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| − | Das '''Personenkomitee Stolpersteine''' ist eine private Initiative, die in der Stadt Salzburg gemeinsam mit dem deutschen Künstler Gunter Demnig sogenannte »Stolpersteine« verlegt. Diese Mahnmale erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den [[NSDAP|Nationalsozialisten]] deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurden. | + | Das '''Personenkomitee Stolpersteine''' ist eine private Initiative, die in der [[Stadt Salzburg]] gemeinsam mit dem deutschen Künstler Gunter Demnig sogenannte »Stolpersteine« verlegt. Diese Mahnmale erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den [[NSDAP|Nationalsozialisten]] deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurden. |
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| | ==Hintergrund== | | ==Hintergrund== |
| | [[Bild:Neuhold_Schubert.jpg|thumb|Stolperstein für Anton Schubert • Foto: Thomas Neuhold]] | | [[Bild:Neuhold_Schubert.jpg|thumb|Stolperstein für Anton Schubert • Foto: Thomas Neuhold]] |
| − | Das Projekt richtet sich gegen das Vergessen. Stolpersteine sollen Passanten nicht zum Stolpern bringen, sondern zum Nachdenken: darüber, dass an diesem Ort Menschen wohnten, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Stolpersteine wollen die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas, von Zwangsarbeitern und von Euthanasieopfern im Nationalsozialismus lebendig erhalten. Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt durch »Pflastersteine« aus Messing, die vor der letzten selbst gewählten Wohnadresse des Opfers in den Boden eingelassen werden. Der Text beginnt in der Regel mit „Hier wohnte“, gefolgt vom Namen, dem Geburtsjahrgang und einzelfallabhängigen Texten, häufig dem Deportationsjahr und dem Todesort. | + | Das Projekt richtet sich gegen das Vergessen. Stolpersteine sollen Passanten nicht zum Stolpern bringen, sondern zum Nachdenken: darüber, dass an diesem Ort Menschen wohnten, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Stolpersteine wollen die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas, von Zwangsarbeitern und von Euthanasieopfern im [[Nationalsozialismus]] lebendig erhalten. Die Erinnerung an das Schicksal dieser Menschen erfolgt durch »Pflastersteine« aus Messing, die vor der letzten selbst gewählten Wohnadresse des Opfers in den Boden eingelassen werden. Der Text beginnt in der Regel mit „Hier wohnte“, gefolgt vom Namen, dem Geburtsjahrgang und einzelfallabhängigen Texten, häufig dem Deportationsjahr und dem Todesort. |
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| − | Seit 1995 hat Gunter Demnig rund 22.000 Steine in 534 Städten und Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, Österreich (12 Orte), Tschechien, der Ukraine und Ungarn gesetzt. | + | Seit [[1995]] hat Gunter Demnig rund 22.000 Steine in 534 Städten und Gemeinden in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Belgien, Österreich (12 Orte), Tschechien, der Ukraine und Ungarn gesetzt. |
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| − | Bereits am 19. Juli 1997 kam es in [[Sankt Georgen bei Salzburg|St. Georgen bei Salzburg]] zur ersten Stolpersteinverlegung außerhalb Deutschlands. Gedenkdienst-Gründer [[Andreas Maislinger]] hatte Gunter Demnig eingeladen für die Zeugen Jehovas Johann Nobis und Matthias Nobis vor ihrem Geburtshaus in [[Sankt Georgen bei Salzburg|Holzhausen]] Stolpersteine zu verlegen. Demnig war Gast von Ulrike und Helmut Guggenberger von der [[Kunstinitiative KNIE]] in [[Oberndorf bei Salzburg]]. Im Gegensatz zu früheren Verlegungen stimmt Bürgermeister [[Friedrich Amerhauser]] dieser sofort zu. | + | Bereits am [[19. Juli]] [[1997]] kam es in [[Sankt Georgen bei Salzburg|St. Georgen bei Salzburg]] zur ersten Stolpersteinverlegung außerhalb Deutschlands. Gedenkdienst-Gründer [[Andreas Maislinger]] hatte Gunter Demnig eingeladen für die Zeugen Jehovas [[Johann Nobis]] und [[Matthias Nobis]] vor ihrem Geburtshaus in [[Sankt Georgen bei Salzburg|Holzhausen]] Stolpersteine zu verlegen. Demnig war Gast von Ulrike und Helmut Guggenberger von der [[Kunstinitiative KNIE]] in [[Oberndorf bei Salzburg]]. Im Gegensatz zu früheren Verlegungen stimmt Bürgermeister [[Friedrich Amerhauser]] dieser sofort zu. |
