Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
1.104 Bytes hinzugefügt ,  19:12, 29. Mai 2019
Linkfix, typo, ergänzt mit "Versionen möglicher Namensherkunft"
Zeile 5: Zeile 5:     
== Lage ==
 
== Lage ==
Er befindet sich in der [[Dreifaltigkeitsgasse]] 6 - [[Königsgässchen]] 6 unter dem [[Goldschlagerhaus]].
+
Er befindet sich unter dem [[Goldschlagerhaus]] [[Dreifaltigkeitsgasse]] 6, Ecke [[Königsgässchen]] 6.
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Der Bogen wurde [[1645]] unter [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron|Paris Lodron]] gebaut, damit er die Wohnhäuser seiner Familienmitglieder, den [[Primogeniturpalast]] an Ende der Dreifaltigkeitsgasse und den [[Sekundogeniturpalast]] am Beginn der ''"Lorettogasse"'' ([[Paris-Lodron-Straße]]) ohne Umweg über die [[Bergstraße]] auf direktem Weg erreichen konnte. Zur Errichtung des Bogen mussten zwei Bürgerhäuser, die an der damals dort befindlichen [[Stadtbefestigungen|Stadtmauer]] lagen, abgebrochen werden. Die Besitzer erhielten dafür eine Entschädigung.  
+
Der Bogen wurde [[1645]] unter [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron|Paris Lodron]] gebaut, damit er die Wohnhäuser seiner Familienmitglieder, den [[Primogeniturpalast]] an Ende der Dreifaltigkeitsgasse und den [[Sekundogeniturpalast]] am Beginn der "''Lorettogasse''" ([[Paris-Lodron-Straße]]) ohne Umweg über die [[Bergstraße]] auf direktem Weg erreichen konnte. Zur Errichtung des Bogen mussten zwei Bürgerhäuser, die an der damals dort befindlichen [[Stadtbefestigungen|Stadtmauer]] lagen, abgebrochen werden. Die Besitzer erhielten dafür eine Entschädigung. Die Vorarbeiten für den Durchgang wurden offensichtlich schon etwas früher begonnen. Jedenfalls ist schon [[1644]]  auf der [[Historische Ansichten der Stadt Salzburg|Stadtansicht]] von [[Matthäus Merian]]<ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref> ein Durchgang an dieser Stelle ersichtlich.  
   −
Im Kreuzgratgewölbe unverändert bis heute zu sehen ist das [[Wappen der Grafen Lodron|Wappen]] von Paris Lodron mit der Jahreszahl der Errichtung. Die Vorarbeiten für den Durchgang wurden offensichtlich schon etwas früher begonnen. Jedenfalls ist schon [[1644]]  auf der [[Historische Ansichten der Stadt Salzburg|Stadtansicht]] von [[Matthäus Merian]]<ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref> ein Durchgang an dieser Stelle ersichtlich.  
+
Im Kreuzgratgewölbe unverändert bis heute zu sehen ist das [[Wappen der Grafen Lodron|Wappen]] von Paris Lodron mit der Jahreszahl der Errichtung.
    
