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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Die dem hl. Gabriel geweihte Kapelle wurde von [[1597]] bis [[1603]] - noch zu Lebens- und Regierungszeit des Fürsterzbischofs ([[1587]] bis [[1612]]) - in der Mitte des Sebastiansfriedhofs durch den italienischen Baumeister und Stuckateur [[Elia Castello]] erbaut. Die Kapelle hatte Wolf Dietrich durch sein Testament zum Grabmal (Mausoleum) bestimmt. Er war wegen seines unnachgiebigen Auftretens in viele Konflikte verwickelt, u.a. kam es zum [[1611]] wegen des [[Salzbergbau]]s zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit [[Herzogtum Bayern|Bayern]] im sogenannten [[Salzkrieg 1611|Salzkrieg]]. Der Fürsterzbischof wurde gefangen genommen und gezwungen am [[7. März]] [[1612]] abzudanken. Wolf Dietrich starb am [[16. Jänner]] [[1617]] nach langer Haft auf der [[Festung Hohensalzburg]]. | + | Die dem hl. Gabriel geweihte Kapelle wurde von [[1597]] bis [[1603]] - noch zu Lebens- und Regierungszeit des Fürsterzbischofs ([[1587]] bis [[1612]]) - in der Mitte des Sebastiansfriedhofs durch den italienischen Baumeister und Stuckateur [[Elia Castello]] erbaut. [[1598]] brannte der Dachstuhl des [[Salzburger Dom|Konradinischen Doms]] ab und wurde die Brandruine durch nachfolgenden Dauerregen so stark beschädigt, dass der Dom abgerissen und neugebaut werden musste, was viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Dadurch ergab sich für Wolf Dietrich die Notwendigkeit, für sich eine eigene Grabkapelle zu errichten. Wolf Dietrich war wegen seines unnachgiebigen Auftretens in viele Konflikte verwickelt, u.a. kam es zum [[1611]] wegen des [[Salzbergbau]]s zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit [[Herzogtum Bayern|Bayern]] im sogenannten [[Salzkrieg 1611|Salzkrieg]]. Der Fürsterzbischof wurde gefangen genommen und gezwungen am [[7. März]] [[1612]] abzudanken. Wolf Dietrich starb am [[16. Jänner]] [[1617]] nach langer Haft auf der [[Festung Hohensalzburg]]. |
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| | Am [[19. Jänner]] [[1617]] wurde Wolf Dietrich von Raitenau - entgegen den Bedingungen in seinem Testament - auf Veranlassung seines Nachfolgers Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]] in einem großen prunkvollen Begräbnis in der Gabrielskapelle beigesetzt. | | Am [[19. Jänner]] [[1617]] wurde Wolf Dietrich von Raitenau - entgegen den Bedingungen in seinem Testament - auf Veranlassung seines Nachfolgers Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]] in einem großen prunkvollen Begräbnis in der Gabrielskapelle beigesetzt. |
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| | Die Seitenwände der Altarnische sind mit farbigen Kacheln geschmückt, die eine umlaufende Ranke (Akanthus?) zeigen. | | Die Seitenwände der Altarnische sind mit farbigen Kacheln geschmückt, die eine umlaufende Ranke (Akanthus?) zeigen. |
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| − | Die Altarnische überspannt ein hoher Triumphbogen (kanellierte Pilaster mit korinthischem Kapitel), der im Zenit das Wappen von Wolf Dietrich (schwarze Kugel auf silbernem Feld) in bunten Farben zeigt. Auch sonst ist überall in der Kapelle und am Altar das Wappen des Fürsterzbischofs zu sehen, sogar in der Mitte der Laterne, wo sich sonst ein Symbol für die Dreifaltigkeit befindet. | + | Die Altarnische überspannt ein hoher Triumphbogen (kanellierte Pilaster mit korinthischem Kapitel), der im Zenit das Wappen von Wolf Dietrich (schwarze Kugel auf silbernem Feld) in bunten Farben zeigt. Auch sonst ist überall in der Kapelle und am Altar das Wappen des Fürsterzbischofs zu sehen. Auch in der Mitte der Laterne, wo sich nach katholischer Tradition ein Symbol für die Dreifaltigkeit befinden sollte, sehen wir das Wappen des Raitenauers, umgeben von einem Kranz aus acht Engelsköpfen. Es weist eine Besonderheit auf: Unter der schwarzen Kugel an der Basis der Voluten befindet sich ein bürgerlichem ''Frauenkopf'', zu erkennen an der Haartracht und dem Kopftuch. Man sagt, es sehe [[Salome Alt]] ähnlich, seiner langjährigen Lebensgefährtin. |
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| | == Testament von Wolf Dietrich == | | == Testament von Wolf Dietrich == |