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Die '''Altstadt von Salzburg''' umfasst den historischen Innenstadtkern von [[Salzburg]]. Als '''Altstadt''' von '''Salzburg''' wird vor allem das Gebiet links der [[Salzach]] zwischen dem [[Klausentor]] im Nordwesten, dem [[Mönchsberg]], der die Altstadt im Süden und Südwesten umschließt und dem Rudolfsplatz im Osten bezeichnet. Im Norden bot einst der Müllner Hügel mit der alten Vorstadt [[Mülln]] eine höhere strategische Sicherheit. Auf diese Weise von drei Seiten durch Berge geschützt wird die Altstadt im Osten durch den Flusslauf der [[Salzach]] begrenzt. Der südlichste Teil der Altstadt um die Kaigasse wird allgemein als Kaiviertel bezeichnet. In der Altstadt leben gut 2000 Bewohner.  Außerdem gehört auch noch die [[Steingasse]] am rechten [[Salzach]]ufer zwischen [[Äußerer Stein]] und [[Platzl]] zur erweiterten Altstadt, da diese Gasse schon seit dem Mittelalter eine Einfahrtsstraße für Salzburg darstellte. Diese vergleichsweise kleinen Teile der historischen Altstadt, die auf der rechten Seiten der Salzach liegen, sind hier unter dem Begriff [[Neustadt]] beschrieben.
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Die '''Altstadt von Salzburg''' umfasst den historischen Innenstadtkern von [[Salzburg]].  
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Der Altstadt der Stadt Salzburg (einschließlich [[Festungsberg]], [[Mönchsberg]], Inneres [[Nonntal]], [[Neustadt]] mit Innerer Rechtsstadt und [[Kapuzinerberg]]) wurde am 7.12.1996 von der UNESCO die Auszeichnung '''Weltkulturerbe''' verliehen. Diese Auszeichnung erfolgte u.a. mit der folgenden Begründung:
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Als '''Altstadt''' von '''Salzburg''' wird vor allem das Gebiet links der [[Salzach]] zwischen dem [[Klausentor]] im Nordwesten, dem [[Mönchsberg]], der die Altstadt im Süden und Südwesten umschließt und dem Rudolfsplatz im Osten bezeichnet. Im Norden bot einst der Müllner Hügel mit der alten Vorstadt [[Mülln]] eine höhere strategische Sicherheit. Auf diese Weise von drei Seiten durch Berge geschützt wird die Altstadt im Osten durch den Flusslauf der [[Salzach]] begrenzt. Der südlichste Teil der Altstadt um die Kaigasse wird allgemein als Kaiviertel bezeichnet. In der Altstadt leben gut 2000 Bewohner.
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"Als geistliches Zentrum Mitteleuropas reicht die Bedeutung der ehemaligen fürsterzbischöflichen Residenzstadt Salzburg bis in die Frühzeit der abendländischen Kultur zurück. Der Bischofssitz, das älteste kontinuierlich bestehende Erzbistum nördlich der Alpen, der Dom und die ebenfalls in die karolingische Zeit zurückgehenden, bis heute in lebendige Traditon erhaltenen Klöster von St. Peter und Nonnberg bilden die Kern, von der die bauliche Entwicklung der in ihrer historischen Konzeption und Substanz wohlerhaltenen Stadt ausging. Die Erzbischöfe beschäftigten durch alle Jahrhunderte bedeutende Künstler ihrer Zeit. Ein lebendiges Ineinander vielfältiger mittelalterlicher und barocker Baudenkmale fügt sich in der Altstadt zu einem einzigartigen, von der [[Festung Hohensalzburg]] dominierten städtebaulichen Ensemble zusammen. Unter der eindrucksvollen Silhouette der Türme und Kuppeln der vielen Kirchen reihen sich die geschlossenen Fassadenprospekte der Bürgerhäuser an den Plätzen und verwinkelten Gassen links und rechts der Salzach. Die mit dem Genius Loci Wolfgang Amadeus Mozart verbunden Musik- und Festspieltradition gehört mit zum besonderen Flair dieses unikalen Stadtdenkmales."  
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Außerdem gehört auch noch die [[Steingasse]] am rechten [[Salzach]]ufer zwischen [[Äußerer Stein]] und [[Platzl]] zur erweiterten Altstadt, da diese Gasse schon seit dem Mittelalter eine Einfahrtsstraße für Salzburg darstellte. Diese vergleichsweise kleinen Teile der historischen Altstadt, die auf der rechten Seiten der Salzach liegen, sind hier unter dem Begriff [[Neustadt]] beschrieben.
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Der Altstadt der Stadt Salzburg (einschließlich [[Festungsberg]], [[Mönchsberg]], Inneres [[Nonntal]],  [[Neustadt]] mit Innerer Rechtsstadt und [[Kapuzinerberg]]) wurde am [[7. Dezember]] [[1996]] von der UNESCO die Auszeichnung '''Weltkulturerbe''' verliehen. Diese Auszeichnung erfolgte u.a. mit der folgenden Begründung:
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"''Als geistliches Zentrum Mitteleuropas reicht die Bedeutung der ehemaligen fürsterzbischöflichen Residenzstadt Salzburg bis in die Frühzeit der abendländischen Kultur zurück. Der Bischofssitz, das älteste kontinuierlich bestehende [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] nördlich der Alpen, der Dom und die ebenfalls in die karolingische Zeit zurückgehenden, bis heute in lebendige Traditon erhaltenen Klöster von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]] und [[Stift Nonnberg|Nonnberg]] bilden die Kern, von der die bauliche Entwicklung der in ihrer historischen Konzeption und Substanz wohlerhaltenen Stadt ausging. Die [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe]] beschäftigten durch alle Jahrhunderte bedeutende Künstler ihrer Zeit. Ein lebendiges Ineinander vielfältiger mittelalterlicher und barocker Baudenkmale fügt sich in der Altstadt zu einem einzigartigen, von der [[Festung Hohensalzburg]] dominierten städtebaulichen Ensemble zusammen. Unter der eindrucksvollen Silhouette der Türme und Kuppeln der vielen Kirchen reihen sich die geschlossenen Fassadenprospekte der Bürgerhäuser an den Plätzen und verwinkelten Gassen links und rechts der Salzach. Die mit dem Genius Loci Wolfgang Amadeus Mozart verbunden Musik- und [[Salzburger Festspiele|Festspieltradition]] gehört mit zum besonderen Flair dieses unikalen Stadtdenkmales."  
    