== Name ==
 
== Name ==
Die Gasse im Norden des Torbogens wurde ''Dreifaltigkeitsgasse'' genannt, nach der [[Dreifaltigkeitskirche]]. Die Gasse im Süden des Torbogens hieß damals ''Andreasgasse'', abgeleitet von der alten [[Andreaskirche]]. Nach dieser Kirche nannte man bis um [[1885]] den Bogen ''"Andreasbogen"'' oder ''"Andräbogen"''. Die alte Andreaskirche wurde [[1861]] abgerissen<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690326&query=%22St.%22+%22Andr%c3%a4bogen%22&seite=3  ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 26. März 1869, Seite 3</ref>. Daher verlor die Bezeichnung "Andräbogen" zunehmend ihren Bezug.
+
Die Gasse im Norden des Torbogens wurde ''Dreifaltigkeitsgasse'' genannt, nach der dort stehenden [[Dreifaltigkeitskirche]]. Die Gasse im Süden des Torbogens hieß damals ''Andreasgasse'', abgeleitet von der alten [[Kirche des heiligen Andreas]]. Nach dieser Kirche nannte man bis um [[1885]] den Bogen "''Andreasbogen''" oder "''Andräbogen''". Die alte Andreaskirche wurde [[1861]] abgerissen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690326&query=%22St.%22+%22Andr%c3%a4bogen%22&seite=3  ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 26. März 1869, Seite 3</ref> Daher verlor die Bezeichnung "Andräbogen" zunehmend ihren Bezug.
   −
Ab [[1891]] findet sich "Sauterbogen" als neue Bezeichnung.<ref>[http://anno.onb.ac.at/anno-suche/#searchMode=simple&query=sauterbogen&from=1&sort=date+asc ANNO] Suche "Sauterbogen"</ref>   
+
Ab [[1891]] findet sich "Sauterbogen" als neue Bezeichnung.<ref>[http://anno.onb.ac.at/anno-suche/#searchMode=simple&query=sauterbogen&from=1&sort=date+asc ANNO] Suche "Sauterbogen"</ref>  Diese neue Bezeichnung war für die damaligen Stadtbewohner offenkundig verständlich und nicht weiter erklärungsbedürftig. Der Begriff, seine Bedeutung und Herkunft wurde beinahe ein Jahrhundert lang von niemanden beleuchtet.  
Diese neue Bezeichnung war für die damaligen Stadtbewohner offenkundig verständlich und nicht weiter erklärungsbedürftig. Der Begriff, seine Bedeutung und Herkunft wurde beinahe ein Jahrhundert lang von niemanden beleuchtet.  
     −
[[1985]] wurde in dem Buch [[Salzburger Stadttore (Buch)|"Salzburger Stadttore"]] auch das "St.-Andreas-Tor" mit dem "Sauterbogen" beschrieben und eine (bewusste) Namensgebung nach dem bekannten Salzburger Arzt Dr. [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Eleutherius Sauter]] (* [[1800]]; † [[1881]]) festgestellt, der 1860 ein Mitbegründer und von 1864 bis 1874 Vorstand der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] war und als Botaniker eine herausragende Bedeutung erlangt hatte.
+
[[1985]] wurde in dem Buch [[Salzburger Stadttore (Buch)|"Salzburger Stadttore"]] auch das "St.-Andreas-Tor" mit dem "Sauterbogen" beschrieben und eine (bewusste?) Namensgebung nach dem bekannten Salzburger Arzt Dr. [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Eleutherius Sauter]] (* [[1800]]; † [[1881]]) festgestellt, der 1860 ein Mitbegründer und von 1864 bis 1874 Vorstand der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] war und als Botaniker eine herausragende Bedeutung erlangt hatte.
   −
[[1995]] verbreitete [[Peter Blaikner]] in seinem Buch ''[[Ferdinand Sauter]] Gedichte'' [http://www.blaikner.at/project/ferdinand-sauter-gedichte/ www.blaikner.at] die Annahme, es sei [[Anton Sauter (Pfleger)]], der Vater der beiden Brüder Anton und Ferdinand, als Namensgeber auszuweisen. Entgegenzuhalten ist diesem [[Hermann Loimer]], der bereits [[1944]] "[[Ferdinand Sauter]]" in der Publikation "Ferdinand Sauter - Ein Wiener Original aus Salzburg" [https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_134_0585-0614.pdf Ferdinand Sauter - Ein Wiener Original aus Salzburg] als Namensgeber ausgeschlossen hatte.  
+
[[1995]] verbreitete [[Peter Blaikner]] in seinem Buch ''[[Ferdinand Sauter]] Gedichte''<ref>[http://www.blaikner.at/project/ferdinand-sauter-gedichte/ www.blaikner.at]</ref> die Annahme, es sei [[Anton Sauter (Pfleger)|Anton Sauter]], der Vater der beiden Brüder Anton und Ferdinand, als Namensgeber auszuweisen. Entgegenzuhalten ist dieser Annahme, dass [[Hermann Loimer]], der bereits [[1944]] Ferdinand Sauter in der Publikation "Ferdinand Sauter - Ein Wiener Original aus Salzburg"<ref>[https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_134_0585-0614.pdf Ferdinand Sauter - Ein Wiener Original aus Salzburg]</ref> als Namensgeber ausgeschlossen hatte.  
   −
[[2006]] bringen die Nachfolger von [[Franz Martin]] das Standardwerk "Salzburger Straßennamen" in einer überarbeiteten, 5. Ausgabe heraus. Dort verzeichnet ist die Dreifaltigkeitsgasse mit dem Verweis, dass der "Sauterbogen" nach dem Salzburger Botaniker Dr. Anton Eleutherius Sauter benannt wurde.<ref>[[Franz Martin]]: "Salzburger Straßennamen" , Mitt. der Gesellschaft Sbg. Landeskunde, 2006 ist auf S. 252 zum Sauterbogen zu finden: ''"Seit 1881 umbenannt in Sauterbogen. Dr. med Anton Eleutherius Sauter geboren ...."'' (es folgen lange Ausführungen zu den Verdiensten von A. Sauter.)</ref>
+
[[2006]] brachten die Nachfolger des Salzburger Landeshistorikers [[Franz Martin]] das Standardwerk "''Salzburger Straßennamen''" in einer überarbeiteten 5. Ausgabe heraus. Dort verzeichnet ist die Dreifaltigkeitsgasse mit dem Verweis, dass der "Sauterbogen" nach dem Salzburger Botaniker Dr. Anton Eleutherius Sauter benannt wurde.<ref>[[Franz Martin]]: "Salzburger Straßennamen" , Mitt. der Gesellschaft Sbg. Landeskunde, 2006 ist auf S. 252 zum Sauterbogen zu finden: ''"Seit 1881 umbenannt in Sauterbogen. Dr. med Anton Eleutherius Sauter geboren ...."'' (es folgen lange Ausführungen zu den Verdiensten von A. Sauter.)</ref>
Entgegenzuhalten ist dieser späteren Ausgabe die frühere [[Salzburger Straßen 2. Auflage|2. Auflage]] von [[1949]], die den "Sauterbogen" nur erwähnt, jedoch ohne namentliche Zuordnung.
+
Entgegenzuhalten ist dieser späteren Ausgabe die frühere [[Salzburger Straßen 2. Auflage|2. Auflage]] von [[1949]], die den "Sauterbogen" nur erwähnt, jedoch ohne namentliche Zuordnung. Dabei ist jedoch auch der damalige Wissensstand und Zugang zu Dokumenten zu berücksichtigen, der sich zwischenzeitlich verändert haben kann.
    
