| Zeile 2: |
Zeile 2: |
| | | | |
| | ==Leben== | | ==Leben== |
| − | Ferdinand wurde als Sohn des damaligen Großherzogs Leopold ([[5. Mai]] [[1747]] - [[1. März]] [[1792]])<ref>http://www.kaisergruft.at/</ref>– des späteren Kaisers Leopold II. – und dessen Gattin Maria Ludovika ([[24. November]] [[1745]] - [[15. Mai]] [[1792]]) <ref>http://www.kaisergruft.at/</ref> in Florenz, Italien, geboren. Er war ein Bruder von [[Kaiser Franz II./I.]], Enkel von Kaiserin Maria Theresia und Neffe des römisch-deutschen Kaisers Joseph II. und wuchs in Florenz im Palazzo Pitti auf. Seine Brüder Franz und Karl wie auch er, als er fünf Jahre alt war, wurden von [[Marchese Federigo Manfredini]] als Lehrer und Erzieher betreut; Manfredini wurde später sein Obersthofmeister und übte auch de facto die Regierung für Ferdinand aus. | + | Ferdinand wurde als Sohn des damaligen Großherzogs Leopold ([[5. Mai]] [[1747]] - [[1. März]] [[1792]])<ref>http://www.kaisergruft.at/</ref>– des späteren Kaisers Leopold II. – und dessen Gattin Maria Ludovika ([[24. November]] [[1745]] - [[15. Mai]] [[1792]]) <ref>http://www.kaisergruft.at/</ref> in Florenz, Italien, geboren. Er war ein Bruder von [[Kaiser Franz II./I.]], Enkel von Kaiserin Maria Theresia und Neffe des römisch-deutschen Kaisers Joseph II. und wuchs in Florenz im Palazzo Pitti auf. Seine Brüder Franz und Karl wie auch er, als er fünf Jahre alt war, wurden von [[Marchese Federigo Manfredini]] als Lehrer und Erzieher betreut; Manfredini wurde später sein Obersthofmeister und übte auch ''de facto'' die Regierung für Ferdinand aus. |
| | | | |
| | Ferdinand sollte der Nachfolger seines Vaters Leopold in der Toskana werden. Doch der frühe Tod Kaiser Josephs II. brachte seinen Vater Leopold auf den Kaiserthron nach Wien, und Ferdinand wurde [[1791]] regierender Großherzog der Toskana. 1791 bis [[1799]] setzte Ferdinand die ererbte Neutralitätspolitik fort, konnte aber sein Land nicht vor dem Krieg bewahren: Im März 1799 marschierten die Truppen des revolutionären Frankreich in die Toskana ein, was Ferdinand zur Emigration nach Wien zwang. Er musste das Land verlassen, obwohl er bei den Toskanern sehr beliebt war – er hatte nämlich einige Reformen der Französischen Revolution vorweggenommen; dadurch waren die Toskaner nicht wirklich in Revolutionsstimmung. | | Ferdinand sollte der Nachfolger seines Vaters Leopold in der Toskana werden. Doch der frühe Tod Kaiser Josephs II. brachte seinen Vater Leopold auf den Kaiserthron nach Wien, und Ferdinand wurde [[1791]] regierender Großherzog der Toskana. 1791 bis [[1799]] setzte Ferdinand die ererbte Neutralitätspolitik fort, konnte aber sein Land nicht vor dem Krieg bewahren: Im März 1799 marschierten die Truppen des revolutionären Frankreich in die Toskana ein, was Ferdinand zur Emigration nach Wien zwang. Er musste das Land verlassen, obwohl er bei den Toskanern sehr beliebt war – er hatte nämlich einige Reformen der Französischen Revolution vorweggenommen; dadurch waren die Toskaner nicht wirklich in Revolutionsstimmung. |
| | | | |
| − | Von 1803 bis 1805 war Ferdinand Kurfürst von [[Altstadt|Salzburg]], wo er im [[Schloss Mirabell]] wohnte. Am [[11. Februar]] 1803, an dem der in Wien residierende Salzburger Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] seine Abdankungsurkunde unterzeichnete, unterfertigte Ferdinand III. die Besitznahmsurkunde für Salzburg, Passau und Berchtesgaden sowie die Instruktion für den Besitznahmskommissär [[Heinrich Freiherr von Crumpipen|Freiherrn von Crumpipen]]. Am [[29. April]] 1803 zog Ferdinand III. in Salzburg ein. Sein neues Herrschaftsgebiet umfasste vier bisher geistliche Territorien: des Fürsterzbistums Salzburg, der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]], einen Teil des Fürstbistums Passau (Grenzgebiet Mühlviertel/Niederbayern) und jenes des Fürstbistums Eichstätt (heute zu Bayern gehörig). | + | Von 1803 bis 1805 war Ferdinand Kurfürst von [[Altstadt|Salzburg]], wo er im [[Schloss Mirabell]] wohnte. |
| | + | |
