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[[Datei:Gabrielskapelle außen und innen.jpg|thumb|400px|Gabrielskapelle außen und innen]]
 
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Die '''Gabrielskapelle''' ist die Grabkapelle (Mausoleum) des [[Fürsterzbischof]]s [[Wolf Dietrich von Raitenau]] in der [[Stadt Salzburg]]. Sie zählt, wie die gesamte Friedhofsanlage, zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.
 
{{googlemapsort|Linzer+Gasse_41B+5020+Salzburg}}
 
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Die '''Gabrielskapelle''' ist die Grabkapelle (Mausoleum) des [[Fürsterzbischof]]s [[Wolf Dietrich von Raitenau]] in der [[Stadt Salzburg]].
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== Lage ==
 
== Lage ==
Sie befindet sich am [[Sebastiansfriedhof]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]] von Salzburg.
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Sie befindet sich auf dem [[Sebastiansfriedhof]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]] Salzburg.  
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Die dem hl. Gabriel geweihte Kapelle wurde von [[1597]] bis [[1603]] - zu Lebzeiten des Fürsterzbischofs - in der Mitte des Sebastiansfriedhofs durch den italienischen Baumeister und Stukkateur [[Elia Castello]] erbaut. Die Kapelle wurde durch das Testament als Wolf-Dietrich-Grabmal (Mausoleum) bestimmt. Am [[19. Jänner]] [[1617]] wurde der nach langer Haft auf der [[Festung Hohensalzburg]] verstorbene Fürsterzbischof in einem Sarkophag in einer großen Trauerfeierlichkeit beigesetzt.
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Die dem hl. Gabriel geweihte Kapelle wurde von [[1597]] bis [[1603]] - noch zu Lebzeiten des Fürsterzbischofs - in der Mitte des Sebastiansfriedhofs durch den italienischen Baumeister und Stu­cka­teur [[Elia Castello]] erbaut. Die Kapelle wurde durch das Testament als Wolf-Dietrich-Grabmal (Mausoleum) bestimmt. Am [[19. Jänner]] [[1617]] wurde der nach langer Haft auf der [[Festung Hohensalzburg]] verstorbene Fürsterzbischof in einem Sarkophag in einer großen Trauerfeierlichkeit beigesetzt.
    
== Beschreibung ==
 
== Beschreibung ==
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Die großen Statuen in den seitlichen Nischen sind die vier Evangelisten aus dem Neuen Testament: Matthäus (Symbol Mensch), Markus (Symbol Löwe), Lukas (Symbol Stier) und Johannes (Symbol Adler). Sie stammen vermutlich von [[Josef Anton Pfaffinger]].
 
Die großen Statuen in den seitlichen Nischen sind die vier Evangelisten aus dem Neuen Testament: Matthäus (Symbol Mensch), Markus (Symbol Löwe), Lukas (Symbol Stier) und Johannes (Symbol Adler). Sie stammen vermutlich von [[Josef Anton Pfaffinger]].
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Über dem Altar befindet sich ein Rundbogengewölbe, das mit buntem [[Stuck]] von Elia Castello — ähnlich wie in der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] — ausgestattet wurde. Das Gewölbe ist in neun Felder aufgeteilt. In Zentrum befindet das [[Wappen der Fürsterzbischöfe|Wappen]] von Wolf Dietrich (schwarze Kugel auf silbernem Feld). Umgeben ist es von vier Feldern mit ovalem Rahmen, in denen die vier Grundtugenden oder Kardinaltugenden als allegorische weibliche Figuren in Farbe dargestellt sind: die Gerechtigkeit (lat. ''iustitia'' mit den Attributen Waage und Schwert), die Mäßigung (lat. ''temperantia'' mit den Attributen Wasserkrug und Wasserschale), die Stärke (lat. ''fortitudo'' mit dem Attribut Säule) und die Weisheit (lat. ''sapientia'' mit dem Attribut Spiegel). In den Ecken sind vier Felder mit quadratischem Rahmen, in denen vier Kirchenmänner (zwei Bischöfe, ein Kardinal und der Papst) dargestellt sind.
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Über dem Altar befindet sich ein Rundbogengewölbe, das mit buntem [[Stuck]] von Elia Castello — ähnlich wie in der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] — ausgestattet wurde. Das Gewölbe ist in neun Felder aufgeteilt. In Zentrum befindet das [[Wappen der Fürsterzbischöfe|Wappen]] von Wolf Dietrich von Raitenau (schwarze Kugel auf silbernem Feld). Umgeben ist es von vier Feldern mit ovalem Rahmen, in denen die vier Grundtugenden oder Kardinaltugenden als allegorische weibliche Figuren in Farbe dargestellt sind: die Gerechtigkeit (lat. ''iustitia'' mit den Attributen Waage und Schwert), die Mäßigung (lat. ''temperantia'' mit den Attributen Wasserkrug und Wasserschale), die Stärke (lat. ''fortitudo'' mit dem Attribut Säule) und die Weisheit (lat. ''sapientia'' mit dem Attribut Spiegel). In den Ecken sind vier Felder mit quadratischem Rahmen, in denen vier Kirchenmänner (zwei Bischöfe, ein Kardinal und der Papst) dargestellt sind.
    