=== Wie entstand die Bezeichnung "Sauterbogen"? ===
 
=== Wie entstand die Bezeichnung "Sauterbogen"? ===
Diese Frage stellte sich [[2019]] Mag. [[Thomas Schmiedbauer]] und er forschte nach. Bei seiner Recherche fand er [[Robert Sauter]], einen Fleischer- und Selcher, der sich ab [[1875]] mit seinem Geschäft dort angesiedelt hatte. Auf Grund dieser Entdeckung und vieler anderer Fundstellen äußerte er im [[Salzburgwiki]] die Vermutung, dass der oben angeführte bisherige Namenszusammenhang wahrscheinlich nicht richtig ist. Er verwies auf den Lebenslauf von Anton Sauter, der seinen Wohnsitz tatsächlich in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]] hatte, somit einen fehlenden persönlichen Bezug und dass formell für eine ehrende Namensgebung kein Beschluss und auch keine Antrag für eine solchen festgestellt werden konnte. Die neue These samt Quellen erschienen ihn schlüssiger.  
+
Diese Frage stellte sich [[2019]] Mag. [[Thomas Schmiedbauer]] und er forschte nach. Bei seiner Recherche fand er [[Robert Sauter]], einen Fleischer- und Selcher, der sich ab [[1875]] mit seinem Geschäft im Sauterbogen angesiedelt hatte. Auf Grund dieser Entdeckung und weiterer Fundstellen äußerte Schmiedbauer im [[Salzburgwiki]] die Vermutung, dass der oben angeführte bisherige Namenszusammenhang wahrscheinlich nicht richtig ist. Er verwies auf den Lebenslauf von Anton Sauter, der seinen Wohnsitz tatsächlich in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]] hatte, somit einen fehlenden persönlichen Bezug und dass formell für eine ehrende Namensgebung kein Beschluss und auch keine Antrag für eine solchen festgestellt werden konnte. Seine neue These samt Quellen erschienen ihm schlüssiger.  
   −
Der Bezeichnung "Sauterbogen" wurde erstmals in dem Artikel ''" "Offen lassen" - ein Beitrag zur Portikusfrage"''  in der [[Salzburger Chronik]] [[12. Dezember]] [[1891]] nachweislich verwendet. Dabei ging es – nach Demolierung des ''"[[Mitterbacherbogen]]s"'' – um die Frage der Neugestaltung der Dreifaltigkeitsgasse, die dringend notwendige Straßenerweiterung, sowie neuerlich um die Verkehrsregelung zwischen dem [[Salzburger Hauptbahnhof]] und der [[Altstadt]] auf der linken Salzachseite. Bedeutende Fragen, die damals im [[Salzburger Gemeinderat]] seit langer Zeit, intensiv und kontrovers diskutiert wurden.  
+
Der Bezeichnung "Sauterbogen" wurde erstmals in dem Artikel "''"Offen lassen" - ein Beitrag zur Portikusfrage''" in der [[Salzburger Chronik]] [[12. Dezember]] [[1891]] nachweislich verwendet. Dabei ging es – nach Demolierung des "''[[Mitterbacherbogen]]s''" – um die Frage der Neugestaltung der Dreifaltigkeitsgasse, die dringend notwendige Straßenerweiterung, sowie neuerlich um die Verkehrsregelung zwischen dem [[Salzburger Hauptbahnhof]] und der [[Altstadt]] auf der linken Salzachseite. Bedeutende Fragen, die damals im [[Salzburger Gemeinderat]] seit langer Zeit, intensiv und kontrovers diskutiert wurden.  
    
