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| | Diese alten Brunnenanlagen bestehen von Ausnahmen abgesehen nicht mehr. Viele Brunnen wurden im Laufe der Zeit aufgegeben, zugeschüttet, versetzt oder durch neue ersetzt. Im [[12. Jahrhundert]] entstehen zusätzlich zu Zisternen erste einfache Rohrleitungen. | | Diese alten Brunnenanlagen bestehen von Ausnahmen abgesehen nicht mehr. Viele Brunnen wurden im Laufe der Zeit aufgegeben, zugeschüttet, versetzt oder durch neue ersetzt. Im [[12. Jahrhundert]] entstehen zusätzlich zu Zisternen erste einfache Rohrleitungen. |
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| − | ==Quellbrunnen und Brunnstuben== | + | ===Quellbrunnen und Brunnstuben=== |
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| | Die Qualität der Ziehbrunnen in der Stadt erwiese sich gegen Ende des Mittelalters - trotz regelmäßiger Reinigung als sehr unzureichend. Die zuerst äußerst bescheidenen hygienischen Ansprüche stiegen nach den vielen Seuchen. Deshalb wurden schrittweise große Brunnstuben (öffentliche stets gedeckte Brunnen), von denen Salzburg bald sieben aufweisen konnte, errichtet. Diese ersten öffentlichen Brunnen wurden dem Baustil ihrer Zeit öfter auch entsprechend künstlerisch gestaltet. Das [[Erzbischöfliches Brunnhaus|erzbischöfliche Brunnhaus]] und das [[städtische Brunnhaus am Gries]] waren naturgemäß selbst keine Brunnstuben, sie lieferten aber Wasser für Brunnstuben. | | Die Qualität der Ziehbrunnen in der Stadt erwiese sich gegen Ende des Mittelalters - trotz regelmäßiger Reinigung als sehr unzureichend. Die zuerst äußerst bescheidenen hygienischen Ansprüche stiegen nach den vielen Seuchen. Deshalb wurden schrittweise große Brunnstuben (öffentliche stets gedeckte Brunnen), von denen Salzburg bald sieben aufweisen konnte, errichtet. Diese ersten öffentlichen Brunnen wurden dem Baustil ihrer Zeit öfter auch entsprechend künstlerisch gestaltet. Das [[Erzbischöfliches Brunnhaus|erzbischöfliche Brunnhaus]] und das [[städtische Brunnhaus am Gries]] waren naturgemäß selbst keine Brunnstuben, sie lieferten aber Wasser für Brunnstuben. |
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| − | === Almkanal und Almbrunnleitungen === | + | ==== Almkanal und Almbrunnleitungen ==== |
| | :''Hauptartikel [[Almkanal]]'' | | :''Hauptartikel [[Almkanal]]'' |
| | Der [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützte]] Almkanal übernahm von Mitte des [[12. Jahrhundert|12.]] bis zur Mitte des [[18. Jahrhundert]]s dann eine sehr bedeutende Rolle in der Wasserversorgung der Stadt. In den Jahren [[1137]] bis [[1143]] wird der 400 m lange Stollen (“Stiftsarmstollen”) zwischen [[Mönchsberg]] und [[Festungsberg]] durchgeschlagen. Das Wasser des [[Rosittenbach]]s gelangt ab etwa 1160 direkt in die Stadt. Über fünf ''Almbrunnleitungen'', Holzleitungen aus [[Lärche]], gelangt(e) das Wasser zu etwa 80 Ausläufen an Brunnen, [[Salzburger Badehäuser|Badehäuser]], Waschhäuser und die [[Pferdeschwemme]]n. | | Der [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützte]] Almkanal übernahm von Mitte des [[12. Jahrhundert|12.]] bis zur Mitte des [[18. Jahrhundert]]s dann eine sehr bedeutende Rolle in der Wasserversorgung der Stadt. In den Jahren [[1137]] bis [[1143]] wird der 400 m lange Stollen (“Stiftsarmstollen”) zwischen [[Mönchsberg]] und [[Festungsberg]] durchgeschlagen. Das Wasser des [[Rosittenbach]]s gelangt ab etwa 1160 direkt in die Stadt. Über fünf ''Almbrunnleitungen'', Holzleitungen aus [[Lärche]], gelangt(e) das Wasser zu etwa 80 Ausläufen an Brunnen, [[Salzburger Badehäuser|Badehäuser]], Waschhäuser und die [[Pferdeschwemme]]n. |
