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| | [[1612]] ordnete [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] auf Kosten der [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadtgemeinde]] die Wiedererrichtung des Tores neben der steinernen Stiege und der darunter befindlicher Wachstube, und daneben eines Zeicheneinnehmer-Häuschen an. Der Bau wurde jedoch durch den Nachfolger Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]] vollendet. Der dreigeschossige Torbau trägt das [[Wappen der Stadt Salzburg]] und das Wappen von Markus Sittikus. Das Gebäude reichte damals mit seinen Fundamenten aus Quadern bis tief in das Wasser der Salzach hinein. Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] ließ das Tor durch eine neue, noch stärkere Wehrmauer an der Salzach mit der Stadt verbinden. Das Tor im Eigentum der Stadtgemeinde ging [[1828]] um den Preis von 520 [[Gulden]] 25 [[Krone|Kronen]] an die k. k. Genie- und Fortifikationsdirektion über. | | [[1612]] ordnete [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] auf Kosten der [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadtgemeinde]] die Wiedererrichtung des Tores neben der steinernen Stiege und der darunter befindlicher Wachstube, und daneben eines Zeicheneinnehmer-Häuschen an. Der Bau wurde jedoch durch den Nachfolger Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]] vollendet. Der dreigeschossige Torbau trägt das [[Wappen der Stadt Salzburg]] und das Wappen von Markus Sittikus. Das Gebäude reichte damals mit seinen Fundamenten aus Quadern bis tief in das Wasser der Salzach hinein. Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] ließ das Tor durch eine neue, noch stärkere Wehrmauer an der Salzach mit der Stadt verbinden. Das Tor im Eigentum der Stadtgemeinde ging [[1828]] um den Preis von 520 [[Gulden]] 25 [[Krone|Kronen]] an die k. k. Genie- und Fortifikationsdirektion über. |
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| − | [[1835]] wurde die Zugbrücke abgebaut und eine auf zwei Bögen ruhende Steinbrücke gebaut. [[1868]] wurde die Brücke dann durch einen Damm ersetzt. [[1861]] wurde die Fortifikation aufgehoben, das Klausentor ging erneut in das Eigentum der Stadtgemeinde über. Die Gemeinde restaurierte das Gebäude und ließ auf der Altstadtseite ein Madonnenbild und das Stadtwappen samt Schildhaltern malen. Hierzu wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Der damalige Konservator [[Georg Pezolt]] erachtete die Zeichnungen des Historienmalers [[Josef Gold]] für die besten. Dieser musste, um seine erbitterten Kollegen auszuschlagen, die Arbeit unentgeltlich durchführen. Das Versprechen ihn bei passender Gelegenheit zu entschädigen, wurde bis zu seinem Tode aber nicht eingelöst. [[1928]] wurde das alte Freskogemälde vom [[Stadtverein Salzburg]] renoviert. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19281117&query=%22Klausentor%22&seite=5 [[ANNO]]], [[Salzburger Chronik]], 17. November 1928, Seite 5</ref> | + | [[1835]] wurde die Zugbrücke abgebaut und eine auf zwei Bögen ruhende Steinbrücke gebaut. [[1868]] wurde die Brücke dann durch einen Damm ersetzt. [[1861]] wurde die Fortifikation aufgehoben, das Klausentor ging erneut in das Eigentum der Stadtgemeinde über. Die Gemeinde restaurierte das Gebäude und ließ auf der Altstadtseite ein Madonnenbild und das Stadtwappen samt Schildhaltern malen. Hierzu wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Der damalige Konservator [[Georg Pezolt]] erachtete die Zeichnungen des Historienmalers [[Josef Gold]] für die besten. Dieser musste, um seine erbitterten Kollegen auszuschlagen, die Arbeit unentgeltlich durchführen. Das Versprechen ihn bei passender Gelegenheit zu entschädigen, wurde bis zu seinem Tode aber nicht eingelöst. [[1928]] wurde diese Freskogemälde vom [[Stadtverein Salzburg]] renoviert. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19281117&query=%22Klausentor%22&seite=5 [[ANNO]]], [[Salzburger Chronik]], 17. November 1928, Seite 5</ref> |
