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2014 wurden die letzten noch im Haus verbliebenen Raubgut-Objekte an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, soweit die Eigentümer ein Interesse daran besaßen. Von den rund 900 000 Objekten in der Sammlung des Museums ist nur ein sehr kleiner und wenig wertvoller Teil betroffen. Viele Dinge wurden schon in der Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] restituiert. Rund 1 000 Bücher, 200 Jagdtrophäen, rund 150 Tierpräparate und einige eiszeitliche Funde wie Mammutknochen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig angeeignet wurden, müssen noch zurückgegeben werden, soweit der Eigentümer ein Interesse daran besitzt.  
 
2014 wurden die letzten noch im Haus verbliebenen Raubgut-Objekte an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben, soweit die Eigentümer ein Interesse daran besaßen. Von den rund 900 000 Objekten in der Sammlung des Museums ist nur ein sehr kleiner und wenig wertvoller Teil betroffen. Viele Dinge wurden schon in der Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] restituiert. Rund 1 000 Bücher, 200 Jagdtrophäen, rund 150 Tierpräparate und einige eiszeitliche Funde wie Mammutknochen, die in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig angeeignet wurden, müssen noch zurückgegeben werden, soweit der Eigentümer ein Interesse daran besitzt.  
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Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von 1939 bis 1945 untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker [[Robert Hoffmann]], in den [[Salzburger Nachrichten]]<ref>{{Quelle SN|21. Jänner 2014, online}} Tratz besaß fdaher den Titel eines Abteilungsleiters der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und hatte sich folgerichtig mit deren Forschungszielen und -vorhaben zu indentifizieren. </ref>.
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Seit 2010 wurde erstmals akribisch die Provenienz der Sammlungen mit dem Schwerpunkt in der Zeit von 1939 bis 1945 untersucht. Zuvor hatte man die problematische Vergangenheit des Museums unter der Leitung ihres Gründers und langjährigen Direktors Eduard Paul Tratz weitgehend ausgeblendet. Im Jahr 1939 sei das Haus der Natur in das "Ahnenerbe" integriert worden, berichtete der Leiter des Forschungsprojektes, der Zeithistoriker [[Robert Hoffmann]], in den [[Salzburger Nachrichten]]<ref>{{Quelle SN|21. Jänner 2014, online}} Tratz besaß daher den Titel eines Abteilungsleiters der NS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe" und hatte sich folgerichtig mit deren Forschungszielen und -vorhaben zu indentifizieren.</ref>.
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Tratz als Museumsleiter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem auch vor allem drei Quellen genutzt, um zu neuen Objekten für Salzburg zu kommen: Er nutzte beschlagnahmte Bestände kirchlicher Einrichtungen, beteiligte sich an Raubzügen in besetzten Gebieten und profitierte von Arisierungen naturwissenschaftlicher Sammlungen. So wurde 1938 die Schulbibliothek des kirchlichen Salzburger [[Borromäum]]s enteignet, 1939 die kirchliche Hl. Petrus Claver Sodalität (Maria Sorg), die in Salzburg ein kleines Afrikamuseum betrieben hatte. Im Jahr 1939 nahm Tratz am "Kommando Paulsen" des Ahnenerbes in Krakau und Warschau teil. Einige Objekte des Anatomischen Instituts und des Naturhistorischen Museums in Warschau gingen nach Salzburg.
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Tratz als Museumsleiter hatte in der Zeit des Nationalsozialismus unter anderem auch vor allem drei Quellen genutzt, um zu neuen Objekten für Salzburg zu kommen: Er nutzte beschlagnahmte Bestände kirchlicher Einrichtungen, beteiligte sich an Raubzügen in besetzten Gebieten und profitierte von Arisierungen naturwissenschaftlicher Sammlungen. So wurde 1938 die Schulbibliothek des kirchlichen Salzburger [[Borromäum]]s enteignet, 1939 die Missionsschwestern Hl. Petrus Claver Sodalität (Maria Sorg), die in Salzburg eine kleine Afrikaammlung besaßen. Im Jahr 1939 nahm Tratz am "Kommando Paulsen" des Ahnenerbes in Krakau und Warschau teil. Einige Objekte des Anatomischen Instituts und des Naturhistorischen Museums in Warschau gingen nach Salzburg.
    
Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der Ukraine, in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo möglicherweise Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände schon nach dem 2. Wweltkrieg schon zurückgegeben, letzte kleine Teile von geringem Wert befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums.
 
Ähnliche Raubzüge gab es auch in der Akademie der Wissenschaften in Krakau, in Askania Nova in der Ukraine, in Straßburg, im Zoologischen Museum Smolensk oder im Museum Lemberg, wo möglicherweise Reste eines eiszeitlichen Mammuts beschlagnahmt worden sein dürften. Durch Arisierungen gelangten Jagdtrophäen aus dem Besitz des Kunstsammlers Rudolf Gutmann, eine Trophäensammlung von Alphonse und Clarisse Rothschild sowie eine Sammlung südamerikanischer Vögel der Familie Bomstein-Bomi nach Salzburg. Zum Teil wurden diese Bestände schon nach dem 2. Wweltkrieg schon zurückgegeben, letzte kleine Teile von geringem Wert befinden sich allerdings nach wie vor im Besitz des Museums.
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