== Die Kirchen der Altstadt ==
 
== Die Kirchen der Altstadt ==
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=== Salzburger Dom ===  
 
=== Salzburger Dom ===  
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Das zentrale kirchliche Gebäude der Stadt Salzburg ist der den Heiligen [[Rupert]] und [[Virgil]] geweihte Salzburger Dom. Der älteste Vorgängerbau des heutigen Domes wurde von 767 bis 774 unter Bischof Virgil errichtet, der mit seinen drei Kirchenschiffen einer der größten Kirchenbauten des 8. Jahrhunderts war. Er wurde 1139 mit zwei hohen Kirchtürmen versehen. 1167 brannte der Dom ab. Darauf wurde der noch stattlichere Konradinische Dom errichtet, die damals größte Basilika nördlich der Alpen. Als der Dom bei einem Brand 1598 schwer beschädigt wurde, ließ Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ihn abreißen um einen noch größeren zu bauen. Sein Nachfolger Markus Sittikus entfernte aber die fertiggestellten ersten Fundamente und begann mit einem kleineren Dombauwerk. Dieser Dombau (von Dombaumeister [[Santino Solari]] geplant) konnte  1628 unter [[Paris Lodron]] eingeweiht werden.  
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Das zentrale kirchliche Gebäude der Stadt Salzburg ist der den Heiligen [[Rupert von Worms|Rupert]] und [[Virgil]] geweihte Salzburger Dom. Der älteste Vorgängerbau des heutigen Domes wurde von [[767]] bis [[774]] unter Bischof Virgil errichtet, der mit seinen drei Kirchenschiffen einer der größten Kirchenbauten des [[8. Jahrhundert]]s war. Er wurde [[1139 ]]mit zwei hohen Kirchtürmen versehen. [[1167]] brannte der Dom ab. Darauf wurde der noch stattlichere Konradinische Dom errichtet, die damals größte Basilika nördlich der Alpen. Als der Dom bei einem Brand [[1598]] schwer beschädigt wurde, ließ Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ihn abreißen um einen noch größeren zu bauen. Sein Nachfolger [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] entfernte aber die fertiggestellten ersten Fundamente und begann mit einem kleineren Dombauwerk. Dieser Dombau (von Dombaumeister [[Santino Solari]] geplant) konnte  [[1628]] unter [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] eingeweiht werden.  
 
