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'''Salzburg TV''' ist ein ehemaliger Privatsender der seit [[1. Oktober]] [[2009]] als [[Servus TV]] auf Sendung ist.
==Geschichte==
Salzburg TV wurde von den beiden [[ORF]]-Journalisten [[Ferdinand Wegscheider]] und [[Christian Jörgner]] Mitte der [[1990er]] Jahre gegründet und ging am [[17. September]] [[1995]] im Kabelnetz der [[Salzburg AG]] auf Sendung. Von Anfang an kämpften die beiden Gründer für ein damals noch fehlendes Privatfernsehgesetz in Österreich, das eine terrestrische Ausstrahlung privater Fernsehprogramme neben dem ORF erlauben würde.
Im Dezember [[1997]] stieg die "Neue Welle Bayern" als 13 Prozent-Partner beim Sender ein und ab [[1998]] produzierte Salzburg TV jeden Tag zehn Minuten aktuelles Programm zusätzlich zum Standardprogramm, das wöchentlich gewechselt wurde. Beide Programmschienen wurden zu dieser Zeit neunmal pro Tag gesendet.
Im Herbst [[2000]] ließ Wegscheider einen Piratensender am [[Gaisberg]] installieren, nachdem ein Ansuchen auf einen terrestrischen Probebetrieb vom Verkehrsministerium abgelehnt worden war. Binnen weniger Tage legten Beamte der Fernmeldebehörde den Sender allerdings wieder lahm, da er jeder gesetzlichen Grundlage entbehrte. Ferdinand Wegscheider trat daraufhin am [[31. Oktober]] [[2000]] in einen öffentlichen Hungerstreik und bezog dafür einen alten Baucontainer auf dem [[Alter Markt|Alten Markt]]. Anfang [[2001]] reichte er gemeinsam mit seinen neuen Partnern, [[Rudolf Quehenberger]], Salzburger Spediteur und Ex-Präsident von [[SV Austria Salzburg]], [[Heinz Kluppenegger]] von der Firma [[EMTS]], einem europaweit tätigen Serviceanbieter für Mobiltelefonie, sowie der zum [[Raiffeisen|Raiffeisenverband Salzburg]] gehörende [[Fremdenverkehrs AG]], eine Verfassungsklage ein.
Nachdem das Ministerium die gesetzliche Grundlage für Privatfernsehen im Jahr [[2002]] endlich geschaffen hatte, wurde Salzburg TV im Sommer 2002 eine Lizenz zuerkannt. Der Sender konnte ab [[6. Dezember]] [[2002]] von einem eigens errichteten Sender am [[Untersberg]] aus sein Programm abstrahlen und war somit über normale Antennen in der [[Stadt Salzburg]], im [[Mondseer Land]], im [[Innviertel]] und [[Berchtesgadener Land]] zu empfangen. Die technische Reichweite betrug damit 550.000 Personen.
Am [[26. Februar]] [[2004]] erhielt Salzburg TV eine neue Eigentümerstruktur: 48% übernahm die [[Wirtschaftskammer Salzburg]], 37% eine Tochter des Raiffeisenverbandes Salzburg und 10% das [[Bankhaus Spängler]]. Die restlichen 5% blieben bei den Gründern Wegscheider und Jörgner. Der Sender wurde zu einem Praxisbetrieb der [[Fachhochschule Salzburg]]. Innerhalb von drei Jahren wurde Salzburg TV saniert und zum Verkauf angeboten: Am [[1. Jänner]] [[2007]] sicherte sich [[Red Bull]] Eigentümer [[Dietrich Mateschitz]] 95% an Salzburg TV. Wegscheider und Jörgner behielten vorerst wiederum ihre Minderheitsanteile, verabschiedeten sich dann aber Ende März [[2008]] endgültig von ihrem "Kind".
Neuer Geschäftsführer und Chefredakteur wurde [[Donald McLoughlin]], ein gebürtiger Deutscher und Betriebswirt. Er war zuvor am Aufbau von Antenne Bayern, Kabel eins und DSF beteiligt. Ab [[1. Dezember]] [[2008]] wurde das Programm auch über Satellit (Astra 1H) abgestrahlt. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass im Laufe des Jahres [[2009]] eine Umbenennung des Senders in ''Servus TV'' erfolgen würde. Nach mehrmaligen Verzögerungen ging der neue Sender am [[1. Oktober]] [[2009]] auf Sendung.
==Trivia==
In der Nacht auf [[21. April]] [[2006]] drangen Einbrecher in die Firmenräume von Salzburg TV in [[Wals]] [[Himmelreich]] ein und stahlen zwei große digitale Fernsehkameras samt je vier Akkus und Ladegeräten, sowie eine weitere kleinere Kamera. Die Beute war zirka 36.000 Euro wert und entsprach fünfzig Prozent der Produktionskapazität, die Programmausstrahlung musste aber nicht unterbrechen werden.
==Quelle==
*Salzburger Nachrichten
[[Kategorie:Medien]]