Die Verkehrsregelung lieferte den entscheidenden Hinweis, wo und wie die neue Bezeichnung "Sauterbogen" seinen Ursprung nahm, sich zunehmend verfestigte und zuletzt zum Beschluss erhoben wurde. Dazu nun die Geschichte und ihre Quellen wie folgt:
 
Die Verkehrsregelung lieferte den entscheidenden Hinweis, wo und wie die neue Bezeichnung "Sauterbogen" seinen Ursprung nahm, sich zunehmend verfestigte und zuletzt zum Beschluss erhoben wurde. Dazu nun die Geschichte und ihre Quellen wie folgt:
   −
[[1869]] erlies die Stadtgemeinde-Vorstehung Salzburg erstmals eine generell-verbindliche Fahrordnung für leichte und schwere Fuhrwerke, sowie Kutschen- und Pferdewagen. Gemäß dieser '''Verordnung'''  durften diese den "Andräbogen" nur mehr ausnahmsweise, zu bestimmten Gelegenheiten und nur schrittweise passieren. Tatsächlich war der alte Andräbogen 1869 verkehrstechnisch eine Engstelle.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690326&seite=3&query=%22andr%C3%A4bogen%22 ANNO], Salzburger Zeitung, 26. März 1869, Seite 3, Fahrordnung 1869 (=Verordnung)]</ref> Die noch größere Engstelle war das Nadelöhr an der Ecke der "Andreaskirche". Die Durchfahrtsbreite betrug dort nur 3,7 Meter.<ref>[https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|basis|1:907|428467.6|295981.6|mp2.png|Andreaskirche&gdi=default&gdiservices=franzkataster&redliningid=0ziip0bcf24fpzwi3soj4wdl SAGIS/Hintergrund: "Franciszäischer Kataster" anklicken]</ref> [[1876]] wurde die Fahrordnung für den "Andräbogen" neuerlich kundgemacht.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18761104&query=%22andr%c3%a4bogen%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volksblatt, 4. November 1876, Seite 3</ref>
+
[[1869]] erließ die Stadtgemeinde-Vorstehung Salzburg erstmals eine generell-verbindliche Fahrordnung für leichte und schwere Fuhrwerke, sowie Kutschen- und Pferdewagen. Gemäß dieser Verordnung durften diese den "Andräbogen" nur mehr ausnahmsweise, zu bestimmten Gelegenheiten und nur schrittweise passieren. Tatsächlich war der alte Andräbogen 1869 verkehrstechnisch eine Engstelle.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690326&seite=3&query=%22andr%C3%A4bogen%22 ANNO], Salzburger Zeitung, 26. März 1869, Seite 3, Fahrordnung 1869 (=Verordnung)]</ref> Die noch größere Engstelle war das Nadelöhr an der Ecke der "Andreaskirche". Die Durchfahrtsbreite betrug dort nur 3,7 Meter.<ref>[https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|basis|1:907|428467.6|295981.6|mp2.png|Andreaskirche&gdi=default&gdiservices=franzkataster&redliningid=0ziip0bcf24fpzwi3soj4wdl SAGIS/Hintergrund: "Franciszäischer Kataster" anklicken]</ref> [[1876]] wurde die Fahrordnung für den "Andräbogen" neuerlich kundgemacht.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18761104&query=%22andr%c3%a4bogen%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volksblatt, 4. November 1876, Seite 3</ref>
    
