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| | == Vor Christi Geburt == | | == Vor Christi Geburt == |
| − | ; 3570 v. Chr
| + | * 3570 v. Chr.: Ein Fintbeil, das etwa aus der ersten Hälfte des 4. Jahrtausend vor Christi stammt, wird [[1961]] in der Nähe der [[Fledermausquelle]] in [[Bad Gastein]] von V. Gemeiner gefunden. |
| − | Ein Fintbeil, das etwa aus der ersten Hälfte des 4. Jahrtausend vor Christi stammt, wird [[1961]] in der Nähe der [[Fledermausquelle]] in [[Bad Gastein]] von V. Gemeiner gefunden. | + | * 1600 v. Chr.: Durch eine Pollenanalyse kann eine erste Waldweidenutzung um diese Zeit nachgewiesen werden. |
| − | ; 1600 v. Chr.
| + | * 1100 v. Chr.: [[2006]] findet man im [[Anlauftal]] das Fragment eines spät[[bronzezeit]]lichen Kammhelms (volkstümlich als ''[[Kelten]]<nowiki>helm</nowiki>'' bezeichnet). |
| − | Durch eine Pollenanalyse kann eine erste Waldweidenutzung um diese Zeit nachgewiesen werden. | |
| − | ; 1100 v. Chr.
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| − | [[2006]] findet man im [[Anlauftal]] das Fragment eines spät[[bronzezeit]]lichen Kammhelms (volkstümlich als ''[[Kelten]]<nowiki>helm</nowiki>'' bezeichnet). | |
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| | == 1. Jahrtausend nach Christi Geburt == | | == 1. Jahrtausend nach Christi Geburt == |
| − | ; 150–180 n. Chr.
| + | * 150–180 n. Chr.: Die [[Römer]] bauen Straßen über den [[Korntauern]] und den [[Mallnitzer Tauern]]. |
| − | Die [[Römer]] bauen Straßen über den [[Korntauern]] und den [[Mallnitzer Tauern]]. | + | [[400]]: Um diese Zeit ziehen römische Almbauern vom Süden kommend ins [[Nassfeldtal]]. Es wurden auch [[Kastanien]]-Pollen aus dieser Zeit im Nassfeldtal gefunden. |
| − | ; [[400]]
| + | * [[678]]: Zwei Jäger, die einen weidwunden [[Hirsche|Hirsch]] verfolgen, entdecken warme Quellen im Tal. Dabei handelt es sich jedoch um eine Sage, deren Wahrheitsgehalt nicht verbürgt ist. |
| − | Um diese Zeit ziehen römische Almbauern vom Süden kommend ins [[Nassfeldtal]]. Es wurden auch [[Kastanien]]-Pollen aus dieser Zeit im Nassfeldtal gefunden. | + | * [[680]]: Diesmal werden in einer Sage Jäger angeführt, die vier warme Quellen finden, von denen eine der [[St. Preims Brunnen]] sein soll. |
| − | ; [[678]]
| + | * [[696]]: Der Legende nach wird eine [[Preimskirche]] als ''Kirche bei dem Bad'' erbaut. |
| − | Zwei Jäger, die einen weidwunden [[Hirsche|Hirsch]] verfolgen, entdecken warme Quellen im Tal. Dabei handelt es sich jedoch um eine Sage, deren Wahrheitsgehalt nicht verbürgt ist. | + | * [[719]]: In diesem Jahr soll der von den Römern verlassene Bergbau nördlich des Nassfelds wieder aufgenommen worden sein. Doch bei dieser Information handelt es sich nachweislich um eine Fälschung aus dem späten [[18. Jahrhundert]]. |
| − | ; [[680]]
| + | * [[890]]: Der deutsche König Arnuf ([[887]]–[[896]]) soll dem [[Erzstift Salzburg]] neben anderen Besitzungen auch das Gasteinertal geschenkt haben. Auch dies stellt sich als Fälschung um oder kurz nach dem Jahr [[977]] heraus. |
