Änderungen

K
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1: −
Der ''' Eisenhammer Sinnhub ''' war ein Hammerwerk zur Herstellung von Eisenwaren in der [[Stadt Salzburg]].  
+
Der '''Eisenhammer Sinnhub''' war ein Hammerwerk zur Herstellung von Eisenwaren in der [[Stadt Salzburg]].  
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Vor dem Jahre 1500 stand an diesem Orte ein fe. Pulverstampf.
+
Vor dem Jahre 1500 stand an diesem Ort eine [[Pulverstampf]].
   −
[[1591]] erhielt [[Nikolaus Sinnhuber]]<ref>[[Benedikt Pillwein]], ''Der Salzburgerkreis'', Seite 336</ref>, ein Drahtzieher aus der [[Gemeinde Gnigl]], von [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] die Bewilligung, südwestlich vom ''Ofenlochberg'' (heute:[[Rainberg]]) am [[Almkanal]] ([[Müllnerarm]]-[[Neutorarm]]) ein Hammerwerk zu errichten und zu betreiben.  
+
[[1591]] erhielt [[Nikolaus Sinnhuber]]<ref>[[Benedikt Pillwein]], ''Der Salzburgerkreis'', Seite 336</ref>, ein Drahtzieher aus der [[Gemeinde Gnigl]], von [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] die Bewilligung, südwestlich des ''Ofenlochbergs'' (heute [[Rainberg]]) am [[Neutorarm]] des [[Müllner Arm]]s des [[Almkanal]]s ein Hammerwerk zu errichten und zu betreiben.  
    
[[1707]] ging das Hammerwerk an den Sohn Josef Sinnhuber über und [[1745]] an dessen Tochter Ursula, die seit 1738 mit Simon Thaddäus Loes verheiratet war. 1808 verkauften die vier Loes'schen Erben den Besitz.
 
[[1707]] ging das Hammerwerk an den Sohn Josef Sinnhuber über und [[1745]] an dessen Tochter Ursula, die seit 1738 mit Simon Thaddäus Loes verheiratet war. 1808 verkauften die vier Loes'schen Erben den Besitz.
Zeile 15: Zeile 15:     
== Beschreibung ==
 
== Beschreibung ==
[[1862]]/[[1863]] wurde das Hammerwerk in [[Sinnhub]]<ref>Der Name ''Sinnhub'' hatte sich als [[Flurname|Flurbezeichnung]] auf die dortige Örtlichkeit in der [[Riedenburg]] übertragen und wurde später auf die von dort abgehende Straße zurück nach [[Nonntal]], die [[Sinnhubstraße]] übertragen.</ref> über [[Josef Horner]]'s Kanzlei verkauft.  
+
[[1862]][[1863]] wurde das Hammerwerk in [[Sinnhub (Salzburg)|Sinnhub]]<ref>Der Name ''Sinnhub'' hatte sich als [[Flurname|Flurbezeichnung]] auf die dortige Örtlichkeit in der [[Riedenburg]] übertragen und wurde später auf die von dort abgehende Straße zurück nach [[Nonntal]], die [[Sinnhubstraße]] übertragen.</ref> über [[Josef Horner]]'s Kanzlei verkauft.  
   −
Zum Eisenhammer Sinnhub, auch Drahtfabrik Riedenburg genannt, gehörten die Häuser Nr. 34, 35 und 36, sowie ein Grundbesitz von etwa 24 Joch<ref>Umrechnung: 1 Joch = 5754,642 m²</ref> das entsprach etwa 138&nbsp;000 Quadratmetern. Die Wasserkraft war stetig und gleichmäßig 42 Pferdestärken stark.  
+
Zum Eisenhammer Sinnhub, auch Drahtfabrik Riedenburg genannt, gehörten die Häuser Nr. 34, 35 und 36, sowie ein Grundbesitz von etwa 24 Joch<ref>Umrechnung: 1 Joch = 5&nbsp;754,642 m²</ref> das entsprach etwa 138&nbsp;000 Quadratmetern. Die Wasserkraft war stetig und gleichmäßig 42 Pferdestärken stark.  
    
Das Hammerwerk umfasste folgende Objekte:
 
