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| | {{Dieser Artikel|berichtet über das Leprosenhaus in '''Mülln in der Stadt Salzburg'''. Über das gleichnamige Gebäude in '''Hallein''' informiert der Artikel [[Leprosenhaus Hallein]].}} | | {{Dieser Artikel|berichtet über das Leprosenhaus in '''Mülln in der Stadt Salzburg'''. Über das gleichnamige Gebäude in '''Hallein''' informiert der Artikel [[Leprosenhaus Hallein]].}} |
| | [[Datei:Landespflegeanstalt in Mülln.jpg|thumb|Das Leprosenhaus in Mülln, Ansicht vom Mönchsberg]] | | [[Datei:Landespflegeanstalt in Mülln.jpg|thumb|Das Leprosenhaus in Mülln, Ansicht vom Mönchsberg]] |
| − | Das '''Leprosenhaus Salzburg''' ist ein historisches Gebäude in der [[Stadt Salzburg]] in [[Mülln]], das zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt zählt. | + | Das '''Leprosenhaus Mülln''' ist ein historisches Gebäude in der [[Stadt Salzburg]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]]. |
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| − | ==Geschichte== | + | == Geschichte == |
| − | Das Leprosenhaus und die [[Leprosenhauskirche]] werden als "Sundersiechenhaus" erstmals im [[13. Jahrhundert]] erwähnt. Der heute bestehende viergeschossige Bau stammt aus dem [[18. Jahrhundert]] und besitzt einen fast quadratischen Grundriss. Bis etwa [[1920]] wurden Einrichtung und Gebäude als ''Leprosenhaus'' bezeichnet.
| + | Ein Stiftsbrief ist für diese Einrichtung nicht vorhanden. Ihr Ursprung geht in der Zeit der Kreuzzüge (1096-1200) ins [[13. Jahrhundert]] zurück, in der Kreuzritter behaftet mit Siechtum und unbekannten Krankheiten aus Vorderasien nach Europa zurückkehrten. [[Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensberg]] (1200-1246) hat sich damals als vorzüglicher Wohltäter für das ''Siechenhaus'' in [[Mülln]] hervorgetan. |
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| − | Um [[1730]] war der spätere Bürgermeister der Stadt Salzburg [[Michael Wenger]] Verwalter des Leprosenhauses, [[1764]] dann [[Johann Peter Metzger]], der vorletzte amtierende [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] der Stadt Salzburg vor dem endgültigen Übergang des Landes an das [[Österreich#Kaisertum Österreich|Kaisertum Österreich]]. Von [[1847]] bis [[1855]] war [[Karl Krackowitzer]] Hausmeister im Leprosenhaus.
| + | [[1272]] erfolgte die erste urkundliche Erwähnung eines Siechenhaus in Muln. 1310 soll ein Siechenhaus vom [[Kloster Nonnberg]] gegründet worden sein. Eine andere Quelle berichtet [[1391]] von einem ''Sunder-Siechenhaus'', in dem unheilbar Kranke abgesondert wurden. [[1422]] findet sich eine Urkunde über eine Spende an das Siechenhaus und [[1478]] eine über eine Stiftung zugunsten der ''Sundersiechen''. [[1654]] war die Einrichtung in der Vorstadt Mühlen unter dem Namen ''Armensünder-Siechenhaus'' und als ''[[Leprosenhauskirche|Sti. Hieronimi et Sti. Antonii Capelln]]'' bekannt. |
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| | + | Am [[3. Mai]] [[1619]] erlässt das Konsistorium der [[Erzdiözese]] ein Statut und Ordnung für das ''Siechenhaus''. Aus diesem Statut lässt sich entnehmen, dass die Einrichtung nicht nur für Bürger aus der Stadt Salzburg, sondern für Sieche aus dem ganzen Erzstift Salzburg bestimmt war. Ausländer waren jedoch ausgeschlossen. Aus dem Statut geht auch hervor, dass nicht bloß mit ''ekelhaften und ansteckenden Krankheiten'' behaftete Personen, sondern dass auch ''mindergebrechliche Sieche'' aufnahmefähig waren. Jeder Sieche, welcher wegen Gebrechlichkeit aus welchem Grunde auch immer sein Fortkommen sich selbst zu verschaffen nicht vermochte, war aufnahmefähig. Im Laufe der Zeit entstanden für die Erwerbsunfähigen auch andere Institute und Stiftungen. Das ''Siechenhaus'' in Mülln erhielt namhafte Geldzuwendungen. |
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| | + | [[1654]] wird das „arme Sunder-Siechenhaus zu Mülln mit St. Hieronymi- und St. Antonii-Kapellen“ im [[Urbar]] genannt. |
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| | + | [[1782]] gab der Medicinal-Chirurg [[Augustin Paulus]] im [[St. Johanns-Spital]], der auch für das Siechenhaus zuständig war, 4 000 [[Gulden]] für ein wohltätige Stiftung, um für unheilbar Kranke (''incurable'') ein eigene Anstalt zu gründen. [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] verdoppelte die Summe. Der Betrag, vermehrt um weitere Spenden, wurde vorerst der Verwaltung im Leprosenhaus übergeben. Im [[18. Jahrhundert]] spendeten auch vermögende Bürger für die unheilbar Kranken. |
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| | + | [[1783]] wurde der Leprosenhausfonds, eine gemeinnützige Stiftung ''pro caritate'', gegründet und kommt der Name ''Leprosenhaus'' seit damals erst vor. Abgeleitet ist das der lateinischen Bezeichnung ''domus leprosum''. Die Bezeichnung Leprosenhaus war bis etwa [[1920]] sowohl für die Einrichtung als auch das Gebäude gebräuchlich. |
