| | Das Wohnhaus der Zwiehöfe war zweigeschossig und meist als durchgängiges Mittelflurhaus erbaut. In ebener Lage war das Wohnhaus mit einem giebelseitig aufgeschlossenen Längsflur, in Hanglagen auf einem mächtigen Natursteinunterbau mit einem traufseitig aufgeschlossenen Querflur versehen. Kleine Wohnhäuser weisen auch Seitenflur- und Eckflurgrundrisse auf. An der Talseite liegen im Erdgeschoß Stube und Küche, früher in Form einer [[Rauchkuchl]], an der Bergseite die Kammern und Vorratsräume. Die meisten Wohnhäuser sind unterkellert. Im Keller wurde der Käse aufbewahrt, der im Mittelalter den Hauptteil des dem Grundherrn abzuliefernden Naturalzinses ausmachte. | | Das Wohnhaus der Zwiehöfe war zweigeschossig und meist als durchgängiges Mittelflurhaus erbaut. In ebener Lage war das Wohnhaus mit einem giebelseitig aufgeschlossenen Längsflur, in Hanglagen auf einem mächtigen Natursteinunterbau mit einem traufseitig aufgeschlossenen Querflur versehen. Kleine Wohnhäuser weisen auch Seitenflur- und Eckflurgrundrisse auf. An der Talseite liegen im Erdgeschoß Stube und Küche, früher in Form einer [[Rauchkuchl]], an der Bergseite die Kammern und Vorratsräume. Die meisten Wohnhäuser sind unterkellert. Im Keller wurde der Käse aufbewahrt, der im Mittelalter den Hauptteil des dem Grundherrn abzuliefernden Naturalzinses ausmachte. |
| − | Das Obergeschoß weist den gleichen Grundriss wie das Erdgeschoß auf und enthält beiderseits des ober dem Hausflur liegenden >Söllers< die Schlafkammern. Im darüber liegenden Dachgeschoß ist meist eine Firstkammer eingebaut, die der Lagerung von Vorräten (Werkzeug, Pferdegeschirre, Lebensmittel etc.) diente. Großen Wohnhäusern wurde manchmal ein weiteres Geschoß aufgesetzt, das zur Unterbringung der Dienstboten diente. Dadurch entstanden dreigeschossige Wohnhäuser, die im [[Pongau]] selten aber im [[Pinzgau]] häufig anzutreffen sind. Im Pongau waren auf mittelgroßen Bauerngütern vier bis fünf männliche Dienstboten (Bauknecht, Werfer, Stadler, Pirscher) und ebenso viele weibliche Dienstboten (Baudirn, Garber, Melkerin, Pirscherin oder Kuchldirn) zu beherbergen und bei Almbauern noch zusätzlich die Sennerin und der Hüter. Auf den großen Höfen des Pinzgaus lebten noch bis in das [[20. Jahrhundert]] bis zu 16 Dienstboten. | + | Das Obergeschoß weist den gleichen Grundriss wie das Erdgeschoß auf und enthält beiderseits des ober dem Hausflur liegenden >Söllers< die Schlafkammern. Im darüber liegenden Dachgeschoß ist meist eine Firstkammer eingebaut, die der Lagerung von Vorräten (Werkzeug, Pferdegeschirre, Lebensmittel etc.) diente. Großen Wohnhäusern wurde manchmal ein weiteres Geschoß aufgesetzt, das zur Unterbringung der Dienstboten diente. Dadurch entstanden dreigeschossige Wohnhäuser, die im [[Pongau]] selten aber im [[Pinzgau]] häufig anzutreffen sind. Im Pongau waren auf mittelgroßen Bauerngütern vier bis fünf männliche Dienstboten (Bauknecht, Werfer, Stadler, Pirscher) und ebenso viele weibliche Dienstboten (Baudirn, Garber, Melkerin, Pirscherin oder Kuchldirn) zu beherbergen und bei Almbauern noch zusätzlich die [[Senner]]in und der Hüter. Auf den großen Höfen des Pinzgaus lebten noch bis in das [[20. Jahrhundert]] bis zu 16 Dienstboten. |