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| | [[Datei:Timberwölfe, Wolfforschungszentrum Ernstbrunn.jpg|thumb|Timberwölfe im Wolfsforschungszentrum Ernstbrunn, Weinviertel, NÖ]] | | [[Datei:Timberwölfe, Wolfforschungszentrum Ernstbrunn.jpg|thumb|Timberwölfe im Wolfsforschungszentrum Ernstbrunn, Weinviertel, NÖ]] |
| | Der '''Wolf''' ist wie [[Luchs]] und [[Bär]] ein Beutegreifer, der geschichtlich betrachtet bis vor ganz kurzer Zeit im [[Alpen]]raum heimisch war und damit auch zu den [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern|Tieren im Nationalpark Hohe Tauern]] zählte. Seine Rückkehr wird seit Jahren vorausgesagt und ist seit 2018 unübersehbar. | | Der '''Wolf''' ist wie [[Luchs]] und [[Bär]] ein Beutegreifer, der geschichtlich betrachtet bis vor ganz kurzer Zeit im [[Alpen]]raum heimisch war und damit auch zu den [[Tiere im Nationalpark Hohe Tauern|Tieren im Nationalpark Hohe Tauern]] zählte. Seine Rückkehr wird seit Jahren vorausgesagt und ist seit 2018 unübersehbar. |
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| | ==Allgemeines== | | ==Allgemeines== |
| | Vom Wolf (''canis lupus'') kennt man 32 Unterarten, die unterschiedlichste Lebensräume, von der Tundra über Wüsten bis ins Hochgebirge, besiedeln oder besiedelt haben. Er war ursprünglich unter den Großsäugern weltweit das Tier mit der weitesten Verbreitung und bis vor etwa 150 Jahren auch im heutigen [[Bundesland Salzburg]] heimisch. Laut WWF-Österreich ist der Gesamtbestand weltweit auf weniger als 300 000 Tiere geschrumpft. Derzeit leben 15 000 bis 18 000 Wölfe in Europa (einschließlich des westlichen Teils [[Russland]]s), in Österreich vermutet man einige wenige Tiere. Nun kehrt der Wolf langsam aber sicher in seine von jeher angestammten Lebensräume – soweit man ihn lässt – zurück. | | Vom Wolf (''canis lupus'') kennt man 32 Unterarten, die unterschiedlichste Lebensräume, von der Tundra über Wüsten bis ins Hochgebirge, besiedeln oder besiedelt haben. Er war ursprünglich unter den Großsäugern weltweit das Tier mit der weitesten Verbreitung und bis vor etwa 150 Jahren auch im heutigen [[Bundesland Salzburg]] heimisch. Laut WWF-Österreich ist der Gesamtbestand weltweit auf weniger als 300 000 Tiere geschrumpft. Derzeit leben 15 000 bis 18 000 Wölfe in Europa (einschließlich des westlichen Teils [[Russland]]s), in Österreich vermutet man einige wenige Tiere. Nun kehrt der Wolf langsam aber sicher in seine von jeher angestammten Lebensräume – soweit man ihn lässt – zurück. |
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| | ===Sichtungen und Nachweise=== | | ===Sichtungen und Nachweise=== |
| − | ====in Salzburg==== | + | ====Im Bundesland Salzburg==== |
| | Generell galt bis vor kurzer Zeit, dass die meisten Wolfssichtungen im Bundesland Salzburg im Lungau vorgekommen sind. Mittlerweile (Frühjahr 2018) gab es mehrere Nachweise auch in den Bezirken [[Pongau]] und [[Pinzgau]]. | | Generell galt bis vor kurzer Zeit, dass die meisten Wolfssichtungen im Bundesland Salzburg im Lungau vorgekommen sind. Mittlerweile (Frühjahr 2018) gab es mehrere Nachweise auch in den Bezirken [[Pongau]] und [[Pinzgau]]. |
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| | 2016 existiert in Salzburg bereits eine Kulanzregelung, die es ermöglicht, dass auch Entschädigungen geleistet werden können, wenn kein direkter Wolfsnachweis am Kadaver eines gerissenen Tieres gegeben, jedoch die Anwesenheit von Wölfen im betreffenden Gebiet erwiesen ist. | | 2016 existiert in Salzburg bereits eine Kulanzregelung, die es ermöglicht, dass auch Entschädigungen geleistet werden können, wenn kein direkter Wolfsnachweis am Kadaver eines gerissenen Tieres gegeben, jedoch die Anwesenheit von Wölfen im betreffenden Gebiet erwiesen ist. |
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| − | ====in anderen Bundesländern==== | + | ====In anderen Bundesländern==== |
