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In der Zeit der Aufklärung gerieten die Marmorfiguren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem schöngeistige bayrische Kronprinz [[Ludwig I. von Bayern]] missfielen während der kurzen bayrischen Regentschaft über Salzburg die hier aufgestellten Marmorzwerge. Er wollte sie angeblich als Kalkrohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Der Geschäftssinn siegte aber und die Figuren wurden im Jahr 1811 um zwei [[Gulden]] das Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.  
 
In der Zeit der Aufklärung gerieten die Marmorfiguren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem schöngeistige bayrische Kronprinz [[Ludwig I. von Bayern]] missfielen während der kurzen bayrischen Regentschaft über Salzburg die hier aufgestellten Marmorzwerge. Er wollte sie angeblich als Kalkrohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Der Geschäftssinn siegte aber und die Figuren wurden im Jahr 1811 um zwei [[Gulden]] das Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.  
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Die Zwerge gerieten danach für mehr als hundert Jahre in Vergessenheit. Erst im Jahre 1921 erinnerte sich der Salzburger Verschönerungsverein, der heutige Stadtverein wieder an dieses Stück Salzburger Kulturgeschichte und überzeugte die Stadtväter, die verbliebenen neun, damals im Besitz der Stadt befindlichen Zwerge zuerst kurze Zeit an ihrem angestammten Platz im Zwergelgarten aufzustellen, dann aber in der Nähe dieses alten Gartens aufzustellen. Auch suchte man wieder Spuren der verlorenen alten Zwerge und fand sie in Salzburger Hausgärten, aber auch in Bayern, im Hausruck und im Pongau. Heute findet man die 15 Zwerge wieder liebevoll restauriert weiterhin im nahe liegenden Basteigarten, darunter der "Zwerg mit dem Spaten" oder der "Zwerg mit der Rettichtasche".  Zwei Figuren kann man am Gebäude des ehemaligen [[Café Corso]]s beim [[Mozartsteg]] sehen (Stand 2009). Vielleicht gelingt es eines Tages, alle noch erhaltenen Zwerge zurückzuholen und auf ihrem historischen Platz im wiedererrichteten barocken Garten zu vereinen.
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Die Zwerge gerieten danach für mehr als hundert Jahre in Vergessenheit. Bereits am 20. Oktober 1919 fasste der Salzburger Gemeinderat den Beschluss den einzigartigen Garten wieder zu errichten. Im Jahre 1921 erinnerte sich der Salzburger Verschönerungsverein, der heutige Stadtverein wieder an dieses wichtige Stück Salzburger Kulturgeschichte. Auf Antrag des Vereines stellte die Stadt Salzburg die neun damals noch im Besitz der Stadt befindlichen Zwerge an ihrem angestammten Platz im Zwergelgarten auf. Wegen der zahlreich dort spielenden Kinder musste zum Schutz der Skulpturen aber bald ein Platz in der Nähe dieses alten Gartens gefunden werden. Damals suchte vor allem der Verschönerungsverein mit Nachdruck Spuren der verlorenen alten Zwerge und fand sie in Salzburger Hausgärten, aber auch in Bayern, im Hausruck und im Pongau. Heute findet man die 15 der ursprünglich 28 Zwerge wieder liebevoll restauriert weiterhin im Basteigarten, darunter der "Zwerg mit dem Spaten" oder der "Zwerg mit der Rettichtasche".  Zwei Figuren kann man am Gebäude des ehemaligen [[Café Corso]]s beim [[Mozartsteg]] sehen (Stand 2009). Vielleicht gelingt es bis zum 100-Jahr-Jubiläum des Beschusses von 1919 den wichtigen Teil des Barockgartens Fischer von Erlachs wieder zu herzustellen.
    
==Weitere Zwergerl==
 
==Weitere Zwergerl==
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