Das Hammerwerk umfasste folgende Objekte:
: 1.) Das Hammergebäude mit sieben Hämmern, sechs Wasserrädern und sonstigen Fundus, ferner ein Gebläse in einem eigenen Anbau. Der Dachstahl war mit Dach-Filz gedeckt.
+
# Das Hammergebäude mit sieben Hämmern, sechs Wasserrädern und sonstigen Fundus, ferner ein Gebläse in einem eigenen Anbau. Der Dachstahl war mit Dach-Filz gedeckt.
: 2.) Die Zeug-Schmiede mit zwei Hämmern, Blasbalg und Wasserrädern, mit dem Rechte, für die Arbeiter auskochen und ausschenken zu dürfen.
+
# Die Zeug-Schmiede mit zwei Hämmern, Blasbalg und Wasserrädern, mit dem Rechte, für die Arbeiter auskochen und ausschenken zu dürfen.
: 3.) Die Dreherei mit Drehbank und Bohrmaschinen, sowie einer damit verbundenen Kreissäge, zwei [[Alte_Ma%C3%9Fe_und_Gewichte_(Salzburg)#Zoll_.28Salzburger.29|Zoll]] im Durchmesser.
+
# Die Dreherei mit Drehbank und Bohrmaschinen, sowie einer damit verbundenen Kreissäge, zwei [[Alte_Ma%C3%9Fe_und_Gewichte_(Salzburg)#Zoll_.28Salzburger.29|Zoll]] im Durchmesser.
: 4.) Die Schleiferei mit ein Wasserrad und zwei großen Schleifsteinen.
+
# Die Schleiferei mit ein Wasserrad und zwei großen Schleifsteinen.
: 5.) Den Kolben-Stadel.
+
# Den Kolben-Stadel.
: 6.) Das Gesellenhaus (für die ledigen Arbeiter) einstöckig, mit sieben heizbaren Zimmern und Waschküche.
+
# Das Gesellenhaus (für die ledigen Arbeiter) einstöckig, mit sieben heizbaren Zimmern und Waschküche.
: 7.) Den Zimmerstadel mit Zeug-Kammer. Ebenerdig befinden sich abgeteilte Magazine, ober diesen zwei sehr große Böden.
+
# Den Zimmerstadel mit Zeug-Kammer. Ebenerdig befinden sich abgeteilte Magazine, ober diesen zwei sehr große Böden.
: 8.) Das Gesellenhaus (für die verheirateten Arbeiter) zwei Stock hoch mit vollständigen Wohnungen für sechs Familien.
+
# Das Gesellenhaus (für die verheirateten Arbeiter) zwei Stock hoch mit vollständigen Wohnungen für sechs Familien.
: 9.) Ein Häuschen, einstöckig, mit einem Zimmer, das sogenannte Uhr-Stöckl.
+
# Ein Häuschen, einstöckig, mit einem Zimmer, das sogenannte Uhr-Stöckl.
: 10.) Das Wohnhaus mit Ziegeln gedeckt samt circa ¾ Joch haltendem Zier-, Gemüse- und Obstgarten (etwa 4&nbsp;316 Quadratmeter). Es befanden sich: ebenerdig vier heizbare Zimmer mit Küche und Speis, im 1. Stocke fünf heizbare Zimmer, unterm Dach eine heizbare Dachstube.
+
# Das Wohnhaus mit Ziegeln gedeckt samt circa ¾ Joch haltendem Zier-, Gemüse- und Obstgarten (etwa 4&nbsp;316 Quadratmeter). Es befanden sich: ebenerdig vier heizbare Zimmer mit Küche und Speis, im 1. Stocke fünf heizbare Zimmer, unterm Dach eine heizbare Dachstube.
    
Der Kaufschilling für das Hammerwerk ohne Wirtschaftsgut betrug 25.000 [[Gulden]] (österreichische Währung), wovon 15.000 Gulden sogleich bezahlt werden müssten, der Rest blieb gegen halbjährige Aufkündung liegen. Sämtliche Gewerbe-Utensilien, Handwerkszeuge, Holz-, Eisen- und dergleichen Vorräte waren gesondert abzulösen.
 
Der Kaufschilling für das Hammerwerk ohne Wirtschaftsgut betrug 25.000 [[Gulden]] (österreichische Währung), wovon 15.000 Gulden sogleich bezahlt werden müssten, der Rest blieb gegen halbjährige Aufkündung liegen. Sämtliche Gewerbe-Utensilien, Handwerkszeuge, Holz-, Eisen- und dergleichen Vorräte waren gesondert abzulösen.
   −
== Quelle ==
+
== Quellen ==
 
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18621111&query=%22Riedenburg%22+%22Sinnhub%22&seite=4 [[ANNO]], [[Salzburger Zeitung]], 11. November 1862]
 
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18621111&query=%22Riedenburg%22+%22Sinnhub%22&seite=4 [[ANNO]], [[Salzburger Zeitung]], 11. November 1862]
 
* [https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_95_0001-0049.pdf [[Andreas Mudrich]]], ''Die Riedenburg'', ''Ergänzung der Häuserchronik'', Seite 38 f, sowie ''Genealogischer Anhang'', ''Familie Sinnhuber-Loes'', [[MGSLK]] 95, 1955]
 
* [https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_95_0001-0049.pdf [[Andreas Mudrich]]], ''Die Riedenburg'', ''Ergänzung der Häuserchronik'', Seite 38 f, sowie ''Genealogischer Anhang'', ''Familie Sinnhuber-Loes'', [[MGSLK]] 95, 1955]
== Einzelnachweise ==
+
==== Einzelnachweise ====
 
<references/>
 
<references/>