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| | ==Das Komitee== | | ==Das Komitee== |
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| | Bislang konnten die Biografien von rund 170 Opfern von den Historikern [[Gert Kerschbaumer]], [[Johannes Hofinger]] und [[Helga Embacher]] in der Stadt Salzburg recherchiert werden. Es wird darauf geachtet, möglichst alle Opfergruppen zu berücksichtigen. Die Biografien aller ermordeten Juden, Roma und Sinti wurden überhaupt erst im Zusammenhang mit der Aktion Stolpersteine ermittelt, womit große Forschungslücken geschlossen werden. | | Bislang konnten die Biografien von rund 170 Opfern von den Historikern [[Gert Kerschbaumer]], [[Johannes Hofinger]] und [[Helga Embacher]] in der Stadt Salzburg recherchiert werden. Es wird darauf geachtet, möglichst alle Opfergruppen zu berücksichtigen. Die Biografien aller ermordeten Juden, Roma und Sinti wurden überhaupt erst im Zusammenhang mit der Aktion Stolpersteine ermittelt, womit große Forschungslücken geschlossen werden. |
| − | Nach bisherigem Forschungsstand sind keine Homosexuellen, die in der Stadt Salzburg gewohnt hatten, ermordet worden, ebensowenig Frauen, die Liebesbeziehungen zu Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern hatten.
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| − | Alle Opfergruppen wurden über das Befreiungsjahr 1945 hinaus in unterschiedlicher Intensität diskriminiert.
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| − | In der Stadt Salzburg wurden die ersten zwölf Stolpersteine am 22. August 2007 von Gunter Demnig verlegt, die zweite Tranche (26 Stolpersteine) folgte am 27. und 28. August 2008, eine dritte Serie von 29 Stolpersteinen am 22. Juni [[2009]]: Unter anderem sechs Stolpersteine in Salzburg-[[Maxglan]] für die insgesamt 17 ermordeten Kinder von Roma und Sinti, die im [[Zigeunerlager Maxglan]] inhaftiert waren. Die nächste Verlegung von Stolpersteinen in der Stadt Salzburg findet am 21. und 22. Juli 2010 statt. | + | Nach bisherigem Forschungsstand sind keine Homosexuellen, die in der Stadt Salzburg gewohnt hatten, ermordet worden, ebensowenig Frauen, die Liebesbeziehungen zu Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern hatten. Alle Opfergruppen wurden über das Befreiungsjahr [[1945]] hinaus in unterschiedlicher Intensität diskriminiert. |
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| | + | In der Stadt Salzburg wurden die ersten zwölf Stolpersteine am [[22. August]] [[2007]] von Gunter Demnig verlegt, die zweite Tranche (26 Stolpersteine) folgte am [[27. August|27.]] und [[28. August]] [[2008]], eine dritte Serie von 29 Stolpersteinen am [[22. Juni]] [[2009]]: Unter anderem sechs Stolpersteine in Salzburg-[[Maxglan]] für die insgesamt 17 ermordeten Kinder von Roma und Sinti, die im [[Zigeunerlager Maxglan]] inhaftiert waren. Die nächste Verlegung von Stolpersteinen in der Stadt Salzburg findet am [[21. Juli|21.]] und [[22. Juli]] [[2010]] statt. |
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| | Biografien der Opfer und Orte der Stolpersteine sind auf der Internetseite des Personenkomitees zu finden. | | Biografien der Opfer und Orte der Stolpersteine sind auf der Internetseite des Personenkomitees zu finden. |