   
 
   
 
Die geschlossene Marmorfassade des Hauptfassade mit ihren beiderseitigen achteckigen Kirchtürmen und den vier Marmorfiguren bei den Eingängen blickt zum allseits umschlossenen Domplatz.
 
Die geschlossene Marmorfassade des Hauptfassade mit ihren beiderseitigen achteckigen Kirchtürmen und den vier Marmorfiguren bei den Eingängen blickt zum allseits umschlossenen Domplatz.
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=== Kirche St. Peter ===
 
=== Kirche St. Peter ===
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Die erste ''Klosterkirche von St. Peter'' wurde um 696 errichtet, als [[Rupert]] (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende romanische Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der 1125-1143 erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem 9. Jahrhundert.  
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Die erste ''Klosterkirche von St. Peter'' wurde um [[696]] errichtet, als [[Rupert von Worms|Rupert]] (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende romanische Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der [[1125]] - [[1143]] erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem [[9. Jahrhundert]].  
Im Geist der Renaissance wurde die Kirche 1605/06 umgestaltet, 1619/20 eingewölbt und 1622 mit einer schlanken Vierungskuppel versehen. Der unverwechselbare barocke Zwiebelturm wurde unter Abt Seeauer 1756 errichtet. Die beiden Hochaltäre sind wesentlich von [[Martin Johann Schmidt]] (Kremser Schmidt) gestaltet. Das Innere der Kirche ist 1760-66 mit reicher Rokokoausstattung (Rocaillestuck und Deckenbilder) geschmückt. Die alte romanische Baustruktur bleibt dabei gut erkennbar.
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Im Geist der Renaissance wurde die Kirche [[1605]]/[[1606|06]] umgestaltet, [[1619]]/[[1620|20]] eingewölbt und [[1622]] mit einer schlanken Vierungskuppel versehen. Der unverwechselbare barocke Zwiebelturm wurde unter Abt [[Beda Seeauer]] [[1756]] errichtet. Die beiden Hochaltäre sind wesentlich von [[Martin Johann Schmidt]] (Kremser Schmidt) gestaltet. Das Innere der Kirche ist [[1760]]/[1766|66]] mit reicher Rokokoausstattung (Rocaillestuck und Deckenbilder) geschmückt. Die alte romanische Baustruktur bleibt dabei gut erkennbar.
    
=== Kirche St. Michael ===
 
=== Kirche St. Michael ===
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Die Kirche zu Ehren des Erzengels Michael ist die älteste Pfarrkirche der Stadt Salzburg. Ihre Ursprünge reichen in die Zeit der Karolinger zurück. Die Kirche wurde neben der bayrischen Pfalz, dem herzoglichen Verwaltungssitz der Agilofinger, und dem ältesten Gerichtssitz der Stadt, damals allgemein [[Schranne]] genannt, errichtet. Noch vor 800 ist hier "an der Pforte" die älteste Kirche St. Michael nachgewiesen, die von Anbeginn eine Filialkirche von St. Peter war. Bis ins 12. Jahrhundert war die Michaelskirche zugleich kaiserliche Pfalzkapelle und Pfarrkirche der Bürgerschaft. So besaß sie folgerichtig zwei Zugänge und zwei Stockwerke. Der obere Stock war für den Kaiser und sein Gefolge und besaß seinen Zugang von der Pfalz, das untere Stockwerk war für die Bürger. Nach Verlegung des alten Marktplatzes und bald auch des Gerichtssitzes lag das Kirchlein nicht mehr im Mittelpunkt des Bürgerlebens. Auch löste die Marienkirche (heute Franziskanerkirche) und später der Dom die Michaelskirche als Pfarrkirche ab. 1767- 1778 wurde diese Kirche im Auftrag von Abt Beda Seeauer erneut umgebaut und dem Zeitgeschmack entsprechend neu ausgestaltet. Der heutige Marmorhochaltar mit dem Bildnis des Heiligen Michael wurde 1770 verändert.
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Die Kirche zu Ehren des Erzengels Michael ist die älteste Pfarrkirche der Stadt Salzburg. Ihre Ursprünge reichen in die Zeit der Karolinger zurück. Die Kirche wurde neben der bayrischen Pfalz, dem herzoglichen Verwaltungssitz der Agilofinger, und dem ältesten Gerichtssitz der Stadt, damals allgemein [[Schranne]] genannt, errichtet. Noch vor [[800]] ist hier "an der Pforte" die älteste Kirche St. Michael nachgewiesen, die von Anbeginn eine Filialkirche von St. Peter war. Bis ins [[12. Jahrhundert]] war die Michaelskirche zugleich kaiserliche Pfalzkapelle und Pfarrkirche der Bürgerschaft.  
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So besaß sie folgerichtig zwei Zugänge und zwei Stockwerke. Der obere Stock war für den Kaiser und sein Gefolge und besaß seinen Zugang von der Pfalz, das untere Stockwerk war für die Bürger. Nach Verlegung des alten Marktplatzes und bald auch des Gerichtssitzes lag das Kirchlein nicht mehr im Mittelpunkt des Bürgerlebens. Auch löste die Marienkirche (heute Franziskanerkirche) und später der Dom die Michaelskirche als Pfarrkirche ab. [[1767]] - [[1778]] wurde diese Kirche im Auftrag von Abt [[Beda Seeauer]] erneut umgebaut und dem Zeitgeschmack entsprechend neu ausgestaltet. Der heutige Marmorhochaltar mit dem Bildnis des Heiligen Michael wurde [[1770]] verändert.
    
