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| | '''Leopoldskroner Moos''' ist ein [[Salzburger Stadtteil|Stadtteil]] in der [[Stadt Salzburg]], dessen Name von dem unter [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] erbauten [[Schloss Leopoldskron]], das im Stadtteil [[Riedenburg]] gelegen ist, abgeleitet wurde. Das angrenzende Moor gehörte gemeinsam mit dem Schloss zum weitläufigen Grundbesitz der Dynastie der Freiherrn [[Firmian]]. | | '''Leopoldskroner Moos''' ist ein [[Salzburger Stadtteil|Stadtteil]] in der [[Stadt Salzburg]], dessen Name von dem unter [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] erbauten [[Schloss Leopoldskron]], das im Stadtteil [[Riedenburg]] gelegen ist, abgeleitet wurde. Das angrenzende Moor gehörte gemeinsam mit dem Schloss zum weitläufigen Grundbesitz der Dynastie der Freiherrn [[Firmian]]. |
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| − | == Bevölkerung ==
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| − | Mit Stichtag 1. Jänner 2019 hatten 4 074 Bewohner ihren Hauptwohnsitz in diesem [[Salzburger Stadtteil]].<ref>Quelle ''Wohnen in der Stadt Salzburg'', Marktbericht 2019, Herausgeber [[Team Rauscher Immobilien GmbH]], 2019</ref>
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| − | ==Geschichte==
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| − | Vom [[14. Jahrhundert]] bis [[1805]] gehörte das ''Leopoldskroner Moos'' zum [[Pfleggericht Glanegg]].
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| − | Firmian hatte gemeinsam mit den Schlossgründen in der Riedenburg auch die großen Moorflächen des "Wildmooses" einschließlich des [[Hammerauer Moor|Hammermooses]] aufgekauft. Dieses Moor hieß früher ''Wildmoos'' oder ''Filzmoos'' (Viltzmoos) oder auch ''Untersberger Moos'' oder Glanegger Moos. Die früher selbständige Gemeinde [[Leopoldskron-Moos]] wurde [[1939]] in die Stadt [[Salzburg]] eingemeindet.
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| − | ===Moos-Chronik===
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| − | Vor 2004 wurde der [[Stadtteilverein Leopoldskron Moos]] gegründet. Eines seiner Ziele ist die Herausgabe einer Chronik über diesen Stadtteil. Dabei werde aber eher keine Chronik im wissenschaftlichen Sinn angestrebt, vielmehr möchte man unter dem Titel "Geschichte und Geschichten der Moosstraße" ein in 18 Bereiche gegliedertes, ca. 400seitiges Buch mit etwa 350 Fotos über die Vergangenheit, die Entwicklung und besondere Persönlichkeiten dieses Salzburger Stadtteils herausgeben. Die Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2012 geplant.
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| | ==Geografie == | | ==Geografie == |
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| | Der Stadtteil gliedert sich in die Ortsteile<ref>Quelle der Aufteilung und Bezeichnung: {{Quelle SAGIS}} </ref> [[Leopoldskron]], [[Hammerauersiedlung]], [[Leopoldskronweiher Siedlung]], [[Mittermoos]], [[Obermoos]] und [[Untermoos]]; | | Der Stadtteil gliedert sich in die Ortsteile<ref>Quelle der Aufteilung und Bezeichnung: {{Quelle SAGIS}} </ref> [[Leopoldskron]], [[Hammerauersiedlung]], [[Leopoldskronweiher Siedlung]], [[Mittermoos]], [[Obermoos]] und [[Untermoos]]; |
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| − | === Der Siedlungsraum Leopoldskroner Moos und seine Teile === | + | === Bevölkerung === |
| − | Durch das Moos führt die [[Moosstraße]] hindurch, eine 5,35 Kilometer lange und geradlinige Straße, die vom Fusse des [[Rainberg]]s bis zum Areal von [[Schloss Glanegg]] reicht. Diese Verbindung wurde als zeitweise befahrbarer Knüppelweg möglicherweise schon unter Firmian angelegt. Um [[1770]], nach Errichtung des [[Sigmundstor]], wurde der Weg jedenfalls erstmals ausgebaut und möglicherweise deutlich verlängert. Erst [[1805]] – [[1807]] wurde der Weg zu einer befahrbaren Straße (in Form einer zuerst mit italienischen Pappeln bestandenen Allee) ausgebaut. Mit der Aufschließung durch die Straße begann die verstärkte Besiedelung des Landschaftsraumes in Form einer spätbarocken Moorhufensiedlung.
