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| | Zeitlebens hat sich Agnes Primocic gegen Ungerechtigkeit, Unrecht und Ausgrenzung gestellt. Bereits als Arbeiterin in der einstigen [[Halleiner Tabakfabrik]] war sie in der gewerkschaftlichen Arbeit tätig. | | Zeitlebens hat sich Agnes Primocic gegen Ungerechtigkeit, Unrecht und Ausgrenzung gestellt. Bereits als Arbeiterin in der einstigen [[Halleiner Tabakfabrik]] war sie in der gewerkschaftlichen Arbeit tätig. |
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| − | Als eines der inzwischen legendären "Tschikweiber" war sie vor dem NS-Regime und vor dem Zweiten Weltkrieg an vorderster Font zu finden, wenn es darum ging, gegen soziales Unrecht aufzutreten. Als 16-Jährige setzte sie sich für gerechte Arbeitsbedingungen in der Fabrik ein und ab [[1933]]/[[1934|34]] beteiligte sie sich an der "Roten Hilfe" für Familien politisch Verfolgter. Sie wurde Mitglied der Kommunistischen Partei, leistete aktiv Widerstand gegen den Austrofaschismus und dann gegen den Nationalsozialismus. | + | Als eines der inzwischen legendären "Tschikweiber" war sie vor dem NS-Regime und vor dem Zweiten Weltkrieg an vorderster Font zu finden, wenn es darum ging, gegen soziales Unrecht aufzutreten. Als 16-Jährige setzte sie sich für gerechte Arbeitsbedingungen in der Fabrik ein und ab [[1933]]/[[1934]] beteiligte sie sich an der "Roten Hilfe" für Familien politisch Verfolgter. Sie wurde Mitglied der Kommunistischen Partei, leistete aktiv Widerstand gegen den Austrofaschismus und dann gegen den Nationalsozialismus. |
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| | Ihre persönlichen Erinnerungen an diese Zeit haben in dem von der Theatergruppe "bodi end sole" inszenierten Stück "Die Tschikweiber" Niederschlag gefunden. | | Ihre persönlichen Erinnerungen an diese Zeit haben in dem von der Theatergruppe "bodi end sole" inszenierten Stück "Die Tschikweiber" Niederschlag gefunden. |
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| | Legendär wurde ihre Befreiungsaktion für 17 zum Tode verurteilte Gefangene aus dem KZ-Außenlager Hallein in den letzten Apriltagen des Jahres [[1945]]. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Agnes Primocic jahrelang als KPÖ-Gemeinderätin in der Kommunalpolitik der [[Salzbergbau|Salinenstadt]] Hallein tätig. | | Legendär wurde ihre Befreiungsaktion für 17 zum Tode verurteilte Gefangene aus dem KZ-Außenlager Hallein in den letzten Apriltagen des Jahres [[1945]]. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Agnes Primocic jahrelang als KPÖ-Gemeinderätin in der Kommunalpolitik der [[Salzbergbau|Salinenstadt]] Hallein tätig. |
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| − | Ihre Bekanntheit als Widerstandskämpferin stieg österreichweit in den [[1980er|80er Jahren]] des vorigen Jahrhunderts an. Einem Aufruf des damaligen Unterrichtsministers Fred Sinowatz folgend, erzählte sie in Schulen von ihrem Widerstand sowie von ihrem politischen wie auch persönlichen Werdegang. Selbst als alt gewordene Pensionistin wurde sie nicht müde, als Zeitzeugin das politische Bewusstsein bei der Jugend zu wecken und die Erinnerungen an den Faschismus wach zu halten. | + | Ihre Bekanntheit als Widerstandskämpferin stieg österreichweit in den [[1980er|^980er Jahren]] des vorigen Jahrhunderts an. Einem Aufruf des damaligen Unterrichtsministers Fred Sinowatz folgend, erzählte sie in Schulen von ihrem Widerstand sowie von ihrem politischen wie auch persönlichen Werdegang. Selbst als alt gewordene Pensionistin wurde sie nicht müde, als Zeitzeugin das politische Bewusstsein bei der Jugend zu wecken und die Erinnerungen an den Faschismus wach zu halten. |
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| | "''Hätt’ ich mich damals nicht für die 17 eingesetzt, und sie wären wirklich erschossen worden, ich wär’ mein Lebtag nicht froh geworden''", sagte sie zur Rettung der verfolgten Häftlinge. | | "''Hätt’ ich mich damals nicht für die 17 eingesetzt, und sie wären wirklich erschossen worden, ich wär’ mein Lebtag nicht froh geworden''", sagte sie zur Rettung der verfolgten Häftlinge. |