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==Einführung==
 
==Einführung==
 
Der Historiker [[Norbert Ortmayr]] erklärte die Situation einmal bildlich so: wenn man sich eine Schulklasse mit 100 Kindern Ende des 19. Jahrhunderts im Burgenland vorstellt, so sind von diesen 100 Kindern die meisten ehelich geboren, werden später selbst heiraten und eheliche Kinder haben. Stellt man sich eine Schulklasse zum selben Zeitpunkt mit ebenso vielen Kindern im Pinzgau vor, so sind die meisten von ihnen ledig geboren, werden nie zum Heiraten kommen und viele von ihnen werden wieder ledige Kinder haben.  
 
Der Historiker [[Norbert Ortmayr]] erklärte die Situation einmal bildlich so: wenn man sich eine Schulklasse mit 100 Kindern Ende des 19. Jahrhunderts im Burgenland vorstellt, so sind von diesen 100 Kindern die meisten ehelich geboren, werden später selbst heiraten und eheliche Kinder haben. Stellt man sich eine Schulklasse zum selben Zeitpunkt mit ebenso vielen Kindern im Pinzgau vor, so sind die meisten von ihnen ledig geboren, werden nie zum Heiraten kommen und viele von ihnen werden wieder ledige Kinder haben.  
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Im Tätigkeitsbericht des Landesjugendamtes Salzburg vom Jahr [[1930]] findet sich folgende Anmerkung:
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"Bei den Bauerntöchtern entfallen auf 100 uneheliche Erstgeburten 47 weitere uneheliche Geburten. Dagegen entfallen bei den Dienstmägden auf 100 uneheliche Erstgeburten 91, also doppelt so viele weitere uneheliche Geburten als bei den Bauerntöchtern. eine eheschließung ist bei den Bauerntöchtern öfter und früher möglich wie bei den Dienstmägden."
    
Die Frage ist warum?
 
Die Frage ist warum?
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==Verwandtschaftsverhältnisse und Familienstruktur==
 
==Verwandtschaftsverhältnisse und Familienstruktur==
Es gibt praktisch keine im Pinzgau angestammte Familie, in der die geschilderten Verhältnisse nicht bis in die Gegenwart hinein wirken. In jeder dieser Familien gab es in den letzten Generationen viele ledige Kinder, ausgestiftete Ziehkinder und Halbgeschwister. Häufig kannten und kennen sich Geschwister und  Halbgeschwister nicht, oft sind Väter und Großväter nicht bekannt oder es gab nie eine Beziehung zu ihnen. Das Leid ganzer Generationen, die von Illegitimität, Armut und Chancenlosigkeit geprägt waren, ist zwar vergangen, hat aber tiefe Spuren hinterlassen.
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Es gibt praktisch keine im Pinzgau angestammte Familie, in die die geschilderten Verhältnisse nicht bis in die Gegenwart hinein wirken. In jeder dieser Familien gab es in den letzten Generationen eine höhere Anzahl lediger Kinder, ausgestifteter oder angestifteter Ziehkinder und Halbgeschwister. Häufig kannten und kennen sich Geschwister und  Halbgeschwister nicht, oft sind Väter und Großväter nicht bekannt oder es gab nie eine Beziehung zu ihnen. Oft gab es über Generationen keine eigene Familie. Das Leid ganzer Generationen, die von Illegitimität, Armut und Chancenlosigkeit geprägt waren, ist zwar vergangen, hat aber bis heute tiefe Spuren hinterlassen.
    
==Literatur==
 
==Literatur==
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==Quellen==
 
==Quellen==
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* Tätigkeitsbericht des Landesjugendamtes Salzburg aus dem Jahr 1930
    
* Norbert Ortmayr, Historiker
 
* Norbert Ortmayr, Historiker
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