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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
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| − | [[Bild:Radeck Kapelle.jpg|thumb|250px|Kapelle in Radeck]]Zum Namen: Kasern leitet sich von einem indogermanischen Stammwort ab, der auch im lateinischen casa = Haus erhalten ist. | + | [[Bild:Radeck Kapelle.jpg|thumb|250px|Kapelle in Radeck]]Zum Namen: Kasern leitet sich von einem indogermanischen Stammwort ab, der auch im lateinischen casa = Haus erhalten ist. |
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| | Bis ins späte [[19. Jahrhundert]] standen in dem heutigen Industrieareal nur wenige verstreute Bauerngüter am Hangfuß des [[Plainberg]]es, vor allem das Stroblgut und das Reitgütl. Am Weg nach [[Elixhausen]] lag am Rand eines großen Waldes das „Jägergütl“, der heutige Jägerwirt. Im heutigen Siedlungszentrum von Kasern befanden sich am Rand des Moores die beiden „Kaserngüter“ und das kleine Weberhäusel. Östlich schloss hier ein großer Wald, das „Kasernholz“ an. | | Bis ins späte [[19. Jahrhundert]] standen in dem heutigen Industrieareal nur wenige verstreute Bauerngüter am Hangfuß des [[Plainberg]]es, vor allem das Stroblgut und das Reitgütl. Am Weg nach [[Elixhausen]] lag am Rand eines großen Waldes das „Jägergütl“, der heutige Jägerwirt. Im heutigen Siedlungszentrum von Kasern befanden sich am Rand des Moores die beiden „Kaserngüter“ und das kleine Weberhäusel. Östlich schloss hier ein großer Wald, das „Kasernholz“ an. |
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| | Kasern entstand als Stadtteil im [[20. Jahrhundert]]. Als erster Gewerbebetrieb siedelte sich [[1919]] hier die [[Glockengießerei Oberascher]] an, die zuvor neben dem [[Bruderhof]] nächst dem [[Kapuzinerberg]] in der Linzergasse arbeitete und von dort wegen der mit dem Betrieb verbundenen Brandgefahr weichen musste. Zur eigenen Sicherheit legte der Betrieb in Kasern einen großen Feuerlöschteich an, der als Tümpel in Kasern erhalten ist. | | Kasern entstand als Stadtteil im [[20. Jahrhundert]]. Als erster Gewerbebetrieb siedelte sich [[1919]] hier die [[Glockengießerei Oberascher]] an, die zuvor neben dem [[Bruderhof]] nächst dem [[Kapuzinerberg]] in der Linzergasse arbeitete und von dort wegen der mit dem Betrieb verbundenen Brandgefahr weichen musste. Zur eigenen Sicherheit legte der Betrieb in Kasern einen großen Feuerlöschteich an, der als Tümpel in Kasern erhalten ist. |
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| − | [[1939]] wurde Kasern samt dem gesamten Plainberg in die Stadt Salzburg eingemeindet. [[1950]] wurde der [[Plainberg]] aber wieder der Gemeinde [[Bergheim]] übergeben. Dafür kam das Areal des Salzburger Schlachthofs zur Stadtgemeinde. Kasern blieb - entgegen dem ursprünglichen Konzept - auch nach [[1950]] bei der Stadt Salzburg, weil die Siedlung mit ihrer Glockengießerei und den dort beschäftigten vielen Arbeitern damals den rein dörflichen Charakter des Ortes Bergheim beeinträchtigt hätte. | + | [[1939]] wurde Kasern samt dem gesamten Plainberg in die Stadt Salzburg eingemeindet. [[1950]] wurde der [[Plainberg]] aber wieder der Gemeinde [[Bergheim]] übergeben. Dafür kam das Areal des [[Salzburger Schlachthof]]s zur Stadtgemeinde. Kasern blieb - entgegen dem ursprünglichen Konzept - auch nach [[1950]] bei der Stadt Salzburg, weil die Siedlung mit ihrer Glockengießerei und den dort beschäftigten vielen Arbeitern damals den rein dörflichen Charakter des Ortes Bergheim beeinträchtigt hätte. |