[[1897]] wurde zur Erneuerung des Pflasters beim "Sauterbogen" ein Gemeinderatsbeschluss herbeigeführt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18970519&query=%22sauterbogen%22&seite=2 ANNO], Salzburger Chronik, 19. Mai 1897, Seite 2</ref>
 
[[1897]] wurde zur Erneuerung des Pflasters beim "Sauterbogen" ein Gemeinderatsbeschluss herbeigeführt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18970519&query=%22sauterbogen%22&seite=2 ANNO], Salzburger Chronik, 19. Mai 1897, Seite 2</ref>
   −
'''[[1898]]''' wurde mit Wirkung ab [[20. Mai]] die Verkehrsregelung verschärft und ein Verbot für das Befahren der Dreifaltigkeitsgasse durch Hotel-Omnibusse und Lastwägen in Richtung des [[Platzl]] (und umgekehrt) erlassen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18980511&query=%22dreifaltigkeitsgasse%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 11. Mai 1898, Seite 2</ref> In der Gemeinderatssitzung vom [[1. August]] 1898 wurde der Beschluss über die verschärfte Verkehrsregelung, sowie insgesamt auch über den Verkehr in der Linzergasse, zur Gänze aufgehoben.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980803&query=%22sauterbogen%22&seite=2 ANNO], Salzburger Chronik, 3. August 1898, Seite 2</ref>  
+
[[1898]] wurde mit Wirkung ab [[20. Mai]] die Verkehrsregelung verschärft und ein Verbot für das Befahren der Dreifaltigkeitsgasse durch Hotel-Omnibusse und Lastwägen in Richtung des [[Platzl]] (und umgekehrt) erlassen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18980511&query=%22dreifaltigkeitsgasse%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 11. Mai 1898, Seite 2</ref> In der Gemeinderatssitzung vom [[1. August]] 1898 wurde der Beschluss über die verschärfte Verkehrsregelung, sowie insgesamt auch über den Verkehr in der Linzer Gasse, zur Gänze aufgehoben.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980803&query=%22sauterbogen%22&seite=2 ANNO], Salzburger Chronik, 3. August 1898, Seite 2</ref>  
   −
Den Begriff "Sauterbogen" prägte der Salzburger Gemeinderat in seiner Sitzung am 1. August und führte ihn in der Folge durch eine neue Verordnung verbindlich als Rechtsbegriff ein. Die Bezeichnung der Örtlichkeit basierte damals auf den Eigentumsverhältnissen der Gebäude (vergleiche: → "Mitterbacherbogen", →"Oppacherbogen", →"Zellereck", usw. Die Ehrung (irgend-)einer Person war damit nicht beabsichtigt. Die Verkehrsregelung für die Linzergasse und für die Dreifaltigkeitsgasse vom [[Zellereck]] bis zum '''"Sauterbogen"''' wurde mit Wirkung vom [[1. September]] 1898 durch '''Verordnung''' erlassen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980813&query=%22sauterbogen%22&seite=4 ANNO], Salzburger Volksblatt, 13. August 1898, Seite 4</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980820&query=%22sauterbogen%22&ref=anno-search&seite=15 ANNO], Salzburger Volksblatt, 20. August 1898, Seite 15</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980827&query=%22sauterbogen%22&ref=anno-search&seite=14 ANNO], Salzburger Volksblatt, 27. August 1898, Seite 4</ref>.
+
Den Begriff "Sauterbogen" prägte der Salzburger Gemeinderat in seiner Sitzung am 1. August und führte ihn in der Folge durch eine neue Verordnung verbindlich als Rechtsbegriff ein. Die Bezeichnung der Örtlichkeit basierte damals auf den Eigentumsverhältnissen der Gebäude (vergleiche → "Mitterbacherbogen", →"Oppacherbogen", →"Zellereck", usw.). Die Ehrung (irgend-)einer Person war damit nicht beabsichtigt. Die Verkehrsregelung für die Linzer Gasse und für die Dreifaltigkeitsgasse vom [[Zellereck am Platzl|Zellereck]] bis zum ''Sauterbogen'' wurde mit Wirkung vom [[1. September]] 1898 durch Verordnung erlassen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980813&query=%22sauterbogen%22&seite=4 ANNO], Salzburger Volksblatt, 13. August 1898, Seite 4</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980820&query=%22sauterbogen%22&ref=anno-search&seite=15 ANNO], Salzburger Volksblatt, 20. August 1898, Seite 15</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18980827&query=%22sauterbogen%22&ref=anno-search&seite=14 ANNO], Salzburger Volksblatt, 27. August 1898, Seite 4</ref>.
   −
Daraus ergibt sich schlüssig, dass Robert Sauter, der [[1893]]/[[1894]] als Hauseigentümer genannt wurde<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18931111&query=%22sauter%22&seite=18 ANNO], Salzburger Volksblatt, 11. November 1893, Seite 18</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rhb&datum=18940829&query=%22St.%22+%22Andr%c3%a4bogen%22&seite=1 ANNO], Reichenhaller Badeblatt, 29. August 1894, Seite 1</ref>, als "Namensgeber" anzunehmen ist, jedoch ohne dies angestrebt zu haben.
+
Daraus ergibt sich für Mag. Schmiedbauer schlüssig, dass Robert Sauter, der [[1893]]/[[1894]] als Hauseigentümer genannt wurde,<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18931111&query=%22sauter%22&seite=18 ANNO], Salzburger Volksblatt, 11. November 1893, Seite 18</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rhb&datum=18940829&query=%22St.%22+%22Andr%c3%a4bogen%22&seite=1 ANNO], Reichenhaller Badeblatt, 29. August 1894, Seite 1</ref> als Namensgeber anzunehmen ist, jedoch ohne dies angestrebt zu haben.
    +
=== Der Sauterbogen im 20. Jahrhundert ===
 