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| − | [[1924]] war das Tor reparaturbedürftig. | + | [[1924]] war das Tor reparaturbedürftig. [[1935]] wurde das Zeicheneinnehmerhaus demoliert. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19350711&query=%22Klausentor%22&seite=7 [[ANNO]]], [[Salzburger Chronik]], 11. Juli 1935, Seite 7</ref> [[1937]] wurde die Umfahrung geschaffen. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19370625&query=%22Klausentor%22&seite=5 [[ANNO]]], [[Salzburger Chronik]], 25. Juni 1937, Seite 5</ref> [[1954]] wurde das gründerzeitliche Fresko auf der Altstadtseite erneuert. Es zeigt das Stadtwappen mit zwei geflügelten Schildhaltern. Datiert (19)54 und mit den Initialen A.S. Das Klausentor ist seit etwa 1871 als Wohngebäude genutzt. |
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| − | [[1935]] wurde das Zeicheneinnehmerhaus demoliert. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19350711&query=%22Klausentor%22&seite=7 [[ANNO]]], [[Salzburger Chronik]], 11. Juli 1935, Seite 7</ref> | |
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| − | [[1937]] wurde die Umfahrung geschaffen. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19370625&query=%22Klausentor%22&seite=5 [[ANNO]]], [[Salzburger Chronik]], 25. Juni 1937, Seite 5</ref> | |
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| − | [[1954]] wurde das gründerzeitliche Fresko auf der Altstadtseite erneuert. Es zeigt das Stadtwappen mit zwei geflügelten Schildhaltern. Datiert (19)54 und mit den Initialen A.S. Das Klausentor ist seit etwa 1871 als Wohngebäude genutzt. | |
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| | == Gebäude == | | == Gebäude == |
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| | Zur Salzachseite waren etliche Jahrzehnte lang während der Gründerzeit auf Holz gemalte [[Wappen]] der Städte [[Radstadt]] und [[Hallein]] und der Märkte [[Tamsweg]], [[Taxenbach]], [[Goldegg]], [[Bad Hofgastein]] und [[Saalfelden]] angebracht. Der Wehrbau besaß im Mittelalter und der frühen Neuzeit gemäß den alten Ansichten ein hohes Zeltdach, danach ein deutlich niedrigeres Walmdach. Die einstigen Schießscharten und der auskragende wehrhafte Erker zu Salzach hin sind nicht erhalten. Die Fenster wurden zu Wohnzwecken vergrößert. | | Zur Salzachseite waren etliche Jahrzehnte lang während der Gründerzeit auf Holz gemalte [[Wappen]] der Städte [[Radstadt]] und [[Hallein]] und der Märkte [[Tamsweg]], [[Taxenbach]], [[Goldegg]], [[Bad Hofgastein]] und [[Saalfelden]] angebracht. Der Wehrbau besaß im Mittelalter und der frühen Neuzeit gemäß den alten Ansichten ein hohes Zeltdach, danach ein deutlich niedrigeres Walmdach. Die einstigen Schießscharten und der auskragende wehrhafte Erker zu Salzach hin sind nicht erhalten. Die Fenster wurden zu Wohnzwecken vergrößert. |
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| | + | Die Durchfahrt durch den Torbogen erfolgt heute in Richtung Süden, wobei auch [[Obus]]se und Lkw durch diesen [schmalen] Torbogen (oft Zentimeter genau) fahren müssen. (Der Vorschlag von elektrisch einklappbaren Ausßenspeigeln wurde seitens der Salzburg AG bisher nicht aufgegriffen). Bei einer Verkehrsberuhigung im Raum um die Gstättengasse und die Münzgasse kann ohne Zerstörung der Bausubstanz auch der Obus wieder ungehindert fahren. |
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| | == Wappen und Inschriften == | | == Wappen und Inschriften == |
