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| | [[Bild:Landestheater.JPG|thumb|tagsüber verkehrsumtostes <br/> Salzburger Landestheater]] | | [[Bild:Landestheater.JPG|thumb|tagsüber verkehrsumtostes <br/> Salzburger Landestheater]] |
| | [[Datei:Landestheater, Dachlandschaft.jpg|thumb|Salzburger Landestheater, Dachlandschaft]] | | [[Datei:Landestheater, Dachlandschaft.jpg|thumb|Salzburger Landestheater, Dachlandschaft]] |
| − | Das '''Salzburger Landestheater''' befindet sich in der Landeshauptstadt [[Salzburg]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] an der Kreuzung [[Schwarzstraße]] - [[Makartplatz]]. | + | Das '''Salzburger Landestheater''' befindet sich in der Landeshauptstadt [[Salzburg]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] an der Kreuzung [[Schwarzstraße]] - [[Makartplatz]]. |
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| | == Allgemeines == | | == Allgemeines == |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| | === Die Entstehung === | | === Die Entstehung === |
| − | [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] hatte an der Stelle des heutigen Theaters ein [[Ballhaus]] zum ''Zwecke des Ballspiels'' erbauen lassen. | + | [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] hatte an der Stelle des heutigen Theaters ein [[Ballhaus]] zum ''Zwecke des Ballspiels'' erbauen lassen. |
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| − | Am [[16. November]] [[1775]] wurde vom aufklärten Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] am damals noch [[Hannibalplatz]] genannten Makartplatz das ''Fürsterzbischöfliche Hoftheater'' eröffnet, wobei "''Die Gunst des Fürsten''" von Christian Heinrich Schmidt aufgeführt wurde. Colloredo, der auch oberster Zensor war, vertrat ein Theater der Aufklärung, als öffentliche Erziehungsanstalt und geistvollen Zeitvertreib für die Bürger. So spielte man hier schon sehr früh Schillersche Dramen wie "''Die Räuber''" und "''Fiesco''" [[1783]]/[[1784|1784]], "''Kabale und Liebe''" [[1785]] oder "''Don Carlos''" [[1797]]. | + | Am [[16. November]] [[1775]] wurde vom aufklärten Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] am damals noch [[Hannibalplatz]] genannten Makartplatz das ''Fürsterzbischöfliche Hoftheater'' eröffnet, wobei "''Die Gunst des Fürsten''" von Christian Heinrich Schmidt aufgeführt wurde. Colloredo, der auch oberster Zensor war, vertrat ein Theater der Aufklärung, als öffentliche Erziehungsanstalt und geistvollen Zeitvertreib für die Bürger. So spielte man hier schon sehr früh Schillersche Dramen wie "''Die Räuber''" und "''Fiesco''" [[1783]]/[[1784|1784]], "''Kabale und Liebe''" [[1785]] oder "''Don Carlos''" [[1797]]. |
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| | === Das Theater und Mozart === | | === Das Theater und Mozart === |
| − | Das als ein typisches Logentheater seiner Zeit erbaute Theater erwies sich schon bald als zu klein und wurde bereits [[1788]]/[[1789|1789]] umgebaut. Bereits am fürsterzbischöflichen Hoftheater, das man an Theatertruppen und Theatergesellschaften verpachtete, arbeiteten berühmte Persönlichkeiten - z. B. [[Emanuel Schikaneder]], der Librettist der "[[Die Zauberflöte|Zauberflöte]]" von [[Wolfgang Amadeus Mozart]], als Prinzipal [[1780]]/[[1781|1781]]. Unter seiner Leitung wurden zur Aufheiterung des Publikums Tragödien immer mit Ballett kombiniert. Der größte Publikumserfolg dieser Jahre war "''Agnes Bernauer''" mit 60 Soldaten als Ritter-Darstellern. | + | Das als