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P. [[Professor|o. Univ.-Prof.]] Dr. theol. '''Franz''' (Ordensname) '''Martin''' (Taufname) '''Schmölz''' [[Dominikaner|OP]] (* [[16. Dezember]] [[1927]] in Fischen, [[Freistaat_Bayern#Schwaben|Bayerisch-Schwaben]]; † [[12. Februar]] [[2003]] in [[Salzburg]]) war Professor für Philosophische Gesellschaftslehre und politische Theorie an der [[Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg|Katholisch-Theologischen Fakultät]] der [[Universität Salzburg]].
==Leben ==
Schmölz kam aus dem katholischen Allgäu im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Er wurde im Jahr 1944 17jährig zur [[Deutsche Wehrmacht|deutschen Wehrmacht]] eingezogen; 1947 konnte er an der Oberrealschule mit Gymnasium Kaufbeuren das Abitur ablegen. Er wollte Priester werden und nahm ein philosophisches Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule des Bistums Augsburg in Dillingen auf.
Im darauffolgenden Jahr 1948 trat Schmölz in den [[Dominikanerorden]] ein und setzte seine akademische Ausbildung 1949 durch ein philosophisch-theologisches Studium an der ordenseigenen Hochschule in Walberberg bei Bonn fort. Nach Studienabschluss und Priesterweihe (24. Juli 1954) schickte ihn sein Orden zum Weiterstudium nach Rom an die von Dominikanern geführte Päpstliche Hochschule Pontificium Athenaeum „Angelicum“, an der er 1955 das Baccalaureat, 1956 das Lectorat und Licentiat in Theologie sowie 1957 das Doktorat in Theologie erlangte.
In den Fußstapfen anderer Dominikaner, die sich besonders mit der Katholischen Soziallehre bzw. der Christlichen Gesellschaftslehre befassten, schlug Schmölz eine wissenschaftliche Laufbahn ein und. So wurde er von seinem Orden 1958 zum Studium an die Universität München geschickt. Hier war ihm Eric Voegelin, bei dem er von 1959 bis 1961 am Institut für Politische Wissenschaften wissenschaftlicher Assistent war, ein prägendes Vorbild.
Im August [[1961]] berief [[Erzbischof]] DDr. [[Andreas Rohracher]] Schmölz zum Vorstand des eben erst in Salzburg gegründeten Instituts für Politische Wissenschaften am Internationalen Forschungszentrum für Grundfragen der Wissenschaften. Dieses außeruniversitäre Institut leitete Schmölz bis zu seinem Tod.
Im Oktober [[1962]] erwarb Schmölz an der neugegründeten Universität Salzburg die Lehrbefugnis für Philosophische Gesellschaftslehre und Rechtsphilosophie. 1965 wurde er zum außerordentlichen, [[1967]] zum ordentlichen Universitätsprofessor an der [[Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg|Katholisch-Theologischen Fakultät]] ernannt. Der Lehrstuhl war zuerst für Christliche Gesellschaftslehre, dann für Philosophische Gesellschaftslehre und Politische Theorie gewidmet.
Zu Ende der [[1960er]]-Jahre gründete [[René Marcic]], Professor für Rechts- und Staatsphilosophie, an der Universität Salzburg ein interfakultäres Institut für Politische Wissenschaften; auch Schmölz betätigte sich hier und stand nach Marcics Unfalltod von [[1972]] bis [[1974]] dem Institut vor. Ende der Sechzigerjahre gehörte er auch zum Beraterkreis des damaligen Bundeskanzlers (und vorherigen Salzburger [[Landeshauptmann]]s) [[Josef Klaus]]. In den Studienjahren 1970/71 und 1979 bis 1983 war er Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. Von [[1987]] bis [[1998]] war er auch Präsident des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften in Salzburg. Mit 1. November [[1990]] wurde er emeritiert. Auch danach setzt er jedoch wichtige Impulse, u.a. als Honorarprofessor an dem mittlerweile zur [[Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg|Geisteswissenschaftlichen Fakultät]] gehörenden Institut für Politikwissenschaft.