| − | Diesmal werden in einer Sage Jäger angeführt, die vier warme Quellen finden, von denen eine der [[St. Preims Brunnen]] sein soll. | + | * [[894]]: Markt und Kirche ''zu Hof'' ([[Hofgastein]]) werden erbaut, wobei diese Information unverbürgt aber möglich ist. |
| − | ; [[696]]
| + | * [[963]]: Die [[Gasteiner Ache]] bei ihrer Mündung in die [[Salzach]] als Grenzfluss in einer Tauschurkunde der "Edlen" (Adeligen) Rosmuot genannt. Rosmuot ist die Frau des Reginbert, der vermutlich aus einer Nebenlinie der frühen [[Herren von Goldegg]] stammte. |
| − | Der Legende nach wird eine [[Preimskirche]] als ''Kirche bei dem Bad'' erbaut. | |
| − | ; [[719]]
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| − | In diesem Jahr soll der von den Römern verlassene Bergbau nördlich des Nassfelds wieder aufgenommen worden sein. Doch bei dieser Information handelt es sich nachweislich um eine Fälschung aus dem späten [[18. Jahrhundert]]. | |
| − | ; [[890]]
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| − | Der deutsche König Arnuf ([[887]]–[[896]]) soll dem [[Erzstift Salzburg]] neben anderen Besitzungen auch das Gasteinertal geschenkt haben. Auch dies stellt sich als Fälschung um oder kurz nach dem Jahr [[977]] heraus. | |
| − | ; [[894]]
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| − | Markt und Kirche ''zu Hof'' ([[Hofgastein]]) werden erbaut, wobei diese Information unverbürgt aber möglich ist. | |
| − | ; [[963]]
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| − | Die [[Gasteiner Ache]] bei ihrer Mündung in die [[Salzach]] als Grenzfluss in einer Tauschurkunde der "Edlen" (Adeligen) Rosmuot genannt. Rosmuot ist die Frau des Reginbert, der vermutlich aus einer Nebenlinie der frühen [[Herren von Goldegg]] stammte. | |
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| | == 11. Jahrhundert == | | == 11. Jahrhundert == |
| − | ; [[1005]]
| + | * [[1005]]: Eine Legende berichtet vom Besuch von Kaiser Heinrich II. ''der Heilige'', der aus [[Italien]] kommend, in Gastein Station gemacht und dabei ein Amulett mit Reliquientasche der hl. [[Erentrudis]] verlegt haben soll. |
| − | Eine Legende berichtet vom Besuch von Kaiser Heinrich II. ''der Heilige'', der aus [[Italien]] kommend, in Gastein Station gemacht und dabei ein Amulett mit Reliquientasche der hl. [[Erentrudis]] verlegt haben soll. | + | * [[1020]]: <span style="background-color:yellow"> Aus diesem Jahr stammt die älteste Urkunde, die nicht nur den Namen, sondern auch Details zu "Gastein" anführt. </span> Diakon Friedrich II. und sein Bruder Sighard VI. Graf im [[Salzburggau]] aus dem Geschlecht der [[Sighardinger]] (später [[Peilsteiner]]) erhalten bei einem Besitztausch die Kirche von Hofgastein und deren Grundbesitz. |
| − | ; [[1020]]
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| − | '''Aus diesem Jahr stammt die älteste Urkunde, die nicht nur den Namen, sondern auch Details zu "Gastein" anführt.''' Diakon Friedrich II. und sein Bruder Sighard VI. Graf im [[Salzburggau]] aus dem Geschlecht der [[Sighardinger]] (später [[Peilsteiner]]) erhalten bei einem Besitztausch die Kirche von Hofgastein und deren Grundbesitz.