[[1926]] übergab Robert Sauter nach dem 50-jährigen Berufsjubiläum sein Geschäft seinen Schwiegersohn Wilhelm Hofer.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19261231&query=%22Sauter%22&seite=18 ANNO], Salzburger Volksblatt, 31. Dezember 1930, Seite 18</ref>
 
[[1926]] übergab Robert Sauter nach dem 50-jährigen Berufsjubiläum sein Geschäft seinen Schwiegersohn Wilhelm Hofer.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19261231&query=%22Sauter%22&seite=18 ANNO], Salzburger Volksblatt, 31. Dezember 1930, Seite 18</ref>
   −
[[1937]] hat der "Sauterbogen" nochmals eine zweckmäßige Änderung erfahren. Das dort damals befindliche "Selchwarengeschäft" von [[Wilhelm Hofer]] wurde nach den Plänen von Architekt [[Karl Jahl]] und durch die Umbauten von Baumeister Ing. Bruck einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Dadurch wurde einerseits das charakteristische Bild gewahrt und andererseits erfuhr die gefährliche Passage eine teilweise Verbreiterung. Durch Rückversetzung der Auslage wurde der Bogen geringfügig breiter. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19370511&query=%22Goldschlagerhaus%22&seite=8 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 11. Mai 1937, Seite 8</ref>
+
[[1937]] hatte der "Sauterbogen" nochmals eine zweckmäßige Änderung erfahren. Das dort damals befindliche "Selchwarengeschäft" von [[Wilhelm Hofer]] wurde nach den Plänen von Architekt [[Karl Jahl]] und durch die Umbauten von Baumeister Ing. Bruck einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Dadurch wurde einerseits das charakteristische Bild gewahrt und andererseits erfuhr die gefährliche Passage eine teilweise Verbreiterung. Durch Rückversetzung der Auslage wurde der Bogen geringfügig breiter.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19370511&query=%22Goldschlagerhaus%22&seite=8 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 11. Mai 1937, Seite 8</ref>
    
Das Selchwarengeschäft bestand noch viele Jahrzehnte bis Anfang 1970 weiter, es wurde jedoch unter mehrfach wechselnden Inhabern und Namen (u.a. Fleischerei Gann) geführt. Dadurch geriet Robert Sauter in Vergessenheit.  
 