| | * Im Mai 2014 drang ein Wolf in den Schafstall eines Kärntner Landwirtes in Greifenburg ein. Der Landwirt erschoss das Tier mit seinem Jagdgewehr und hat angeblich erst danach erkannt, dass es sich bei dem Eindringling um einen Wolf gehandelt hat. ([[SN]], 23. Mai 2014) | | * Im Mai 2014 drang ein Wolf in den Schafstall eines Kärntner Landwirtes in Greifenburg ein. Der Landwirt erschoss das Tier mit seinem Jagdgewehr und hat angeblich erst danach erkannt, dass es sich bei dem Eindringling um einen Wolf gehandelt hat. ([[SN]], 23. Mai 2014) |
| | * Am 6. Juni 2015 wurde im Osttiroler Teil des [[Nationalpark Hohe Tauern]] von einem Bergwanderer ein Wolf gesichtet und aus großer Entfernung fotografiert. Der offenbar auf Wanderschaft befindliche Jungwolf war auf einem Altschneefeld unterwegs und beschäftigte sich mit dem Kadaver eines [[Murmeltier]]s. Die fotografische Aufnahme des Tieres gelang in der Nähe der Essener-Rostocker-Hütte im [[Maurertal]] im [[Großvenediger|Venedigermassiv]]. | | * Am 6. Juni 2015 wurde im Osttiroler Teil des [[Nationalpark Hohe Tauern]] von einem Bergwanderer ein Wolf gesichtet und aus großer Entfernung fotografiert. Der offenbar auf Wanderschaft befindliche Jungwolf war auf einem Altschneefeld unterwegs und beschäftigte sich mit dem Kadaver eines [[Murmeltier]]s. Die fotografische Aufnahme des Tieres gelang in der Nähe der Essener-Rostocker-Hütte im [[Maurertal]] im [[Großvenediger|Venedigermassiv]]. |
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| | * In der Nacht auf den 30. Oktober 2017 wurde von einer Wildtierkamera ein Wolf abgelichtet. Der Standort der Kamera befindet sich auf den sogenannten Telfeser Wiesen im Stubaital in [[Tirol]]. Experten bestätigten die Wolfssichtung. Schadensmeldungen liegen keine vor. | | * In der Nacht auf den 30. Oktober 2017 wurde von einer Wildtierkamera ein Wolf abgelichtet. Der Standort der Kamera befindet sich auf den sogenannten Telfeser Wiesen im Stubaital in [[Tirol]]. Experten bestätigten die Wolfssichtung. Schadensmeldungen liegen keine vor. |
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| − | ====in Bayern==== | + | ====In Bayern==== |
| | In Bayern wurde im November 2016 ein Wolf gesichtet. Er tappte im Südwesten des Landkreises Unterallgäu in eine Fotofalle. Die Aufnahme entstand südlich von Memmingen und man nimmt derzeit an, dass es sich bei dem Tier um einen einzelziehenden Wolf handelt, der wahrscheinlich nun bei Anbruch des Winters Richtung Norden unterwegs ist. Auch in früheren Jahrzehnten hat es im Bayrischen Wald einzelne Wolfssichtungen gegeben. Seit einigen Jahren werden in Teilen des Freistaates Bayern jedoch des Öfteren einzelne Wölfe bemerkt. Im Fall des bei Memmingen fotografierten Wolfes geht man davon aus, dass mögliche Speichelspuren des Tieres an einem erbeuteten Reh gesichert werden konnten. | | In Bayern wurde im November 2016 ein Wolf gesichtet. Er tappte im Südwesten des Landkreises Unterallgäu in eine Fotofalle. Die Aufnahme entstand südlich von Memmingen und man nimmt derzeit an, dass es sich bei dem Tier um einen einzelziehenden Wolf handelt, der wahrscheinlich nun bei Anbruch des Winters Richtung Norden unterwegs ist. Auch in früheren Jahrzehnten hat es im Bayrischen Wald einzelne Wolfssichtungen gegeben. Seit einigen Jahren werden in Teilen des Freistaates Bayern jedoch des Öfteren einzelne Wölfe bemerkt. Im Fall des bei Memmingen fotografierten Wolfes geht man davon aus, dass mögliche Speichelspuren des Tieres an einem erbeuteten Reh gesichert werden konnten. |
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| − | ===August 2016: Jungwölfe in Allensteig=== | + | ====August 2016: Jungwölfe in Allensteig==== |