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| | == 12. Jahrhundert == | | == 12. Jahrhundert == |
| − | ; [[1122]]
| + | * [[1122]]: Und wieder berichtet eine Legende von dem angeblichen Umbau einer älteren Kapelle in die Preimskirche. |
| − | Und wieder berichtet eine Legende von dem angeblichen Umbau einer älteren Kapelle in die Preimskirche. | + | * [[1138]]: Ita Gräfin von [[Burghausen]] aus dem Haus der Sighardinger besitzt in [[Luggau]] eine [[Schwaige]]. Später geht der Besitz an die [[Benediktinerabtei Michaelbeuern]]. |
| − | ; [[1138]]
| + | * [[1164]]: Sophie von Burghausen (Sighardinger) übergibt das Gut ''Predium Remsaren'' ([[Remsach]]) an das [[Augustinerorden|Augustiner]]<nowiki>kloster</nowiki> in Ranshofen im [[Innviertel]]. |
| − | Ita Gräfin von [[Burghausen]] aus dem Haus der Sighardinger besitzt in [[Luggau]] eine [[Schwaige]]. Später geht der Besitz an die [[Benediktinerabtei Michaelbeuern]]. | + | * [[1167]]: '''Markward von Gastein''', ein [[Ministeriale]], wird als Zeuge in einer Urkunde genannt. Weitere Nennungen von ihn in Urkunden gibt es in den Jahren [[1168]], [[1170]], [[1180]] und [[1188]]. In dieser Person ist <span style="background-color:yellow"> der erste Mensch zu sehen, der höchstwahrscheinlich in Gastein wohnt oder zumindest hier seinen Stammsitz hat und mit Namen genannt wird. </span> |
| − | ; [[1164]]
| + | * [[1170]]: Um diese Zeit dürfte wahrscheinlich die [[Burg Klammstein]] errichtet worden sein. Eindeutige urkundliche Belege fehlen allerdings. |
| − | Sophie von Burghausen (Sighardinger) übergibt das Gut ''Predium Remsaren'' ([[Remsach]]) an das [[Augustinerorden|Augustiner]]<nowiki>kloster</nowiki> in Ranshofen im [[Innviertel]]. | + | * [[1198]]: Im Weiler Stein-Wieden, westlich des Marktzentrums von Hofgastein, lebt '''Adelheid''', eine Freie, also keinem Grundherrn dienstpflichtig (ihm unteran). In diesem Jahr allerdings übergibt sie sich und ihre Kinder dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstift St. Peter]], wird also unfrei. Adelheid ist die <span style="background-color:yellow"> erste (!) in Gastein angesessene Person, über deren Familie Details bekannt sind. </span> So kennt man die Namen ihrer Kinder: Luitold, Arnold, Dietmar, Liebmann, Ellenburg, Diemuot, Uville und Siburg. Die Vornamen der mitunterschreibenden Urkundenzeugen sind Kuonrad, Richolf, Friedrich, Heinrich, Luitold, Waldmann, Ruedolf, Aribo, Raffold und Gottschalk. |
| − | ; [[1167]]
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| − | Markward von Gastein, ein [[Ministeriale]], wird als Zeuge in einer Urkunde genannt. Weitere Nennungen von ihn in Urkunden gibt es in den Jahren [[1168]], [[1170]], [[1180]] und [[1188]]. In dieser Person ist '''der erste Mensch zu sehen, der höchstwahrscheinlich in Gastein wohnt oder zumindest hier seinen Stammsitz hat und mit Namen genannt wird. | |
| − | ; [[1170]]
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| − | Um diese Zeit dürfte wahrscheinlich die [[Burg Klammstein]] errichtet worden sein. Eindeutige urkundliche Belege fehlen allerdings. | |
| − | ; [[1198]]
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| − | Im Weiler Stein-Wieden, westlich des Marktzentrums von Hofgastein, lebt Adelheid, eine Freie, also keinem Grundherrn dienstpflichtig (ihm unteran). In diesem Jahr allerdings übergibt sie sich und ihre Kinder dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstift St. Peter]], wird also unfrei. Adelheid ist die '''erste (!) in Gastein angesessene Person, über deren Familie Details bekannt sind.''' So kennt man die Namen ihrer Kinder: Luitold, Arnold, Dietmar, Liebmann, Ellenburg, Diemuot, Uville und Siburg. Die Vornamen der mitunterschreibenden Urkundenzeugen sind Kuonrad, Richolf, Friedrich, Heinrich, Luitold, Waldmann, Ruedolf, Aribo, Raffold und Gottschalk. | |
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| | == 13. Jahrhundert == | | == 13. Jahrhundert == |
