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| | [[Datei:Sonnblick3581.jpg|thumb|Gipfelbereich mit Observatorium]] | | [[Datei:Sonnblick3581.jpg|thumb|Gipfelbereich mit Observatorium]] |
| | [[Datei:Sonnblick3.jpg|thumb|Blick vom Observatorium]] | | [[Datei:Sonnblick3.jpg|thumb|Blick vom Observatorium]] |
| − | Das '''Observatorium Sonnblick''' liegt unterhalb des Gipfels des [[Hoher Sonnblick|Hohen Sonnblick]]s in den [[Ostalpen]] in den [[Zentralalpen]], den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]]. Sie ist die älteste Gipfelwetterwarte Europas und mit knapp unter 3 106 [[m ü. A.]] auch das höchst gelegene Observatorium Europas. | + | Das '''Observatorium Sonnblick''' liegt unterhalb des Gipfels des [[Hoher Sonnblick|Hohen Sonnblick]]s in den [[Ostalpen]] in den [[Zentralalpen]], den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]]. Sie ist die älteste Gipfelwetterwarte Europas und mit knapp unter 3 106 [[m ü. A.]] auch das höchst gelegene Observatorium Europas. Das Observatorium ist zu Fuß oder mit der [[Sonnblick-Seilbahn]] (nur für Mitarbeiter) erreichbar. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | [[1879]] trafen sich in Rom, Italien, aus aller Welt Meteorologen, um eine wissenschaftliche Frage zu klären: Wie ist die Erdatmosphäre in höheren Luftschichten beschaffen? Im Salzburger Land hörte dies [[Ignaz Rojacher]] und bot seine Dienste an. Rojacher war Besitzer des letzten [[Goldbergbau|Goldbergwerkes]] in den Hohen Tauern, dessen Stollen, Knappenhäuser, Pochwerke und Schrägaufzüge sich auf den Höhenzügen bei [[Kolm-Saigurn]], am südlichen Ende des [[Hüttwinkltal]]es befanden. Also direkt am Fuß des ''Hohen Sonnblicks''. | + | Eigentümer und Erhalter des Observatoriums auf dem Sonnblick ist seit [[1892]] der [[Sonnblickverein]]. Gegründet wurde es von [[Ignaz Rojacher]] und eröffnet im September [[1886]]. Zu den ersten Beobachtern auf der Wetterwarte zählten [[Peter Lechner]]<ref>[https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1258324274177754&set=g.200164147007454&type=1&theater Facebook "Historischer Pinzgau", Bild von Peter Lechner]</ref> und Simon Neumayer. Die meteorologischen Beobachtungen wurden ab Oktober 1886 bearbeitet. |
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| | + | [[1879]] trafen sich in Rom, Italien, aus aller Welt Meteorologen, um eine wissenschaftliche Frage zu klären: Wie ist die Erdatmosphäre in höheren Luftschichten beschaffen? Im Salzburger Land hörte dies Ignaz Rojacher und bot seine Dienste an. Rojacher war Besitzer des letzten [[Goldbergbau|Goldbergwerkes]] in den Hohen Tauern, dessen Stollen, Knappenhäuser, Pochwerke und Schrägaufzüge sich auf den Höhenzügen bei [[Kolm-Saigurn]], am südlichen Ende des [[Hüttwinkltal]]es befanden. Also direkt am Fuß des Hohen Sonnblicks. |