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| | + | [[1812]] wurden die jährlichen Renten aus der Gebarung des Inkurabilienfonds dem Leprosenhaus zugewendet. |
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| | + | Der heute bestehende viergeschossige Bau stammt von [[1830]], wozu der Lazarettfonds und der Incurabilienfonds beitragen mussten. Der Pflegetrakt besitzt einen fast quadratischen Grundriss. |
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| | + | [[1480]] wurde Johann Ramsperger als Hausvater oder ''maiores praefectus domus leprosum'' erwähnt. [[1487]] wird Wolfgang Mucher, Bürger zu Saltzburg, als Siechenmeister genannt. |
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| | + | Um [[1730]] war [[Michael Wenger]] Verwalter im Siechenhaus, er wurde später [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] [[1764]] folgte im [[Johann Peter Metzger]], der vorletzte amtierende [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] der Stadt Salzburg vor dem endgültigen Übergang des Landes an das [[Österreich#Kaisertum Österreich|Kaisertum Österreich]]. Von [[1847]] bis [[1855]] war [[Karl Krackowitzer]] Hausmeister im Leprosenhaus. |
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| | + | [[1966]]/[[1967]] wurde die Geschichte der Landespflegeanstalt in einer original Handschrift aufgezeichnet, die im [[Landesarchiv]] verwahrt wird. |
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| | Bis [[2012]] war in diesem Gebäude die [[Landespflegeanstalt]] untergebracht. Im Sommer 2012 gab die [[Erzdiözese Salzburg]] bekannt, das Objekt vom damaligen Besitzer, dem [[Land Salzburg]], (um kolportierte zwei Millionen Euro) kaufen zu wollen. Gebäude und Liegenschaft wurden vom Land Salzburg dem neuen Eigentümer, der Erzdiözese Salzburg, am [[29. November]] [[2013]] übergeben und die Landespflegeanstalt (an diesem Standort) mit [[31. Dezember]] 2013 geschlossen. | | Bis [[2012]] war in diesem Gebäude die [[Landespflegeanstalt]] untergebracht. Im Sommer 2012 gab die [[Erzdiözese Salzburg]] bekannt, das Objekt vom damaligen Besitzer, dem [[Land Salzburg]], (um kolportierte zwei Millionen Euro) kaufen zu wollen. Gebäude und Liegenschaft wurden vom Land Salzburg dem neuen Eigentümer, der Erzdiözese Salzburg, am [[29. November]] [[2013]] übergeben und die Landespflegeanstalt (an diesem Standort) mit [[31. Dezember]] 2013 geschlossen. |
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| | Das Gebäude befindet sich an der [[Müllner Hauptstraße]] (Nummer 6) nahe dem [[Salzach]]<nowiki>ufer</nowiki> auf einem 3 007 Quadratmeter großen Grundstück mit einem 1 800 Quadratmeter großer Garten, der als Grünland ausgewiesen ist. Der Rest ist auf erweiterte Wohnnutzung gewidmet. | | Das Gebäude befindet sich an der [[Müllner Hauptstraße]] (Nummer 6) nahe dem [[Salzach]]<nowiki>ufer</nowiki> auf einem 3 007 Quadratmeter großen Grundstück mit einem 1 800 Quadratmeter großer Garten, der als Grünland ausgewiesen ist. Der Rest ist auf erweiterte Wohnnutzung gewidmet. |
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| | Datei:Salzburg Kupferstich 1750 Detail Leprosenhaus Mülln.jpg|[[Salzburg (Kupferstich) Johann Friedrich Probst|Probst, Johann Friedrich; Stadtansicht von 1710, Detail Leprosenhaus Mülln]] | | Datei:Salzburg Kupferstich 1750 Detail Leprosenhaus Mülln.jpg|[[Salzburg (Kupferstich) Johann Friedrich Probst|Probst, Johann Friedrich; Stadtansicht von 1710, Detail Leprosenhaus Mülln]] |
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| | Datei:Ehemalige Landespflegeanstalt.jpg|Ansicht Februar 2016 | | Datei:Ehemalige Landespflegeanstalt.jpg|Ansicht Februar 2016 |
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| − | | + | == Literatur == |
| − | ==Quellen== | + | * [[Johann Ernest Tettinek]], ''Die Armen-Versorgungs- und Heilanstalten im Herzogtum Salzburg'', Seite 91 ff, [https://books.google.at/books?id=NHxiAAAAcAAJ&pg=PA91 Online-Link] |
| | + | == Quellen == |
| | * [http://www.salzburg.gv.at/themen/gs/gesundheit/abt9einrichtungen/wohlfahrtsanstalten/lpfla.htm www.salzburg.gv.at], dies war ein Quellenlink, dessen Inhalt jedoch nach der Schließung im Dezember 2013 gelöscht wurde | | * [http://www.salzburg.gv.at/themen/gs/gesundheit/abt9einrichtungen/wohlfahrtsanstalten/lpfla.htm www.salzburg.gv.at], dies war ein Quellenlink, dessen Inhalt jedoch nach der Schließung im Dezember 2013 gelöscht wurde |
| | + | * [[Johann Ernest Tettinek]], ''Die Armen-Versorgungs- und Heilanstalten im Herzogtum Salzburg'', Seite 91 ff, [https://books.google.at/books?id=NHxiAAAAcAAJ&pg=PA91 Online-Link] |
| | * [http://www.visit-salzburg.net/deutsch/sehenswuerdig/leprosenhaus.htm www.visit-salzburg.net] | | * [http://www.visit-salzburg.net/deutsch/sehenswuerdig/leprosenhaus.htm www.visit-salzburg.net] |
| | * {{Quelle SN|27. Juli 2012}} | | * {{Quelle SN|27. Juli 2012}} |