| − | ; [[1200]]
| + | * [[1200]]: Aus dieser Zeit ist ein als "''Landbuch von Österreich''" bezeichnetes Abgabenverzeichnis erhalten. Darin heißt es, dass der [[Bayernherzöge in Salzburg|Herzog von Bayern]] das Recht auf, "''alle Jahr zwanzigtausend Käse und dreihundert Klafter langes wollenes Tuch,...''" hat. Nach [[Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld|Koch-Sternfeld]] sind das kleine, höchstwahrscheinlich Schafskäselaibchen von 0,5 bis einen Kilo gewesen. Die Tuchlänge kann nicht genau bestimmt werden, wohl um 500 Meter Länge. |
| − | Aus dieser Zeit ist ein als "''Landbuch von Österreich''" bezeichnetes Abgabenverzeichnis erhalten. Darin heißt es, dass der [[Bayernherzöge in Salzburg|Herzog von Bayern]] das Recht auf, "''alle Jahr zwanzigtausend Käse und dreihundert Klafter langes wollenes Tuch,...''" hat. Nach [[Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld|Koch-Sternfeld]] sind das kleine, höchstwahrscheinlich Schafskäselaibchen von 0,5 bis einen Kilo gewesen. Die Tuchlänge kann nicht genau bestimmt werden, wohl um 500 Meter Länge. | + | * [[1203]]: Ein '''''Luitpold''''' wird als [[Pfarrer von Bad Hofgastein|Pfarrer von Hofgastein]] genannt. |
| − | ; [[1203]]
| + | * [[1208]]: '''Euphemia von Peilstein''' schenkt Güter an das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno]] in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. |
| − | Ein ''Luitpold'' wird als [[Pfarrer von Bad Hofgastein|Pfarrer von Hofgastein]] genannt. | + | * [[1212]]: Am [[20. Jänner]] kommen Propst Pabo des Augustinerchorherrenstifts St. Zeno und ein Mitbruder am Tage des heiligen Sebastian in der [[Gasteiner Klamm]] bei einem [[Lawine]]<nowiki>nunglück ums Leben</nowiki> An dieses Ereignis erinnert die [[St. Sebastians-Kapelle]] beim Parkplatz Klammstein. |
| − | ; [[1208]]
| + | * [[1218]]: In diesem Jahr sterben die Peilsteiner aus, so die gängige Literatur. Allerdings war der letzte tatsächliche Peilsteiner, '''Konrad III. von Peilstein''', bereits 1198 gestorben. Es gibt aber vermutlich eine nicht blutsverwandte Nebenlinie mit Nachfahren. Nach dem Tod von Konrad III. könnten somit aus dieser Linie Erben gewesen sein. Jedenfalls fällt ein Teil der Besitzungen des Geschlechts der Peilsteiner kurz nach 1218, jedenfalls deutlich vor [[1224]] an die [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzöge]]. Neuere Geschichtsforschung ist der Meinung, dass nach dem Ende der Peilsteiner es zu einer teilweise sogar kriegerisch geführten Auseinandersetzung zwischen den Bayernherzögen und dem Salzburger Erzbischof um Gastein gekommen war. Diese Auseinandersetzungen gingen zugunsten der Bayern aus, die bis [[1297]] den Gerichtsbezirk Gastein besitzen. |
| − | Euphemia von Peilstein schenkt Güter an das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno]] in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. | + | * [[1241]]: [[Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensberg]] leiht Herzog Otto II. von Bayern Geld und dieser verpfändet dafür ''predium nostrum in Gasteun''. Dieses Geld wird jedoch schon bald zurückbezahlt. Obwohl die Herzöge von Bayern die Landesherren in Gastein sind, sind es die Herren von Goldegg, die im Alltagleben in Gastein die alleinige Entscheidungsbefugnis haben. |
| − | ; [[1212]]
| + | * [[1251]]: '''Heinrich Graf von Ortenberg''' (bei Vilshofe) übt die Vogtei über Gastein und Mondsee (Herrschaft Wildeneck) aus. Er verlehnt sie aber an kleine Salzburger [[Ministeriale]]n. |
| − | Am [[20. Jänner]] kommen Propst Pabo des Augustinerchorherrenstifts St. Zeno und ein Mitbruder am Tage des heiligen Sebastian in der [[Gasteiner Klamm]] bei einem [[Lawine]]<nowiki>nunglück ums Leben</nowiki> An dieses Ereignis erinnert die [[St. Sebastians-Kapelle]] beim Parkplatz Klammstein. | + | * [[1272]]: In diesem Jahr findet sich ein definitiver Nachweis, dass die Goldegger das Sagen im Tal haben. |