Die Seitenwände der Altarnische sind mit farbigen Kacheln geschmückt, die eine umlaufende Ranke (Akanthus?) zeigen.   
 
Die Seitenwände der Altarnische sind mit farbigen Kacheln geschmückt, die eine umlaufende Ranke (Akanthus?) zeigen.   
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=== linkes Epitaph ===
 
=== linkes Epitaph ===
[[Datei:Tafel mit lateinischer Inschrift in der Gabrielskapelle über das Vermächtnis Wolf Dietrichs.jpg|thumb|linkes Epitaph ( lateinischer Text)]]
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[[Datei:Tafel mit lateinischer Inschrift in der Gabrielskapelle über das Vermächtnis Wolf Dietrichs.jpg|thumb|linkes Epitaph (lateinischer Text)]]
 
: ''D:(eo) O:(ptimus) M:(aximus) </br>''   
 
: ''D:(eo) O:(ptimus) M:(aximus) </br>''   
 
: ''Illustr(um) etr(um) Priceps acd d(e) Wolphgangus Theodoricus Archiep(i)s(copus) Salisb(urgensium) hanc Sub divo tutelari Gabriele Archangelo sacram aedem circumsepto porticibus caemiterio in augmentum pietatis a fundamentis abs se exstructam et omni moda dote exornatam hisce LL.s ad notitiam piae posteritatis constituit Bini sacerdotes per vices singulis diebus sacrum dictunto pro fidelibus vives et defunctis exoranto: Fundatoris in primis et sanquine iunctorum memoriam devote agunto: salarium uterq(ue) menstruum decem Aedituus quinq(ue) Florenorum accipitio: nosocomii praefectus redituum administrationem habeto: accepti expensi q(ue) rationes ad hoc singulariter deputatis quot annis prae stato q(ue) iura praemissorum cum collatione sucessores princeps Archiepos(copus) sequuntur: quis quis hanc mentem violare attentaverii, in deum om(nium) iudicem vindicem expectato.<ref>Quelle: Foto</ref>
 
: ''Illustr(um) etr(um) Priceps acd d(e) Wolphgangus Theodoricus Archiep(i)s(copus) Salisb(urgensium) hanc Sub divo tutelari Gabriele Archangelo sacram aedem circumsepto porticibus caemiterio in augmentum pietatis a fundamentis abs se exstructam et omni moda dote exornatam hisce LL.s ad notitiam piae posteritatis constituit Bini sacerdotes per vices singulis diebus sacrum dictunto pro fidelibus vives et defunctis exoranto: Fundatoris in primis et sanquine iunctorum memoriam devote agunto: salarium uterq(ue) menstruum decem Aedituus quinq(ue) Florenorum accipitio: nosocomii praefectus redituum administrationem habeto: accepti expensi q(ue) rationes ad hoc singulariter deputatis quot annis prae stato q(ue) iura praemissorum cum collatione sucessores princeps Archiepos(copus) sequuntur: quis quis hanc mentem violare attentaverii, in deum om(nium) iudicem vindicem expectato.<ref>Quelle: Foto</ref>
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: Gott, dem besten und größten  
 
