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=== Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau===
 
=== Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau===
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Die erste Kirche ist vermutlich älter als der Dombau des Heiligen Virgil. Sie war dabei ursprünglich Tauf- und Synodalkirche der Stadt. Zwischen 1130 und 1583 war sie zudem Klosterkirche der Petersfrauen. 1189–1635 ist sie Pfarrkirche der Stadt (vorher war dies die Michaelskirche, nachher der Dom). Eine neue Weihe der Kirche im Jahr 1223 lässt auf einen damals eben fertiggestellten Neubau schließen, die heutige Kirche dürfte im Langhausbereich aber bereits ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Auch diese Marienkirche wurde beim Stadtbrand von 1267 großteils zerstört. Nach 1408 wird ein weitgehender Neubau erwogen, der wenige Jahre später unter Meister Hanns von Burghausen begonnen und nach dessen Tod im Jahr 1432 von Stephan Krumenauer beendet wird. Die Turmobergeschosse wurden 1486-1498 errichtet. 1592 übergab [[Wolf Dietrich von Raitenau]] die Kirche den neu ins Land gerufenen Franziskanern als Klosterkirche.  Die Franziskanerkirche besteht aus zwei Teilen; dem ursprünglichen romanischen Langhaus-Basilika mit ihrem Kreuzrippengewölbe und daran anschließend in der gleichen Breite wie das Langhaus dem feingliedrigen spätgotischen Chor mit Sternrippengewölbe. Der heutige Hochaltar wurde 1709 anstelle eines großen gotischen Altares von [[Michael Pacher]] von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet, wobei er aus dem alten Schnitzaltar die Figur der Maria in den neuen Altar einbaute.  
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Die erste Kirche ist vermutlich älter als der Dombau des Heiligen [[Virgil]]. Sie war dabei ursprünglich Tauf- und Synodalkirche der Stadt. Zwischen [[1130]] und [[1583]] war sie zudem Klosterkirche der [[Petersfrauen]]. [[1189]] – [[1635]] ist sie Pfarrkirche der Stadt (vorher war dies die Michaelskirche, nachher der Dom). Eine neue Weihe der Kirche im Jahr [[1223]] lässt auf einen damals eben fertig gestellten Neubau schließen, die heutige Kirche dürfte im Langhausbereich aber bereits ins [[12. Jahrhundert]] zurückreichen.  
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Auch diese Marienkirche wurde beim Stadtbrand von [[1267]] großteils zerstört. Nach [[1408]] wird ein weitgehender Neubau erwogen, der wenige Jahre später unter Meister [[Hanns von Burghausen]] begonnen und nach dessen Tod im Jahr [[1432]] von [[Stephan Krumenauer]] beendet wird. Die Turm-Obergeschoße wurden [[1486]] - [[1498]] errichtet. [[1592]] übergab [[Wolf Dietrich von Raitenau]] die Kirche den neu ins Land gerufenen Franziskanern als Klosterkirche.   
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Die Franziskanerkirche besteht aus zwei Teilen; dem ursprünglichen romanischen Langhaus-Basilika mit ihrem Kreuzrippengewölbe und daran anschließend in der gleichen Breite wie das Langhaus dem feingliedrigen spätgotischen Chor mit Sternrippengewölbe. Der heutige Hochaltar wurde [[1709]] anstelle eines großen gotischen Altares von [[Michael Pacher]] von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet, wobei er aus dem alten Schnitzaltar die Figur der Maria in den neuen Altar einbaute.  
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Am Rand der Kirche befinden sich eine Reihe von Chorkapellen: die Geburt-Christi-Kapelle, die Rochuskapelle, die Kreuzkapelle, die Josefskapelle, die Sebastiankapelle, die Annakapelle und die Franziskuskapelle (letztere mit einem Wandgemälde von [[Johann Michael Rottmayr]]).
 
Am Rand der Kirche befinden sich eine Reihe von Chorkapellen: die Geburt-Christi-Kapelle, die Rochuskapelle, die Kreuzkapelle, die Josefskapelle, die Sebastiankapelle, die Annakapelle und die Franziskuskapelle (letztere mit einem Wandgemälde von [[Johann Michael Rottmayr]]).
    
=== Kollegienkirche (Universitätskirche) ===
 
=== Kollegienkirche (Universitätskirche) ===
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Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]], der „Stifter“ setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um.  
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Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]], der „Stifter“ setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um.
Der Architekt der Kirche war dabei Johann [[Fischer von Erlach]]. Die Kirche ist heute der bedeutendste Kirchenbau der Stadt Salzburg neben dem Dom, ein Hauptwerk des Barockarchitekten Erlach und ein Kirchenbau von internationalem Rang.  
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Erlach lässt hier zugunsten der Erlebbarkeit des Gesamtbauwerkes und seiner Architektur die Gestaltung der detaillierenden Schmuckelemente - auch durch die Ausführung des Kircheninneren in einheitlich weißer Farbe ohne Gemälde - zurücktreten. Der Kirchenbau wurde zum Vorbild vieler spätbarocken Kirchen im süddeutschen Raum. Die Kirche wurde 1707 zu Ehren der Unbefleckten Jungfrau Maria eingeweiht.
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Der Architekt der Kirche war dabei Johann [[Fischer von Erlach]]. Die Kirche ist heute der bedeutendste Kirchenbau der Stadt Salzburg neben dem [[Salzburger Dom|Dom]], ein Hauptwerk des Barockarchitekten Erlach und ein Kirchenbau von internationalem Rang.  
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Erlach lässt hier zugunsten der Erlebbarkeit des Gesamtbauwerkes und seiner Architektur die Gestaltung der detaillierenden Schmuckelemente - auch durch die Ausführung des Kircheninneren in einheitlich weißer Farbe ohne Gemälde - zurücktreten. Der Kirchenbau wurde zum Vorbild vieler spätbarocken Kirchen im süddeutschen Raum. Die Kirche wurde [[1707]] zu Ehren der Unbefleckten Jungfrau Maria eingeweiht.
    