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| | [[1335]] gestattete Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] Wasser vom Müllner Arm des Almkanales bis zum [[Bürgerspital St. Blasius]] zu leiten. Von [[1335]] bis [[1387]] wurde der städtische Arm des Almkanals vom [[Müllner Arm]] nach [[Mülln]] abzweigend errichtet und der [[Stiftsarmstollen]] durch den Mönchsberg geschlagen, der das Wasser von der [[Riedenburg]] zum [[Bürgerspital St. Blasius|Bürgerspital]] und weiter in die Salzach brachte. | | [[1335]] gestattete Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] Wasser vom Müllner Arm des Almkanales bis zum [[Bürgerspital St. Blasius]] zu leiten. Von [[1335]] bis [[1387]] wurde der städtische Arm des Almkanals vom [[Müllner Arm]] nach [[Mülln]] abzweigend errichtet und der [[Stiftsarmstollen]] durch den Mönchsberg geschlagen, der das Wasser von der [[Riedenburg]] zum [[Bürgerspital St. Blasius|Bürgerspital]] und weiter in die Salzach brachte. |
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| − | === Gersbergwasserleitung === | + | ==== Gersbergwasserleitung ==== |
| | [[1485]]/88 wurde die [[Gersbergwasserleitung ]] vom [[Gersberg]], einem Vorberg des [[Gaisberg]]s, bis zum [[Florianibrunnen]] am [[Alter Markt|Alten Markt]] gelegt. In über 2 000 [[Lärche]]<nowiki>nröhren</nowiki> leitete man das Wasser aus [[Parsch]] nördlich am [[Kapuzinerberg]] entlang in die Stadt. [[1639]] wurden in der [[Linzer Gasse]] und in Parsch Brunnstuben im Verlauf der Gersbergleitung hinzugefügt. | | [[1485]]/88 wurde die [[Gersbergwasserleitung ]] vom [[Gersberg]], einem Vorberg des [[Gaisberg]]s, bis zum [[Florianibrunnen]] am [[Alter Markt|Alten Markt]] gelegt. In über 2 000 [[Lärche]]<nowiki>nröhren</nowiki> leitete man das Wasser aus [[Parsch]] nördlich am [[Kapuzinerberg]] entlang in die Stadt. [[1639]] wurden in der [[Linzer Gasse]] und in Parsch Brunnstuben im Verlauf der Gersbergleitung hinzugefügt. |
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| − | === Städtisches Brunnhaus === | + | ==== Städtisches Brunnhaus ==== |
| | :''Hauptartikel [[Städtisches Brunnhaus]]'' | | :''Hauptartikel [[Städtisches Brunnhaus]]'' |
| | [[1548]] wurde das städtische Brunnhaus gegenüber der [[Bürgerspitalskirche St. Blasius]] am ''Gries'' als Grundwasserschöpfwerk in Betrieb genommen. | | [[1548]] wurde das städtische Brunnhaus gegenüber der [[Bürgerspitalskirche St. Blasius]] am ''Gries'' als Grundwasserschöpfwerk in Betrieb genommen. |
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| − | === Erzbischöfliches Brunnhaus === | + | ==== Erzbischöfliches Brunnhaus ==== |
| | :''Hauptartikel [[Erzbischöfliches Brunnhaus]]'' | | :''Hauptartikel [[Erzbischöfliches Brunnhaus]]'' |
| | Das erzbischöfliche Brunnhaus selbst wurde [[1664]] am Südhang des Festungsberges in Salzburg-Nonntal errichtet. Das Wasserpumpwerk förderte seit 1679 mit Hilfe des Almkanales Quellwasser aus Hellbrunn auf ein Pumphaus auf dem Festungsberg und von dort im Freispiegel weiter zur Fontäne des [[Residenzbrunnen]]s und zu höher gelegenen Häusern in Nonntal und im [[Kaiviertel]]. | | Das erzbischöfliche Brunnhaus selbst wurde [[1664]] am Südhang des Festungsberges in Salzburg-Nonntal errichtet. Das Wasserpumpwerk förderte seit 1679 mit Hilfe des Almkanales Quellwasser aus Hellbrunn auf ein Pumphaus auf dem Festungsberg und von dort im Freispiegel weiter zur Fontäne des [[Residenzbrunnen]]s und zu höher gelegenen Häusern in Nonntal und im [[Kaiviertel]]. |
