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| | ==1848 bis 1918 (Salzburg als selbstständiges Kronland)== | | ==1848 bis 1918 (Salzburg als selbstständiges Kronland)== |
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| − | Die Revolution des Jahres 1848 lenkte die Bestrebungen, die Salzburger Landstände wieder zu errichten, in ein Verlangen nach Einrichtung Salzburgs als selbständiges Kronland mit eigenem Landtag und eigener Landesregierung um. | + | Die Revolution des Jahres [[1848]] lenkte die Bestrebungen, die [[Salzburger Landstände]] wieder zu errichten, in ein Verlangen nach Einrichtung Salzburgs als selbständiges Kronland mit eigenem Landtag und eigener Landesregierung um. |
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| | Der Rechtsanwalt [[Alois Fischer]], der entschiedene Betreiber dieser Entwicklung, wurde Reichstagsabgeordneter und Ende 1848 Statthalter von Oberösterreich (!) und förderte auch in diesen Funktionen die Trennung Salzburgs von Oberösterreich. | | Der Rechtsanwalt [[Alois Fischer]], der entschiedene Betreiber dieser Entwicklung, wurde Reichstagsabgeordneter und Ende 1848 Statthalter von Oberösterreich (!) und förderte auch in diesen Funktionen die Trennung Salzburgs von Oberösterreich. |
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| − | Schon im Reichstag wurden durch den Kremsierer Verfassungsentwurf die Weichen in Richtung eines eigenständigen Landes gestellt. Als [[Kaiser Franz Joseph I.|Kaiser Franz Joseph]] den Reichstag auflöste und am 4. März 1849 die sogenannte oktroyierte Märzverfassung erließ, sah diese das Herzogtum Salzburg als eigenes Kronland vor. Auch diese Verfassung kam bis zu ihrer ersatzlosen Aufhebung (Silvesterpatent von 1851) nicht zur vollen Wirksamkeit, auf ihrer Grundlage wurden aber die Länder neu organisiert. | + | Schon im Reichstag wurden durch den Kremsierer Verfassungsentwurf die Weichen in Richtung eines eigenständigen Landes gestellt. Als [[Kaiser Franz Joseph I.|Kaiser Franz Joseph]] den Reichstag auflöste und am [[4. März]] [[1849]] die sogenannte oktroyierte Märzverfassung erließ, sah diese das Herzogtum Salzburg als eigenes Kronland vor. Auch diese Verfassung kam bis zu ihrer ersatzlosen Aufhebung (Silvesterpatent von 1851) nicht zur vollen Wirksamkeit, auf ihrer Grundlage wurden aber die Länder neu organisiert. |
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| − | Mit 1. Jänner 1850 trat die neue ''Organisation der politischen Verwaltungsbehörden im Kronlande Salzburg in Kraft''. An die Spitze der neuen politische Landesbehörde berief der Kaiser als Statthalter [[Friedrich Graf Herberstein]]. Dem Statthalter waren drei Bezirkshauptmannschaften untergeordnet. | + | Mit [[1. Jänner]] [[1850]] trat die neue ''Organisation der politischen Verwaltungsbehörden im Kronlande Salzburg in Kraft''. An die Spitze der neuen politische Landesbehörde berief der Kaiser als Statthalter [[Friedrich Graf Herberstein]]. Dem Statthalter waren drei Bezirkshauptmannschaften untergeordnet. |
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| | Eine eigentliche Landesautonomie mit einem – ständisch zusammengesetzten – Landtag, der an der monarchischen Gesetzgebung teilhatte, und einer gewählten Landesregierung entwickelte sich erst ab 1860. | | Eine eigentliche Landesautonomie mit einem – ständisch zusammengesetzten – Landtag, der an der monarchischen Gesetzgebung teilhatte, und einer gewählten Landesregierung entwickelte sich erst ab 1860. |
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| | ===Der Wirtschaftsaufschwung der Stadt Salzburg=== | | ===Der Wirtschaftsaufschwung der Stadt Salzburg=== |
| − | Die Eröffnung der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und München verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als [[Kaiser Franz Joseph I.]] im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Der Eisenbahnunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] führte die Regulierung der [[Salzach]] durch und nahm den Bau der "[[Neustadt]]" am rechten Salzachufer in Angriff. Mit der Elisabeth-Vorstadt und Riedenburg entstanden bevölkerungsstarke neue Stadtteile. Auch die damaligen Umgebundgemeinden Gnigl-Itzling und Maxglan wuchsen sehr stark an. | + | Die Eröffnung der [[Westbahn|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und München verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als [[Kaiser Franz Joseph I.]] im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Der Eisenbahnunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] führte die Regulierung der [[Salzach]] durch und nahm den Bau der "[[Neustadt]]" am rechten Salzachufer in Angriff. Mit der Elisabeth-Vorstadt und Riedenburg entstanden bevölkerungsstarke neue Stadtteile. Auch die damaligen Umgebundgemeinden Gnigl-Itzling und Maxglan wuchsen sehr stark an. |
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| | ==Fußnoten== | | ==Fußnoten== |