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Klischees verdrängen vieles, was die Gesellschaft nicht gerne hören will. Das gilt auch für das Los einer unterprivilegierten Schicht der Bevölkerung, der so genannten Einlieger. An dieser relativ kleinen Gruppe (im [[Land Salzburg]] um [[1920]] ca. 1000-1500 Personen) zeigt sich deutlich der scharfe Kontrast zum Scheinbild der "guten alten Zeit".
 
Klischees verdrängen vieles, was die Gesellschaft nicht gerne hören will. Das gilt auch für das Los einer unterprivilegierten Schicht der Bevölkerung, der so genannten Einlieger. An dieser relativ kleinen Gruppe (im [[Land Salzburg]] um [[1920]] ca. 1000-1500 Personen) zeigt sich deutlich der scharfe Kontrast zum Scheinbild der "guten alten Zeit".
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Das Fürsorgewesen im Land Salzburg bestand bis zum ersten Drittel des [[19. Jahrhundert]]s aus verschiedenen, den jeweiligen regionalen Verhältnissen angepassten Versorgungssystemen: Die Ausgabe von Naturalien oder Geld von den lokalen Armenkassen oder Pfarren. Zahlreiche Fonds wurden dazu auch von Privatpersonen gegründet und vom zuständigen Pflegegericht zusammen mit dem Ortspfarrer verwaltet. Geschlossene Anstalten, wie Spitäler, Armen- und Bruderhäuser gab es nur in Städten und Märkten.  
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Das Fürsorgewesen im Land Salzburg bestand bis zum ersten Drittel des [[19. Jahrhundert]]s aus verschiedenen, den jeweiligen regionalen Verhältnissen angepassten Versorgungssystemen: Die Ausgabe von Naturalien oder Geld von den lokalen Armenkassen oder Pfarren. Zahlreiche Fonds wurden dazu auch von Privatpersonen gegründet und vom zuständigen Pflegegericht zusammen mit dem Ortspfarrer verwaltet. Geschlossene Anstalten, wie Spitäler, Armen- und [[Bruderhäuser]] gab es nur in Städten und Märkten.  
    
Erst ab [[1827]] wurden Pfarrarmeninstitute in Salzburg eingeführt, die bis [[1874]] bestanden. Sie waren Organisationen zur Sammlung und Verteilung von Almosen, mit einem auf drei Jahren gewählten Armenvater, mit einem Rechnungsführer (meist ein Lehrer), der vom Pfleger in Abstimmung mit dem Pfarrer ernannt wurde. Neben der unterstützenden offenen Armenpflege und der geschlossenen Armenfürsorge in Spitälern, Armen- und Bruderhäusern war vor allem die Einlage (im [[Erzdiözese|Erzstift Salzburg]] seit [[1754]]) weit verbreitet.
 
Erst ab [[1827]] wurden Pfarrarmeninstitute in Salzburg eingeführt, die bis [[1874]] bestanden. Sie waren Organisationen zur Sammlung und Verteilung von Almosen, mit einem auf drei Jahren gewählten Armenvater, mit einem Rechnungsführer (meist ein Lehrer), der vom Pfleger in Abstimmung mit dem Pfarrer ernannt wurde. Neben der unterstützenden offenen Armenpflege und der geschlossenen Armenfürsorge in Spitälern, Armen- und Bruderhäusern war vor allem die Einlage (im [[Erzdiözese|Erzstift Salzburg]] seit [[1754]]) weit verbreitet.