ein typisches Logentheater seiner Zeit erbaute Theater erwies sich schon bald als zu klein und wurde bereits [[1788]]/[[1789]] umgebaut. Bereits am fürsterzbischöflichen Hoftheater, das man an Theatertruppen und Theatergesellschaften verpachtete, arbeiteten berühmte Persönlichkeiten - z. B. [[Emanuel Schikaneder]], der Librettist der "[[Die Zauberflöte|Zauberflöte]]" von [[Wolfgang Amadeus Mozart]], als Prinzipal [[1780]]/[[1781]]. Unter seiner Leitung wurden zur Aufheiterung des Publikums Tragödien immer mit Ballett kombiniert. Der größte Publikumserfolg dieser Jahre war "''Agnes Bernauer''" mit 60 Soldaten als Ritter-Darstellern. |
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| − | Die Familie [[Mozart]] hatte im Hause freien Eintritt. Und bereits [[1784]]/[[1785|1785]] gab man sieben oder acht Mal Mozarts "[[Entführung aus dem Serail]]". | + | Die Familie [[Mozart]] hatte im Hause freien Eintritt. Und bereits [[1784]]/[[1785|1785]] gab man sieben oder acht Mal [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozarts]] "[[Entführung aus dem Serail]]". |
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| | Ebenfalls als Prinzipal wirkte hier [[Franz Anton von Weber]], der Vater Carl Maria von Webers, mit seiner Weberschen Operntruppe [[1795]]/[[1796|1796]]. | | Ebenfalls als Prinzipal wirkte hier [[Franz Anton von Weber]], der Vater Carl Maria von Webers, mit seiner Weberschen Operntruppe [[1795]]/[[1796|1796]]. |
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| | === Das Theater im Kurfürsten- und Herzogtum === | | === Das Theater im Kurfürsten- und Herzogtum === |
| − | Nach der [[Säkularisation]] des Fürsterzbistums [[1803]] wurden unter dem Kurfürsten [[Ferdinand III. von Toskana]] Erleichterungen für das Theater geschaffen, wie jährliche Subventionen, ein Zuschuss für das Orchester und ein Abonnement der Hofloge. Das Haus hieß ab jetzt ''Kurfürstliches Theater''. Freilich währte das [[Kurfürstentum Salzburg]] nur bis [[1805]]. | + | Nach der [[Säkularisation]] des Fürsterzbistums [[1803]] wurden unter dem Kurfürsten [[Ferdinand III. von Toskana]] Erleichterungen für das Theater geschaffen, wie jährliche Subventionen, ein Zuschuss für das Orchester und ein Abonnement der Hofloge. Das Haus hieß ab jetzt ''Kurfürstliches Theater''. Freilich währte das [[Kurfürstentum Salzburg]] nur bis [[1805]]. |
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| − | [[1806]] wurde von der Theater-Kommission mit [[Andre Schopf]] erstmals eine Art Regisseur ernannt, verantwortlich für die Besetzung, Einstellung und Entlassung von Schauspielern und Dekoration. Man gab Singspiele mit aktuellen Anspielungen, Pantomimen, Melodramen und Passionsspiele. Vertraglich war die Direktion zu einer Oper und drei Schauspielinszenierungen pro Monat verpflichtet. | + | [[1806]] wurde von der Theater-Kommission mit [[Andre Schopf]] erstmals eine Art Regisseur ernannt, verantwortlich für die Besetzung, Einstellung und Entlassung von Schauspielern und Dekoration. Man gab Singspiele mit aktuellen Anspielungen, Pantomimen, Melodramen und Passionsspiele. Vertraglich war die Direktion zu einer Oper und drei Schauspielinszenierungen pro Monat verpflichtet. |