Das Selchwarengeschäft bestand noch viele Jahrzehnte bis Anfang 1970 weiter, es wurde jedoch unter mehrfach wechselnden Inhabern und Namen (u.a. Fleischerei Gann) geführt. Dadurch geriet Robert Sauter in Vergessenheit.  
    
=== Weitere Abklärung der Namensherkunft ===
 
=== Weitere Abklärung der Namensherkunft ===
In der Folge hat Dr. [[Reinhard Medicus]] auch Nachforschungen bei der [[Stadtgemeinde Salzburg]] im Amt für Vermessung und Geoinformation<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/org-db/ORGTEBW?TODO=TEBSYAM&ORG=OU76 www.stadt-salzburg.at]</ref>, das für die Durchführung der Straßenbezeichnungen zuständig ist, sowie im [[Stadtarchiv Salzburg|Stadtarchiv]] unternommen. Diese ergaben bis dato, dass keine Urkunde bekannt ist, die belegen könnte, dass der Gemeinderat der Stadt 1881 den Sauterbogen so benannt hätte. Derzeit bestätigt nur das [[Bundesdenkmalamt]], eine Behörde, nach eigenen Unterlagen die Aussage, das Haus wäre nach Dr. Anton Sauter benannt.
+
In der Folge hatte Dr. [[Reinhard Medicus]] auch Nachforschungen bei der [[Stadtgemeinde Salzburg]] im Amt für Vermessung und Geoinformation<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/org-db/ORGTEBW?TODO=TEBSYAM&ORG=OU76 www.stadt-salzburg.at]</ref>, das für die Durchführung der Straßenbezeichnungen zuständig ist, sowie im [[Stadtarchiv Salzburg|Stadtarchiv]] unternommen. Diese ergaben bis dato, dass keine Urkunde bekannt ist, die belegen könnte, dass der Gemeinderat der Stadt 1881 den Sauterbogen so benannt hätte. Derzeit bestätigt nur das [[Bundesdenkmalamt]], eine Behörde, nach eigenen Unterlagen die Aussage, das Haus wäre nach Dr. Anton Sauter benannt.
   −
Weitere Erhebungen zu dieser Frage sind im Gange, mit einer endgültigen Klärung dieser spannenden Frage ist hoffentlich bald zu rechnen.
+
==== Versionen möglicher Namensherkunft ====
 +
Somit ergeben sich folgende Möglichkeiten, wie der Sauterbogen zu seinem Namen gekommen war:
 +
* Er wurde doch nach dem Botaniker Sauter benannt, jedoch bei den im Moment in [[ANNO]] einsehbaren digitalisierten Zeitungen und Zeitschriften fehlen möglicherweise jene Ausgaben, in denen etwas darüber zu lesen wäre.
 +
* Er wurde nicht nach dem Botaniker benannt, da im Vermessungsamt auf Anfrage vordergründig keine Urkunde(n) gefunden wurden.
 +
* Er wurde von den Salzburger Ende des [[19. Jahrhundert]]s so genannt, weil in ihm ein Metzger des Namens Sauter sein Geschäft hatte.
 +
* Der Metzger Sauter brachte diese Bezeichnung quasi als Firmenadresse in Umlauf.
 +
 
 +
Weitere Erhebungen zu dieser Frage sind im Gange, mit einer endgültigen Klärung dieser spannenden Frage ist hoffentlich bald zu rechnen.  
    
== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
{{Quelle Franz Martin}}
 
{{Quelle Franz Martin}}
 
* [[ANNO]]
 
* [[ANNO]]
 +
* ''Versionen möglicher Namensherkunft'' von  [[Peter Krackowizer]]
 
== Fußnoten ==
 
== Fußnoten ==
 
<references/>
 
<references/>

Navigationsmenü