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| | Rojacher war ein für seine Zeit sehr aufgeschlossener Mensch. Er plante und verwirklichte viele seiner Projekte mit Unterstützung seines Förderers und Mentors [[Wilhelm Ritter von Arlt]]. Rojacher besuchte die [[Salzburg auf Weltausstellungen|Weltausstellung]] in Paris, [[Frankreich]] und brachte von dort einen der ersten Stromgeneratoren Europas mit nach Salzburg. Die ersten Glühbirnen von Kolm-Saigurn sind ihm zu verdanken, zu einer Zeit, in der europäische Großstädte noch mit Gaslicht leben mussten. Es waren die ersten überhaupt in den Ostalpen. Der Wiener Meteorologe Julius Hann war von Rojacher fasziniert und kam auf die Idee, auf dem Sonnblick-Gipfel eine Wetterstation zu errichten. | | Rojacher war ein für seine Zeit sehr aufgeschlossener Mensch. Er plante und verwirklichte viele seiner Projekte mit Unterstützung seines Förderers und Mentors [[Wilhelm Ritter von Arlt]]. Rojacher besuchte die [[Salzburg auf Weltausstellungen|Weltausstellung]] in Paris, [[Frankreich]] und brachte von dort einen der ersten Stromgeneratoren Europas mit nach Salzburg. Die ersten Glühbirnen von Kolm-Saigurn sind ihm zu verdanken, zu einer Zeit, in der europäische Großstädte noch mit Gaslicht leben mussten. Es waren die ersten überhaupt in den Ostalpen. Der Wiener Meteorologe Julius Hann war von Rojacher fasziniert und kam auf die Idee, auf dem Sonnblick-Gipfel eine Wetterstation zu errichten. |
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| − | Bei der zwölften Generalversammlung des Deutschen und [[Oesterreichischer Alpenverein|Oesterreichischen Alpenvereins]] in Villach am [[16. August]] [[1885]] bewilligte der Vorstand zur Errichtung einer meteorologischen Station auf dem Hohen Sonnblick aus dem Vereinsvermögen einen Betrag von 1.200 [[Gulden|fl]]<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&datum=1885&size=47&page=443 Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins Jahrgang 1885]</ref>. | + | Bei der zwölften Generalversammlung des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Oesterreichischen Alpenvereins]] in Villach am [[16. August]] [[1885]] bewilligte der Vorstand zur Errichtung einer meteorologischen Station auf dem Hohen Sonnblick aus dem Vereinsvermögen einen Betrag von 1.200 [[Gulden|fl]]<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&datum=1885&size=47&page=443 Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins Jahrgang 1885]</ref>. |
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| | Seit dem [[2. September]] [[1886]] war das Observatorium nur an drei Tagen im November 1918, als die Monarchie endete, nicht besetzt<ref>{{Quelle SN|12. September 2011}}</ref>. | | Seit dem [[2. September]] [[1886]] war das Observatorium nur an drei Tagen im November 1918, als die Monarchie endete, nicht besetzt<ref>{{Quelle SN|12. September 2011}}</ref>. |
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| − | Das Observatorium ist zu Fuß oder mit der [[Sonnblick-Seilbahn]] (nur für Mitarbeiter) erreichbar.
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| − | ==Observatorium==
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| − | Eigentümer und Erhalter des Observatoriums auf dem Sonnblick ist seit 1892 der [[Sonnblickverein]]. Gegründet wurde es von Ignaz Rojacher und eröffnet im September [[1886]]. Zu den ersten Beobachtern auf der Wetterwarte zählen [[Peter Lechner]]<ref>[https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1258324274177754&set=g.200164147007454&type=1&theater Facebook "Historischer Pinzgau", Bild von Peter Lechner]</ref> und Simon Neumayer. Die meteorologischen Beobachtungen wurden ab Oktober 1886 bearbeitet.
