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| | Kadletz, Karl: In: Forster, Hansen, Negele: Emanuel Lasker, Denker...2009, S 286. | | Kadletz, Karl: In: Forster, Hansen, Negele: Emanuel Lasker, Denker...2009, S 286. |
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| − | In Salzburg Stadt besteht der Arbeiter-Schachklub im Arbeiterheim von 1924 bis 1934 und wird in der Salzburger Wacht bis Nov. 1931 (gratis Lehrstunde) oft beworben. Einige Vergleichskämpfe mit dem Reichenhaller Arbeiterschachklub im Herbst 1925, 21. März 1926 und 1927, auch auf 11 Brettern in Freilassing, sind in der Presse bekundet. | + | In Salzburg Stadt besteht der Arbeiter-Schachklub im Arbeiterheim von 1924 bis 1934 und wird in der Salzburger Wacht bis Nov. 1931 (gratis Lehrstunde) oft beworben. Einige Vergleichskämpfe mit dem Reichenhaller Arbeiterschachklub im Herbst 1925, 21. März 1926 und 1927, auch auf 11 Brettern in Freilassing, sind in der Presse bekundet. 1927 gab es zB. eine Korrespondenzpartie gegen (Admira) Villach.<br> |
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| | [[Heinz Kraupner]] (1890-1971) und Gregor Wagner sind die engagierten Promoter, Stadelmann, Plank usw. Spieler. Nachdem Heinz Kraupner dann Mitte der 1930er das Café Posthof als Pächter übernommen hatte, fehlte dieser Organisator dem frühen ASK im Arbeiterheim, bis er wieder nach 1945 tatkräftig in Erscheinung trat.<br /> | | [[Heinz Kraupner]] (1890-1971) und Gregor Wagner sind die engagierten Promoter, Stadelmann, Plank usw. Spieler. Nachdem Heinz Kraupner dann Mitte der 1930er das Café Posthof als Pächter übernommen hatte, fehlte dieser Organisator dem frühen ASK im Arbeiterheim, bis er wieder nach 1945 tatkräftig in Erscheinung trat.<br /> |
| − | Schach-Unterricht war gratis. 40 Groschen Mitgliedsbeitrag, dafür inklusive Schachzeitung.<br /> | + | Schach-Unterricht war gratis. 40 Groschen Mitgliedsbeitrag, dafür inklusive Schachzeitung. <br /> |
| − | Die österreichische Arbeiterschachzeitung musste aber aus finanziellen Gründen wieder eingestellt werden. In der der Arbeiterzeitung gab es dafür aber eine Schachrubrik. | + | Die österreichische Arbeiterschachzeitung musste aber aus finanziellen Gründen wieder eingestellt werden. In der der Arbeiterzeitung gab es dafür aber eine Schachrubrik. <br> |
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| | Am 14. Mai 1927 gibt z. B. der Meister und Schachliterat Hans Kmoch im Arbeiterheim ein Simultan, nachdem er zuvor am 12.5. bei der SSG im Café Mozart eines gegeben hatte. Das sparte Kosten. | | Am 14. Mai 1927 gibt z. B. der Meister und Schachliterat Hans Kmoch im Arbeiterheim ein Simultan, nachdem er zuvor am 12.5. bei der SSG im Café Mozart eines gegeben hatte. Das sparte Kosten. |
| | + | Es wurden große Anstrengungen unternommen, das Schachspiel auch bei den Arbeitern zu verbreiten und es nicht nur den Bürgerlichen zu überlassen. (z. B. [[Salzburger Wacht]] v. 14.11.1931, S 15). <br /> |
| | + | Der Spieler des ATSV Bischofshofen, der Eisenbahner [[August Maggi]], wurde im November 1925 sogar überraschend erster Salzburger Landesmeister.<ref><br> |
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| − | Es wurden große Anstrengungen unternommen, das Schachspiel auch bei den Arbeitern zu verbreiten und es nicht nur den Bürgerlichen zu überlassen. (z. B. [[Salzburger Wacht]] v. 14.11.1931, S 15). <br />
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| − | Der Spieler des ATSV Bischofshofen, der Eisenbahner [[August Maggi]], wurde im November 1925 sogar überraschend erster Salzburger Landesmeister.<ref>
