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[[Datei:Anna Maria Rottmayrin 2.jpg|thumb|Anna Maria Rottmayr, vermutlich als zweifache Witwe im Alter von 65 Jahren (1713), mit einem Gebetbuch in der rechten Hand. Ihre Kopfbedeckung besteht aus einer schwarzen Kappe mit geschupptem Reif aus Spitze, die anscheinend aus Goldfäden geklöppelt ist. Am Hals trägt sie ein dreiteiliges, blumiert getriebenes Geschmeide aus Silber und Gold, am Köper ein blaues Mieder mit halblangen Ärmeln, aus denen Rüschen einer weißen Bluse ragen, um Hals und Brust gekreuzt eine schwarze Witwenstola, dazu eine mit bestickten Bändern vorne gebundene helle Kittelschürze. Das Bild gehört zum Inventar des [[Senningerbräu]]s.]]
 
[[Datei:Anna Maria Rottmayrin 2.jpg|thumb|Anna Maria Rottmayr, vermutlich als zweifache Witwe im Alter von 65 Jahren (1713), mit einem Gebetbuch in der rechten Hand. Ihre Kopfbedeckung besteht aus einer schwarzen Kappe mit geschupptem Reif aus Spitze, die anscheinend aus Goldfäden geklöppelt ist. Am Hals trägt sie ein dreiteiliges, blumiert getriebenes Geschmeide aus Silber und Gold, am Köper ein blaues Mieder mit halblangen Ärmeln, aus denen Rüschen einer weißen Bluse ragen, um Hals und Brust gekreuzt eine schwarze Witwenstola, dazu eine mit bestickten Bändern vorne gebundene helle Kittelschürze. Das Bild gehört zum Inventar des [[Senningerbräu]]s.]]
 
[[Datei:Senningerbräu Bramberg.jpg|thumb|Senningerbräu Bramberg]]
 
[[Datei:Senningerbräu Bramberg.jpg|thumb|Senningerbräu Bramberg]]
'''Anna Maria Rottmayr''' (* [[26. Juli]] [[1648]] in [[Mittersill]]<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/mittersill/TFBTRBSTBI/?pg=23 Taufbuch der ?Pfarre Mittersill, Band I, S. 21.]</ref>; † [[17. April]] [[1732]] in [[Bramberg am Wildkogel|Bramberg]]<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/bramberg-am-wildkogel/STBIII/?pg=179 Sterbebuch der Pfarre Bramberg am Wildkogel, Band III, S. 177.]</ref>), eine geschäftstüchtige Unternehmerin im ausgehenden [[17. Jahrhundert]], war Betreiberin des [[Senningerbräu]]s und des [[Weyerhof]]s - beide in [[Bramberg am Wildkogel]] - und wurde aufgrund ihres angehäuften Vermögens als "Pinzgauer Bauernkönigin" bezeichnet.
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'''Anna Maria Rottmayr''' (* [[26. Juli]] [[1648]] in [[Mittersill]]; † [[17. April]] [[1732]] in [[Bramberg am Wildkogel|Bramberg]]<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/bramberg-am-wildkogel/STBIII/?pg=179 Sterbebuch der Pfarre Bramberg am Wildkogel, Band III, S. 177.]</ref>), eine geschäftstüchtige Unternehmerin im ausgehenden [[17. Jahrhundert]], war Betreiberin des [[Senningerbräu]]s und des [[Weyerhof]]s - beide in [[Bramberg am Wildkogel]] - und wurde aufgrund ihres angehäuften Vermögens als "Pinzgauer Bauernkönigin" bezeichnet.
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==Leben==
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== Leben ==
=====Erste Ehe=====
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===== Erste Ehe =====
Anna Maria Rottmayr war die Tochter des [[Mittersill]]er Gastwirts ''Ignatius Christophorus Rottmaӱr'' und der Gastwirtin ''Eva Grundtner''.<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/mittersill/TFBTRBSTBI/?pg=23 Digitalisat]</ref> Sie verehelichte sich am [[10. Jänner]] [[1673]] mit Severin Senninger in Bramberg am Wildkogel, der u.a. die dortige Taverne, heute Senningerbräu genannt, besaß. Für Senninger war es die zweite Ehe. Anna Maria Rottmayr brachte zum bereits beträchtlichen Vermögen ihres Ehemannes, der Bauer, Wirt und Händler war, eine große Mitgift in die Ehe. Senninger selbst galt als sehr geschäftstüchtig und befasste sich mit allem was Gewinn versprach. Er starb am [[ 4. Juni]] [[1691]]. Seine Ehe mit Anna Maria Rottmayr war kinderlos geblieben. Die drei Kinder aus seiner ersten Ehe waren alle vor Erreichen des Erwachsenenalters gestorben. Seine zweite Frau war daher nach seinem Tod Alleinerbin.
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Anna Maria Rottmayr war die Tochter des [[Mittersill]]er Gastwirts ''Ignatius Christophorus Rottmaӱr'' und der Gastwirtin ''Eva Grundtner''.<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/mittersill/TFBTRBSTBI/?pg=23 Taufbuch der ?Pfarre Mittersill, Band I, S. 21.]</ref> Sie verehelichte sich am [[10. Jänner]] [[1673]] mit Severin Senninger in Bramberg am Wildkogel, der u.a. die dortige Taverne, heute Senningerbräu genannt, besaß. Für Senninger war es die zweite Ehe. Anna Maria Rottmayr brachte zum bereits beträchtlichen Vermögen ihres Ehemannes, der Bauer, Wirt und Händler war, eine große Mitgift in die Ehe. Senninger selbst galt als sehr geschäftstüchtig und befasste sich mit allem was Gewinn versprach. Er starb am [[4. Juni]] [[1691]] in Bramberg<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/bramberg-am-wildkogel/TRBSTBII/?pg=162 Sterbebuch der Pfarre Bramberg am Wildkogel, Band II, S. 158.]</ref>. Seine Ehe mit Anna Maria Rottmayr war kinderlos geblieben. Die drei Kinder aus seiner ersten Ehe waren alle vor Erreichen des Erwachsenenalters gestorben. Seine zweite Frau war daher nach seinem Tod Alleinerbin.
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=====Witwenstand=====
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===== Witwenstand =====
 