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| − | Ein kurzes ''Gastspiel'' des österreichischen [[Habsburger|Kaiserhauses]] in Salzburg brachte [[1808]] dem Haus den Namen ''k. k. Nationaltheater''. Doch schon [[1809]] kam Salzburg unter [[Salzburg unter Napoleon|französische]] Verwaltung und [[1810]] wurde es ein Teil des Königreichs [[Bayern]]. Die Theater von Salzburg und Innsbruck wurden unter eine Direktion gestellt und mit 2.000 [[Gulden]] subventioniert. Das jetzt bayerische Salzburger "''Königliche National-Theater''" musste jedoch zugunsten des abgewirtschafteten Innsbrucker Hauses verzichten. | + | Ein kurzes ''Gastspiel'' des österreichischen [[Habsburger|Kaiserhauses]] in Salzburg brachte [[1808]] dem Haus den Namen ''k. k. Nationaltheater''. Doch schon [[1809]] kam Salzburg unter [[Salzburg unter Napoleon|französische]] Verwaltung und [[1810]] wurde es ein Teil des Königreichs [[Bayern]]. Die Theater von Salzburg und Innsbruck wurden unter eine Direktion gestellt und mit 2.000 [[Gulden]] subventioniert. Das jetzt bayerische Salzburger "''Königliche National-Theater''" musste jedoch zugunsten des abgewirtschafteten Innsbrucker Hauses verzichten. |
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| | [[1816]] kam Salzburg endgültig zu Österreich und wurde eine vergessene Provinzstadt, [[Linz]] unterstellt. Sämtliche Subventionen für das Theater wurden eingestellt. | | [[1816]] kam Salzburg endgültig zu Österreich und wurde eine vergessene Provinzstadt, [[Linz]] unterstellt. Sämtliche Subventionen für das Theater wurden eingestellt. |
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| − | In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s wirkten der Volksschauspieler [[Alexander Girardi]], der in Salzburg [[1870]]/[[1871|1871]] sein erstes Engagement fand, [[Katharina Schratt]], die von [[1879]] bis [[1887]] in verschiedenen Rollen zu sehen war, und der Komponist [[Hugo Wolf]] als Kapellmeister [[1881]]/[[1882]]. | + | In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s wirkten der Volksschauspieler [[Alexander Girardi]], der in Salzburg [[1870]]/[[1871|1871]] sein erstes Engagement fand, [[Katharina Schratt]], die von [[1879]] bis [[1887]] in verschiedenen Rollen zu sehen war, und der Komponist [[Hugo Wolf]] als Kapellmeister [[1881]]/[[1882]]. |
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| − | Die [[1863]] eingeführte Gasbeleuchtung wurde [[1887]] elektrifiziert - das [[Erste Salzburger Elektricitätswerk|erste Salzburger Elektrizitätswerk]] stand ja nur ein paar Meter weiter am Makartplatz, wo heute eine Bank steht. | + | Die [[1863]] eingeführte Gasbeleuchtung wurde [[1887]] elektrifiziert - das [[Erste Salzburger Elektricitätswerk|erste Salzburger Elektrizitätswerk]] stand ja nur ein paar Meter weiter am Makartplatz, wo heute eine Bank steht. |
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| | Mit Kaufvertrag vom [[9. April]] und [[24. Mai]] [[1892]] wurde das alte Theater zum Kaufpreis von 3.400 Gulden und der Übernahme von restlichen Sparkassenschulden von 3.400 Gulden, somit zum Gesamt-Kaufpreis von 6.400 Gulden, an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] verkauft, mit der Auflage und Verpflichtung, dafür ein neues Theatergebäude zu errichten. [[1892]] wurde das alte Theater wegen Baufälligkeit und veralteter technischer Ausstattung abgerissen. | | Mit Kaufvertrag vom [[9. April]] und [[24. Mai]] [[1892]] wurde das alte Theater zum Kaufpreis von 3.400 Gulden und der Übernahme von restlichen Sparkassenschulden von 3.400 Gulden, somit zum Gesamt-Kaufpreis von 6.400 Gulden, an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] verkauft, mit der Auflage und Verpflichtung, dafür ein neues Theatergebäude zu errichten. [[1892]] wurde das alte Theater wegen Baufälligkeit und veralteter technischer Ausstattung abgerissen. |