| + | Mit Stichtag 1. Jänner 2019 hatten 4 074 Bewohner ihren Hauptwohnsitz in diesem [[Salzburger Stadtteil]].<ref>Quelle ''Wohnen in der Stadt Salzburg'', Marktbericht 2019, Herausgeber [[Team Rauscher Immobilien GmbH]], 2019</ref> |
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| − | [[1828]] wurde hier das erste Moorbad, das [[Marienbad]], und [[1859]] das Schulhaus erbaut. Eine intensivere Landwirtschaft wurde in diesem Landschaftsraum erst nach der Begradigung des [[Glanbach]]s im Moorgebiet (sie erfolgte etwa [[1938]]–[[1947]]) und der damit verbundenen großräumigen Entwässerung ausgeübt. Heute finden sich hier folgende Hauptgräben: der ''Fiebingergraben'' im Norden (fälschlich oft Fiebigergraben genannt), der ''Schwarzgraben'' mit seinem westlichen Seitenarm (Kleiner Schwarzgraben) und der kurze 'Hammerauergraben''. Ganz im Osten verläuft der ''Wildmoosgraben''.
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| − | Ein Volksschulunterricht fand seit [[1780]] in verschiedenen Privathäusern statt, bis [[1859]] das Schulhaus errichtet wurde. [[1900]] hatte die Volksschule bereits drei Klassen. [[1901]] wurde hier die freiwillige Feuerwehr gegründet. [[1931]] erhielt Leopoldskron-Moos eine eigene Wasserleitung.
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| − | [[1812]] bestand die gesamte Raum Leopoldskron aus 64 verstreut liegenden kleinen Häusern, größtenteils zur Gänze aus Holz errichtet. Deutlich weniger als die Hälfte davon wohnte entlang der Moosstraße.
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| − | [[1845]] wohnten hier schon 200 "Kolonisten" im Landschaftsraum Leopoldskron in mehr als 100 Häusern, geschätzt die Hälfte davon an der Moosstraße. | |
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| − | [[1880]] wohnten bereist 762 Einwohner hier (wobei die Moorhufensiedlung [Straßendorf] entlang der Moosstraße selbst aus 113 Häusern mit 484 Einwohnern bestand).
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| − | [[1910]] lebten hier bereits 1 133 Einwohner in 178 Häusern. [[1931]] erhielt Leopoldskron-Moos eine eigene Wasserleitung.
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| − | Heute gliedert sich der Siedlungsraum an der Moosstraße in vier Bereiche:
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| | + | === Die einzelnen Siedlungsräume === |
| | ====Obermoos==== | | ====Obermoos==== |
| | * [[Lehrbauhof]] | | * [[Lehrbauhof]] |
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| | ==== Leopoldskronweihersiedlung ==== | | ==== Leopoldskronweihersiedlung ==== |
| | Die Siedlung besitzt heute eine Größe von etwa 20 ha und hat etwa 800 Einwohner. Ausgehend von einem kleinen Siedlungskern an der [[Firmianstraße]], der schon in der Zeit der Monarchie entstand, und einer Verbauung an der [[Liechtensteinstraße]] in der [[Zwischenkriegszeit]] entwickelte sich diese Siedlung nach dem Zweiten Weltkrieg zur heutigen Größe. Im Süden schließt südlich des [[Zwieselweg]]es der Siedlungsraum [[Gneis]]-Moos an. | | Die Siedlung besitzt heute eine Größe von etwa 20 ha und hat etwa 800 Einwohner. Ausgehend von einem kleinen Siedlungskern an der [[Firmianstraße]], der schon in der Zeit der Monarchie entstand, und einer Verbauung an der [[Liechtensteinstraße]] in der [[Zwischenkriegszeit]] entwickelte sich diese Siedlung nach dem Zweiten Weltkrieg zur heutigen Größe. Im Süden schließt südlich des [[Zwieselweg]]es der Siedlungsraum [[Gneis]]-Moos an. |
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| | + | ==Geschichte== |
| | + | Vom [[14. Jahrhundert]] bis [[1805]] gehörte die selbständige [[Gemeinde Leopoldskron-Moos]] zum [[Pfleggericht Glanegg]]. |
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| | + | Firmian hatte gemeinsam mit den Schlossgründen in der Riedenburg auch die großen Moorflächen des "Wildmooses" einschließlich des [[Hammerauer Moor|Hammermooses]] aufgekauft. Dieses Moor hieß früher ''Wildmoos'' oder ''Filzmoos'' (Viltzmoos) oder auch ''Untersberger Moos'' oder Glanegger Moos. Die früher selbständige Gemeinde [[Leopoldskron-Moos]] wurde [[1939]] in die Stadt [[Salzburg]] eingemeindet. |
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| | + | ===Moos-Chronik=== |
| | + | Vor 2004 wurde der [[Stadtteilverein Leopoldskron Moos]] gegründet. Eines seiner Ziele ist die Herausgabe einer Chronik über diesen Stadtteil. Dabei werde aber eher keine Chronik im wissenschaftlichen Sinn angestrebt, vielmehr möchte man unter dem Titel "Geschichte und Geschichten der Moosstraße" ein in 18 Bereiche gegliedertes, ca. 400seitiges Buch mit etwa 350 Fotos über die Vergangenheit, die Entwicklung und besondere Persönlichkeiten dieses Salzburger Stadtteils herausgeben. Die Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2012 geplant. |