Die Kirche weist drei Teile auf: die Schaufassade im Osten, das Haupthaus und die stufig abfallenden Anbauten im Westen. Die Türme besitzen bei dieser Kirche keine Turmhaube mehr, sie lösen sich vielmehr nach oben hin feingliedrig in von allegorischen Figuren gekrönten Balustraden auf. Die Figuren stellen links die vier Erzengel und rechts die vier römischen Kirchenväter dar. Die Gestalt der Heiligen Maria auf einer Mondsichel krönt die Mitte des Bauwerkes.   
 
Die Kirche weist drei Teile auf: die Schaufassade im Osten, das Haupthaus und die stufig abfallenden Anbauten im Westen. Die Türme besitzen bei dieser Kirche keine Turmhaube mehr, sie lösen sich vielmehr nach oben hin feingliedrig in von allegorischen Figuren gekrönten Balustraden auf. Die Figuren stellen links die vier Erzengel und rechts die vier römischen Kirchenväter dar. Die Gestalt der Heiligen Maria auf einer Mondsichel krönt die Mitte des Bauwerkes.   
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Die großen Fenster der Fassade öffnen den Bau nach außen und lösen die Schwere der mittleren Fassadenfront auf.  
 
Die großen Fenster der Fassade öffnen den Bau nach außen und lösen die Schwere der mittleren Fassadenfront auf.  
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Die Kirche ist innen als hoch aufragenden Tonnengewölbe in Kreuzform mit Kollosalpilastern und einer zentralen hohen Tambourkuppel gestaltet, wobei der Bau durch die vier hohen Hauptkapellen, die den Heiligen der klassischen vier Fakultäten (Thomas von Aquin, Lukas, Ivo und Katharina) geweiht sind, zu einem Zentralbau vereinheitlicht wird. Diese in den Kirchbau integrierten offenen Kapellen mit ihren Altären prägen neben dem Hauptaltar das Bild des Kircheninneren.  
 
Die Kirche ist innen als hoch aufragenden Tonnengewölbe in Kreuzform mit Kollosalpilastern und einer zentralen hohen Tambourkuppel gestaltet, wobei der Bau durch die vier hohen Hauptkapellen, die den Heiligen der klassischen vier Fakultäten (Thomas von Aquin, Lukas, Ivo und Katharina) geweiht sind, zu einem Zentralbau vereinheitlicht wird. Diese in den Kirchbau integrierten offenen Kapellen mit ihren Altären prägen neben dem Hauptaltar das Bild des Kircheninneren.  
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Der Altar, von Pater Bernhard Stuart entworfen und von [[Josef Anton Pfaffinger]] ausgeführt, löst sich in Stuckfiguren nach oben hin auf. Vor den Säulen stehen allegorische Figuren der Musik, Poesie, Malerei und Baukunst und der vier Fakultäten. Darüber schweben Liebe und Hoffnung, beflügelt vom Glauben.
 
Der Altar, von Pater Bernhard Stuart entworfen und von [[Josef Anton Pfaffinger]] ausgeführt, löst sich in Stuckfiguren nach oben hin auf. Vor den Säulen stehen allegorische Figuren der Musik, Poesie, Malerei und Baukunst und der vier Fakultäten. Darüber schweben Liebe und Hoffnung, beflügelt vom Glauben.
    