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| | [[Datei:Wappen von Markus Sittikus und der Stadt Salzburg am Klausentor 01.jpg |thumb|150px|(äußere Seite): Wappen von [[Markus Sittikus]] und [[Wappen der Stadt Salzburg]] am Klausentor <br/> nach Norden.]] | | [[Datei:Wappen von Markus Sittikus und der Stadt Salzburg am Klausentor 01.jpg |thumb|150px|(äußere Seite): Wappen von [[Markus Sittikus]] und [[Wappen der Stadt Salzburg]] am Klausentor <br/> nach Norden.]] |
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| − | === Innere Seite === | + | === An der inneren Seite des Klausentores === |
| | An der inneren Seite befindet sich eine mit Quadern umsäumte Rundbogenöffnung, beidseitig dienen hier große Steinkugeln als Radabweiser, | | An der inneren Seite befindet sich eine mit Quadern umsäumte Rundbogenöffnung, beidseitig dienen hier große Steinkugeln als Radabweiser, |
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| − | === Äußere Seite === | + | === An der äußeren Seite des Klausentores === |
| | An der äußeren Seite nach Norden gegen Mülln ist das Tor mit beidseitiger Marmor gestaltet. halbseitig freistehende gegliederte Säulen werden hier bekrönt durch ein dreiteiliges Gebälk mit Triglyphen. darüber ist hohe stehende Marmortafel eingemauert, die das Wappen von Markus Sittikus und das [[Wappen der Stadt Salzburg]] zeigt. Das Salzburg-Wappen wird gehalten von den zwei Schildhaltern, hier als zwei bärtigen fischschwänzige Tritone: | | An der äußeren Seite nach Norden gegen Mülln ist das Tor mit beidseitiger Marmor gestaltet. halbseitig freistehende gegliederte Säulen werden hier bekrönt durch ein dreiteiliges Gebälk mit Triglyphen. darüber ist hohe stehende Marmortafel eingemauert, die das Wappen von Markus Sittikus und das [[Wappen der Stadt Salzburg]] zeigt. Das Salzburg-Wappen wird gehalten von den zwei Schildhaltern, hier als zwei bärtigen fischschwänzige Tritone: |
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| | : Übersetzung: ''Markus Sittikus, regierender Bischof und Fürst (und) der [[Gemeinderat]] der [[Stadt Salzburg]] haben zur Sicherheit der Öffentlichkeit (das Stadttor) zusammen errichtet im Jahr [[1612]]. | | : Übersetzung: ''Markus Sittikus, regierender Bischof und Fürst (und) der [[Gemeinderat]] der [[Stadt Salzburg]] haben zur Sicherheit der Öffentlichkeit (das Stadttor) zusammen errichtet im Jahr [[1612]]. |
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| − | == Gefahrenstelle == | + | == Wissenswertes == |
| − | Das Klausentor war und ist eine gefährliche Engstelle.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19300405&query=%22klausentor%22&seite=5 [[ANNO]]], [[Salzburger Volksblatt]], 5. April 1930, Seite 5</ref> Die Durchfahrt durch den Torbogen erfolgt heute in Richtung Süden. Es dürfen nur Fahrzeuge passieren, die nicht breiter als 2,55 Meter und nicht höher als 3,7 Meter sind.<ref>Angaben gemäß der Fahrverbotstafeln rechts neben dem Klausentor</ref> [[Obus]]se und Lkw können durch diesen [schmalen] Torbogen wegen des nur mehr wenige Zentimeter betragenden Seitenabstandes nur im Schritttempo befahren.
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| − | == Sonstiges ==
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| | Über dem Klausentor befindet sich der [[Klausenkavalier]]. Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron hat ihn zur besseren Sicherung des Tores aus dem Fels schlagen lassen. Heute wird der Felsvorsprung [[Humboldtterrasse]] genannt. | | Über dem Klausentor befindet sich der [[Klausenkavalier]]. Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron hat ihn zur besseren Sicherung des Tores aus dem Fels schlagen lassen. Heute wird der Felsvorsprung [[Humboldtterrasse]] genannt. |
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