte und Johann Kraft, [[Domherr]] und Kustos von St. Stefan in [[Wien]], erbaut. Laut dem erhaltenen Stifterbrief hatte der Stadtrichter Martin Reuter den Auftrag dazu gegeben, der damit dem Wunsch seines bereits verstorbenen Onkels Hans Reuter nachkam: Eine Andreaskirche zu errichten und darin eine sogenannte "ewige Messe" halten zu lassen. Martin Reuters Grabmal selber, mit Stifterbild, wurde später mittig in der Kirche aufgebaut.<ref>Die Grabplatte ist an der Fassade der [[Margarethenkapelle]] erhalten. Vergl.: ''St. Andrä - Salzburg'', hg. von Herbert Berndl, Salzburg 2006 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 459), S. 2f.</ref> Der Fürsterzbischof und das [[Domkapitel]] bestätigten die Stiftung. Die von Meister Georg Bauer errichtete Kirche wurde am [[29. November]] [[1418]] durch [[Engelmar Chrel]], [[Bischof von Chiemsee]] konsekriert und dem heiligen Andreas geweiht.

In der Kirche las ein angestellter Priester täglich eine Messe für die Stifter und deren Angehörige.

[[1588]] installierte Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] darin eine Stadtkaplanei, [[1610]] ließ er die [[Gotik|gotische]] Kirche zu einem [[Renaissance]]bau umgestalten.

Die Kirche stand mit der Apis zur Linzer Gasse und dem Eingang in Richtung des erst später entstandenen [[Sauterbogen]]s, heute das Haus [[Linzer Gasse 1 (Denkstein-Haus)|Linzer Gasse]] 1. Die Kirche hatte ein hohes Pultdach mit einen breiten geschweiften Giebel, darüber ein kleines viereckiges Türmchen. Auf dem Giebel in der Mitte erhob sich ein Kreuz, am Ende eine Vase. Die Eingangstüre war mit [[Marmor]] eingerahmt. Über dem Eingang befanden sich die Statue des heiligen Andreas und darüber ein Uhrschild. Der Innenraum umfasste, etwa 22 Meter im Geviert. Das Deckengemälde stellte in nicht sonderlich künstlerischer Ausführung das Leben des heiligen Andreas dar. Die Kirche hatte fünf Altäre. Am Boden wie an den Seitenwänden befanden sich Grabsteine u. a. die der beiden Reuter. [[1663]] wurde die Kirche durch einen Sturmwind schwer beschädigt und der Glockenturm auf das nächste Haus geschleudert. Im nächstfolgenden Jahr wurde sie wieder hergestellt.

Unter Fürsterzbischof [[Andreas Jakob Graf von Dietrichstein]] war die Kirche erneut baufällig, so ordnete er [[1750]] einen aufwändigen Umbau im [[barock]]en Stil an. Davon kündete die Inschrift<ref>[https://books.google.at/books?id=m3IAAAAAcAAJ&printsec=frontcover#v=onepage&q=Andreas-Kirche&f=false books.google.at] [[Lorenz Hübner]], 1792, I. Band, Seite 332</ref><ref>[https://books.google.at/books?id=OE4QAAAAYAAJ&printsec=frontcover#v=snippet&q=andreas-Kirche&f=false books.google.at] [[Lorenz Hübner]], 1794, I. Band, Seite 110</ref> am neuen Eingangsportal:
: lateinisch:
: "''Sanctus Andreas Christi Apostolus Trecentis Triginta Octo Annis Huius Eccclesiae Patronus - De Novo Instauratum Sub Suavi Fortunatoque regimine Andreae Archiepiscopi Juvaviensis''"
: Übersetzung:
: "''(gewidmet) dem Heiligen Andreas, Apostel Jesu Christi, der im Jahr (dreihundert + dreißig + acht) 338 (starb) und der Schutzheilige für diese Kirche ist − Von Grund auf neu hergestellt unter Kuss sowie Glück- und Segensgabe während der Regierungszeit von [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein|Andreas]] Erzbischof von Salzburg''"

Der Umbau war [[1751]] fertiggestellt.