| − | Es ist eine mittlere Sensation: die Aufnahmen einer Wildtierkamera belegen im August 2016 im Gelände des Truppenübungsplatzes Allensteig in Niederösterreich zum ersten Mal nach der Ausrottung des Wolfes in Österreich vor über 100 Jahren die Anwesenheit einer Wolfsfamilie. Auf den Aufnahmen der Kamera sind vier Jungwölfe zu erkennen, die hier geboren wurden. Auch 2017 wurde im Gebiet des Truppenübungsplatzes ein Wurf Jungwölfe gesichtet. | + | Es ist eine mittlere Sensation: die Aufnahmen einer Wildtierkamera belegen im August 2016 im Gelände des Truppenübungsplatzes Allensteig in [[Niederösterreich]] zum ersten Mal nach der Ausrottung des Wolfes in Österreich vor über 100 Jahren die Anwesenheit einer Wolfsfamilie. Auf den Aufnahmen der Kamera sind vier Jungwölfe zu erkennen, die hier geboren wurden. Auch 2017 wurde im Gebiet des Truppenübungsplatzes ein Wurf Jungwölfe gesichtet. |
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| − | === 2019: Der Wolf bringt die Almbauern in Not === | + | == Probleme == |
| | + | ==== 2019: Der Wolf bringt die Almbauern in Not ==== |
| | Gerhard Huttegger, der Obmann der Agrargenossenschaft in [[Großarl]], berichtete im Oktober 2019 über den vergangenen Almsommer. Er informierte über die vielen toten Schafe und Lämmer, die man teilweise noch lebend in ihrem Leid vorgefunden hätte. Er sprach vom Leid der Jungkühe: "''Der Wolf trieb sie bergauf, und als sie nicht mehr weiterkonnten und zu Boden gingen, hat er sie aufgefressen. Das dürfte aufgrund der hinterlassenen Spuren lange gedauert haben''", so Huttegger. Er legte einen Bericht über "die Katastrophe" vor, für welche die Bauern eine inoffizielle Bilanz schreiben. Sie beklagen neben 38 toten noch 40 vermisste Tiere. | | Gerhard Huttegger, der Obmann der Agrargenossenschaft in [[Großarl]], berichtete im Oktober 2019 über den vergangenen Almsommer. Er informierte über die vielen toten Schafe und Lämmer, die man teilweise noch lebend in ihrem Leid vorgefunden hätte. Er sprach vom Leid der Jungkühe: "''Der Wolf trieb sie bergauf, und als sie nicht mehr weiterkonnten und zu Boden gingen, hat er sie aufgefressen. Das dürfte aufgrund der hinterlassenen Spuren lange gedauert haben''", so Huttegger. Er legte einen Bericht über "die Katastrophe" vor, für welche die Bauern eine inoffizielle Bilanz schreiben. Sie beklagen neben 38 toten noch 40 vermisste Tiere. |
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| | Huttegger beschrieb "die Verzweiflung der Hirten und Betroffenen" und wie die Bauern die meisten Nutztiere ins Tal bringen mussten. Dort gab es unlängst einen Angriff des Wolfs auf eine hofnah gehaltene, eingezäunte Rinderherde im Ellmautal. Er erzählte von verschreckten und beunruhigten Tieren, einer trächtigen Kuh, die ihre Drillinge im Stress verlor, und über zwei weitere unauffindbare Rinder.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-wolf-bringt-die-almbauern-in-not-77814616 17. Oktober 2019</ref> | | Huttegger beschrieb "die Verzweiflung der Hirten und Betroffenen" und wie die Bauern die meisten Nutztiere ins Tal bringen mussten. Dort gab es unlängst einen Angriff des Wolfs auf eine hofnah gehaltene, eingezäunte Rinderherde im Ellmautal. Er erzählte von verschreckten und beunruhigten Tieren, einer trächtigen Kuh, die ihre Drillinge im Stress verlor, und über zwei weitere unauffindbare Rinder.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-wolf-bringt-die-almbauern-in-not-77814616 17. Oktober 2019</ref> |
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| | + | Ein Wolf dürfte in der zweiten Oktoberhälfte eine Herde alpiner Steinschafe in [[Embach]] angegriffen haben. Vier Lämmer sind tot, zwei Schafe verletzt und 17 weitere Tiere waren am Tag nach dem Angriff nicht mehr auffindbar. Es dürfte der Wolf, der zuletzt in Großarl war, gewesen sein.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/salzburg/chronik/wolf-duerfte-schafherde-in-embach-angegriffen-haben-78093964 22. Oktober 2019]</ref> |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
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| | * ''Wildkamera nimmt Wolf auf''. SN vom 20. Juni 2017, Lokalteil, S. 6 | | * ''Wildkamera nimmt Wolf auf''. SN vom 20. Juni 2017, Lokalteil, S. 6 |
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| − | == Einzelnachweis == | + | == Einzelnachweise == |
| | <references/> | | <references/> |
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