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[[Bild:Vinzenz_von_Paul.jpg|right|thumb|Statue des Hl. Vinzenz von Paul im Mutterhaus in Paris]]Die '''Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul''' sind ein Frauenorden. Die bekannteste Frau in Salzburg im Orden war [[Anna Bertha Gräfin Königsegg]].
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[[Bild:Vinzenz_von_Paul.jpg|thumb|Statue des Hl. Vinzenz von Paul im Mutterhaus in Paris]]Die '''Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul''' sind ein Frauenorden. Die bekannteste Frau in Salzburg im Orden war [[Anna Bertha Gräfin Königsegg]].
    
==Gründung==
 
==Gründung==
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''"Am Pfingsttag bei der heiligen Messe oder bei der Betrachtung in der Kirche wurde mein Geist in einem Augenblick über seine Zweifel erleuchtet und ich wurde mir bewusst , dass eine Zeit kommen würde, wo ich imstande wäre, Armut, Keuschheit und Gehorsam zu geloben, und dass ich in einer kleinen Gemeinschaft sein würde, wo einige das gleiche tun würden. Ich vernahm, dass ich an einem Ort sein würde, wo man dem Nächsten dient; aber ich konnte nicht begreifen, wie das möglich wäre, denn es müsste ja dort ein Kommen und Gehen sein".''
 
''"Am Pfingsttag bei der heiligen Messe oder bei der Betrachtung in der Kirche wurde mein Geist in einem Augenblick über seine Zweifel erleuchtet und ich wurde mir bewusst , dass eine Zeit kommen würde, wo ich imstande wäre, Armut, Keuschheit und Gehorsam zu geloben, und dass ich in einer kleinen Gemeinschaft sein würde, wo einige das gleiche tun würden. Ich vernahm, dass ich an einem Ort sein würde, wo man dem Nächsten dient; aber ich konnte nicht begreifen, wie das möglich wäre, denn es müsste ja dort ein Kommen und Gehen sein".''
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Dann bot sich Marguerite Naseau (1594 - 1633), ein einfaches Landmädchen, an, die niedrigsten Dienste zu übernehmen, die die Damen der Bruderschaften nicht tun konnten. In ihrer echt evangelischen Liebe wurde sie zur Dienerin der Verlassensten. Später sagte Vinzenz von Paul:
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Dann bot sich Marguerite Naseau (* 1594, † 1633), ein einfaches Landmädchen, an, die niedrigsten Dienste zu übernehmen, die die Damen der Bruderschaften nicht tun konnten. In ihrer echt evangelischen Liebe wurde sie zur Dienerin der Verlassensten. Später sagte Vinzenz von Paul:
    
''"Marguerite Naseau aus Suresnes ist die erste Schwester, die das Glück hatte, anderen den Weg zu zeigen, obwohl sie selbst keinen anderen Lehrer hatte als Gott"''
 
''"Marguerite Naseau aus Suresnes ist die erste Schwester, die das Glück hatte, anderen den Weg zu zeigen, obwohl sie selbst keinen anderen Lehrer hatte als Gott"''
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Am [[29. November]] [[1633]] versammelten sie sich um sie, um unter ihrer Leitung ihr Ideal in schwesterlicher Gemeinschaft zu leben.
 
Am [[29. November]] [[1633]] versammelten sie sich um sie, um unter ihrer Leitung ihr Ideal in schwesterlicher Gemeinschaft zu leben.
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Zunächst pflegten sie in der Stadt und auf dem Land die armen Kranken in den Wohnungen, und nach und nach, der Notwendigkeit entsprechend, auch die Kranken in den Spitäler; sie unterrichteten junge Mädchen, betreuten Findelkinder, Galeerensträflinge, verwundete Soldaten, Flüchtlinge, alte Menschen, Geisteskranke und andere.
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Zunächst pflegten sie in der Stadt und auf dem Land die armen Kranken in den Wohnungen, und nach und nach, der Notwendigkeit entsprechend, auch die Kranken in den Spitäler; sie unterrichteten junge Mädchen, betreuten Findelkinder, Galeerensträflinge<ref>Zur Zeit der der Fürsterzbischöfe war die Strafe als Sträfling auf einer Galeere der Venezianern arbeiten zu müssen hoch aktuell. Immer wieder zogen Sträflingskolonnen über die Alpen, an den Füssen mit Eisenketten aneinander gekettet</ref>, verwundete Soldaten, Flüchtlinge, alte Menschen, Geisteskranke und andere.
    