=== Kajetanerkirche St. Maximilian ===
 
=== Kajetanerkirche St. Maximilian ===
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Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit ihrem angeschlossenen Spital der Barmherzigen Brüder, nächst dem alten Stadttor (Inneres Nonntalertor, Inneres Erentrudistor) gelegen, sehr alt. Urkundlich stand hier schon 1150 eine Kirche und ein Spital. Hier befand sich aber auch das Raplbad, in dem der Arzt Bombastus Theophrastus von Hohenheim, genannt [[Paracelsus]] wirkte. Im Jahr 1684 erfolgte durch Erzbischof Max Gandolf Kuenburg die Stiftung eines Priesterseminars unter Leitung der Theatiner (allgemein nach ihrem Gründer Kajetaner genannt). Von 1685-1697 wurde hier unter Leitung des Italieners Giovanni Gaspare Zugalli die neue Kirche und das vorgesehene Priesterseminar erbaut. Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]], der ab 1687 regierte, war kein Freund des „Wälschen Barock“ und der Theatiner, weshalb Zugalli lange um die Endabrechnung streiten musste. Das Priesterseminar wurde dann an der Seite der Dreifaltigkeitskirche unter neuer Leitung errichtet.  
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Als kirchlicher Ort ist die heutige Kajetanerkirche mit ihrem angeschlossenen Spital der Barmherzigen Brüder, nächst dem alten Stadttor (Inneres Nonntalertor, Inneres Erentrudistor) gelegen, sehr alt. Urkundlich stand hier schon [[1150]] eine Kirche und ein Spital. Hier befand sich aber auch das Raplbad, in dem der Arzt Bombastus Theophrastus von Hohenheim, genannt [[Paracelsus]] wirkte. Im Jahr [[1684]] erfolgte durch Erzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] die Stiftung eines Priesterseminars unter Leitung der Theatiner (allgemein nach ihrem Gründer Kajetaner genannt).  
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Von [[1685]] bis [[1697]] wurde hier unter Leitung des Italieners Giovanni Gaspare Zugalli die neue Kirche und das vorgesehene Priesterseminar erbaut. Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]], der ab [[1687]] regierte, war kein Freund des „Wälschen Barock“ und der Theatiner, weshalb Zugalli lange um die Endabrechnung streiten musste. Das Priesterseminar wurde dann an der Seite der Dreifaltigkeitskirche unter neuer Leitung errichtet.  
 
   
 
   
Zwei Flügelbauten des ehemaligen Kloster umschließen die in die Gebäudeflucht eingebettete kleine Kirche. Der Zentralbau ist von einer hohen Tambourkuppel gekrönt, an die seitlich 4 kleine Kapellen integriert sind. Kleine dekorative Wandfelder mit Scheinfenstern und Emporen vervollständigen die Kirche. Das Kuppelfresko wurde von [[Paul Troger]] geschaffen. Auch das Altarbild des Hochaltars mit der Marter des Hl. Maximilian, das Altarbild des rechten Seitenaltars und vier Bilder auf Leinwand über den Beichtstühlen wurden von Paul Troger geschaffen. Das Altarbild des linken Seitenaltars stammt von [[Johann Michael Rottmayr]]. Eine Besonderheit ist die ''Heilige Stiege'' neben der Kirche, die in Nachahmung der römischen Scala Santa 1712 hier errichtet wurde. Sie besteht aus 49 Stufen, darf nur kniend erklommen werden und führt hinauf zum Kreuzaltar, der um 1750 geschaffen wurde.  
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Zwei Flügelbauten des ehemaligen Kloster umschließen die in die Gebäudeflucht eingebettete kleine Kirche. Der Zentralbau ist von einer hohen Tambourkuppel gekrönt, an die seitlich 4 kleine Kapellen integriert sind. Kleine dekorative Wandfelder mit Scheinfenstern und Emporen vervollständigen die Kirche. Das Kuppelfresko wurde von [[Paul Troger]] geschaffen. Auch das Altarbild des Hochaltars mit der Marter des Hl. Maximilian, das Altarbild des rechten Seitenaltars und vier Bilder auf Leinwand über den Beichtstühlen wurden von Paul Troger geschaffen. Das Altarbild des linken Seitenaltars stammt von [[Johann Michael Rottmayr]]. Eine Besonderheit ist die ''Heilige Stiege'' neben der Kirche, die in Nachahmung der römischen Scala Santa [[1712]] hier errichtet wurde. Sie besteht aus 49 Stufen, darf nur kniend erklommen werden und führt hinauf zum Kreuzaltar, der um [[1750]] geschaffen wurde.  
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1809 wurde die Niederlassung der Kongregation der Theatiner aufgehoben. Das Gebäude diente nun als Garnisonsspital. 1923 wurde es den Barmherzigen Brüdern in Fortführung der Spitalsarbeit übergeben.   
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[[1809]] wurde die Niederlassung der [[Kongregation der Theatiner]] aufgehoben. Das Gebäude diente nun als Garnisonsspital. [[1923]] wurde es den [[Barmherzigen Brüder]]n in Fortführung der Spitalsarbeit übergeben.   
    