| − | ; [[1218]]
| + | * [[1281]]: In [[Klammstein]] gibt es mit großer Sicherheit eine [[Burg Klammstein|Befestigungsanlage]]. |
| − | In diesem Jahr sterben die Peilsteiner aus, so die gängige Literatur. Allerdings war der letzte tatsächliche Peilsteiner, Konrad III. von Peilstein, bereits 1198 gestorben. Es gibt aber vermutlich eine nicht blutsverwandte Nebenlinie mit Nachfahren. Nach dem Tod von Konrad III. könnten somit aus dieser Linie Erben gewesen sein. Jedenfalls fällt ein Teil der Besitzungen des Geschlechts der Peilsteiner kurz nach 1218, jedenfalls deutlich vor [[1224]] an die [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzöge]]. Neuere Geschichtsforschung ist der Meinung, dass nach dem Ende der Peilsteiner es zu einer teilweise sogar kriegerisch geführten Auseinandersetzung zwischen den Bayernherzögen und dem Salzburger Erzbischof um Gastein gekommen war. Diese Auseinandersetzungen gingen zugunsten der Bayern aus, die bis [[1297]] den Gerichtsbezirk Gastein besitzen. | + | * [[1286]]: Die Goldegger Herren üben ihre Rechte des Landgerichts aus, was sie in Konflikt mit den Bayernherzögen bringt. |
| − | ; [[1241]]
| + | * [[1289]]: Die bayrischen Herzöge wären bereit, das Gasteinertal an die Herren von Goldegg zu verkauft. Diese können aber den Kaufpreis nicht aufbringen. |
| − | [[Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensberg]] leiht Herzog Otto II. von Bayern Geld und dieser verpfändet dafür ''predium nostrum in Gasteun''. Dieses Geld wird jedoch schon bald zurückbezahlt. Obwohl die Herzöge von Bayern die Landesherren in Gastein sind, sind es die Herren von Goldegg, die im Alltagleben in Gastein die alleinige Entscheidungsbefugnis haben. | + | * [[1297]]: Erzbischof [[Konrad IV. von Fohnsdorf]] erwirbt von den bayerischen Herzögen das Gasteinertal, was ein wichtiger Schritt zur "Land-Werdung" Salzburgs ist. |
| − | ; [[1251]]
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| − | Graf Heinrich von Ortenberg (bei Vilshofe) übt die Vogtei über Gastein und Mondsee (Herrschaft Wildeneck) aus. Er verlehnt sie aber an kleine Salzburger [[Ministeriale]]n. | |
| − | ; [[1272]]
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| − | In diesem Jahr findet sich ein definitiver Nachweis, dass die Goldegger das Sagen im Tal haben. | |
| − | ; [[1281]]
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| − | In [[Klammstein]] gibt es mit großer Sicherheit eine [[Burg Klammstein|Befestigungsanlage]]. | |
| − | ; [[1286]]
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| − | Die Goldegger Herren üben ihre Rechte des Landgerichts aus, was sie in Konflikt mit den Bayernherzögen bringt. | |
| − | ; [[1289]]
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| − | Die bayrischen Herzöge wären bereit, das Gasteinertal an die Herren von Goldegg zu verkauft. Diese können aber den Kaufpreis nicht aufbringen. | |
| − | ; [[1297]]
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| − | Erzbischof [[Konrad IV. von Fohnsdorf]] erwirbt von den bayerischen Herzögen das Gasteinertal, was ein wichtiger Schritt zur "Land-Werdung" Salzburgs ist. | |
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| | == 14. Jahrhundert == | | == 14. Jahrhundert == |
| − | ; [[1300]]
| + | * [[1300]]: Eine ''hochfürstliche'' Taverne wird in Dorfgastein genannt. |
| − | Eine ''hochfürstliche'' Taverne wird in Dorfgastein genannt. | + | * [[1301]]: Ein Ulrich Strochner wird urkundlich erwähnt - die späteren [[Konrad Strochner|Strochner]] werden ab Mitte des [[15. Jahrhundert]]s für Gastein von großer Bedeutung. |
| − | ; [[1301]]
| + | * [[1303]]: '''Konrad von Aussee''' gelangt in den teilweisen Besitz von Gastein, ein Jakob der Jorisch aus Aussee ist dann um [[1389]] [[Gewerke]] im Tal - die Ausseer Herren haben im [[14. Jahrhundert]] eine bedeutende Rolle im Gasteinertal. |