: Gott, dem besten und größten  
: Der weitum berühmte Fürst Wolf Dietrich Erzbischof von Salzburg hat dieses unter göttlichem Schutz des Erzengels Gabriel stehende Gebäude umgeben von den Säulenhallen des Friedhofs zur Förderung der Frömmigkeit von Grund auf aus eigenen Mitteln errichtet und in jeder Weise ausgeschmückt. Dieses hier wie folgt zur Kenntnis den frommen Nachfahren hat er festgesetzt: zwei Priester sollen im Wechsel an jedem einzelnen Tag die heilige Messe sprechen, für die lebenden und verstorbenen Gläubigen beten, dem frommen Gedenken des Gründer als erstes und den Blutsverwandten. Als Entgelt sollen beide monatlich zehn, der Pförtner fünf Florentiner ([[Gulden]]) erhalten. Der Vorsteher des Krankenhauses soll die Verwaltung der Erträgnisse besitzen. Die zu erwartenden Ausgaben und Einnahmen sollen durch dazu im einzelnen bestimmte Personen jeweils jährlich vorher festgestellt und dieser zustehende Anspruch zur Sammlung durch die nachfolgenden Fürsterzbischöfe befolgt werden. Wer auch immer diesen Willen vorsätzlich verletzt, der hat in Gott den alles rächenden Richter zu erwarten.
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: Der weitum berühmte Fürst Wolf Dietrich Erzbischof von Salzburg hat dieses unter göttlichem Schutz des Erzengels Gabriel stehende Gebäude umgeben von den Säulenhallen des Friedhofs zur Förderung der Frömmigkeit von Grund auf aus eigenen Mitteln errichtet und in jeder Weise ausgeschmückt. Dieses hier wie folgt zur Kenntnis den frommen Nachfahren hat er festgesetzt: zwei Priester sollen im Wechsel an jedem einzelnen Tag die heilige Messe sprechen, für die lebenden und verstorbenen Gläubigen beten, dem frommen Gedenken des Gründer als erstes und den Blutsverwandten. Als Entgelt sollen beide monatlich zehn, der Pförtner fünf [[Gulden|Florentiner]] erhalten. Der Vorsteher des Krankenhauses soll die Verwaltung der Erträgnisse besitzen. Die zu erwartenden Ausgaben und Einnahmen sollen durch dazu im einzelnen bestimmte Personen jeweils jährlich vorher festgestellt und dieser zustehende Anspruch zur Sammlung durch die nachfolgenden Fürsterzbischöfe befolgt werden. Wer auch immer diesen Willen vorsätzlich verletzt, der hat in Gott den alles rächenden Richter zu erwarten.
    