Es war Schmölz' ständiges Bestreben, den Fragen der Gesellschaft und der Politik, ausgehend von der Lehre des großen Dominikaners Thomas von Aquin, aus christlicher Verantwortung auf den Grund zu gehen, Politik und Katholische Soziallehre zu verbinden und tragfähige Lösungen für Probleme der Gegenwart und Zukunft zu finden. Seine Veröffentlichungen, die hauptsächlich in Zeitschriften und als Beiträge zu Sammelwerken erschienen, behandelten das Naturrecht, die Tugendethik, den Frieden, das Verhältnis von Staat und Kirche, Sozial- Wirtschafts- und politische Ethik sowie aktuelle politischen Themen wie z. B. Migration, Sonntagsarbeit sowie Menschenrechte. In seinem gesamten wissenschaftlichen Werk suchte er Antworten auf die Frage: Welche Verantwortung hat der Christ in Kirche, Staat, Gesellschaft, Wirtschaft?
Zusätzlich zu seiner akademischen Tätigkeit war Schmölz Hausgeistlicher bei den Salzburger [[Dominikanerinnen]].
Seine letzte Ruhestätte fand Franz Martin Schmölz in Pfronten im Allgäu.
== Ehrungen ==
Schmölz empfing folgenden Auszeichnungen:
*1963: Kardinal-Innitzer-Preis (für das Buch „Zerstörung und Rekonstruktion der politischen Ethik“)
*1978: Großes silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
*1983: Ernennung zum Konsistorialrat
*1988: [[Ehrenzeichen des Landes Salzburg|Silbernes Ehrenzeichen des Landes Salzburg|Silbernes Ehrenzeichen des Landes Salzburg]] *1989 Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
*1992 [[Ehrenbecher des Landes Salzburg]]
*1998 [[Ehrenzeichen des Landes Salzburg#Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg (bis 2007)|Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg]]
== Werke ==
(Auswahl)
Monographien:
*Das Naturgesetz und seine dynamische Kraft (1959).
*Zerstörung und Rekonstruktion der politischen Ethik (1963).
*Chance und Dilemma der politischen Ethik (1966).
*Der Mensch in der politischen Ordnung (1966).
== Quellen ==
* [[RES]], Eintrag [http://res.icar-us.eu/index.php/Schmölz,_Franz_M. „Schmölz, Franz M.“]
*Biographisches Lexikon (BIOLEX) des ÖCV, [https://www.oecv.at/Biolex/Detail/13100173 Eintrag „Franz-Martin Schmölz“], gestützt auf [[Gertraud Putz|Putz, Gertraud]], Eintrag „Franz Martin Schmölz“, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Band 23 (2004), Sp. 1296–1306.
== Literatur ==
*[[Elisabeth Kapferer|Kapferer, Elisabeth]], Gertraud Putz, [[Clemens Sedmak]] und [[Mario Wintersteiger|Mario C. Wintersteiger]] (Hg.): Gedenkschrift für Franz Martin Schmölz (Salzburger Theologische Studien 52). Innsbruck (Tyrolia) 2014. ISBN: 978-3702234171.
{{Zeitfolge
|AMT= [[Rektoren und Dekane der Universität Salzburg|Dekan]] der [[Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Salzburg|Katholisch-Theologischen Fakultät]] der Universität Salzburg
|ZEIT=1970/71<br>1979–1983
|VORGÄNGER=[[Wolfgang Beilner]]<br>[[Alfred Läpple]]
|NACHFOLGER=[[Franz Nikolasch]]<br>[[Walter Neidl]]
}}
{{SORTIERUNG:Schmölz, Franz Martin}}
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person (Wissenschaft)]]
[[Kategorie:Universitätsprofessor]]
[[Kategorie:Theologe]]
[[Kategorie:Priester]]
[[Kategorie:Ordensgeistlicher]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]