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| | Im Laufe von nunmehr über 120 Jahren des Betriebes wurden auch Extremwerten gemessen: Am [[30. Juni]] [[2012]]: ein Temperatur-Maximum von 15,3 Grad; das Minimum wurde am [[1. Jänner]] [[1905]] mit -37,4 Grad gemessen; die Schneedecke erreichte im Mai [[1944]] einen Rekordwert von 11,90 Metern im Bereich des Observatoriums. Die höchste Windgeschwindigkeit wurde am [[14. Dezember]] [[1998]] gemessen: es gab Sturmböen von 242,6 km/h. | | Im Laufe von nunmehr über 120 Jahren des Betriebes wurden auch Extremwerten gemessen: Am [[30. Juni]] [[2012]]: ein Temperatur-Maximum von 15,3 Grad; das Minimum wurde am [[1. Jänner]] [[1905]] mit -37,4 Grad gemessen; die Schneedecke erreichte im Mai [[1944]] einen Rekordwert von 11,90 Metern im Bereich des Observatoriums. Die höchste Windgeschwindigkeit wurde am [[14. Dezember]] [[1998]] gemessen: es gab Sturmböen von 242,6 km/h. |
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| | Im Mai 2016 wurde [[Elke Ludewig]] Leiterin des Observatoriums. | | Im Mai 2016 wurde [[Elke Ludewig]] Leiterin des Observatoriums. |
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| | + | Einer der Pulitzer-Preise [[2020]] ging an die "Washington Post", die für die multimediale Klima-Serie: "''2 °C: Beyond the Limit''" ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt eines Artikels der Serie steht das Sonnblick-Observatorium der [[Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik]] (ZAMG) teilte die ZAMG am Mittwoch mit.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/sonnblick-sonnt-sich-im-glanz-des-pulitzer-preises-87210364 www.sn.at]</ref> |
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| | ====Datenerfassung==== | | ====Datenerfassung==== |
| − | Aufgrund der Höhenlage eignet sich das Observatorium zur Erfassung mannigfaltiger Daten über Wind, Wetter und Temperaturen. Mit diesen Daten und anderen Beobachtungen werden hier Erkenntnisse über Klimaveränderungen gewonnen, aber auch über Strahlenphysik, Luftzusammensetzung, Hydrologie und Geophysik sowie [[Gletscher]]kunde und Verschmutzung der Erdatmosphäre. | + | Aufgrund der Höhenlage eignet sich das Observatorium zur Erfassung mannigfaltiger Daten über Wind, Wetter und Temperaturen. Mit diesen Daten und anderen Beobachtungen werden hier Erkenntnisse über Klimaveränderungen gewonnen, aber auch über Strahlenphysik, Luftzusammensetzung, Hydrologie und Geophysik sowie [[Gletscher]]kunde und Verschmutzung der Erdatmosphäre. Mehrmals am Tag liefern die Messgeräte des Observatoriums Werte für die Zivilluftfahrt, Wettervorhersagen und Statistik. Geräte und Mannschaft messen dabei auch Ozonwerte, UVA- und UVB-Strahlung, Ruß- und Staubpartikelgehalt der Luft und vom [[Gletscher]]eis. |
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| − | ====Leben 2009====
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| − | Ludwig Rasser, Johann Lindler, Friedl Wallner und Matthias Daxbacher sind die Wetterwarte, die 2009 am Sonnblick ihren Dienst verrichten. Dienst in einer Umgebung, in der es mehr als 11 Monate Winter und 360 Heiztage pro Jahr gibt. Jeweils zwei Mann sind pro Schicht, die 15 Tage dauert, anwesend.
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| − | Schichtwechsel in dieser Höhe ist auch eine Wetterlotterie-Angelegenheit. Eine Woche bis 14 Tage Verzögerung beim Schichtwechsel muss man eben einkalkulieren, will man Wetterwart am Sonnblick sein.
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| − | Neben ihrer Tätigkeit als Wetterwarte sind sie als ausgebildete Bergretter auch bei Notfällen im Gelände im Einsatz.