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| − | === Fürstenbrunner Quelle === | + | ==== Fürstenbrunner Quelle ==== |
| | Bereits im [[15. Jahrhundert]] ließen sich die Fürsterzbischöfe das Quellwasser des [[Untersberg]]es mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten ''Fürstenquellen'' ([[Fürstenbrunner Quelle]]) unternahm [[1654]] [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Gleichzeitig wurde der Residenzbrunnen errichtet, man leitete mit 3 237 lärchenen Röhren "Deicheln", genannt, das Wasser in die Stadt. [[1661]] war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei der Einweihung. Nachdem Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] seine geplante Wasserleitung [[1679]] aus [[Fürstenbrunn]] aus technischen Gründen zurücklegen musste, entstand die ''[[Hellbrunn]]er Wasserleitung''. [[1719]] wurde ein weiterer Versuch unternommen eine Wasserleitung von Fürstenbrunn zur bauen, noch fünf folgten. [[1738]] legte Professor [[Bernhard Stuart]] dem Domkapitel einen weiteren Plan zum Bau einer Wasserleitung vor. Es dauerte weitere 120 Jahre, bis ein solches Projekt wieder aufgegriffen wurde. | | Bereits im [[15. Jahrhundert]] ließen sich die Fürsterzbischöfe das Quellwasser des [[Untersberg]]es mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten ''Fürstenquellen'' ([[Fürstenbrunner Quelle]]) unternahm [[1654]] [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Gleichzeitig wurde der Residenzbrunnen errichtet, man leitete mit 3 237 lärchenen Röhren "Deicheln", genannt, das Wasser in die Stadt. [[1661]] war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei der Einweihung. Nachdem Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] seine geplante Wasserleitung [[1679]] aus [[Fürstenbrunn]] aus technischen Gründen zurücklegen musste, entstand die ''[[Hellbrunn]]er Wasserleitung''. [[1719]] wurde ein weiterer Versuch unternommen eine Wasserleitung von Fürstenbrunn zur bauen, noch fünf folgten. [[1738]] legte Professor [[Bernhard Stuart]] dem Domkapitel einen weiteren Plan zum Bau einer Wasserleitung vor. Es dauerte weitere 120 Jahre, bis ein solches Projekt wieder aufgegriffen wurde. |
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| − | === Gaisbergquellen === | + | ==== Gaisbergquellen ==== |
| | [[1649]] wurde am Gaisberg eine Quelle gefasst, dessen Wasser zum städtischen Ziegelstadel geleitet wurde. Es folgten weitere Quellfassungen [[1714]] und [[1806]] am [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] und Gersberg. Die | | [[1649]] wurde am Gaisberg eine Quelle gefasst, dessen Wasser zum städtischen Ziegelstadel geleitet wurde. Es folgten weitere Quellfassungen [[1714]] und [[1806]] am [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] und Gersberg. Die |
| | ''Mirabellleitung'' vom [[Neuhauser Berg]] und vom unteren [[Judenbergalm|Judenberg]] führte zum [[Linzertor]], wo sie sich in eine Leitung zum [[Mirabellgarten]] und eine zum [[Schloss Mirabell]] teilte. Diese aus Holz bestehende Leitung bestand bis [[1919]]. | | ''Mirabellleitung'' vom [[Neuhauser Berg]] und vom unteren [[Judenbergalm|Judenberg]] führte zum [[Linzertor]], wo sie sich in eine Leitung zum [[Mirabellgarten]] und eine zum [[Schloss Mirabell]] teilte. Diese aus Holz bestehende Leitung bestand bis [[1919]]. |