Als man [[1811]] die [[Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä|Pfarre St. Andrä]] gründete, wurde sie Pfarrkirche. Die in der Nähe stehende [[St. Sebastianskirche]] war stets Filialkirche von St. Andrä gewesen und diente, wenn notwendig, als Ersatzkirche.

Die Kirche wurde [[1818]] beim großen [[Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)|Stadtbrand]], obwohl sie so nahe dem Brandherd im Südflügel des [[Priesterhaus]]es lag, nicht in Mitleidenschaft gezogen. Schwer beschädigt durch den Brand wurde allerdings das Pfarrhaus St. Andrä, das sich anschließend an das [[Gablerbräu|Gablerbräuhaus]] in der Priesterhausgasse befand, bis dahin auch die Volksschule für den rechten Stadtteil beherbergte und dann Anfang der [[1820er]]-Jahre abgebrochen wurde.

Die Kirche des heiligen Andreas diente dann bis [[1860]] der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä als Pfarrkirche für die Stadt am rechten Salzachufer, [[Froschheim]], [[Schallmoos]] und [[Äußerer Stein|Äußeren Stein]]. Weil die Kirche sehr baufällig war, wurde sie von der Behörde gesperrt und die gottesdienstlichen Verrichtungen in die St. Sebastians-Kirche verlegt.

Da die Kirche dem zunehmenden Verkehr im Wege stand wurde das Gotteshaus [[1861]], den Einsprüchen der Bürger zum Trotz, im Auftrag des [[Magistrat Salzburg|Magistrats]] abgetragen, wobei die im westlichen Bereich der Kirche gestandenen Außenmauern in den Bau des heutigen Denkstein-Hauses einbezogen wurden. Am [[25. Oktober]] [[1861]] verkaufte das [[Konsistorium der Erzdiözese Salzburg]], für die Verwaltung der Stiftung als deren Eigentümerin zuständig, den Platz mit Einverständnis des Magistrats der Stadt Salzburg an den Kaufmann [[Franz Zeller (Kaufmann)|Franz Zeller]] um 13.000 [[Gulden]].

Die Portale und den Kreuzaltar der alten Kirche des heiligen Andreas mit den Statuen des Moses (Stab mit Schlange) und des Aaron verkaufte man an die Pfarre St. Georgen im Attergau, die dieselben beim Bau der Kalvarienbergkirche wiederverwendeten.<ref>Siehe AtterWiki [http://www.atterwiki.at/index.php?title=Kalvarienbergkirche Kalvarienbergkirche].</ref> Die Grabsteine wurden zwischengelagert und später in den [[Friedhof von St. Peter]] an die [[Margarethenkapelle]] (außen und innen) versetzt. Die Statue des heiligen Andreas aus [[Marmor]] befindet sich im Garten des [[Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Salzburg|Mutterhauses der Barmherzigen Schwestern]] in [[Mülln]].

Die neue Kirche des heiligen Andreas, die im Jahre [[1898]] fertiggestellt wurde, ist die heutige Stadtpfarrkirche St. Andrä.

== Quellen ==
{{Quelle Schmiedbauer}}
* [https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|basis|1:907|428467.6|295981.6|mp2.png|Andreaskirche&gdi=default&gdiservices=franzkataster&redliningid=0ziip0bcf24fpzwi3soj4wdl SAGIS/im Menü "Basiskarten" (ganz links unten) "Franciszäischer Kataster" anklicken]
* Artikel Stadtpfarrkirche St. Andrä
* [[Josef Eder (Baumeister und Historiker)|Josef Eder]]: ''Die alte St. Andreaskirche'' [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19240727&query=%22Eder%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 27. Juli 1924, Seite 3
* Josef Eder: ''An der nyderen Rewt'' [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19271029&query=%22Eder%22&seite=5 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 29. Oktober 1927, Seite 5

==== Einzelnachweise ====
<references/>

[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Altstadt (rechtes Salzachufer)]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Kunst]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:Gebäude Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
[[Kategorie:Nicht mehr existierende Gebäude]]
[[Kategorie:Religion]]
[[Kategorie:Erzdiözese]]
[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)‎]]
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]]
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]]

Navigationsmenü