=== Klosterkirche Nonnberg Mariae Himmelfahrt ===
 
=== Klosterkirche Nonnberg Mariae Himmelfahrt ===
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Um 715 gründete Hruodpert ([[Rupert]]) am Nonnberg das Benediktinenstift Nonnberg (heute das weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition), Ruperts Nichte Erentrudis war die erste Äbtissin. Um 1006 brannte die erste Klosterkirche ab. Eine neue Klosterkirche wurde mit maßgeblicher Unterstützung durch Heinrich I 1009 vollendet. Aus romanischer Zeit sind der mächtige Kirchturm, Portalteile und unter dem Nonnenchor das „Paradies“ mit seinen Fresken (um 1140) erhalten.  
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Um [[715]] gründete Hruodpert ([[Rupert von Worms|Rupert]]) am [[Nonnberg]] das [[Stift Nonnberg|Benediktinenstift Nonnberg]] (heute das weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition), Ruperts Nichte [[Erentrudis]] war die erste Äbtissin. Um [[1006]] brannte die erste Klosterkirche ab. Eine neue Klosterkirche wurde mit maßgeblicher Unterstützung durch Heinrich I. [[1009]] vollendet. Aus romanischer Zeit sind der mächtige Kirchturm, Portalteile und unter dem Nonnenchor das „Paradies“ mit seinen Fresken (um [[1140]]) erhalten.  
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Nach dem Brand 1423 wurde die Kirche ab 1464 spätgotisch wiedererrichtet. Das gotische Kirchenschiff besitzt filialengeschmückte Kirchenfenster, wobei das gotische "Claner-Fenster" hinter dem Altar besondere Bedeutung besitzt. Es wurde vom Salzburger Bürger und späteren Bürgermeister Augustin Claner 1473 gestiftet und von Hemmel von Andlau geschaffen.  
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Nach dem Brand [[1423]] wurde die Kirche ab [[1464]] spätgotisch wiedererrichtet. Das gotische Kirchenschiff besitzt filialengeschmückte Kirchenfenster, wobei das gotische "Claner-Fenster" hinter dem Altar besondere Bedeutung besitzt. Es wurde vom Salzburger Bürger und späteren Bürgermeister [[Augustin Claner]] [[1473]] gestiftet und von [[Hemmel von Andlau]] geschaffen.  
    
Der gotische Flügelaltar (aus der Werkstatt des Hallstädter Meisters) stammt samt den neugotischen Ergänzungen aus der Abtenauer Kirche. Der stets sehr dunkle Kirchenraum mit dem erhöhten Chor über der Krypta verleiht der Kirche eine eigene Stimmung. An hohen Festtags-Gottesdiensten ist hier der zeitlos-meditative gregorianische Gesang des Nonnenchores zu hören.
 