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| − | ====Daten 2009==== | + | == Arbeitsalltag im Observatorium == |
| − | Mehrmals am Tag liefern die Messgeräte des Observatoriums Werte für die Zivilluftfahrt, Wettervorhersagen und Statistik. Geräte und Mannschaft messen dabei auch Ozonwerte, UVA- und UVB-Strahlung, Ruß- und Staubpartikelgehalt der Luft und vom [[Gletscher]]eis.
| + | Ludwig Rasser, Johann Lindler, Friedl Wallner und Matthias Daxbacher waren die Wetterwarte, die [[2009]] am Sonnblick ihren Dienst verrichteten. Dienst in einer Umgebung, in der es mehr als elf Monate Winter und 360 Heiztage pro Jahr gibt. Jeweils zwei Mann waren pro Schicht, die 15 Tage dauert, anwesend. Schichtwechsel in dieser Höhe ist auch eine Wetterlotterie-Angelegenheit. Eine Woche bis 14 Tage Verzögerung beim Schichtwechsel muss man eben einkalkulieren, will man Wetterwart am Sonnblick sein. Neben ihrer Tätigkeit als Wetterwarte waren sie als ausgebildete Bergretter auch bei Notfällen im Gelände im Einsatz. |
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| | == Besondere Wetterdaten == | | == Besondere Wetterdaten == |
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| | === Juni 2019: Heißeste Nacht === | | === Juni 2019: Heißeste Nacht === |
| | In der Nacht auf von Dienstag, [[25. Juni|25.]] auf Mittwoch, [[26. Juni]] 2019 wurde an 32 Messstationen der ZAMG (von insgesamt 270 Wetterstationen) eine Tropennacht registriert. Zum Beispiel in Wien (Innere Stadt: Tiefstwert 23,6 Grad), Retz ( 20,9 Grad), Podersdorf ( 20,8 Grad), Fraxern (20,5 Grad), Enns ( 20,5 Grad) und Linz (20,1 Grad). Sogar zwei Orte oberhalb von 1 000 [[M ü. A.|Meter Seehöhe]] verzeichneten eine Tropennacht: [[Kolomansberg]] in Salzburg mit 22,9 Grad (1 113 m ü. A.) und Sulzberg in Vorarlberg mit 22,7 Grad (1 018 m ü. A.). Beim Sonnblick-Observatorium der ZAMG, auf 3 109 Meter Seehöhe, sank die Temperatur in in dieser Nacht nicht unter neun Grad. "''Das gab es hier in einem Juni noch nie''", so die ZAMG.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]], [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/hitzewelle-bringt-tropennaechte-sogar-in-den-bergen-72542797 www.sn.at], 26. Juni 2019</ref> | | In der Nacht auf von Dienstag, [[25. Juni|25.]] auf Mittwoch, [[26. Juni]] 2019 wurde an 32 Messstationen der ZAMG (von insgesamt 270 Wetterstationen) eine Tropennacht registriert. Zum Beispiel in Wien (Innere Stadt: Tiefstwert 23,6 Grad), Retz ( 20,9 Grad), Podersdorf ( 20,8 Grad), Fraxern (20,5 Grad), Enns ( 20,5 Grad) und Linz (20,1 Grad). Sogar zwei Orte oberhalb von 1 000 [[M ü. A.|Meter Seehöhe]] verzeichneten eine Tropennacht: [[Kolomansberg]] in Salzburg mit 22,9 Grad (1 113 m ü. A.) und Sulzberg in Vorarlberg mit 22,7 Grad (1 018 m ü. A.). Beim Sonnblick-Observatorium der ZAMG, auf 3 109 Meter Seehöhe, sank die Temperatur in in dieser Nacht nicht unter neun Grad. "''Das gab es hier in einem Juni noch nie''", so die ZAMG.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]], [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/hitzewelle-bringt-tropennaechte-sogar-in-den-bergen-72542797 www.sn.at], 26. Juni 2019</ref> |
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| | * [http://www.rauris.net/ortsnachrichten/2011/2011-09-11_rauris-feiert_sonnblickfest.aspx Rauris ein ganzes Dorf ist online] | | * [http://www.rauris.net/ortsnachrichten/2011/2011-09-11_rauris-feiert_sonnblickfest.aspx Rauris ein ganzes Dorf ist online] |
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