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| | === Das Stadttheater === | | === Das Stadttheater === |
| − | Die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] ließ an gleicher Stelle für 650.000 [[Krone]]n das Theater im historistischen Stil nach Plänen des Architekten [[Ferdinand Fellner|Fellner]] und unter Mitwirkung des Bildhauers [[Edmund Hellmer]] neu erbauen. Es wurde am [[1. Oktober]] [[1893]] als neues Stadttheater von Kaiser [[Franz Joseph I.]] eröffnet. Die Eröffnungsvorstellung am selben Tage waren die "''Titus''"-Ouverture von W. A. Mozart und "''Der Talisman''" von Ludwig Fulda unter Mitwirkung von [[Max Reinhardt]], der seine Karriere an diesem Haus [[1893]]/[[1894]] begann. Wie auch [[Robert Stolz]] [[1902]]/[[1903]] und [[Nico Dostal]] [[1921]] bis [[1924]]. Das Stadttheater fasste mit den Stehplätzen insgesamt 1 001 Personen. | + | Die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] ließ an gleicher Stelle für 650.000 [[Krone]]n das Theater im historistischen Stil nach Plänen des Architekten [[Ferdinand Fellner|Fellner]] und unter Mitwirkung des Bildhauers [[Edmund Hellmer]] neu erbauen. Es wurde am [[1. Oktober]] [[1893]] als neues Stadttheater von Kaiser [[Franz Joseph I.]] eröffnet. Die Eröffnungsvorstellung am selben Tage waren die "''Titus''"-Ouverture von W. A. Mozart und "''Der Talisman''" von Ludwig Fulda unter Mitwirkung von [[Max Reinhardt]], der seine Karriere an diesem Haus [[1893]]/[[1894]] begann. Wie auch [[Robert Stolz]] [[1902]]/[[1903]] und [[Nico Dostal]] [[1921]] bis [[1924]]. Das Stadttheater fasste mit den Stehplätzen insgesamt 1 001 Personen. |
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| | === Künstler === | | === Künstler === |
| − | Nicht minder prominent sind die Künstler, die ab [[1893]] und im [[20. Jahrhundert]] hier wirkten und die anfangs durch einen so genannten "Korsarenbrief" zu einem umfangreichen "eisernen Repertoire" und dem Aufkommen für ihre Garderobe verpflichtet waren. Außer dem erwähnten Max Reinhardt waren es unter vielen anderen | + | Nicht minder prominent sind die Künstler, die ab [[1893]] und im [[20. Jahrhundert]] hier wirkten und die anfangs durch einen so genannten "Korsarenbrief" zu einem umfangreichen "eisernen Repertoire" und dem Aufkommen für ihre Garderobe verpflichtet waren. Außer dem erwähnten Max Reinhardt waren es unter vielen anderen |
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| − | :Albert Bassermann, [[Alexander Moissi]], [[Anna Bahr-Mildenburg]], Asta Nielsen, Alma Seidler, Hansi Niese, Richard Tauber, Rosa Albach-Retty, Adele Sandrock, Erich Ponto, Max Mell, Hans Moser, [[Carl Zuckmayer]], [[Karl Böhm]], [[Maria Cebotari]], [[Susi Nicoletti]], [[Josef Meinrad]], Hellmuth Matiasek (der auch Intendant war und später die hier engagierte Cornelia Froboess heiratete), [[Kurt Weinzierl]], [[Karl Merkatz]], Raoul Aslan, Hugo Lindinger, Werner Schneyder, Walter Giller, [[Franz Muxeneder]], [[Boris Rubaschkin]], Heinz Rohn, [[Klaus Maria Brandauer]], [[Margot Werner]] als Balletteuse, Günther Schneider-Siemssen, Maria Tiboldi, Hermann Leopoldi, Tilla Durieux, Max Pallenberg, Fritz Muliar, [[Johannes Heesters]], Heinz Hilpert, Karl Schönböck, Hugo Lindinger, Marika Rökk, Lola Müthel, Annie Rosar, Sieghardt Rupp, Helge Roswaenge, Otto Schenk, [[Magda Schneider]], Leo Slezak, Giuseppe Taddei, Bruno Walter, [[Hans Thimig]] oder [[Werner Friedl]]. | + | :Albert Bassermann, [[Alexander