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Max Gandolph stand fest in der Tradition der katholischen Kirche. Er gründete das [[Kollegiatstift Seekirchen]] (1679), erbaute die [[Ursprungskapelle]],  die erste Wallfahrtskirche in [[Maria Plain]], und gründete die Augustinerklöster von [[Augustinerkloster Hallein|Hallein]] und [[Tittmoning]] sowie das [[Theatinerkloster]] zu Salzburg. Auch erneuerte er die [[St. Johannes am Imberg|Imbergkirche]] zu Salzburg und ließ die [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Erhardkirche]] sowie die [[Kajetanerkirche]] errichten.  
 
Max Gandolph stand fest in der Tradition der katholischen Kirche. Er gründete das [[Kollegiatstift Seekirchen]] (1679), erbaute die [[Ursprungskapelle]],  die erste Wallfahrtskirche in [[Maria Plain]], und gründete die Augustinerklöster von [[Augustinerkloster Hallein|Hallein]] und [[Tittmoning]] sowie das [[Theatinerkloster]] zu Salzburg. Auch erneuerte er die [[St. Johannes am Imberg|Imbergkirche]] zu Salzburg und ließ die [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Erhardkirche]] sowie die [[Kajetanerkirche]] errichten.  
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===Politik===
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===Verfolgung der Protestanten ===
===Religionspolitik===
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Maximilianus Gandolphus setzte verschiedene sehr radikale und fragwürdige Maßnahmen zur Rekatholisierung des Landes durch. Unter seiner Regierung brach ein neuer [[Protestantenvertreibung|Verfolgungssturm]] gegen die [[Protestanten]] im Lande aus.
Maximilianus Gandolphus initiierte verschiedene Maßnahmen im Sinne der katholischen Gegenreformation. Unter seiner Regierung brach ein neuer [[Protestantenvertreibung|Verfolgungssturm]] gegen die [[Protestanten]] im Lande aus.
      
Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Religion zu stärken. Nachdem die Missionierungsversuche im [[Osttirol]]er damals salzburgischen [[Defereggental]] und bei den [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberg]]er Bergknappen erfolglos geblieben waren, schritt der Fürsterzbischof zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 [[Protestanten]] wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. Um [[1685]] und [[1686]] wurden auch die von [[Joseph Schaitberger]] angeführten Dürrnberger Bergknappen schließlich zur [[Protestantenvertreibung#Der Auszug der Protestanten|Auswanderung]] gezwungen.
 
Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Religion zu stärken. Nachdem die Missionierungsversuche im [[Osttirol]]er damals salzburgischen [[Defereggental]] und bei den [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberg]]er Bergknappen erfolglos geblieben waren, schritt der Fürsterzbischof zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 [[Protestanten]] wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. Um [[1685]] und [[1686]] wurden auch die von [[Joseph Schaitberger]] angeführten Dürrnberger Bergknappen schließlich zur [[Protestantenvertreibung#Der Auszug der Protestanten|Auswanderung]] gezwungen.
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Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur [[Galeerenstrafe]] in [[Venedig]] verurteilt. Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688) ermöglichte es einzelnen Kindern, ihren Eltern nachzufolgen.
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Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings - entgegen aller Rechtsnormen - zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur [[Galeerenstrafe]] in [[Venedig]] verurteilt. Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688) ermöglichte es einzelnen Kindern, ihren Eltern nachzufolgen.
    
===Rechtsetzung===
 
===Rechtsetzung===
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Die Bautätigkeit des Fürsten zog zahlreiche namhafte Künstler an, darunter den aus [[Laufen]] stammenden bedeutenden Maler [[Johann Michael Rottmayr]] (1654 - 1730). Max Gandolph war ein Freund und Förderer von Wissenschaft und Gelehrsamkeit, wie u.a. die Gründung der nachmals nach ihm benannten Salzburger Hofbibliothek zeigt.
 
Die Bautätigkeit des Fürsten zog zahlreiche namhafte Künstler an, darunter den aus [[Laufen]] stammenden bedeutenden Maler [[Johann Michael Rottmayr]] (1654 - 1730). Max Gandolph war ein Freund und Förderer von Wissenschaft und Gelehrsamkeit, wie u.a. die Gründung der nachmals nach ihm benannten Salzburger Hofbibliothek zeigt.
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===Die grausame Verfolgung Bettlerbuben in den ''Hexenprozessen''===
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===Verfolgung und Hinrichtung von Bettlerbuben (''Hexenverfolgung''''===
Unter Maximilianus Gandolphus setzte heute eine kaum mehr erklärbare [[Hexenprozesse|Hexenverfolgung]] ein. Unter seiner Regentschaft kam es zu 153 Todesurteilen nach Hexenprozessen.
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Unter Max Gandolf setzte eine Welle [[Hexenprozesse|Hexenverfolgung]] ein. Unter seiner Regentschaft kam es zu 153 Todesurteilen nach sogenannten Hexenprozessen.
    
[[Jakob Tischler]], der sogenannte "Zauberer Jackl", und seine Mutter bestritten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Bettelei und Opferstock-Diebstähle. Anfang 1675 in Golling verhaftet, löste das aus der Mutter unter der Folter erpresste Geständnis, sie und ihr Sohn hätten sich an Bauern, die ihnen nichts geben wollten, durch Schadenzauber gerächt, den größten Hexenprozess in der Salzburger Landesgeschichte und auf dem Boden des heutigen Österreich aus. Nachdem der Zauberer Jackl selbst sich dem Behördenzugriff immer zu entziehen wusste, wurden zahlreiche vermeintliche Komplizen, häufig Bettelkinder, durch Folter gezwungen, sich der sonderbarsten Freveltaten schuldig zu bekennen. Von insgesamt 198 Angeklagten wurden binnen sechs Jahren 153 hingerichtet, nur Kinder von weniger als zehn Altersjahren wurden geschont.  
 
[[Jakob Tischler]], der sogenannte "Zauberer Jackl", und seine Mutter bestritten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Bettelei und Opferstock-Diebstähle. Anfang 1675 in Golling verhaftet, löste das aus der Mutter unter der Folter erpresste Geständnis, sie und ihr Sohn hätten sich an Bauern, die ihnen nichts geben wollten, durch Schadenzauber gerächt, den größten Hexenprozess in der Salzburger Landesgeschichte und auf dem Boden des heutigen Österreich aus. Nachdem der Zauberer Jackl selbst sich dem Behördenzugriff immer zu entziehen wusste, wurden zahlreiche vermeintliche Komplizen, häufig Bettelkinder, durch Folter gezwungen, sich der sonderbarsten Freveltaten schuldig zu bekennen. Von insgesamt 198 Angeklagten wurden binnen sechs Jahren 153 hingerichtet, nur Kinder von weniger als zehn Altersjahren wurden geschont.  
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Gemeinsam mit der Verfolgung der Protestanten zeigt diese Hinrichtungswelle eine sehr bedenkliche und unwürdige Haltung Max Gandolfs als Erzbischof auf.
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Gemeinsam mit der Verfolgung der Protestanten zeit diese Vorgangsweise ein mehr als fragwürdiges Bild des Erzbischofs Max Gandolfs auf.  
    
=== Nepotismus ===
 
=== Nepotismus ===
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