| Zeile 134: |
Zeile 134: |
| | | | |
| | == Geschichte ==</noinclude> | | == Geschichte ==</noinclude> |
| − | Mattsee wurde schon in der [[Jungsteinzeit]] besiedelt – später waren es die [[Bajuwaren]] mit [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Tassilo III.]], die im Jahr [[765]] das [[Kollegiatstift Mattsee]], das älteste weltpriestliche Kollegiatstift Österreichs, gründeten. Die sehenswerte [[Stiftskirche Mattsee|Stiftskirche]] aus dem [[13. Jahrhundert]] wurde Anfang des [[18. Jahrhundert]]s [[barock]]isiert und ihr 60 Meter hoher Turm bildet noch heute das weithin sichtbare Wahrzeichen des Ortes: der „Goliath des Mattiggaues“. Im [[Stiftsmuseum Mattsee|Stiftsmuseum]], in den Räumen der Propstei, sind einzigartige und kulturhistorisch interessante Exponate ausgestellt. | + | Mattsee war schon in der [[Jungsteinzeit]] besiedelt. Im [[5. Jahrhundert|5]]-[[7. Jahrhundert]] wanderten die [[Bajuwaren]] ein und war es der [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Tassilo III.]], der das [[Kollegiatstift Mattsee]], das älteste weltpriestliche Kollegiatstift Österreichs, in den Jahren um [[760]] gründete. Nach dem Sturz von Tassilo durch Karl den Großen im Jahre [[788]] kam das Stift Mattsee zu [[Altötting]] und zusammen mit diesem [[903]] an das [[Bistum Passau]]. |
| | | | |
| − | Es war auch Sitz eines [[Pflegegericht]]s, des [[Pfleggericht Mattsee|Pfleggerichts Mattsee]], wie im [[Atlas Salisburgensis]] des Salzburger Kartografen [[Joseph Jakob Fürstaller]] angeführt.
| + | Als Grenzgebiet lagen Mattsee und die umliegenden Ortschaften fast ein Jahrtausend lang im Spannungsfeld von Passau, [[Bayern]], [[Salzburg]] und [[Österreich]]. Als Stiftung gehörte das Stift Mattsee sich selbst, war es wirtschaftlich reich begütert, selbständig und weitestgehend unabhängig. [[1398]] verkaufte der Bischof von Passau die Burg und [[Herrschaft Mattsee]] und das Gebiet der [[Trumer Seen]] kam so in den territorialen Besitz des [[Erzbischof]]s von Salzburg. |
| | | | |
| − | Am [[9. Dezember]] [[1807]] trat der Reichsfürst und Bischof von [[Passau]], [[Leopold Leonhard Raymund Graf von Thun und Hohenstein]], einige bislang in seinem Wirkungsbereich, aber innerhalb der Salzburger Landesgrenzen liegende Gebiete - darunter Stift und Pfarre Mattsee - "frei" an das [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum Salzburg]] ab. Über tausend Jahre hatten die Gebiete zu der bayerischen Diözese gehört.
| + | Die sehenswerte [[Stiftskirche Mattsee|Stiftskirche]] aus dem [[13. Jahrhundert]] wurde [[1700]] [[barock]]isiert und der 60 Meter hohe Turm bildet das weithin sichtbare Wahrzeichen des Ortes: der „Goliath des Mattiggaues“. Im [[Stiftsmuseum Mattsee|Stiftsmuseum]], den ehemaligen Räumen der Propstei, sind einzigartige und kulturhistorisch interessante Exponate ausgestellt. |
| | | | |
| − | Um die Mitte des [[19. Jahrhundert]]s begann die Geschichte der [[Sommerfrische in Mattsee]].
| + | Mattsee war auch Sitz eines [[Pflegegericht]]s, des [[Pfleggericht Mattsee|Pfleggerichts Mattsee]], wie im [[Atlas Salisburgensis]] des Salzburger Kartografen [[Joseph Jakob Fürstaller]] angeführt. |
| | + | |
| | + | Am [[9. Dezember]] [[1807]] trat der Reichsfürst und Bischof von [[Passau]], [[Leopold Leonhard Raymund Graf von Thun und Hohenstein]], einige schon seit dem [[14. Jahrhundert]] staatspolitisch im [[Erzstift Salzburg]] liegende Gebiete, jedoch kirchenrechtlich noch zu Passau gehörende, darunter das Stift und die Pfarre Mattsee "frei" an die [[Erzdiözese Salzburg]] Salzburg]] ab. Damit endete die über 900 Jahre dauernde Zugehörigkeit zu Passau. Die [[Passauer Straße]] in Mattsee erinnert noch heute an diese frühere Zugehörigkeit. |
| | + | |
| | + | Um [[1870]], mit dem Bau der [[Westbahn]], begann die Geschichte der [[Sommerfrische in Mattsee]]. |
| | | | |
| | Zwischen [[21. Juli|21.]] und [[24. Juli]] [[1934]] kam es zu Geheimgesprächen zwischen Bundeskanzler [[Engelbert Dollfuß]] und dem [[Nationalsozialismus|NS-Politiker]] [[Arthur Seyß-Inquart]] in der [[Villa Hinterstoisser]]. Aufgrund eines Beschlusses der Landeshauptmannschaft Salzburg vom [[15. Mai]] [[1935]]<ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1935&page=44&size=45 Landesgesetzblatt vom 5. Juli 1935]</ref> wurde die Ortsgemeinde Mattsee am 21. Juli 1935, ein Jahr nach diesem Treffen, zur Marktgemeinde erhoben. | | Zwischen [[21. Juli|21.]] und [[24. Juli]] [[1934]] kam es zu Geheimgesprächen zwischen Bundeskanzler [[Engelbert Dollfuß]] und dem [[Nationalsozialismus|NS-Politiker]] [[Arthur Seyß-Inquart]] in der [[Villa Hinterstoisser]]. Aufgrund eines Beschlusses der Landeshauptmannschaft Salzburg vom [[15. Mai]] [[1935]]<ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1935&page=44&size=45 Landesgesetzblatt vom 5. Juli 1935]</ref> wurde die Ortsgemeinde Mattsee am 21. Juli 1935, ein Jahr nach diesem Treffen, zur Marktgemeinde erhoben. |
| Zeile 148: |
Zeile 152: |
| | * [[2. Jahrhundert]]: [[Römer]]<nowiki>siedlung</nowiki>, Ausgrabungen in [[Obernberg]] | | * [[2. Jahrhundert]]: [[Römer]]<nowiki>siedlung</nowiki>, Ausgrabungen in [[Obernberg]] |
| | * [[5. Jahrhundert|5.]]–[[7. Jahrhundert]]: [[Bajuwaren]] besiedeln das Land | | * [[5. Jahrhundert|5.]]–[[7. Jahrhundert]]: [[Bajuwaren]] besiedeln das Land |
| − | * um 770: Gründung des [[Kollegiatstift Mattsee|Kollegiatstiftes Mattsee]] | + | * um 760: Gründung des [[Kollegiatstift Mattsee|Kollegiatstiftes Mattsee]] |
| | * um 1000: Einfälle und Plünderungen der Magyaren | | * um 1000: Einfälle und Plünderungen der Magyaren |
| | * um 1200: Die ersten Bauten der [[Schloss Mattsee|Schlossanlage]] auf dem [[Schlossberg Mattsee|Schlossberg]] | | * um 1200: Die ersten Bauten der [[Schloss Mattsee|Schlossanlage]] auf dem [[Schlossberg Mattsee|Schlossberg]] |