Moissi]], [[Anna Bahr-Mildenburg]], Asta Nielsen, Alma Seidler, Hansi Niese, Richard Tauber, Rosa Albach-Retty, Adele Sandrock, Erich Ponto, Max Mell, [[Hans Moser]], [[Carl Zuckmayer]], [[Karl Böhm]], [[Maria Cebotari]], [[Susi Nicoletti]], [[Josef Meinrad]], Hellmuth Matiasek (der auch Intendant war und später die hier engagierte [[Cornelia Froboess]] heiratete), [[Kurt Weinzierl]], [[Karl Merkatz]], Raoul Aslan, [[Hugo Lindinger]], Werner Schneyder, Walter Giller, [[Franz Muxeneder]], [[Boris Rubaschkin]], Heinz Rohn, [[Klaus Maria Brandauer]], [[Margot Werner]] als Balletteuse, Günther Schneider-Siemssen, Maria Tiboldi, Hermann Leopoldi, Tilla Durieux, Max Pallenberg, Fritz Muliar, [[Johannes Heesters]], Heinz Hilpert, Karl Schönböck, Marika Rökk, Lola Müthel, Annie Rosar, Sieghardt Rupp, Helge Roswaenge, [[Otto Schenk]], [[Magda Schneider]], Leo Slezak, Giuseppe Taddei, [[Bruno Walter]], [[Hans Thimig]] oder [[Werner Friedl]]. |
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| | === Das Theater zur NS-Zeit === | | === Das Theater zur NS-Zeit === |
| − | [[1933]] kam es durch die Einführung der [[1000-Mark-Sperre]] zu einem eklatanten Schwund der deutschen Besucher. Eine große Renovierung wurde [[1939]] für eine Million Reichsmark vom Deutschen Reich sowie von Stadt und Land Salzburg durchgeführt. Dabei wurden viel Stukkatur und Gold entfernt und die Fassade neu gebaut. Die Wiedereröffnung fand mit Mozarts "''Entführung''" unter dem Dirigenten [[Karl Böhm]] und in Anwesenheit [[Adolf Hitler]]s statt. [[1940]] wurde das Haus in „Landestheater“ umbenannt, [[1944]] wegen des Krieges und der [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriffe]] geschlossen, dann abermals renoviert. | + | [[1933]] kam es durch die Einführung der [[1000-Mark-Sperre]] zu einem eklatanten Schwund der deutschen Besucher. Eine große Renovierung wurde [[1939]] für eine Million Reichsmark vom Deutschen Reich sowie von Stadt und Land Salzburg durchgeführt. Dabei wurden viel Stuckatur und Gold entfernt und die Fassade neu gebaut. Die Wiedereröffnung fand mit Mozarts "''Entführung''" unter dem Dirigenten [[Karl Böhm]] und in Anwesenheit [[Adolf Hitler]]s statt. [[1940]] wurde das Haus in „Landestheater“ umbenannt, [[1944]] wegen des Krieges und der [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriffe]] geschlossen, dann abermals renoviert. |
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| | === Nach dem Zweiten Weltkrieg === | | === Nach dem Zweiten Weltkrieg === |
| − | Nach dem Krieg benutzten die Amerikaner, die das Haus beschlagnahmt hatten, den heutigen Ballettsaal als Filmprüfstelle, im heutigen Logenfoyer entstand das erste [[ORF Landesstudio Salzburg|ORF]]-Studio. Intendant war im Konzentrationslager überlebende [[Johannes von Hamme]]. Am [[5. Februar]] [[1951]] wurde [[Peter Stanchina]] Direktor des Landestheaters. | + | Nach dem Krieg benutzten die Amerikaner, die das Haus beschlagnahmt hatten, den heutigen Ballettsaal als Filmprüfstelle, im heutigen Logenfoyer entstand das erste [[ORF Landesstudio Salzburg|ORF]]-Studio. Intendant war im Konzentrationslager überlebende [[Johannes von Hamme]]. Am [[5. Februar]] [[1951]] wurde [[Peter Stanchina]] Direktor des Landestheaters. |
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| | Am [[18. Juni]] [[1949]] gelangte das symphonische Ballett „''Atalanta''“ von Vittorio Gnecchi zur Welturaufführung. | | Am [[18. Juni]] [[1949]] gelangte das symphonische Ballett „''Atalanta''“ von Vittorio Gnecchi zur Welturaufführung. |