=== Ursulinenkirche St. Markus ===
 
=== Ursulinenkirche St. Markus ===
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Dem Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]] waren als Landesfürsten soziale Aufgaben stets wichtig. So berief er 1695 zur besseren Bildung der weiblichen Jugend die Kongregation der [[Ursulinen]] nach Salzburg, die zuerst außerhalb der Stadt im heutigen Schloss Arenberg untergebracht wurde, bald aber stadtnahe zum Klausentor hin übersiedelte.  
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Dem Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]] waren als Landesfürsten soziale Aufgaben stets wichtig. So berief er [[1695]] zur besseren Bildung der weiblichen Jugend die [[Kongregation der Ursulinen]] nach Salzburg, die zuerst außerhalb der Stadt im heutigen [[Schloss Arenberg]] untergebracht wurde, bald aber stadtnahe zum Klausentor hin übersiedelte.  
1699 wurde hier daher der Grundstein für das Ursulinenkloster und die angeschlossene Kirche St. Markus gelegt. Der herausragende Baumeister Johann [[Fischer von Erlach]] übernahm die Leitung des Baus. Die Kirche wurde 1705 vollendet, das angeschlossene Klostergebäude danach 1713-1726 errichtet. Auf dem schmalen Raum zwischen der hohen Felswand des Mönchsbergs und der Festungsmauer zur Salzach hin errichtete der Architekt ein Kirchengebäude mit harmonisch schwingenden Linien und barocker Lebendigkeit. Die Türme sind den schmalen Raum nutzend seitlich zurückgesetzt. Der Vorbau der Kirche besitzt Kapitelle im ionischen Stil mit einem aufgesetzten Dreieckgiebel, der von der Figur des Heiligen Markus umrahmt von den Heiligen Augustinus und Ursula bekrönt wird. Diese Figuren wurden vermutlich von [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen. Das Innere ist kreuzförmig gestaltet, die Querarme sind dabei sehr kurz. Die Gewölbemalereien wurden 1756 von Christoph Anton Mayr ergänzt.   
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[[1699]] wurde hier daher der Grundstein für das Ursulinenkloster und die angeschlossene Kirche St. Markus gelegt. Der herausragende Baumeister Johann [[Fischer von Erlach]] übernahm die Leitung des Baus. Die Kirche wurde [[1705]] vollendet, das angeschlossene Klostergebäude danach [[1713]] bis [[1726]] errichtet. Auf dem schmalen Raum zwischen der hohen Felswand des Mönchsbergs und der Festungsmauer zur Salzach hin errichtete der Architekt ein Kirchengebäude mit harmonisch schwingenden Linien und barocker Lebendigkeit. Die Türme sind den schmalen Raum nutzend seitlich zurückgesetzt. Der Vorbau der Kirche besitzt Kapitelle im ionischen Stil mit einem aufgesetzten Dreieckgiebel, der von der Figur des Heiligen Markus umrahmt von den Heiligen Augustinus und Ursula bekrönt wird. Diese Figuren wurden vermutlich von [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen. Das Innere ist kreuzförmig gestaltet, die Querarme sind dabei sehr kurz. Die Gewölbemalereien wurden 1756 von Christoph Anton Mayr ergänzt.   
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Das Kloster der Ursulinen mit seiner angeschlossenen Schule (Privatgymnasium) wurde 1957 nach Glasenbach hin verlegt, die ehemaligen Klosterräume werden seit 1959 weitgehend vom Naturkundemuseum [[Haus der Natur]] genutzt.
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Das Kloster der Ursulinen mit seiner angeschlossenen Schule (Privatgymnasium) wurde [[1957]] nach [[Glasenbach]] hin verlegt, die ehemaligen Klosterräume werden seit [[1959]] weitgehend vom Naturkundemuseum [[Haus der Natur]] genutzt.
    
== Sehenswerte historische Profanbauten ==
 
== Sehenswerte historische Profanbauten ==
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=== Neue Salzburger Residenz ===
 
=== Neue Salzburger Residenz ===
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Die neue Residenz errichtete Wolf Dietrich von Raitenau. Schon 1588 hatte der Fürst mit der Demolierung der dortigen Bürger- und Domherrenhäuser begonnen. Anfangs diente er die Neue Residenz wohl als Wohnsitz für die Brüder des Erzbischofs und als repräsentative Herberge für fremde Fürsten. Schon Vielleicht war dieses Gebäude auch als spätere ständige Unterkunft des Erzbischofs gedacht. Erzbischof [[Colloredo]] ließ 1786 das dortige Zeughaus räumen und großteils zu Verwaltungsräumen umbauen.  
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Die [[Neue Residenz]] errichtete [[Wolf Dietrich von Raitenau]]. Schon [[1588]] hatte der Fürst mit der Demolierung der dortigen Bürger- und Domherrenhäuser begonnen. Anfangs diente er die Neue Residenz wohl als Wohnsitz für die Brüder des Erzbischofs und als repräsentative Herberge für fremde Fürsten. Schon Vielleicht war dieses Gebäude auch als spätere ständige Unterkunft des Erzbischofs gedacht. Erzbischof [[Josef Franz de Paula Hieronymus von Colloredo-Waldsee-Mels|Colloredo]] ließ [[1786]] das dortige Zeughaus räumen und großteils zu Verwaltungsräumen umbauen.  
    
Im 2. Stock befinden sich die Prunkräume mit Spiegelgewölben und reichem bunten Stuckdekor. Der Saal der Tugenden (antecamera) ist ein Rechtecksaal mit Stuckkassettendecke und allegorischen Figuren, wobei die drei theologischen Tugenden im Mittelpunkt stehen. Im Gloriensaal findet sich an der Decke die Darstellung der Gloriole mit Engelschören. Im Ständesaal sind dort Darstellungen des aufopfernden Verhaltens: (Horatius Cocles verteidigt die Tiberbrücke, Gaius Mucius Scaevola legt seine Hand ins Feuer, Opfertod des Marcus Curtius). Der Feldherrensaal mit dem Wappen Wolf Dietrichs auf Goldmosaikgrund zeigt halbfigürliche Darstellungen von Karl dem Großen und anderen Herrschern.  
 