| | + | Am [[11. Februar]] 1803, an dem der in Wien residierende Salzburger Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] seine Abdankungsurkunde unterzeichnete, unterfertigte Ferdinand III. die Besitznahmsurkunde für Salzburg, Passau und Berchtesgaden sowie die Instruktion für den Besitznahmskommissär [[Heinrich Freiherr von Crumpipen|Freiherrn von Crumpipen]]. Am [[29. April]] 1803 zog Ferdinand III. in Salzburg ein. |
| | + | |
| | + | Sein neues Herrschaftsgebiet umfasste vier bisher geistliche Territorien: des Fürsterzbistums Salzburg, der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]], einen Teil des Fürstbistums Passau (Grenzgebiet Mühlviertel/Niederbayern) und jenes des Fürstbistums Eichstätt (heute zu [[Bayern]] gehörig). |
| | | | |
| | Durch einen Geheimvertrag band sich Ferdinand außenpolitisch und militärisch ganz an seinen kaiserlichen Bruder, der ihn im Jahr [[1804]] für sieben Tage in Salzburg besuchte. | | Durch einen Geheimvertrag band sich Ferdinand außenpolitisch und militärisch ganz an seinen kaiserlichen Bruder, der ihn im Jahr [[1804]] für sieben Tage in Salzburg besuchte. |
| Zeile 12: |
Zeile 16: |
| | Ferdinand III. wurde 1805 aus Salzburg von den einfallenden Franzosen vertrieben. Er verließ Salzburg am [[18. Oktober]] 1805 und floh nach Wien an den Kaiserhof. Als Entschädigung erhielt er Würzburg als Großherzogtum, wo er ebenfalls nur kurz regierte ([[1806]] - [[1814]]). Durch den bayerisch-österreichischen Staatsvertrag vom [[3. Juni]] [[1814]] (Pariser Konvention) verlor er seine Besitzungen an Bayern. Jedoch erhielt er sein Großherzogtum Toskana zurück, das er sodann bis zu seinem Tode regierte. | | Ferdinand III. wurde 1805 aus Salzburg von den einfallenden Franzosen vertrieben. Er verließ Salzburg am [[18. Oktober]] 1805 und floh nach Wien an den Kaiserhof. Als Entschädigung erhielt er Würzburg als Großherzogtum, wo er ebenfalls nur kurz regierte ([[1806]] - [[1814]]). Durch den bayerisch-österreichischen Staatsvertrag vom [[3. Juni]] [[1814]] (Pariser Konvention) verlor er seine Besitzungen an Bayern. Jedoch erhielt er sein Großherzogtum Toskana zurück, das er sodann bis zu seinem Tode regierte. |
| | | | |
| − | Ferdinand war in erster Ehe mit seiner Cousine 1. Grades Marie Louise von Neapel-Sizilien ([[27. Juli]] [[1772]] - [[19. September]] [[1802]]) verheiratet, mit der er sechs Kinder hatte, darunter Großherzog Leopold II. Die zweite Ehe mit Maria Anna von Sachsen ([[27. Mai]] [[1795]] - [[3. Jänner]] [[1865]]) blieb kinderlos. | + | Ferdinand war in erster Ehe mit seiner Cousine 1. Grades Marie Louise von [[Neapel#Geschichte-Sizilien]] ([[27. Juli]] [[1772]] - [[19. September]] [[1802]]) verheiratet, mit der er sechs Kinder hatte, darunter Großherzog Leopold II. Die zweite Ehe mit Maria Anna von Sachsen ([[27. Mai]] [[1795]] - [[3. Jänner]] [[1865]]) blieb kinderlos. |
| | | | |
| | ==Ferdinand, persönlich== | | ==Ferdinand, persönlich== |
| | | | |
| − | Anfangs war Ferdinand gar nicht von Salzburg begeistert. Er bedauerte es, „seine südliche Heimath mit einem nördlichen Kirchengute, und ein norisches Bärenland und deutsches Sibirien mit den paradiesischen Gefilden Hesperiens zu vertauschen.“<ref> So berichtete Staatsratssekretär [[Josef Felner]] in seiner Denkschrift (Bd. I S. 125 und 125’), hier zitiert nach Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S. 114. Vgl. die Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Hesperien „Hesperien”]und [http://de.wikipedia.org/wiki/Sibirien „Sibirien”.]</ref> | + | Anfangs war Ferdinand gar nicht von Salzburg begeistert. Er bedauerte es, „seine südliche Heimath mit einem nördlichen Kirchengute, und ein norisches Bärenland und deutsches Sibirien mit den paradiesischen Gefilden Hesperiens zu vertauschen.“<ref>So berichtete Staatsratssekretär [[Josef Felner]] in seiner Denkschrift (Bd. I S. 125 und 125’), hier zitiert nach Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S. 114. Vgl. die Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Hesperien „Hesperien”]und [http://de.wikipedia.org/wiki/Sibirien „Sibirien”.]</ref> |
| | | | |
| | Ferdinand zeigte sich leutselig und freundlich gegen jedermann.<ref> Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S. 114.</ref> | | Ferdinand zeigte sich leutselig und freundlich gegen jedermann.<ref> Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S. 114.</ref> |