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| | === Das Landestheater === | | === Das Landestheater === |
| − | Das [[Land Salzburg]] und die [[Stadt Salzburg]] kommen seit (Jahr nicht nicht bekannt) gemeinsam als Rechtsträger zu je 50 % für die Erhaltung und den Betrieb auf. [[1961]] wurde der Orchestergraben vergrößert, [[1971]] die [[Salzburger Kammerspiele]] mit "''Change''" von Wolfgang Bauer im ehemaligen [[Hotel Mirabell|Mirabell-Casino]] eröffnet. [[1975]] wurde im Großen Haus die Drehbühne eingebaut. | + | Das [[Land Salzburg]] und die [[Stadt Salzburg]] kommen seit (Jahr nicht nicht bekannt) gemeinsam als Rechtsträger zu je 50 % für die Erhaltung und den Betrieb auf. [[1961]] wurde der Orchestergraben vergrößert, [[1971]] die [[Salzburger Kammerspiele]] mit "''Change''" von Wolfgang Bauer im ehemaligen [[Hotel Mirabell|Mirabell-Casino]] eröffnet. [[1975]] wurde im Großen Haus die Drehbühne eingebaut. |
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| − | In den Jahren unter der Intendanz von [[Lutz Hochstraate]] seit [[1986]] gab es in diesem Hause zahlreiche Uraufführungen, wie z. B. Rolf Hochhuths "''Arbeitlose oder Das Recht auf Arbeit''", Opern von Gerhard Schedl wie "''Glaube Liebe Hoffnung''", Inszenierungen von [[Hermann Prey]] ("''Hochzeit des Figaro''"), [[Harry Kupfer]], in dessen "''Zauberflöte''" der unvergessene [[Walter Berry]] den Sarastro gab, [[Karl Ernst]] und [[Ursel Herrmann]], in deren "''Die Zauberflöte''" [[1991]] [[Christine Schäfer]] als ''Pamina'' von hier aus Karriere machte, [[Christine Mielitz]] ("''Così fan tutte''" 2002/2003); | + | In den Jahren unter der Intendanz von [[Lutz Hochstraate]] seit [[1986]] gab es in diesem Hause zahlreiche Uraufführungen, wie z. B. Rolf Hochhuths "''Arbeitlose oder Das Recht auf Arbeit''", Opern von Gerhard Schedl wie "''Glaube Liebe Hoffnung''", Inszenierungen von [[Hermann Prey]] ("''Hochzeit des Figaro''"), [[Harry Kupfer]], in dessen "''Zauberflöte''" der unvergessene [[Walter Berry]] den Sarastro gab, [[Karl Ernst]] und [[Ursel Herrmann]], in deren "''Die Zauberflöte''" [[1991]] [[Christine Schäfer]] als ''Pamina'' von hier aus Karriere machte, [[Christine Mielitz]] ("''Così fan tutte''" 2002/2003); |
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| − | Weiters Auftritte international bekannter Schauspieler wie Michael Heltau (Klemperer-Lesung) und Will Quadflieg (Goethe-Rezitation), Wolfgang Gasser (z. B. als der "''Unbestechliche''"), Fritz Muliar ("''Sibirien''"), [[Karl Merkatz]] ("''Der Bockerer''"), Heinz Trixner ("''Furtwängler''" ) oder Mathieu Carrière als Michail Bulgakow in der Uraufführung "''Der Dichter und sein Diktator''" von Maria G. Hofmann (2002/2003), in vielen Produktionen Julia Gschnitzer (z. B. "''Geschichten aus dem Wienerwald''" 2001/2002, "''Am Ziel''" von [[Thomas Bernhard]] 2001/2002) oder Georg Schuchter als ''Torquato Tasso'', als schüchterner Kontrabassist ("''Der Kontrabaß''") oder als ''Mephisto'' im "''Faust''". | + | Weiters Auftritte international bekannter Schauspieler wie Michael Heltau (Klemperer-Lesung) und Will Quadflieg (Goethe-Rezitation), Wolfgang Gasser (z. B. als der "''Unbestechliche''"), Fritz Muliar ("''Sibirien''"), [[Karl Merkatz]] ("''Der Bockerer''"), Heinz Trixner ("''Furtwängler''" ) oder Mathieu Carrière als Michail Bulgakow in der Uraufführung "''Der Dichter und sein Diktator''" von Maria G. Hofmann (2002/2003), in vielen Produktionen Julia Gschnitzer (z. B. "''Geschichten aus dem Wienerwald''" 2001/2002, "''Am Ziel''" von [[Thomas Bernhard]] 2001/2002) oder Georg Schuchter als ''Torquato Tasso'', als schüchterner Kontrabassist ("''Der Kontrabaß''") oder als ''Mephisto'' im "''Faust''". |