Im 2. Stock befinden sich die Prunkräume mit Spiegelgewölben und reichem bunten Stuckdekor. Der Saal der Tugenden (antecamera) ist ein Rechtecksaal mit Stuckkassettendecke und allegorischen Figuren, wobei die drei theologischen Tugenden im Mittelpunkt stehen. Im Gloriensaal findet sich an der Decke die Darstellung der Gloriole mit Engelschören. Im Ständesaal sind dort Darstellungen des aufopfernden Verhaltens: (Horatius Cocles verteidigt die Tiberbrücke, Gaius Mucius Scaevola legt seine Hand ins Feuer, Opfertod des Marcus Curtius). Der Feldherrensaal mit dem Wappen Wolf Dietrichs auf Goldmosaikgrund zeigt halbfigürliche Darstellungen von Karl dem Großen und anderen Herrschern.  
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Heute ist die Neue Residenz als neues [[Museum Carolino Augusteum]] im Aufbau. Hier ist in einem getrennten Raum auch das bekannte [[Sattler-Panorama]] zu bewundern, das [[Johann Michael Sattler]] mit Hilfe von Friedrich Loos (Landschaft) und Johann Schindler (Figuren) malte. 1828 war das große Rundgemälde, das als Großbild die Architektur der Stadt und Umgebung der Zeit minutiös festhielt, fertig.     
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Heute ist die Neue Residenz als neues [[Salzburg Museum Carolino Augusteum]] im Aufbau. Hier ist in einem getrennten Raum auch das bekannte [[Sattler-Panorama]] zu bewundern, das [[Johann Michael Sattler]] mit Hilfe von Friedrich Loos (Landschaft) und Johann Schindler (Figuren) malte. 1828 war das große Rundgemälde, das als Großbild die Architektur der Stadt und Umgebung der Zeit minutiös festhielt, fertig.     
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'''Das Glockenspiel''' entstand aus einem von [[Wolf Dietrich von Raitenau]] dem Bau vorgesetztem Turm, der ursprünglich 5-geschossig war. 1701 wurde diesem Turm ein Achteckaufbau in offenen Rundbogenarkaden aufgesetzt und mit 32 Glocken des Antwerpener Gießers ''Melchior des Haze'' (1688-89) versehen, die Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]] anfertigen ließ und welche dann der Salzburger Hofuhrmacher [[Jeremias Sauter]] hier zusammenbaute. Im Erdgeschoß ist dem Turm ein Arkadengang vorgestellt, der das Eingangsportal für das [[Salzburger Heimatwerk]] bildet.
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'''Das Glockenspiel''' entstand aus einem von [[Wolf Dietrich von Raitenau]] dem Bau vorgesetztem Turm, der ursprünglich fünfgeschossig war. [[1701]] wurde diesem Turm ein Achteckaufbau in offenen Rundbogenarkaden aufgesetzt und mit 32 Glocken des Antwerpener Gießers ''Melchior des Haze'' ([[1688]]- [[1689]]) versehen, die Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]] anfertigen ließ und welche dann der Salzburger Hofuhrmacher [[Jeremias Sauter]] hier zusammenbaute. Im Erdgeschoß ist dem Turm ein Arkadengang vorgestellt, der das Eingangsportal für das [[Salzburger Heimatwerk]] bildet.
    
=== Alte Universität mit Saecellum und Großer Aula===
 
=== Alte Universität mit Saecellum und Großer Aula===
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Der äußerlich schlichte Bau der Alten Universität wurde 1618 begonnen, als [[Markus Sittikus von Hohenems]] den Vorläufer der Universität, das erste Salzburger Gymnasium gründete. Damals entstand auch die dem Heiligen Borromäus geweihte Kapelle des ''Saecellum''.  
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Der äußerlich schlichte Bau der [[Universität Salzburg|Alten Universität]] wurde [[1618]] begonnen, als [[Markus Sittikus von Hohenems]] den Vorläufer der Universität, das erste Salzburger Gymnasium gründete. Damals entstand auch die dem Heiligen Borromäus geweihte Kapelle des ''Saecellum''.  
Der 1627 begann unter der Leitung [[Santino Solari]]s der Ausbau des Gebäudes für die 1623 begründete neue Benediktineruniversität. Nach 1630 wurde der Nordflügel mit der ''Großen Aula'' erbaut, 1652 bis 1655 der Bau des Südflügels. Der Hof besitzt Arkadengänge mit Kreuzgradgewölben, die Obergeschoßarkaden im Südtrakt wurden dabei erst 1981 freigelegt. Im Erdgeschoß sind die Gänge als Rundbogenarkaden ausgeführt.   
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Der [[1627]] begann unter der Leitung [[Santino Solari]]s der Ausbau des Gebäudes für die [[1623]] begründete neue Benediktineruniversität. Nach 1630 wurde der Nordflügel mit der ''Großen Aula'' erbaut, [[1652]] bis [[1655]] der Bau des Südflügels. Der Hof besitzt Arkadengänge mit Kreuzgradgewölben, die Obergeschoßarkaden im Südtrakt wurden dabei erst 1981 freigelegt. Im Erdgeschoß sind die Gänge als Rundbogenarkaden ausgeführt.   
    