Anna Maria Rottmayr war selbst eine sehr tüchtige Frau, die fähig war, vorhandenen Besitz nicht nur zusammenzuhalten sondern auch zu vermehren. Die Lizenz, im ganzen Land mit Bramberger Bier zu handeln, war aber mit dem Tod ihres Mannes erloschen. Anna Maria Rottmayr belieferte jedoch ihre früheren Kunden weiter. Die umliegenden Brauereien zeigten sie aus Konkurrenzgründen mehrfach an. Ab [[1695]] lag sie wiederholt in Streit mit der Hofkammer, da sie die festgesetzte Höhe des [[Ungeld]]es nicht bezahlen wollte. Es war damals (wie heute?) Usus, einen kleineren Umsatz als den tatächlichen anzugeben, ihre Angaben wurden dann in Folge von der Steuerbehörde in Zweifel gezogen.
 
Anna Maria Rottmayr war selbst eine sehr tüchtige Frau, die fähig war, vorhandenen Besitz nicht nur zusammenzuhalten sondern auch zu vermehren. Die Lizenz, im ganzen Land mit Bramberger Bier zu handeln, war aber mit dem Tod ihres Mannes erloschen. Anna Maria Rottmayr belieferte jedoch ihre früheren Kunden weiter. Die umliegenden Brauereien zeigten sie aus Konkurrenzgründen mehrfach an. Ab [[1695]] lag sie wiederholt in Streit mit der Hofkammer, da sie die festgesetzte Höhe des [[Ungeld]]es nicht bezahlen wollte. Es war damals (wie heute?) Usus, einen kleineren Umsatz als den tatächlichen anzugeben, ihre Angaben wurden dann in Folge von der Steuerbehörde in Zweifel gezogen.
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=====Zweite Ehe=====
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===== Zweite Ehe =====
 
Am [[25. Mai]] [[1694]] heiratete Anna Maria Rottmayr den Witwer Andreas Wallner aus [[Stuhlfelden]]. Sie ließ ihn aber nicht ins [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#U|Urbar]] eintragen, damit der Besitz ihres verstorbenen Gatten aus ihrer erster Ehe geschlossen blieb, und führte die Brauwirtschaften allein weiter.
 
Am [[25. Mai]] [[1694]] heiratete Anna Maria Rottmayr den Witwer Andreas Wallner aus [[Stuhlfelden]]. Sie ließ ihn aber nicht ins [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#U|Urbar]] eintragen, damit der Besitz ihres verstorbenen Gatten aus ihrer erster Ehe geschlossen blieb, und führte die Brauwirtschaften allein weiter.
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Als ihr zweiter Ehemann Andreas Wallner am [[28. Februar]] [[1713]] starb,<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/mittersill/STBII/?pg=153 Digitalisat]</ref> stiftete sie noch im selben Jahr einen neuen Hochaltar für das sog. ''[[Ortskapelle hl. Sebastian|Weyerkircherl]]''.
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Als ihr zweiter Ehemann Andreas Wallner am [[28. Februar]] [[1713]] starb,<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/mittersill/STBII/?pg=153 Sterbebuch der Pfarre Mittersill, Band II, S. 149.]</ref> stiftete sie noch im selben Jahr einen neuen Hochaltar für das so genannte ''[[Ortskapelle hl. Sebastian|Weyerkircherl]]''.
    
Bekannt ist auch ein Kochbuch ("Koch Puech"), das vermutlich von Anna Maria Rottmayr angelegt wurde. Es ist erhalten und soll aus dem Nachlass von Anna Maria Rottmayr stammen. Dieses "Koch Puech" wurde vom gegenwärtigen Besitzer des Senninger Bräu dem [[Museum Bramberg]] als Leihgabe überlassen.
 
Bekannt ist auch ein Kochbuch ("Koch Puech"), das vermutlich von Anna Maria Rottmayr angelegt wurde. Es ist erhalten und soll aus dem Nachlass von Anna Maria Rottmayr stammen. Dieses "Koch Puech" wurde vom gegenwärtigen Besitzer des Senninger Bräu dem [[Museum Bramberg]] als Leihgabe überlassen.
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