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| | 2003/2004 fand die bisher letzte umfassende Renovierung statt. Am [[13. Juni]] [[2004]] beschloss eine Aufführung vom Mozarts ''Hochzeit des Figaro'' die 18-jährige Intendanz Hochstraates. | | 2003/2004 fand die bisher letzte umfassende Renovierung statt. Am [[13. Juni]] [[2004]] beschloss eine Aufführung vom Mozarts ''Hochzeit des Figaro'' die 18-jährige Intendanz Hochstraates. |
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| | * [[1899]]–1900: [[Toni Pletzer]] | | * [[1899]]–1900: [[Toni Pletzer]] |
| | * [[1900]]–mindestens [[1932]]: [[Paul Blasel]], mit Unterbrechungen in den Jahren [[1902]]/[[1903]] und [[1920]]/[[1921]] | | * [[1900]]–mindestens [[1932]]: [[Paul Blasel]], mit Unterbrechungen in den Jahren [[1902]]/[[1903]] und [[1920]]/[[1921]] |
| − | :mit Kriegsbeginn ([[Erster Weltkrieg]] wurde das Theater vorerst für 3 Monate gesperrt; danach wurde die ganze Kriegszeit zu "Friedensgagen" - eine Einzelerscheinung auf allen deutschen Bühnen - durchgespielt. [[1920]] trat Blasel von der Direktion zurück, weil er die Einführung der Oper als ständiges Ensemble neben Schauspiel und Operette als eine für das hiesige Theater schwere Belastung ansah. Die Verhältnisse gaben ihm Recht, als das Stadttheater trotz gutem Besuch nach zwei Jahren finanziell zusammen brach. [[1922]] schloss sich das Personal unter Direktor Blasel neu zusammen und wird seither auf Teilung gespielt. Seither haben wir es mit einem sozialisierten Betriebe zu tun. Das darstellende Personal, das technische Personal und das Orchester bilden eine Gesellschaft nach Bürgerlichem Recht. | + | :mit Kriegsbeginn ([[Erster Weltkrieg]] wurde das Theater vorerst für 3 Monate gesperrt; danach wurde die ganze Kriegszeit zu "Friedensgagen" - eine Einzelerscheinung auf allen deutschen Bühnen - durchgespielt. [[1920]] trat Blasel von der Direktion zurück, weil er die Einführung der Oper als ständiges Ensemble neben Schauspiel und Operette als eine für das hiesige Theater schwere Belastung ansah. Die Verhältnisse gaben ihm Recht, als das Stadttheater trotz gutem Besuch nach zwei Jahren finanziell zusammen brach. [[1922]] schloss sich das Personal unter Direktor Blasel neu zusammen und wird seither auf Teilung gespielt. Seither haben wir es mit einem sozialisierten Betriebe zu tun. Das darstellende Personal, das technische Personal und das Orchester bilden eine Gesellschaft nach Bürgerlichem Recht. |
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| | * [[1942]]–[[1943]]: [[Erwin Kerber]] | | * [[1942]]–[[1943]]: [[Erwin Kerber]] |
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| | Datei:Landestheater und Hotel Bristol.jpg|Landestheater und [[Hotel Bristol]] | | Datei:Landestheater und Hotel Bristol.jpg|Landestheater und [[Hotel Bristol]] |
| − | Bild:Gedenktafel-Landestheater.jpg|Die von [[Adolf Haslinger]] angeregte Gedenktafel erinnert daran, dass das Salzburger Landestheater wichtige [[Thomas Bernhard]]-Stücke uraufgeführt hat | + | Bild:Gedenktafel-Landestheater.jpg|Die von [[Adolf Haslinger]] angeregte Gedenktafel erinnert daran, dass das Salzburger Landestheater wichtige [[Thomas Bernhard]]-Stücke uraufgeführt hat |