'''Saecellum'''
 
'''Saecellum'''
Die Deckenbilder in diesem rechteckigen Raum mit seinem fünfjochigen Kreuzgradgewölbe zeigen in ovalen Rahmen die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes, ein Thema das die Bilder der ''Aula Academia'' wiederholen. Der Saalbau wurde 1663 erweitert. Der marmorne Hochaltar wurde 1766-68 nach einem Entwurf von [[Wolfgang Hagenauer]] errichtet. Zwei Seitenaltäre sind um 1750 entstanden. Kostbar sind hier auch die von Johann Baptist Hagenauer geschaffenen Bleireliefs mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Benediktus und [[Borromäus]]. Eine Seitenkapelle und eine Sakristei ergänzen den Sakralbau.
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Die Deckenbilder in diesem rechteckigen Raum mit seinem fünfjochigen Kreuzgradgewölbe zeigen in ovalen Rahmen die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes, ein Thema das die Bilder der ''Aula Academia'' wiederholen. Der Saalbau wurde [[1663]] erweitert. Der marmorne Hochaltar wurde [[1766]]-[[1768|68]] nach einem Entwurf von [[Wolfgang Hagenauer]] errichtet. Zwei Seitenaltäre sind um [[1750]] entstanden. Kostbar sind hier auch die von [[Johann Baptist Hagenauer]] geschaffenen Bleireliefs mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Benediktus und [[Borromäus]]. Eine Seitenkapelle und eine Sakristei ergänzen den Sakralbau.
    
'''Aula academia'''  
 
'''Aula academia'''  
Die 1631 errichtete und kürzlich erneut umgestaltete Aula Academia (Große Aula) diente ursprünglich als Kongregationssaal für die Marianische Kongregation des Kollegiums und wurde wahrscheinlich nach Plänen von Wolfgang Hagenauer um 1780 erstmalig umgestaltet. Sie diente dabei auch als historischer Vielzweckraum für Messen und für Theateraufführung. In den acht Achsen der Ost- und den 7 Achsen der Westseite finden sich die Darstellungen der 15 Geheimnisse des Rosenkranzes. Das ehemalige große Altarbild stammt von Adrian Bloemart und zeigt Christus als Weltenrichter umgeben von seiner Mutter Maria und von Heiligen.
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Die [[1631]] errichtete und kürzlich erneut umgestaltete Aula Academia (Große Aula) diente ursprünglich als Kongregationssaal für die Marianische Kongregation des Kollegiums und wurde wahrscheinlich nach Plänen von Wolfgang Hagenauer um [[1780]] erstmalig umgestaltet. Sie diente dabei auch als historischer Vielzweckraum für Messen und für Theateraufführung. In den acht Achsen der Ost- und den 7 Achsen der Westseite finden sich die Darstellungen der 15 Geheimnisse des Rosenkranzes. Das ehemalige große Altarbild stammt von Adrian Bloemart und zeigt Christus als Weltenrichter umgeben von seiner Mutter Maria und von Heiligen.
    