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| | + | === Der Siedlungsraum Leopoldskroner Moos === |
| | + | Durch das Moos führt die [[Moosstraße]] hindurch, eine 5,35 Kilometer lange und geradlinige Straße, die vom Fusse des [[Rainberg]]s bis zum Areal von [[Schloss Glanegg]] reicht. Diese Verbindung wurde als zeitweise befahrbarer Knüppelweg möglicherweise schon unter Firmian angelegt. Um [[1770]], nach Errichtung des [[Sigmundstor]], wurde der Weg jedenfalls erstmals ausgebaut und möglicherweise deutlich verlängert. Erst [[1805]] – [[1807]] wurde der Weg zu einer befahrbaren Straße (in Form einer zuerst mit italienischen Pappeln bestandenen Allee) ausgebaut. Mit der Aufschließung durch die Straße begann die verstärkte Besiedelung des Landschaftsraumes in Form einer spätbarocken Moorhufensiedlung. |
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| | + | [[1828]] wurde hier das erste Moorbad, das [[Marienbad]], und [[1859]] das Schulhaus erbaut. Eine intensivere Landwirtschaft wurde in diesem Landschaftsraum erst nach der Begradigung des [[Glanbach]]s im Moorgebiet (sie erfolgte etwa [[1938]]–[[1947]]) und der damit verbundenen großräumigen Entwässerung ausgeübt. Heute finden sich hier folgende Hauptgräben: der ''Fiebingergraben'' im Norden (fälschlich oft Fiebigergraben genannt), der ''Schwarzgraben'' mit seinem westlichen Seitenarm (Kleiner Schwarzgraben) und der kurze 'Hammerauergraben''. Ganz im Osten verläuft der ''Wildmoosgraben''. |
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| | + | Ein Volksschulunterricht fand seit [[1780]] in verschiedenen Privathäusern statt, bis [[1859]] das Schulhaus errichtet wurde. [[1900]] hatte die Volksschule bereits drei Klassen. [[1901]] wurde hier die freiwillige Feuerwehr gegründet. [[1931]] erhielt Leopoldskron-Moos eine eigene Wasserleitung. |
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| | + | [[1812]] bestand die gesamte Raum Leopoldskron aus 64 verstreut liegenden kleinen Häusern, größtenteils zur Gänze aus Holz errichtet. Deutlich weniger als die Hälfte davon wohnte entlang der Moosstraße. |
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| | + | [[1845]] wohnten hier schon 200 "Kolonisten" im Landschaftsraum Leopoldskron in mehr als 100 Häusern, geschätzt die Hälfte davon an der Moosstraße. |
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| | + | [[1880]] wohnten bereist 762 Einwohner hier (wobei die Moorhufensiedlung [Straßendorf] entlang der Moosstraße selbst aus 113 Häusern mit 484 Einwohnern bestand). |
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| | + | [[1910]] lebten hier bereits 1 133 Einwohner in 178 Häusern. [[1931]] erhielt Leopoldskron-Moos eine eigene Wasserleitung. |
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| | + | Heute gliedert sich der Siedlungsraum an der Moosstraße in vier Bereiche: |
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| | === Das Moor und seine Geschichte === | | === Das Moor und seine Geschichte === |
| − | :''Hauptartikel: [[Leopoldskroner Moor]]'' | + | :''Hauptartikel [[Leopoldskroner Moor]] |
| | Das Leopoldskroner Moor ist die größte Moorfläche in Salzburg und in Österreich.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19350104&seite=5&zoom=33&query=%22wasserleitung%22%2B%22leopoldskron-Moos%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1935]</ref> Es reicht vom [[Untersberg]] bis in die Stadt Salzburg. Das Moor südlich des [[Mönchsberg]]es und des [[Rainberg]]es, in der Stadt nahen Teilen [[Riedenburger Moor]] genannt, wurde bereits unter Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] nach [[1598]] teilweise entwässert. | | Das Leopoldskroner Moor ist die größte Moorfläche in Salzburg und in Österreich.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19350104&seite=5&zoom=33&query=%22wasserleitung%22%2B%22leopoldskron-Moos%22&ref=anno-search anno.onb.ac.at/1935]</ref> Es reicht vom [[Untersberg]] bis in die Stadt Salzburg. Das Moor südlich des [[Mönchsberg]]es und des [[Rainberg]]es, in der Stadt nahen Teilen [[Riedenburger Moor]] genannt, wurde bereits unter Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] nach [[1598]] teilweise entwässert. |
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