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| | Quellen:<br /> | | Quellen:<br /> |
| | Mozart Chronik, AZ, Salzburger Zeitungen,<br /> | | Mozart Chronik, AZ, Salzburger Zeitungen,<br /> |
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| | '''1936''' Schachklub Lehen (1933–1939), Trinkerfürsorgeheim, dann [[Gasthof Sternhof]], [[Ignaz-Harrer-Straße]]. | | '''1936''' Schachklub Lehen (1933–1939), Trinkerfürsorgeheim, dann [[Gasthof Sternhof]], [[Ignaz-Harrer-Straße]]. |
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| − | '''1936''' Gründung des SK Bad Ischl (wo natürlich schon in der Kaiserzeit gespielt wurde). | + | '''1936''' Gründung des SK Bad Ischl (wo natürlich schon in der Kaiserzeit gespielt wurde).<br> |
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| | ==== Kurzfristigere Schach-Aktivitäten ==== | | ==== Kurzfristigere Schach-Aktivitäten ==== |
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| − | '''Salzburger Stadtmeister''' 1910–1939 und die ab 1925 offiziellen Landesmeister <br /> | + | '''Salzburger Stadtmeister''' 1910–1939 und die ab 1925 '''offiziellen Landesmeister''' <br /> |
| | (anfangs Klubmeister, bzw. Sieger der Winterturniere der Salzburger Schachgesellschaft).<br> | | (anfangs Klubmeister, bzw. Sieger der Winterturniere der Salzburger Schachgesellschaft).<br> |
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| | '''1939''': Die LM (Gaumeisterschaft) 1939 im Café Posthof gewann Karl Mayer vor 2. Gabriel Geiger und 3. G. Hopfinger (Ende: 24.2.1939).<br /> | | '''1939''': Die LM (Gaumeisterschaft) 1939 im Café Posthof gewann Karl Mayer vor 2. Gabriel Geiger und 3. G. Hopfinger (Ende: 24.2.1939).<br /> |
| | 1939: Lokal starkes Heinrich-Kiener-Turnier in Maxglan.<br /> | | 1939: Lokal starkes Heinrich-Kiener-Turnier in Maxglan.<br /> |
| − | '''1942''': Im Winter der Kriegsjahre 1942/43 findet noch eine Stadtmeisterschaft (mit einigen Pensionisten) statt. Sieger Wilhelm Ullrich. | + | '''1942''': Im Winter der Kriegsjahre 1942/43 findet noch eine Stadtmeisterschaft (mit einigen Pensionisten) statt. Sieger Wilhelm Ullrich.<br> |
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| | === Künstler und Schachspiel === | | === Künstler und Schachspiel === |
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| | Der frühere Bergsteiger und bekannte Alpinist Wolfgang Axt ist zudem als guter Pongauer Ligaspieler erwähnenswert. | | Der frühere Bergsteiger und bekannte Alpinist Wolfgang Axt ist zudem als guter Pongauer Ligaspieler erwähnenswert. |
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| − | 1907 fand in Eben im Pongau ein regionales, als auch Künstler-Turnier statt. Erster Preis: Eine Standuhr. Zu den nächsten Turnieren wurden die Künstler Salzburgs eingeladen. Dazu fehlen aber weitere Daten. | + | 1907 fand in Eben im Pongau ein regionales, als auch Künstler-Turnier statt. Erster Preis: Eine Standuhr. Zu den nächsten Turnieren wurden die Künstler Salzburgs eingeladen. Dazu fehlen aber weitere Daten.<br> |
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| | === 1925: Erster Salzburger Landesmeister === | | === 1925: Erster Salzburger Landesmeister === |
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| | Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellen Landesverband, aber von der Schachgesellschaft so ausgeschrieben, weil es auch außerhalb der Schachgesellschaft in der Stadt gute Spieler im Lande gab, wurde im November [[1925]] im Café Mozart – zur Überraschung der Stadt-Salzburger – der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi, in der Presse als "homo novus" (neuer Mensch) bezeichnet. | | Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellen Landesverband, aber von der Schachgesellschaft so ausgeschrieben, weil es auch außerhalb der Schachgesellschaft in der Stadt gute Spieler im Lande gab, wurde im November [[1925]] im Café Mozart – zur Überraschung der Stadt-Salzburger – der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi, in der Presse als "homo novus" (neuer Mensch) bezeichnet. |
| | Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann 1926 gegen den (geteilten) österreichischen Staatsmeister, den Wiener Siegfried R. Wolf, immerhin ein beachtliches Remis (WSZ 1926).<br /> | | Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann 1926 gegen den (geteilten) österreichischen Staatsmeister, den Wiener Siegfried R. Wolf, immerhin ein beachtliches Remis (WSZ 1926).<br /> |
| − | Damit hatte das uralte Pongauer Bischofshofen wieder eine seiner historisch oftmals erwähnten "Merkwürdigkeiten" gezeitigt. | + | Damit hatte das uralte Pongauer Bischofshofen wieder eine seiner historisch oftmals erwähnten "Merkwürdigkeiten" gezeitigt.<br> |
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| | === Frühe gute Spieler === | | === Frühe gute Spieler === |
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| | 1910 bis 1940<br /> | | 1910 bis 1940<br /> |
| | sind Alois Laschensky (1883–1945), Beamter, einer der guten Spieler der ersten Stunden um 1910, Sohn des Musikers vom Dommusikverein Christian Laschensky, der auch schon Ende des 19. Jahrhundert gespielt haben dürfte, der Unternehmer Franz Motzko (* 1868; † 1929), Wilhelm Ullrich (* 1888; † 1974) Landesbeamter, Oberrechnungsrat und Sohn eines Obergeometers, der Bischofshofener Eisenbahner August Maggi (1885–1973), Walter Kolneder und<br /> | | sind Alois Laschensky (1883–1945), Beamter, einer der guten Spieler der ersten Stunden um 1910, Sohn des Musikers vom Dommusikverein Christian Laschensky, der auch schon Ende des 19. Jahrhundert gespielt haben dürfte, der Unternehmer Franz Motzko (* 1868; † 1929), Wilhelm Ullrich (* 1888; † 1974) Landesbeamter, Oberrechnungsrat und Sohn eines Obergeometers, der Bischofshofener Eisenbahner August Maggi (1885–1973), Walter Kolneder und<br /> |
| − | 1930 bis 1940 vor allem Karl Mayer, Erich Flir (* 1905; † 1995), Wilhelm David, Gustav Hopfinger (1892–1960er), Gabriel Geiger (1906 bis ca. 1990); ein Schuster, Richard Wallaschek,… wohl die besten Spieler in Salzburg. | + | 1930 bis 1940 vor allem Karl Mayer, Erich Flir (* 1905; † 1995), Wilhelm David, Gustav Hopfinger (1892–1960er), Gabriel Geiger (1906 bis ca. 1990); ein Schuster, Richard Wallaschek,…(der aber 1936 beruflich nach Steyr wechselte), wohl die besten Spieler in Salzburg. |
| − | | + | '''1933''' wird der damalige Salzburger Landesmeister Richard Wallaschek (er kam vom Welser Arbeiterschachklub) 4.–6. bei der österreichischen Staatsmeisterschaft, im folgenden Jahr 1934 sogar Dritter.<br> |
| − | '''1933''' wird der damalige Salzburger Landesmeister Richard Wallaschek (er kam vom Welser Arbeiterschachklub) 4.–6. bei der österreichischen Staatsmeisterschaft, im folgenden Jahr 1934 sogar Dritter. | + | |
| − | | + | Ab 1925 kam stud. Erich Flir (* 1905; † 1995), in späteren Jahren einer der Besten, als "Zugroaster" von Tirol nach Salzburg und wirkte weit über seinen 80er in der Liga. <br /> |
| − | Ab 1928 kam stud. Erich Flir (* 1905; † 1995), in späteren Jahren einer der Besten, als "Zugroaster" von Tirol nach Salzburg und wirkte weit über seinen 80er in der Liga. <br /> | |
