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Der Winter 1918 traf die Salzburger Bevölkerung wie ein Fallbeil. Der Krieg „''für Gott, Kaiser und Vaterland''“ war verloren, die Väter, Söhne und Brüder waren tot oder noch nicht heimgekehrt und das kleine [[Kronland Salzburg|Kronland]] nagte am Hungertuch. Dazu gesellten sich die Kälte und die Spanische Grippe.
 
Der Winter 1918 traf die Salzburger Bevölkerung wie ein Fallbeil. Der Krieg „''für Gott, Kaiser und Vaterland''“ war verloren, die Väter, Söhne und Brüder waren tot oder noch nicht heimgekehrt und das kleine [[Kronland Salzburg|Kronland]] nagte am Hungertuch. Dazu gesellten sich die Kälte und die Spanische Grippe.
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Schon Monate zuvor brachen immer wieder Demonstrationen, Streiks und Unruhen vom Zaun. Viele Frauen konnten ihre Familien nicht mehr ernähren. Die Menschen griffen zur Selbsthilfe. „''Brot wollen wir haben. Gebt unseren Kindern Brot. Wir müssen verhungern''“, schrie eine aufgebrachte Menge von 600 größtenteils Frauen am [[21. Juni]] [[1918]] vor dem [[Neue Residenz|Regierungsgebäude]] am [[Mozartplatz]]. Am [[19. September]] 1918 entlud sich die von leeren Mägen entfesselte Wut auf die Obrigkeit in der großen Hungerdemonstration.
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Schon Monate zuvor brachen immer wieder Demonstrationen, Streiks und Unruhen vom Zaun. Viele Frauen konnten ihre Familien nicht mehr ernähren. Die Menschen griffen zur Selbsthilfe. „''Brot wollen wir haben. Gebt unseren Kindern Brot. Wir müssen verhungern''“, schrie eine aufgebrachte Menge von 600 größtenteils Frauen am [[21. Juni]] [[1918]] vor dem [[Neue Residenz|Regierungsgebäude]] am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]]. Am [[19. September]] 1918 entlud sich die von leeren Mägen entfesselte Wut auf die Obrigkeit in der großen Hungerdemonstration.
    
Landeshauptmann Alois Winkler bewahrte Ruhe. Der Prälat verzichtete auf ein gewaltsames Einschreiten. Anders als in anderen Städten der sich auflösenden Habsburgermonarchie kam es nicht zu blutigen Ausschreitungen mit Toten. „''Er setzte nicht auf die bewaffnete Staatsmacht und verhinderte so eine Eskalation''“, sagt der Salzburger Historiker und Leiter des [[Salzburger Landesarchiv]]s, [[Oskar Dohle]]. Doch warum handelte der Salzburger Landeschef auf diese Weise und schlug nicht wie andere Autoritäten in anderen Landesteilen den Aufstand brutal nieder? Die Antwort ist in seiner Biografie zu suchen. Denn Salzburg hätte als Garnisonsstadt die militärische Stärke durchaus aufbringen können, wenn es auch um die Moral der Truppen zu jenem Zeitpunkt bereits schlecht bestellt war.
 
Landeshauptmann Alois Winkler bewahrte Ruhe. Der Prälat verzichtete auf ein gewaltsames Einschreiten. Anders als in anderen Städten der sich auflösenden Habsburgermonarchie kam es nicht zu blutigen Ausschreitungen mit Toten. „''Er setzte nicht auf die bewaffnete Staatsmacht und verhinderte so eine Eskalation''“, sagt der Salzburger Historiker und Leiter des [[Salzburger Landesarchiv]]s, [[Oskar Dohle]]. Doch warum handelte der Salzburger Landeschef auf diese Weise und schlug nicht wie andere Autoritäten in anderen Landesteilen den Aufstand brutal nieder? Die Antwort ist in seiner Biografie zu suchen. Denn Salzburg hätte als Garnisonsstadt die militärische Stärke durchaus aufbringen können, wenn es auch um die Moral der Truppen zu jenem Zeitpunkt bereits schlecht bestellt war.

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