Der gotische Flügelaltar (aus der Werkstatt des Hallstädter Meisters) stammt samt den neugotischen Ergänzungen aus der Abtenauer Kirche. Der stets sehr dunkle Kirchenraum mit dem erhöhten Chor über der Krypta verleiht der Kirche eine eigene Stimmung. An hohen Festtags-Gottesdiensten ist hier der zeitlos-meditative gregorianische Gesang des Nonnenchores zu hören.
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=== Bürgerspitalskirche St. Blasius ===
 
=== Bürgerspitalskirche St. Blasius ===
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(Schon die Admonter Mönche bauten hier auf ihrem Grund eine erste Kapelle die ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Blasius geweiht war. Erzbischof Konrad III v. Leibnitz ließ nach erfolgtem Grundtausch mit den Mönchen hier 1327 ein Spital für kranke, alte und sieche Bürger der Stadt errichtet, wo zumindest eine Grundversorgung und eine Betreuung sichergestellt werden sollte. 1330 wurde für das neue Spital der in Grundzügen bis heute erhaltene dreischiffige Kirchenbau mit seinem Kreuzrippengewölbe geschaffen. Später wurde das Spital in den Mönchsberg hinein erweitert, wobei vor den neu geschaffenen Zellen Laubenbögen nach außen führen, die erhalten sind. (Nochmals wurde dann 1570 mit dem Pfründnerhaus das Spital erweitert.) 1410–1428 wurde in die Kirche eine Empore eingebaut, wobei die Emporenbrüstung als durchbrochenes Maßwerk gestaltet ist. Das neue obere Geschoß diente nun als Betchor für die Pfründner, wodurch die Kirche zur Doppelkirche wurde, die zwei gegenüberliegenden Eingängen einerseits für Bürger und anderseits für Pfründner besaß. Der Altar war nun in der Mitte das Langhauses angeordnet. In der Barockzeit besaß die Kirche sogar 9 Altäre, bis Erzbischof [[Josef Franz de Paula Hieronymus von Colloredo-Waldsee-Mels|Colloredo]] einen Großteil der Altäre wieder entfernen ließ. Die Nischenarchitektur an der Ostfassade ist neugotischen Ursprungs. Die Glasfenster im Osten wurden 1947 von [[Albert Birkle]] geschaffen. Der ehemalige Betchor der Pfründner ist heute von der Kirche getrennt und als „Gotischer Saal“ bekannt. Er wird als Konzertsaal vielfältig genutzt.
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Schon die Admonter Mönche bauten hier auf ihrem Grund eine erste Kapelle die ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Blasius geweiht war. Erzbischof [[Konrad III. von Leibnitz]] ließ nach erfolgtem Grundtausch mit den Mönchen hier [[1327]] ein Spital für kranke, alte und sieche Bürger der Stadt errichtet, wo zumindest eine Grundversorgung und eine Betreuung sichergestellt werden sollte. [[1330]] wurde für das neue Spital der in Grundzügen bis heute erhaltene dreischiffige Kirchenbau mit seinem Kreuzrippengewölbe geschaffen. Später wurde das Spital in den [[Mönchsberg]] hinein erweitert, wobei vor den neu geschaffenen Zellen Laubenbögen nach außen führen, die erhalten sind (nochmals wurde dann [[1570]] mit dem Pfründnerhaus das Spital erweitert.)  
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[[1410]] – [[1428]] wurde in die Kirche eine Empore eingebaut, wobei die Emporenbrüstung als durchbrochenes Maßwerk gestaltet ist. Das neue obere Geschoß diente nun als Betchor für die Pfründner, wodurch die Kirche zur Doppelkirche wurde, die zwei gegenüberliegenden Eingängen einerseits für Bürger und anderseits für Pfründner besaß. Der Altar war nun in der Mitte das Langhauses angeordnet. In der Barockzeit besaß die Kirche sogar neun Altäre, bis Erzbischof [[Josef Franz de Paula Hieronymus von Colloredo-Waldsee-Mels|Colloredo]] einen Großteil der Altäre wieder entfernen ließ. Die Nischenarchitektur an der Ostfassade ist neugotischen Ursprungs. Die Glasfenster im Osten wurden [[1947]] von [[Albert Birkle]] geschaffen. Der ehemalige Betchor der Pfründner ist heute von der Kirche getrennt und als „Gotischer Saal“ bekannt. Er wird als Konzertsaal vielfältig genutzt.
    
=== Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau===
 
=== Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau===
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=== Alte Salzburger Residenz ===
 
=== Alte Salzburger Residenz ===
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Die [[Alte Residenz]] ist die historische fürsterzbischöfliche Palastanlage. Sie liegt zwischen dem heutigen Residenzplatz und der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse und ist zuerst um 1120 urkundlich nachgewiesen. Neubauten erfolgten vor allem im 15. und 16. Jahrhundert, vor allem unter Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]]. Der Trakt gegen den Alten Markt wurde unter [[Markus Sittikus]] errichtet, jener um den Haupthof wurde unter [[Paris Lodron]] fertiggestellt, unter [[Guidobald von Thun]] erhöht und unter [[Franz Anton Graf von Harrach]] neu fassadiert. Zwischen 1915 und 1918 war die Residenz Wohnsitz von Mitgliedern des Kaiserhauses und deren Verwandten der Linie Habsburg-Toskana. Auch [[Karoline Auguste von Bayern|Carolina Augusta]] wohnte hier.   
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Die [[Alte Residenz]] ist die historische fürsterzbischöfliche Palastanlage. Sie liegt zwischen dem heutigen [[Residenzplatz ]]und der heutigen Sigmund-Haffner-Gasse und ist zuerst um [[1120]] urkundlich nachgewiesen. Neubauten erfolgten vor allem im [[15. Jahrhundert|15.]] und [[16. Jahrhundert]], vor allem unter Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]].  
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Der Trakt gegen den [[Alter Markt|Alten Markt]] wurde unter [[Markus Sittikus von Hohenehms|Markus Sittikus]] errichtet, jener um den Haupthof wurde unter [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] fertiggestellt, unter [[Guidobald Graf von Thun]] erhöht und unter [[Franz Anton Graf von Harrach]] neu fassadiert. Zwischen [[1915]] und [[1918 ]]war die Residenz Wohnsitz von Mitgliedern des Kaiserhauses ([[Ferdinand III.]]) und deren Verwandten der Linie Habsburg-Toskana. Auch [[Karoline Auguste von Bayern|Carolina Augusta]] wohnte hier.   
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Die Alte Residenz gruppiert sich um vier Innenhöfe:
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*den Haupthof (mit Zugängen vom Residenzplatz und Domplatz)
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*den Hof des Toskanatraktes
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*den Hof der ehemaligen Dietrichsruh und
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*den kleinen Hof des Wallistraktes.
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Die Alte Residenz gruppiert sich um vier Innenhöfe: den Haupthof (mit Zugängen vom Residenzplatz und Domplatz), den Hof des Toskanatraktes, den Hof der ehemaligen Dietrichsruh und den kleinen Hof des Wallistraktes. Die Residenz besteht aus über 180 Räumen und Sälen, darunter 15 Prunkräume. Bekannt sind hier der große Carabinierisaal mit einem großen Deckengemälde von [[Johann Michael Rottmayr]]. Die anschließenden Fürstenräume (Rittersaal, Konferenzzimmer, Arbeitszimmer, Schatullenkabinett, Schlafzimmer, Hauskapelle und Gesellschaftszimmer) wurden unter Leitung von [[Johann Lucas von Hildebrandt]] neu gestaltet und von Rottmayr und Martin [[Altomonte]] mit Gemälden versehen.  
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Die Residenz besteht aus über 180 Räumen und Sälen, darunter 15 Prunkräume. Bekannt sind hier der große Carabinierisaal mit einem großen Deckengemälde von [[Johann Michael Rottmayr]]. Die anschließenden Fürstenräume (Rittersaal, Konferenzzimmer, Arbeitszimmer, Schatullenkabinett, Schlafzimmer, Hauskapelle und Gesellschaftszimmer) wurden unter Leitung von [[Johann Lucas von Hildebrandt]] neu gestaltet und von Rottmayr und Martin [[Altomonte]] mit Gemälden versehen.  
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In diesen prunkvollen Räumen hat auch [[Wolfgang Amadeus Mozart]] vor dem Fürsterzbischof musiziert. Hier hat 1775 Mozart sein Violinkonzert in A Dur (KV 219) uraufgeführt.  Die Salzburger Residenz zählt zu den wertvollsten Profanbauten der Salzburger Altstadt. Im 2. Stock befindet sich die heute die [[Residenzgalerie]], in der die erhaltenen Gemälde der Gemäldesammlung der Fürsterzbischöfe aufbewahrt und gezeigt werden.
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In diesen prunkvollen Räumen hat auch [[Wolfgang Amadeus Mozart]] vor dem Fürsterzbischof musiziert. Hier hat [[1775]] Mozart sein Violinkonzert in A Dur (KV 219) uraufgeführt.  Die Salzburger Residenz zählt zu den wertvollsten Profanbauten der Salzburger Altstadt. Im 2. Stock befindet sich die heute die [[Residenzgalerie]], in der die erhaltenen Gemälde der Gemäldesammlung der Fürsterzbischöfe aufbewahrt und gezeigt werden.
    
=== Neue Salzburger Residenz ===
 
=== Neue Salzburger Residenz ===