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| | [[Bild:Gstättentor 22.07.2007.JPG|thumb|Gstättentor (Südseite), Foto: [[Juli]] [[2007]]]]{{googlemapsadr|5020+Salzburg|Gstättentor}} | | [[Bild:Gstättentor 22.07.2007.JPG|thumb|Gstättentor (Südseite), Foto: [[Juli]] [[2007]]]]{{googlemapsadr|5020+Salzburg|Gstättentor}} |
| | Das '''Gstättentor''' am Beginn der [[Gstättengasse]] ist ein unter [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|Denkmalschutz]] stehendes historisches Gebäude in der [[Altstadt]] von [[Salzburg]]. | | Das '''Gstättentor''' am Beginn der [[Gstättengasse]] ist ein unter [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|Denkmalschutz]] stehendes historisches Gebäude in der [[Altstadt]] von [[Salzburg]]. |
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| + | {{Geschichte (Josef Eder)}} |
| | == Namen == | | == Namen == |
| − | Dieses [[Stadttore in Salzburg|Stadttor]] hatte im Laufe der Geschichte verschiedene Namen.
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| − | Das Wort "[[Gstätten]]" leitet sich vom ''Gestade'' = Ufer ab. Die [[Salzach]] war im Stadtgebiet bis [[1852]] nicht reguliert, sodass der Fluss seinen Lauf und das Bett - vor allem durch ein [[Hochwasser]] - ändern konnte. Die natürliche Fluss-Uferzone reichte in historischer Zeit bis an die ''Gstätten'' heran, nur ein kleiner Bereich im Raum des heutigen Badergässchens und direkt am Fuß des [[Mönchsberg]]felsens war im Mittelalter bebaut.
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| | + | Dieses [[Stadttore in Salzburg|Stadttor]] hatte im Laufe der Geschichte verschiedene Namen. Das Wort "[[Gstätten]]" leitet sich vom ''Gestade'' = Ufer ab. Die [[Salzach]] war im Stadtgebiet bis [[1852]] nicht reguliert, sodass der Fluss seinen Lauf und das Bett - vor allem durch ein [[Hochwasser]] - ändern konnte. Die natürliche Fluss-Uferzone reichte in historischer Zeit bis an die ''Gstätten'' heran, nur ein kleiner Bereich im Raum des heutigen Badergässchens und direkt am Fuß des [[Mönchsberg]]felsens war im Mittelalter bebaut. |
| | + | {{Geschichte (Josef Eder)}} |
| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| | Das Tor war vor [[1300]] eines der drei Haupttore der Stadt im [[Mittelalter]]. Zudem waren die Stadttore damals nur einfach vorhanden. Das ''Westertor'' führte über [[Mülln]] nach Westen, das [[Inneres Ostertor|''Ostertor'']] am [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechten Salzachufer]] nach Osten und das [[Inneres Nonntaler Tor|Nonntalertor]] nach Süden ins Gebirge. | | Das Tor war vor [[1300]] eines der drei Haupttore der Stadt im [[Mittelalter]]. Zudem waren die Stadttore damals nur einfach vorhanden. Das ''Westertor'' führte über [[Mülln]] nach Westen, das [[Inneres Ostertor|''Ostertor'']] am [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechten Salzachufer]] nach Osten und das [[Inneres Nonntaler Tor|Nonntalertor]] nach Süden ins Gebirge. |
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| | [[1327]] nannte man es ''Westertor''. Im Stiftsbrief des Bürgerspitals vom [[Erzbischof]] [[Friedrich III. von Leibnitz]] wurde es als ''"porta, quae respicit ad occidentes terras"'' ('die Pforte, die auf die Länder im Westen zurückblickt') angeführt. [[1367]] wurde es als die ''"Klaus an der Gstäiten"'' bezeichnet. In der Chronik von Salzburg des [[Judas Thaddäus Zauner]] wurde erwähnt, dass Erzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]] (1386–96) die ''"innere Klause"'' und äußere Klause mit einer Mauer - die auf alten Stadtansichten noch teilweise sichtbar ist - verbunden hat. Das alte Wort "Klause" oder "Kluse" bedeutet 'Engstelle'. Darum nannte man die beiden die Stadt gegen Westen abschließenden Tore die beiden Klausen, die damals vom Felsen bis zum Wasser der Salzach reichten. Das äußere Tor, seit Anfang des [[12. Jahrhundert]]s bestehend, heißt noch heute [[Klausentor]]. | | [[1327]] nannte man es ''Westertor''. Im Stiftsbrief des Bürgerspitals vom [[Erzbischof]] [[Friedrich III. von Leibnitz]] wurde es als ''"porta, quae respicit ad occidentes terras"'' ('die Pforte, die auf die Länder im Westen zurückblickt') angeführt. [[1367]] wurde es als die ''"Klaus an der Gstäiten"'' bezeichnet. In der Chronik von Salzburg des [[Judas Thaddäus Zauner]] wurde erwähnt, dass Erzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]] (1386–96) die ''"innere Klause"'' und äußere Klause mit einer Mauer - die auf alten Stadtansichten noch teilweise sichtbar ist - verbunden hat. Das alte Wort "Klause" oder "Kluse" bedeutet 'Engstelle'. Darum nannte man die beiden die Stadt gegen Westen abschließenden Tore die beiden Klausen, die damals vom Felsen bis zum Wasser der Salzach reichten. Das äußere Tor, seit Anfang des [[12. Jahrhundert]]s bestehend, heißt noch heute [[Klausentor]]. |