=== Rathaus ===
 
=== Rathaus ===
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Das Rathaus ist heute ein viergeschossiger Bau mit Rokokofassade und einem stadtbildprägenden charakteristischem kleinen Turm. Es wurde im 14. Jahrhundert als Wohnhaus des Patriziergeschlechtes des Keuzl (''Keutzlturm'') genutzt und wird 1407 von der Stadtgemeinde erworben und dann unter Erzbischof [[Markus Sittikus]] 1616-1618 vollständig umgebaut. Die heutige Rokokofassade wurde 1772 hergestellt. Das kleine sechseckige Glockentürmchen mit seiner mehrteiligen Haube enthält alte Glocken von Hans Ralb (14. Jhd.) und Christoph Sesselschreiber (1519). Bemerkenswert ist die alte Turmuhr mit ihrem langen im Turminneren schwingenden Pendel. Das große mechanische Werk ist das vermutlich älteste erhaltene Uhrwerk im Land Salzburg.  
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Das Rathaus ist heute ein viergeschossiger Bau mit Rokokofassade und einem stadtbildprägenden charakteristischem kleinen Turm. Es wurde im [[14. Jahrhundert]] als Wohnhaus des Patriziergeschlechtes des Keuzl (''Keutzlturm'') genutzt und wird [[1407]] von der Stadtgemeinde erworben und dann unter Erzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] [[1616]] - [[1618]] vollständig umgebaut. Die heutige Rokokofassade wurde [[1772]] hergestellt. Das kleine sechseckige Glockentürmchen mit seiner mehrteiligen Haube enthält alte Glocken von [[Hans Ralb]] ([[14. Jahrhundert]]) und [[Christoph Sesselschreiber]] ([[1519]]). Bemerkenswert ist die alte Turmuhr mit ihrem langen im Turminneren schwingenden Pendel. Das große mechanische Werk ist das vermutlich älteste erhaltene Uhrwerk im Land Salzburg.  
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Die Figur der Justitia in einer Nische der Außenfassade weist auf die frühere Funktion des Hauses als Gerichtsstätte hin und stammt von Hans Waldburger (1616).  
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Die Figur der Justitia in einer Nische der Außenfassade weist auf die frühere Funktion des Hauses als Gerichtsstätte hin und stammt von [[Hans Waldburger]] ([[1616]]).  
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Im zweiten Stock ist neben dem Sitzungszimmer des Gemeinderates der Stadt Salzburg die große bekannte Ansicht der Stadt Salzburg von [[Hans Kulstrunk]] von 1916 zu sehen. Die bekannte Säulenhalle des Rathauses, die für vielfältige Zwecke (vor allem als Galerie und Ausstellungsraum) genutzt ist, ist eine zweischiffige und fünfjochige Halle mit flachen Kreuzgradgewölben auf toskanischen Säulen und Pilastern.
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Im zweiten Stock ist neben dem Sitzungszimmer des [[Gemeinderat]]es der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] die große bekannte Ansicht der Stadt Salzburg von [[Hans Kulstrunk]] von [[1916]] zu sehen. Die bekannte Säulenhalle des Rathauses, die für vielfältige Zwecke (vor allem als Galerie und Ausstellungsraum) genutzt ist, ist eine zweischiffige und fünfjochige Halle mit flachen Kreuzgradgewölben auf toskanischen Säulen und Pilastern.
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Kürzlich wurden im Keller des Rathauses Mauern aus der Zeit des 12. Jahrhunderts und ein Münzschatz aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Der bisher älteste Pflasterboden Salzburgs aus großen, sorgfältig verfugten Salzachkieselsteinen, aus dem 12. Jahrhundert stammend, wurde hier unter Leitung des Stadtarchäologen Wilfried Kovacsovics freigelegt. Auch ein Rest der alten Stadtmauer der Stadt Salzburg aus der Zeit der ersten Befestigung der Stadt ist hier freigelegt. In den letzten Jahren wurde das Gebäude unter Leitung von Ing. Rüdiger Schobersberger restauriert.   
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Kürzlich wurden im Keller des Rathauses Mauern aus der Zeit des [[12. Jahrhundert]]s und ein Münzschatz aus dem [[17. Jahrhundert]] gefunden. Der bisher älteste Pflasterboden Salzburgs aus großen, sorgfältig verfugten Salzachkieselsteinen, aus dem 12. Jahrhundert stammend, wurde hier unter Leitung des Stadtarchäologen [[Wilfried Kovacsovics]] freigelegt. Auch ein Rest der alten Stadtmauer der Stadt Salzburg aus der Zeit der ersten Befestigung der Stadt ist hier freigelegt. In den letzten Jahren wurde das Gebäude unter Leitung von Ing. Rüdiger Schobersberger restauriert.   
    
Heute ist das Gebäude im Erdgeschoß von Geschäften, sonst aber von Magistratsabteilungen genutzt. Die regelmäßigen Sitzungen des Gemeinderates der Stadt Salzburg finden hier im Großen Saal im 2. Stock statt.  
 
Heute ist das Gebäude im Erdgeschoß von Geschäften, sonst aber von Magistratsabteilungen genutzt. Die regelmäßigen Sitzungen des Gemeinderates der Stadt Salzburg finden hier im Großen Saal im 2. Stock statt.  
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Unmittelbar neben dem Rathaus steht das vermutlich älteste erhaltene Patrizierhaus der Stadt Salzburg (Kranzlmarkt 3).
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Unmittelbar neben dem Rathaus steht das vermutlich älteste erhaltene Patrizierhaus der Stadt Salzburg ([[Kranzlmarkt]] 3).
    