=== rechtes Epitaph ===
 
=== rechtes Epitaph ===
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: Wolf Dietrich von Raitenau, von Salzburg Erzbischof und Fürst, der Kapelle und des Friedhofes Gründer, bestimmt, dass er inmitten seines Volkes, das er solange er lebte eifrig gefördert und geliebt hat, unter ihnen auf gleiche Weise in diesem Gebäude, wenn er gestorben ist, bestattet werden soll, wenn Gott es so gestattet. Darum bittet er alle jene, die nach seinem Tod in den obersten Angelegenheiten über dieses Land die Gewalt ausüben werden, dazu aufgefordert durch dieses zu Lebzeiten erlassene Epitaph (Testament) und im Namen Gottes. Wenn er gestorben ist, möge sein Leichnam nicht ausgeweidet werden, dieser auch nicht länger als vierundzwanzig Stunden dem Volk zur Betrachtung ausgestellt werden, sondern sofort nach den hier geforderten Bedingungen zu Grabe getragen werden. Natürlich sollen ihn keine anderen als  jene begleiten, mit denen er alltäglich auf der Festung lebte. Die Diener sollen dafür sorgen, dass der Sarg auf möglichst unerkannte Weise für die Lebenden dem Leib der Erde zugeführt werde. Der Leichentragbare soll ein Einziger mit einem Kreuz als Zeichen und vier mit großen Wachskerzen voranschreiten. Des weiteren: jene sollen von sechs besonders Gottesfürchtigen aus dem Orden der Franziskaner zur Beobachtung begleitet werden, damit nichts anderes geschehe. Solches geschehe nicht während des Tages, sondern in der Nacht und es soll auch keine Glocke geläutet werden, ausgenommen jene, welche nahe bei dem Grabmal des Verstorbenen bei St. Sebastian ist, soll ihn ins Grab begleiten. Niemand soll dazu bestimmt werden, ein über Nacht herzustellendes Trauergewand aus diesem Grund anlegen zu müssen, sondern vielmehr soll zu Gott, dem besten und größten, für den Verstorbenen und seine sündige Seele gebetet und er als dessen Fürsprecher angerufen werden. Die Einzelheiten mögen wie hier vollständig und wie jene sind durch die Nachfolgenden eingehalten werden, und bewahrt werden, gleichwie vor Gott, dem besten und größten, denn sie selbst, nachdem sie vergangen sind, hoffen auf seine Gnade und wünschen sie herbei.  
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: Wolf Dietrich von Raitenau, von Salzburg Erzbischof und Fürst, der Kapelle und des Friedhofes Gründer, bestimmt, dass er inmitten seines Volkes, das er solange er lebte eifrig gefördert und geliebt hat, unter ihnen auf gleiche Weise in diesem Gebäude, wenn er gestorben ist, bestattet werden soll, wenn Gott es so gestattet. Darum bittet er alle jene, die nach seinem Tod in den obersten Angelegenheiten über dieses Land die Gewalt ausüben werden, dazu aufgefordert durch dieses zu Lebzeiten erlassene Epitaph (Testament) und im Namen Gottes. Wenn er gestorben ist, möge sein Leichnam nicht ausgeweidet werden, dieser auch nicht länger als vierundzwanzig Stunden dem Volk zur Betrachtung ausgestellt werden, sondern sofort nach den hier geforderten Bedingungen zu Grabe getragen werden. Natürlich sollen ihn keine anderen als  jene begleiten, mit denen er alltäglich auf der Festung lebte. Die Diener sollen dafür sorgen, dass der Sarg auf möglichst unerkannte Weise für die Lebenden dem Leib der Erde zugeführt werde. Der Leichentragbare soll ein Einziger mit einem Kreuz als Zeichen und vier mit großen Wachskerzen voranschreiten. Des weiteren: jene sollen von sechs besonders Gottesfürchtigen aus dem Orden der [[Franziskaner]] zur Beobachtung begleitet werden, damit nichts anderes geschehe. Solches geschehe nicht während des Tages, sondern in der Nacht und es soll auch keine Glocke geläutet werden, ausgenommen jene, welche nahe bei dem Grabmal des Verstorbenen bei St. Sebastian ist, soll ihn ins Grab begleiten. Niemand soll dazu bestimmt werden, ein über Nacht herzustellendes Trauergewand aus diesem Grund anlegen zu müssen, sondern vielmehr soll zu Gott, dem besten und größten, für den Verstorbenen und seine sündige Seele gebetet und er als dessen Fürsprecher angerufen werden. Die Einzelheiten mögen wie hier vollständig und wie jene sind durch die Nachfolgenden eingehalten werden, und bewahrt werden, gleichwie vor Gott, dem besten und größten, denn sie selbst, nachdem sie vergangen sind, hoffen auf seine Gnade und wünschen sie herbei.  
    
Die strengen Anordnungen des Testaments bilden einen auffallenden Kontrast zum umtriebigen Lebensstil des Fürsterzbischofs.   
 
Die strengen Anordnungen des Testaments bilden einen auffallenden Kontrast zum umtriebigen Lebensstil des Fürsterzbischofs.   
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* [[Franz Martin]]: ''Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], [[1952]] (Neuauflage)
 
* [[Franz Martin]]: ''Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], [[1952]] (Neuauflage)
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[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]]
 
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[[Kategorie:Katholische Kirche]]
 
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[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]]
 
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[[Kategorie:Kapelle]]
 
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