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| | == Der Naturraum Kasern == | | == Der Naturraum Kasern == |
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| − | Heute sind die einstigen Moore, die den Talboden des Raumes Kasern bedeckten, verschwunden. Sogar beim Bau der Westautobahn stieß man auf gut erhaltene fossile Torfschichten, was auf die Größe der einstigen Moorlandschaft schließen lässt. Das große Kasernmoos mit seinem südlichen Ausläufer, dem Langenmoos und das Radeckermoos, die einst die Landschaft prägten, sind entwässert und in wesentlichen Teilen bebaut. Der erhaltene Grünraum der Talniederung ist nur kleinräumig als Wiese erhalten und teilweise als Campingplatz und Kleingartensiedlung genutzt. Der kleine Moorrest "Moorwäldchen und Waldkuppen in Kasern" musste 2002 infolge der immer weiter fortschreitenden Isolierung und Entwertung durch umgebendes Gewerbegebiet als Geschützter Landschaftsteil aufgelassen werden. | + | Heute sind die einstigen Moore, die den Talboden des Raumes Kasern bedeckten, verschwunden. Sogar beim Bau der Westautobahn stieß man auf gut erhaltene fossile Torfschichten, was auf die Größe der einstigen Moorlandschaft schließen lässt. Das große [[Kasernmoos]] mit seinem südlichen Ausläufer, dem Langenmoos und das Radeckermoos, die einst die Landschaft prägten, sind entwässert und in wesentlichen Teilen bebaut. Der erhaltene Grünraum der Talniederung ist nur kleinräumig als Wiese erhalten und teilweise als Campingplatz und Kleingartensiedlung genutzt. Der kleine Moorrest "Moorwäldchen und Waldkuppen in Kasern" musste 2002 infolge der immer weiter fortschreitenden Isolierung und Entwertung durch umgebendes Gewerbegebiet als Geschützter Landschaftsteil aufgelassen werden. |
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| | Bemerkenswert sind heute der erhaltene Tümpel in Kasern und seine umgebende artenreiche Streuwiese, sowie jene Lindenallee, die heute Wickenburg-Allee genannt wird. Der Tümpel in Kasern und die Wickenburg-Allee (Lindenallee in Kasern) stehen heute als Geschützte Landschaftsteile unter [[Naturschutz]]. | | Bemerkenswert sind heute der erhaltene Tümpel in Kasern und seine umgebende artenreiche Streuwiese, sowie jene Lindenallee, die heute Wickenburg-Allee genannt wird. Der Tümpel in Kasern und die Wickenburg-Allee (Lindenallee in Kasern) stehen heute als Geschützte Landschaftsteile unter [[Naturschutz]]. |
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| | == Kasern heute == | | == Kasern heute == |
| − | Heute ist Kasern ein aufstrebendes und dicht bebautes Gewerbezentrum, in dem auch der große Gewerbebetrieb [[Palfinger]] seine Niederlassung hat. Die nahe Auffahrt zur Autobahn über den Autobahnknoten Nord sorgt für eine gute Verkehrsaufschließung. Historisch hat auch die nahegelegene Bahnlinie der Westbahn den Aufschwung maßgeblich gefördert. | + | Heute ist Kasern ein aufstrebendes und dicht bebautes Gewerbezentrum, in dem auch der große Gewerbebetrieb [[Palfinger]] seine Niederlassung hat. Die nahe Auffahrt zur Autobahn über den Autobahnknoten Nord sorgt für eine gute Verkehrsaufschließung. Historisch hat auch die nahe gelegene Bahnlinie der Westbahn den Aufschwung maßgeblich gefördert. |
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| | ==Bauten== | | ==Bauten== |
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| | ==Quelle== | | ==Quelle== |
| − | siehe [[Salzburg stadtteilnamen|Salzburg Stadtteilnamen]] | + | * siehe [[Salzburg stadtteilnamen|Salzburg Stadtteilnamen]] |
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| | {{Bezirke Stadt Salzburg}} | | {{Bezirke Stadt Salzburg}} |