| | Sein Vater Walter Flir (* 1881; † 1957) war Meisterspieler, als Jüngster einer der Mitbegründer des Innsbrucker ISK (1904), sogar Bayrischer Meister zu Kulmbach 1920 und Trainingspartner des späteren Weltklassespielers Erich Eliskases.<br /> | | Sein Vater Walter Flir (* 1881; † 1957) war Meisterspieler, als Jüngster einer der Mitbegründer des Innsbrucker ISK (1904), sogar Bayrischer Meister zu Kulmbach 1920 und Trainingspartner des späteren Weltklassespielers Erich Eliskases.<br /> |
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| | Quelle: Deutsches Wochenschach (Nr. 6,1890, 45/50, S 417 u. 326). | | Quelle: Deutsches Wochenschach (Nr. 6,1890, 45/50, S 417 u. 326). |
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| − | Wegen der zunehmenden politischen Spannungen in der Zeit der ersten Republik waren auch nicht alle österreichischen Schachvereine im ÖSV vertreten. Nach dem 2. Weltkrieg wollte man diese Fehler der Vergangenheit durch mehr Einheit und Zusammenarbeit vermeiden. | + | Wegen der zunehmenden politischen Spannungen in der Zeit der ersten Republik waren auch nicht alle österreichischen Schachvereine im ÖSV vertreten. Nach dem 2. Weltkrieg wollte man diese Fehler der Vergangenheit durch mehr Einheit und Zusammenarbeit vermeiden.<br> |
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| | '''1925''' spaltete sich zudem der '''österreichische Arbeiterschachbund''' (der zu Ostern 1924 in Wien gegründet worden war, und der auf dem Wiener Arbeiterschachklub, gegründet 12/1909, basierte) mit seinen Schachkreisen ab.<br /> | | '''1925''' spaltete sich zudem der '''österreichische Arbeiterschachbund''' (der zu Ostern 1924 in Wien gegründet worden war, und der auf dem Wiener Arbeiterschachklub, gegründet 12/1909, basierte) mit seinen Schachkreisen ab.<br /> |
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| | === Entwicklung ab den 1950er-Jahren === | | === Entwicklung ab den 1950er-Jahren === |
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| − | 1951 führten die Amateure in Kärnten gegen Wolfsberg-Kohlegrube ein Freundschaftsspiel, Anfang der 1950er gegen Hallein. Bis diese Schachgruppe/Sektion schließlich 1955 im neu gegründeten Schachklub ASK mündet. | + | 1951 führten die Amateure in Kärnten gegen Wolfsberg-Kohlegrube ein Freundschaftsspiel, Anfang der 1950er gegen Hallein. Bis diese Schachgruppe/Sektion schließlich 1955 im neu gegründeten Schachklub ASK mündet.<br> |
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| | '''1950: Offizielle '''Gründung des Salzburger Landesverbandes''': <br /> | | '''1950: Offizielle '''Gründung des Salzburger Landesverbandes''': <br /> |
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| | Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es dort z.B. ein offenes Blitzturnier. | | Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es dort z.B. ein offenes Blitzturnier. |
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| − | Im Pinzgau führte damals der Kultur- und Werksportklub Kaprun (1948), mit seinem Vorkämpfer F. Weikl. | + | Im Pinzgau führte damals der Kultur- und Werksportklub Kaprun (1948), mit seinem Vorkämpfer Franz Weikl. |
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| | '''1958''': K. Schatzl, der Oberkellner des [[Café Glockenspiel]], der aber beim Verein Posthof spielt, wird Landesmeister (dazu gibt es auch einen amüsanten Artikel vom Salzburger Literaten Walter Müller im SN-online-Archiv). | | '''1958''': K. Schatzl, der Oberkellner des [[Café Glockenspiel]], der aber beim Verein Posthof spielt, wird Landesmeister (dazu gibt es auch einen amüsanten Artikel vom Salzburger Literaten Walter Müller im SN-online-Archiv). |