=== Hofmarstall (Festspielhaus), Felsenreitschule und Marstallschwemme ===  
 
=== Hofmarstall (Festspielhaus), Felsenreitschule und Marstallschwemme ===  
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'''Der Hofmarstall''' wurde in der Anlage mit seiner langgestreckten Front zur Hofstallgasse von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] errichtet. 1662 wurde dieser Bau erweitert und die Winterreitschule eingerichtet. Ein weiterer Ausbau erfolgte unter Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]]. Die Sommerreitschule und die Fassade der nördliche Schmalseite zum Karajanplatz und zur Marstallschwemme hin wurde nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach 1693/94 gestaltet. Der dortige marmorne Torbogen zeigt auf Postamenten sitzende allegorische Frauenfiguren (Europa und Asien darstellend),  mit Einhörnern, den Wappentieren Erzbischof Thuns. In der Zeit der Monarchie war der Hofmarstall als Kavalleriekaserne genutzt. 1925 erfolge der 1. Umbau zum Festspielhaus für die [[Salzburger Festspiele]] unter Architekt Eduard Hütter, 1926 und 1937/38 ein weiterer Ausbau unter Architekt [[Clemens Holzmeister]]. Der Stadtsaal, Teil der ehemaligen Winterreitschule (1926 durch Holzmeister umgestaltet) enthält ein Deckenfresko von [[Johann Michael Rottmayr]] und [[Christoph Lederwasch]]. Nach Übersiedelung des Hauses der Natur in das ehemalige Ursulinenkloster (1956) erfolgte bis 1960 der Neubau des Großen Festspielhauses nach Plänen von Clemens Holzmeister.     
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'''Der Hofmarstall''' wurde in der Anlage mit seiner langgestreckten Front zur Hofstallgasse von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] errichtet. [[1662]] wurde dieser Bau erweitert und die Winterreitschule eingerichtet. Ein weiterer Ausbau erfolgte unter Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]]. Die Sommerreitschule und die Fassade der nördliche Schmalseite zum Karajanplatz und zur Marstallschwemme hin wurde nach Plänen von Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]] [[1693]]/[[1694|94]] gestaltet. Der dortige marmorne Torbogen zeigt auf Postamenten sitzende allegorische Frauenfiguren (Europa und Asien darstellend),  mit Einhörnern, den Wappentieren Erzbischof Thuns.  
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In der Zeit der Monarchie war der Hofmarstall als Kavalleriekaserne genutzt. [[1925]] erfolge der ersten Umbau zum Festspielhaus für die [[Salzburger Festspiele]] unter Architekt Eduard Hütter, [[1926]] und [[1937]]/[[1938|38]] ein weiterer Ausbau unter Architekt [[Clemens Holzmeister]]. Der Stadtsaal, Teil der ehemaligen Winterreitschule (1926 durch Holzmeister umgestaltet) enthält ein Deckenfresko von [[Johann Michael Rottmayr]] und [[Christoph Lederwasch]]. Nach Übersiedelung des Hauses der Natur in das ehemalige [[Ursulinenkloster]] ([[1956]]) erfolgte bis [[1960]] der Neubau des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]] nach Plänen von [[Clemens Holzmeister]].     
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Die '''[[Felsenreitschule]]''' wurde 1693 unter Erzbischof [[Johann Ernst von Thun]] vermutlich nach Entwürfen von Johann Bernhard Fischer von Erlach ausgestaltet. Die glatten, zueinander einen rechten Winkel bildenden Wänden des Mönchsbergs, die durch vorangegangenen Steinbrucharbeit entstanden waren, wurden dabei mit dreigeschossigen flachbogigen Arkaden ausgestattet. Dieser Ort dient heute als Aufführungsstätte für die [[Salzburger Festspiele]]. Im Zuge der Adaptierungen wurde die heutige Zuschauertribüne, die Unterbühne und die Überdachung 1968/69 von [[Clemens Holzmeister]] errichtet.   
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Die '''[[Felsenreitschule]]''' wurde [[1693]] unter Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun]] vermutlich nach Entwürfen von Johann Bernhard [[Fischer von Erlach ausgestaltet]]. Die glatten, zueinander einen rechten Winkel bildenden Wänden des [[Mönchsberg]]s, die durch vorangegangenen Steinbrucharbeit entstanden waren, wurden dabei mit dreigeschossigen flachbogigen Arkaden ausgestattet. Dieser Ort dient heute als Aufführungsstätte für die [[Salzburger Festspiele]]. Im Zuge der Adaptierungen wurde die heutige Zuschauertribüne, die Unterbühne und die Überdachung [[1968]]/[[1969|69]] von [[Clemens Holzmeister]] errichtet.   
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Die '''Marstallschwemme''' wurde im Zuge der Neugestaltung des Hofmarstalles durch Johann Bernhard Fischer von Erlach konzipiert. Der dortige ''Rossebändiger'', ein sich aufbäumendes fürsterzbischöfliches Pferd bändigend, ist eine gelungene Skulptur mit einem hohem Maß an Dynamik und war ursprünglich auf den Hofmarstall hin ausgerichtet. 1732 wurde dieses Pferdeschwemme unter Erzbischof Leopold Eleutherius [[Leopold Anton Graf von Firmian|Firmian]] in seine heutige Gestalt gebracht. Sein Wappen ziert den damals ausgetauschten Sockel der Pferdeschwemmenskulptur. Die Schauwand mit den kunstvollen Pferdefresken stammt in der Anlage ebenfalls aus der Zeit Fischer von Erlachs und wurde von diesem konzipiert. Die heutigen Fresken stammen von Franz Anton Ebner.
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Die '''Marstallschwemme''' wurde im Zuge der Neugestaltung des Hofmarstalles durch Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]] konzipiert. Der dortige ''Rossebändiger'', ein sich aufbäumendes fürsterzbischöfliches Pferd bändigend, ist eine gelungene Skulptur mit einem hohem Maß an Dynamik und war ursprünglich auf den Hofmarstall hin ausgerichtet. [[1732]] wurde dieses Pferdeschwemme unter Erzbischof Leopold Eleutherius [[Leopold Anton Graf von Firmian|Firmian]] in seine heutige Gestalt gebracht. Sein Wappen ziert den damals ausgetauschten Sockel der Pferdeschwemmenskulptur. Die Schauwand mit den kunstvollen Pferdefresken stammt in der Anlage ebenfalls aus der Zeit Fischer von Erlachs und wurde von diesem konzipiert. Die heutigen Fresken stammen von [[Franz Anton Ebner]].
    
=== Sigmundstor (früher "Neutor" genannt) ===
 
=== Sigmundstor (früher "Neutor" genannt) ===