| − | Konrad von Aussee gelangt in den teilweisen Besitz von Gastein, ein Jakob der Jorisch aus Aussee ist dann um [[1389]] [[Gewerke]] im Tal - die Ausseer Herren haben im [[14. Jahrhundert]] eine bedeutende Rolle im Gasteinertal. | + | * [[1312]]: Der Sohn eines [[Salzburger Domherr]]n, '''Seibot von Mitterkirchen''', gibt dem [[Salzburger Domkapitel]] für sein und seiner Frau Seelenheil das "Gut Au in Gastein". In dieser Urkunde werden auch "Weindienste" erwähnt, die wohl im Zusammenhang mit [[Wein]]-[[Säumer]]ei stehen. |
| − | | + | * [[1314]]: '''Diepold von Gastein''', später "Diepold von Gadaunern", verkauft an Erzbischof [[Weichart von Polheim]] das Gut Präau. |
| | + | * [[1320]]: Diepold von Gastein verkauft mit Zustimmung seiner Familie (darunter seine Tochter Kunigunde als Frau des Jans von [Ober]Vellach) an den Erzbischof eine Gült in Gastein. Es ist dies ein Beweis, dass es zu jene Zeit durchaus [[Tauernpass|Tauernpässe]] überschreitende Hochzeiten gab. |
| | + | * [[1323]] und [[1327]]: Friedrich von Goldegg gibt den großen Gerichtsbezirk Gastein sowie einige Güter in [[Klammstein]] samt der [[Burg Klammstein]] an den Erzbischof zurück. <span style="background-color:yellow"> 1327 erhält Salzburg erstmals im Bereich um Klammstein bis [[Rainerbau]] eigenen - unverliehenen! - Grundbesitz. Doch noch wichtiger ist für den Erzbischof, dass er nun erstmals das Landgericht Gastein in eigenen Händen mit einem eigenen Landrichter hat. </span> Erster Landrichter ist '''Niklas von Ausse'''e. |
| | + | * 1327: Diepold von Gastein hängt an sein Siegel an eine Urkunde. Es zeigt eine (Wasser)Kanne, wie sie auch im Wappen von Bad Gastein zu sehen ist |
| | + | * [[1333]]: <span style="background-color:yellow"> Erster urkundlicher Nachweis der Existenz der [[Pfarrkirche der Heiligen Primus und Felizian|St. Preims-Kirche]] und damit indirekt der Nachweis eines Badebetriebes. </span> Es wäre nämlich unvorstellbar, dass man eine Kirche in die Einöde gebaut hätte ohne dass die betreffende Stelle nicht von besonderer Bedeutung gewesen wäre. Diese besondere Bedeutung lag in der Nutzung der Thermalquellen für Heilzwecke in unmittelbarer Nähe der Kirche. |
| | + | * [[1339]]: [[Brände (Geschichte)|Großbrand]] in Hofgastein. |
| | + | * [[1342]]: <span style="background-color:yellow"> Erlass der ersten Gasteiner Bergordnung (''Constituciones'') </span> durch Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]]. |
| | + | * [[1350]]: |
| | + | :: ... <span style="background-color:yellow"> "Fritzel in Baden": Erster direkter Hinweis auf Badebetrieb in Bad Gastein. </span> Es handelt sich um eine Nennung in der Gasteiner Leibsteuerlist vom [[24. Juni]] von Fritzel, der künftig 15 Pfennig zahlen muss. |
| | + | :: ... Erste Nennung der [[Pfarrkirche zu den Hll. Rupert und Virgil (Dorfgastein)|Ruprecht-Kirche]] in Dorfgastein. </span> |
| | + | :: ... '''Otto Schmiedinger''' ist als "Freisasse" (Grundbesitzer mit besonderer Rechtsstellung) erwähnt. Dieser Name verbreitet sich später stark im [[Pinzgau]]. Der Familienname ''Schmiedinger'' lebt beispielsweise im [[Schmiedingerkees|Schmiedingergletscher]] unterhalb des Gipfels des [[Kitzsteinhorn]]s noch heute. |
| | + | * [[1365]]: <span style="background-color:yellow"> Erster [[Gasteiner Vertrag]] </span> wird in Hofgastein zwischen dem [[Herzogtum Bayern]] und der Grafschaft Görz geschlossen. |
| | + | * [[1368]]: Konrad Stromayer, ein Bürger aus Nürnberg, verkauft sein Haus in Gastein. Bis dahin könnte man sagen, dass er der <span style="background-color:yellow"> erste Zweitwohnbesitzer im Gasteinertal </span> war. |
| | + | * [[1371]]: <span style="background-color:yellow"> Erste Erwähnung Hofgasteins als Markt. </span> Die Erhebung muss aber früher erfolgt sein. Eine Wochenmarkt wird dann aber erst [[1415]] durch Fürsterzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]] verliehen. |
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