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| − | [[1469]] wird das Tor ''"Der Spitalthurm am Graben"'' gernannt. [[1464]] rückte Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] die Mauer zwischen dem [[Salzburger Badehäuser|''Armenleutbad'']] und dem Gstättentor weiter zur Salzach hinaus. | + | [[1469]] wird das Tor ''"Der Spitalthurm am Graben"'' genannt. [[1464]] rückte Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] die Mauer zwischen dem [[Salzburger Badehäuser|''Armenleutbad'']] und dem Gstättentor weiter zur Salzach hinaus. |
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| − | Nach dem Bau des Städtischen Arm,es des Almkanales in der Mitte des [[14. Jahrhundert]]s entstand neben dem Tor eine erste Mühle erbaut. Die [[Schleifmühle]] und der Name ''"Schleifertor"'', leiten sich von der seinerzeit weitum berühmten [[fürsterzbischöfliche Kristallschleiferei]] ab. Teilweise wird die Bezeichnung "Schleifertor" noch heute gebraucht. [[1605]] brannte das Tor ab und es blieb 10 Jahre ohne Dachgeschoß. Die äußere Klause, das Klausentor, übernahm teilweise die Aufgabe als Haupttor. | + | Nach dem Bau des [[Hofstallarm]]es des [[Almkanal]]es in der Mitte des [[14. Jahrhundert]]s entstand neben dem Tor eine erste Mühle erbaut. Die [[Schleifmühle]] und der Name ''"Schleifertor"'', leiten sich von der seinerzeit weitum berühmten [[fürsterzbischöfliche Kristallschleiferei]] ab. Teilweise wird die Bezeichnung "Schleifertor" noch heute gebraucht. [[1605]] brannte das Tor ab und es blieb zehn Jahre ohne Dachgeschoß. Die äußere Klause, das Klausentor, übernahm teilweise die Aufgabe als Haupttor. |
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| | [[1618]] wurde das Gstättentor durch Fürsterzbischof von [[Markus Sittikus von Hohenems]] neu errichtet oder über altem Bestand wesentlich erneuert und so weitgehend in seine heutige Form gebracht. Markus Sittikus baute das Tor als dreistöckigen Turm mit breitovalen Festern im Obergeschoß wieder auf. Die Toröffnung gegen die Getreidegasse wurde mit einem Steinquaderportal umrahmt, in dessen Schlusskeil die bronzene [[Hausnummern|Ziffer]] "26" angebracht wurde. Die Ausmauerung mit ihren einst geschwungenen Aufsätzen trug Kugelspitzen. Bergseitig liegt bis heute die Steinstiege des Wehrbaues, deren Gitter jedoch aus der Zeit der Aufklärung stammt. Seit 1618 ist auch die Bezeichnung "''Spital- oder Schleiferbogen''" gebräuchlich. | | [[1618]] wurde das Gstättentor durch Fürsterzbischof von [[Markus Sittikus von Hohenems]] neu errichtet oder über altem Bestand wesentlich erneuert und so weitgehend in seine heutige Form gebracht. Markus Sittikus baute das Tor als dreistöckigen Turm mit breitovalen Festern im Obergeschoß wieder auf. Die Toröffnung gegen die Getreidegasse wurde mit einem Steinquaderportal umrahmt, in dessen Schlusskeil die bronzene [[Hausnummern|Ziffer]] "26" angebracht wurde. Die Ausmauerung mit ihren einst geschwungenen Aufsätzen trug Kugelspitzen. Bergseitig liegt bis heute die Steinstiege des Wehrbaues, deren Gitter jedoch aus der Zeit der Aufklärung stammt. Seit 1618 ist auch die Bezeichnung "''Spital- oder Schleiferbogen''" gebräuchlich. |
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| | {{Haltestelle|Mönchsbergaufzug}} | | {{Haltestelle|Mönchsbergaufzug}} |
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| | * Walter Kirchschlager; Salzburger Stadttore, Edition Salis, Sbg. Druckeri, Sbg, 1985 | | * Walter Kirchschlager; Salzburger Stadttore, Edition Salis, Sbg. Druckeri, Sbg, 1985 |
| | * Franz Fuhrmann: Salzburg in alten Ansichten, die Stadt, Residenz Verlag, Sbg. 1963 | | * Franz Fuhrmann: Salzburg in alten Ansichten, die Stadt, Residenz Verlag, Sbg. 1963 |