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Ein im Ö1-Morgenjournal am Montag, den [[27. April]] [[2020]] veröffentlichtes Papier hatte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Sitzung am [[12. März] [[2020]] davon gesprochen, die Bevölkerung sollte Angst vor einer Infektion bzw. dem Tod von Angehörigen haben.  An dieser Sitzung der Task Force Corona des Gesundheitsministeriums im Kanzleramt hatten neben Kanzler, Vizekanzler, Gesundheits- und Innenminister auch Beamte und Gesundheitsexperten teilgenommen. Dem Protokoll zufolge äußerte Kurz, dass er noch keine wirkliche Sorge der Bevölkerung verspüre. Daraufhin meinte der Tropenmediziner Univ.Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, man müsse der Bevölkerung klar machen, dass es sich um eine potenziell tödliche Krankheit handle und nicht um eine einfache Grippe.
 
Ein im Ö1-Morgenjournal am Montag, den [[27. April]] [[2020]] veröffentlichtes Papier hatte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Sitzung am [[12. März] [[2020]] davon gesprochen, die Bevölkerung sollte Angst vor einer Infektion bzw. dem Tod von Angehörigen haben.  An dieser Sitzung der Task Force Corona des Gesundheitsministeriums im Kanzleramt hatten neben Kanzler, Vizekanzler, Gesundheits- und Innenminister auch Beamte und Gesundheitsexperten teilgenommen. Dem Protokoll zufolge äußerte Kurz, dass er noch keine wirkliche Sorge der Bevölkerung verspüre. Daraufhin meinte der Tropenmediziner Univ.Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, man müsse der Bevölkerung klar machen, dass es sich um eine potenziell tödliche Krankheit handle und nicht um eine einfache Grippe.
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Kollaritsch führte als Bespiel das Protokoll der Kommunikation rund um die britische Masernepidemie der [[1990er]]-Jahre an. Auch darin hatte man damals mit der Angst der Bevölkerung gespielt. Im Protokoll der Sitzung vom 12. März heißt es weiter "''Kurz verdeutlicht, dass die Menschen vor einer Ansteckung Angst haben sollen bzw. Angst davor, dass Eltern/Großeltern sterben. Hingegen sei die Angst vor der Lebensmittelknappheit, Stromausfälle etc. der Bevölkerung zu nehmen.''"
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Kollaritsch führte als Beispiel das Protokoll der Kommunikation rund um die britische Masernepidemie der [[1990er]]-Jahre an. Auch darin hatte man damals mit der Angst der Bevölkerung gespielt. Im Protokoll der Sitzung vom 12. März heißt es weiter "''Kurz verdeutlicht, dass die Menschen vor einer Ansteckung Angst haben sollen bzw. Angst davor, dass Eltern/Großeltern sterben. Hingegen sei die Angst vor der Lebensmittelknappheit, Stromausfälle etc. der Bevölkerung zu nehmen.''"
    
Ein Sprecher des Bundeskanzlers relativierte Kurz seine Aussage, der damit lediglich Verständnis für die Angst um Familienmitglieder gezeigt hatte. Allerdings hatte sich der Kanzler später im März mit drastischen Aussagen zu Wort gemeldet. So sprach er noch Ende März eine Warnung aus, dass bald jeder bald jemanden kennen, der an Corona verstorben sei [was sich bis Ende April jedoch nicht bewahrheitet hatte]. Kollaritsch selbst hält laut Ö1 fest, nicht von einem Spiel mit der Angst in Österreich gesprochen zu haben. Ohne drastische Wortwahl hätte die Bevölkerung die Maßnahmen der Regierung aber nicht angenommen, meint er.<ref>[[Salzburg24.at]] vom [https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/corona-krise-bewusstes-spiel-der-regierung-mit-der-angst-86790211 27. April 2020]</ref>
 
Ein Sprecher des Bundeskanzlers relativierte Kurz seine Aussage, der damit lediglich Verständnis für die Angst um Familienmitglieder gezeigt hatte. Allerdings hatte sich der Kanzler später im März mit drastischen Aussagen zu Wort gemeldet. So sprach er noch Ende März eine Warnung aus, dass bald jeder bald jemanden kennen, der an Corona verstorben sei [was sich bis Ende April jedoch nicht bewahrheitet hatte]. Kollaritsch selbst hält laut Ö1 fest, nicht von einem Spiel mit der Angst in Österreich gesprochen zu haben. Ohne drastische Wortwahl hätte die Bevölkerung die Maßnahmen der Regierung aber nicht angenommen, meint er.<ref>[[Salzburg24.at]] vom [https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/corona-krise-bewusstes-spiel-der-regierung-mit-der-angst-86790211 27. April 2020]</ref>
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== Chronologie in Österreich ==
 
== Chronologie in Österreich ==
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Was in Italien die Provinz Bergamo in Bezug auf die Heftigkeit der Verbreitung des Virus darstellte, war in Österreich der Wintersportort Ischgl in [[Nordtirol]]. Dort sorgte ein infiszierter Barkeeper für eine großräumige Verbreitung des Virus, unter anderem auch auf der Insel [[Island]]. Eine von der Medizinischen Universität Innsbruck in dem als Corona-Hotspot geltenden Ort durchgeführte Antikörperstudie ergab, dass 42,4 Prozent der Bevölkerung des Tiroler Wintersportorts eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht haben. Nur 15 Prozent der de facto Infizierten waren jedoch zuvor bei PCR-Tests positiv getestet worden. Die Rate der offiziell gemeldeten Fälle betrage damit nur 15 Prozent und 85 Prozent hatten die Infektion also unbemerkt durchgemacht.<ref>[https://www.sn.at/panorama/oesterreich/bei-antikoerperstudie-in-ischgl-42-4-prozent-corona-positiv-89350441 www.sn.at], 25. Juni 2020]</ref>
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=== 9. bis 15. März ===
 
=== 9. bis 15. März ===
 
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