''"So war der Beginn eurer Genossenschaft, meine Töchter. Weil sie damals noch nicht das war, was sie heute ist, so ist anzunehmen, dass sie auch noch nicht das ist, was sie sein wird, wenn Gott sie dorthin geführt hat, wo er sie haben will".''
 
''"So war der Beginn eurer Genossenschaft, meine Töchter. Weil sie damals noch nicht das war, was sie heute ist, so ist anzunehmen, dass sie auch noch nicht das ist, was sie sein wird, wenn Gott sie dorthin geführt hat, wo er sie haben will".''
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Luises Sehnsucht war es, bei den Kapuzinerinnen einzutreten. Sie beugte sich aber dem Wunsch der einflussreichen Verwandten, die ihren Eintritt ablehnten, und heiratete Anton von Le Gras. Nach einigen Ehejahren war sie Witwe mit einem kleinen Sohn. Sie blieb nun ihrer Sehnsucht auf der Spur und zusammen mit Vinzenz von Paul setzte sie ihre Vision in die Tat um. Als sich 1633 in Paris zum ersten Mal eine kleine Gruppe begeisterter bereitwilliger junger Frauen im Haus von Louise versammelte, um im Namen Jesu sich der Ärmsten anzunehmen, war es klar, dass diese Gemeinschaft kein Orden im herkömmlichen Sinn werden konnte.
 
Luises Sehnsucht war es, bei den Kapuzinerinnen einzutreten. Sie beugte sich aber dem Wunsch der einflussreichen Verwandten, die ihren Eintritt ablehnten, und heiratete Anton von Le Gras. Nach einigen Ehejahren war sie Witwe mit einem kleinen Sohn. Sie blieb nun ihrer Sehnsucht auf der Spur und zusammen mit Vinzenz von Paul setzte sie ihre Vision in die Tat um. Als sich 1633 in Paris zum ersten Mal eine kleine Gruppe begeisterter bereitwilliger junger Frauen im Haus von Louise versammelte, um im Namen Jesu sich der Ärmsten anzunehmen, war es klar, dass diese Gemeinschaft kein Orden im herkömmlichen Sinn werden konnte.
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Es musste ja ein Kommen und Gehen möglich sein, um allen leiblichen und geistlichen Bedürfnissen gerecht zu werden: den Findelkindern, den kranken Menschen in den Wohnungen, den Galeerensträflingen<ref>Zur Zeit der der Fürsterzbischöfe war die Strafe als Sträfling auf einer Galeere der Venezianern arbeiten zu müssen hoch aktuell. Immer wieder zogen Sträflingskolonnen über die Alpen, an den Füssen mit Eisenketten aneinander gekettet</ref> , den Flüchtlingen, den verwundeten Soldaten, den ungebildeten Mädchen und Frauen, die keinen Zugang zu einer Ausbildung hatten, den ausgesetzten Alten und den gefährdeten Frauen. Dabei ging es nicht nur im Pflege, um Bereitstellung von Essen und Trinken und um Erteilung von Unterricht, sondern auch um die geistlichen Bedürfnisse, wie die Anleitung zum Gebet und das geistliche Gespräch.
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Es musste ja ein Kommen und Gehen möglich sein, um allen leiblichen und geistlichen Bedürfnissen gerecht zu werden: den Findelkindern, den kranken Menschen in den Wohnungen, den Galeerensträflingen, den Flüchtlingen, den verwundeten Soldaten, den ungebildeten Mädchen und Frauen, die keinen Zugang zu einer Ausbildung hatten, den ausgesetzten Alten und den gefährdeten Frauen. Dabei ging es nicht nur im Pflege, um Bereitstellung von Essen und Trinken und um Erteilung von Unterricht, sondern auch um die geistlichen Bedürfnisse, wie die Anleitung zum Gebet und das geistliche Gespräch.
    
Im Laufe der Gründungsjahre hat sich die CHARTA der Gemeinschaft gebildet. Sie lautet:
 
Im Laufe der Gründungsjahre hat sich die CHARTA der Gemeinschaft gebildet. Sie lautet:
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