| | Datei:Theaterluster.jpg|Kristallluster im Zuschauerraum des Salzburger Landestheaters | | Datei:Theaterluster.jpg|Kristallluster im Zuschauerraum des Salzburger Landestheaters |
| | Datei:Landestheater Salzburg Stadtwappen.jpg|[[Wappen der Stadt Salzburg]] (das Theater wurde [[1893]] von der Stadt Salzburg erbaut) | | Datei:Landestheater Salzburg Stadtwappen.jpg|[[Wappen der Stadt Salzburg]] (das Theater wurde [[1893]] von der Stadt Salzburg erbaut) |
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| | Datei:Kulissen u.Requisitendepot des Salzburger Landestheaters in Aigen.jpg|Kulissen u. Requisitendepot des Salzburger Landestheaters in Aigen | | Datei:Kulissen u.Requisitendepot des Salzburger Landestheaters in Aigen.jpg|Kulissen u. Requisitendepot des Salzburger Landestheaters in Aigen |
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| | + | == Literatur == |
| | + | * [[Das Buch der Stadt Salzburg]]: ''Das [[Landestheater|Stadttheater]] (Nationalrat [[Josef Franz Witternigg]])'', [[1932]], Seite 109 f |
| | + | * [[Lutz Hochstraate|Hochstraate, Lutz ]] (Hrsg): ''"100 Jahre Haus am Markartplatz" - Salzburger Landestheater'', 1993, [[Verlag Alfred Winter]], ISBN 3-85380-060-2, Redaktion Dr. [[Christian Fuchs]], zur Baugeschichte des Landestheaters und über 100 Jahre Theatergeschichte und -leben, erzählt anhand der bedeutender Persönlichkeiten, Schauspieler, Sänger, Tänzer und Produktionen. Portrait von Lutz Hochstraate |
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| | == Weblinks == | | == Weblinks == |
| | * [http://www.pharus-plan.de/karten/1477a-Pharus-Historischer-Stadtplan-Salzburg-1930-Ausschnitt-Kurgarten.jpg historischer Kartenausschnitt] um 1930, auf dem "Stadttheater" steht | | * [http://www.pharus-plan.de/karten/1477a-Pharus-Historischer-Stadtplan-Salzburg-1930-Ausschnitt-Kurgarten.jpg historischer Kartenausschnitt] um 1930, auf dem "Stadttheater" steht |
| | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbt&datum=19461231&seite=8&zoom=33&query=%22Neujahrsw%C3%BCnsche%22&ref=anno-search ANNO], [[Salzburger Tagblatt]], Ausgabe vom 31. Dezember 1946, Seite 8: "Aus der Vergangenheit unseres Theaters" | | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbt&datum=19461231&seite=8&zoom=33&query=%22Neujahrsw%C3%BCnsche%22&ref=anno-search ANNO], [[Salzburger Tagblatt]], Ausgabe vom 31. Dezember 1946, Seite 8: "Aus der Vergangenheit unseres Theaters" |
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| − | == Literatur ==
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| − | * [[Das Buch der Stadt Salzburg]]: ''Das [[Landestheater|Stadttheater]] (Nationalrat [[Josef Franz Witternigg]])'', [[1932]], Seite 109 f
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| − | * [[Lutz Hochstraate|Hochstraate, Lutz ]] (Hrsg): ''"100 Jahre Haus am Markartplatz" - Salzburger Landestheater'', 1993, [[Verlag Alfred Winter]], ISBN 3-85380-060-2, Redaktion Dr. [[Christian Fuchs]], zur Baugeschichte des Landestheaters und über 100 Jahre Theatergeschichte und -leben, erzählt anhand der bedeutender Persönlichkeiten, Schauspieler, Sänger, Tänzer und Produktionen. Portrait von Lutz Hochstraate
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | {{Homepage|http://www.salzburger-landestheater.at}} | | {{Homepage|http://www.salzburger-landestheater.at}} |
| | * {{Quelle SN|27. Oktober 2012}} | | * {{Quelle SN|27. Oktober 2012}} |
| − | == Einzelnachweise == | + | ==== Einzelnachweise ==== |
| | <references/> | | <references/> |
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