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| − | '''Gustav Edler von Pelikan''' (* [[15. Juni]] [[1840]] Zbirov [Zbiroh] nahe Pilsen, [[Tschechien#Böhmen|Böhmen]]; † [[1. Juli]] [[1919]] [[Salzburg]]) war ein österreichischer Offizier, [[Kartografie|Kartograf]] und Geoplastiker. | + | '''Gustav Edler von Pelikan''' (* [[15. Juni]] [[1840]] Zbirov [Zbiroh] nahe Pilsen, [[Tschechien#Böhmen|Böhmen]]; † [[1. Juli]] [[1919]] in der [[Stadt Salzburg]]) war ein österreichischer Offizier, [[Kartografie|Kartograf]] und Geoplastiker. |
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| | ==Leben== | | ==Leben== |
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| | ==Das Salzburger Landesrelief== | | ==Das Salzburger Landesrelief== |
| | [[1892]] übernahm er die Betreuung des von dem namhaften Geoplastiker [[Franz Keil (Geoplastiker)|Franz Keil]] im Jahr [[1859]] begonnenen, in den Jahren 1873 bis 1875 von [[Rudolf Edler von Kendler]] und [[Josef Skuppa]] ergänzten, aus zwölf Sektionen bestehenden, gleichwohl noch längst nicht vollendeten [[Salzburger Landesrelief|Alpen- bzw. Landesreliefs]]. Man kam überein, dass das zum Landesrelief umgewidmete Panorama um weitere 13 Sektionen, umfassend den Ostteil des Reliefs mit dem [[Salzkammergut]], vermehrt werden sollte. Diese Arbeit führte Pelikan aus, wobei er auch die älteren Reliefteile aufgrund der verbesserten Karten überarbeitete. Ihm standen dabei, wie bereits Kendler und Skuppa, viel genauere Karten zur Verfügung, darunter auch seine eigenen Unterlagen aus seiner Aktivzeit als Militärkartograph. Der vorgefundene Westteil mit dem Salzachland ist 184 cm, der von Pelikan erstellte Ostteil mit dem [[Salzkammergut]] 115 cm breit. Das fertige Relief übergab er 1895 dem [[Salzburg Museum|städtischen Museum Carolino-Augusteum]]. | | [[1892]] übernahm er die Betreuung des von dem namhaften Geoplastiker [[Franz Keil (Geoplastiker)|Franz Keil]] im Jahr [[1859]] begonnenen, in den Jahren 1873 bis 1875 von [[Rudolf Edler von Kendler]] und [[Josef Skuppa]] ergänzten, aus zwölf Sektionen bestehenden, gleichwohl noch längst nicht vollendeten [[Salzburger Landesrelief|Alpen- bzw. Landesreliefs]]. Man kam überein, dass das zum Landesrelief umgewidmete Panorama um weitere 13 Sektionen, umfassend den Ostteil des Reliefs mit dem [[Salzkammergut]], vermehrt werden sollte. Diese Arbeit führte Pelikan aus, wobei er auch die älteren Reliefteile aufgrund der verbesserten Karten überarbeitete. Ihm standen dabei, wie bereits Kendler und Skuppa, viel genauere Karten zur Verfügung, darunter auch seine eigenen Unterlagen aus seiner Aktivzeit als Militärkartograph. Der vorgefundene Westteil mit dem Salzachland ist 184 cm, der von Pelikan erstellte Ostteil mit dem [[Salzkammergut]] 115 cm breit. Das fertige Relief übergab er 1895 dem [[Salzburg Museum|städtischen Museum Carolino-Augusteum]]. |
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| − | Für seine jahrelange unentgeltliche Arbeit belohnte ihn die Stadt Salzburg ungesäumt mit der taxfreien Verleihung des [[Bürgerbrief der Stadt Salzburg|Bürgerrechts]]. Die [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] zeichnete ihn 1897 mit der Ehrenmitgliedschaft aus.
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| | ==Wanderkarten== | | ==Wanderkarten== |
| − | Seine Arbeit am Landesrelief verwertete er auch durch die Herausgabe von Touristenkarten. | + | Seine Arbeit am Landesrelief verwertete er auch durch die Herausgabe von Touristenkarten. Er brachte seine Fachkunde auch in der Salzburger [[Alpenverein]]ssektion ein. Im Rahmen der jährlichen Bergführer-Lehrkurse unterrichtete er von 1894 bis etwa 1910 den Gegenstand „Kartenlesen“. Er kümmerte sich auch um die Eintragung der markierten Wege in die Spezialkarte. Pelikans Reliefs werden zu den besten manuell hergestellten dreidimensionalen Abbildungen mitteleuropäischer Gebirgslandschaften gerechnet. Seine Karten zählen in ihrer Maßstabsgruppe dank ihrer plastischen Wirkung zu den anschaulichsten Erzeugnissen ihrer Zeit. |
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| − | Er brachte seine Fachkunde auch in der Salzburger [[Alpenverein]]ssektion ein. Im Rahmen der jährlichen Bergführer-Lehrkurse unterrichtete er von 1894 bis etwa 1910 den Gegenstand „Kartenlesen“. Er kümmerte sich auch um die Eintragung der markierten Wege in die Spezialkarte. | |
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| − | ==Würdigung== | + | ==Ehrungen == |
| − | Pelikans Reliefs werden zu den besten manuell hergestellten dreidimensionalen Abbildungen mitteleuropäischer Gebirgslandschaften gerechnet. Seine Karten zählen in ihrer Maßstabsgruppe dank ihrer plastischen Wirkung zu den anschaulichsten Erzeugnissen ihrer Zeit.
| + | Für seine jahrelange unentgeltliche Arbeit belohnte ihn die Stadt Salzburg ungesäumt mit der taxfreien Verleihung des [[Bürgerbrief der Stadt Salzburg|Bürgerrechts]]. Die [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] zeichnete ihn 1897 mit der Ehrenmitgliedschaft aus. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| − | * [[Guido Müller]]: ''Gustav Pelikan (1840 – 1919). Ein bedeutender österreichischer Kartograf und Geoplastiker.'' In: Salzburger Geographische Arbeiten, Bd. 38 (Salzburg 2005), [http://www.terrainmodels.com/pdf/mueller_2005.pdf S. 27 – 36.] | + | * [[Guido Müller]]: ''Gustav Pelikan (1840–1919). Ein bedeutender österreichischer Kartograf und Geoplastiker.'' In: Salzburger Geographische Arbeiten, Bd. 38 (Salzburg 2005), [http://www.terrainmodels.com/pdf/mueller_2005.pdf S. 27 – 36.] |
| | * [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Nekrolog]] auf Gustav Edlen von Pelikan in [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1901-1940|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19190006&zoom=2&seite=00000103 59 (1919), 103.] | | * [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Nekrolog]] auf Gustav Edlen von Pelikan in [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1901-1940|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19190006&zoom=2&seite=00000103 59 (1919), 103.] |
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