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| | === Das Haus Bey der Stiegen === | | === Das Haus Bey der Stiegen === |
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| | [[Bild:Stiegl_Sudhaus_Noriker.JPG|thumb|Europas modernstes Sudhaus in der Stieglbrauerei.]] | | [[Bild:Stiegl_Sudhaus_Noriker.JPG|thumb|Europas modernstes Sudhaus in der Stieglbrauerei.]] |
| | [[Bild:Stiegl_Brauerei_Luftaufnahme_2005.JPG|thumb|Luftaufnahme der Stieglbrauerei in [[Maxglan]] aus dem Jahr 2005]] | | [[Bild:Stiegl_Brauerei_Luftaufnahme_2005.JPG|thumb|Luftaufnahme der Stieglbrauerei in [[Maxglan]] aus dem Jahr 2005]] |
| | [[Datei:Stiegl_Brauerei_Aussen.jpg|thumb|Stieglbrauerei]] | | [[Datei:Stiegl_Brauerei_Aussen.jpg|thumb|Stieglbrauerei]] |
| − | Die Geschichte von Stiegl ist untrennbar mit der Stadt Salzburg verbunden. Denn bereits im Jahr [[1492]], als Christoph Columbus in eine neue Welt segelte, wurde die Stieglbrauerei zu Salzburg gegründet. Die kleine Gasthausbrauerei entwickelte sich in den über 500 Jahren zu Österreichs größter und führender Privatbrauerei. Der Gasthof mit Brauereibetrieb stand nächst der [[Gstättengasse]], etwa dort, wo sich bis 2008 noch das [[Gesundheitsamt der Stadt Salzburg|Gesundheitsamt]] befunden hatte. Er stand einst nach Süden hin an der heute ebenfalls nicht mehr bestehenden schmalen [[Stieglgasse]], die nach einer zum Städtischen Arm des [[Almkanal]]s hinunter führenden kleinen Stiege benannt war. Der dortige Almkanalarm verläuft heute verrohrt im Gehsteigbereich vor dem [[Haus der Natur]] zur [[Salzach]]. | + | Die Geschichte der Stieglbrauerei begann mit der Gründung im Jahr [[1492]], als Christoph Columbus gerade in ''die neue Welt'' segelte. Die kleine Gasthausbrauerei entwickelte sich in den über 500 Jahren zu Österreichs größter und führender Privatbrauerei. Das Gasthaus mit Brauereibetrieb bestand aus zwei Gebäuden an der [[Gstättengasse]], die bis an die Ecke zum heutigen [[Anton-Neumayr-Platz (Stadt Salzburg)|Anton-Neumayr-Platz]] reichten. Anstelle des Eckhauses zum Platz hatte sich in einem späteren Neubau noch bis 2008 das [[Gesundheitsamt der Stadt Salzburg|Gesundheitsamt]] befunden hatte. Ein Gebäude stand nach Süden hin an der heute ebenfalls nicht mehr bestehenden schmalen [[Stieglgasse]], die nach einer zum Städtischen Arm des [[Almkanal]]s hinunter führenden kleinen Stiege benannt war. Der dortige Almkanalarm verläuft heute verrohrt im Gehsteigbereich vor dem [[Haus der Natur]] zur [[Salzach]]. |
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| | + | Anfangs hatte die Brauerei mit Problemen zu kämpfen. Erst unter der Führung von [[Michael Gapler]], der [[1638]] die verwitwete Braumeisterin Maria Risin heiratete, ging es mit der Brauerei bergauf. Das Ehepaar Rapler erreichte im Jahr [[1664]] einen Ausstoß von 1 792 Eimern Bier, was etwa eintausend Hektolitern entspricht. 1669 ließ Gapler das zweite große Gebäude an die Ecke zum Platz hin erbauen. Er war es auch, der dann nach der Fertigstellung des neuen Gebäudes [[1672]] den damals bereits gebräuchlichen Namen der Brauerei in einem Wandarm als Stiege darstellte. Mit der Demolierung des Gebäudes im Jahr [[1909]] ging der schmiedeeiserne Wandarm verloren. |
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| | + | [[1705]] erwarb Gapler noch das schräg gegenüber der Brauerei befindliche Gebäude Gstättengasse 23. [[1740]] folgte dem Ehepaar Gapler [[Michael Knosp]], Besitzer des [[Höllbräu]]s, dem wieder Andrä Grafenhofer folgte und [[1765]] erwarb [[Johann Ambros Elixhauser]] die Stieglbrauerei. Einblicke in das rege Treiben im ''preuhaus auf der Gstetten'' geben die beiden Einschreibbücher des Johann Ambros Elixhauser, die die Jahre [[1756]] (also Ereignisse in früheren von Elixhauser geführten Betrieben) bis zu seinem Tod im Jahr [[1793]] umfassen und dann noch bis [[1809]] weitergeführt wurden. Elixhauser erfasste darin sehr genau alle Hochzeiten und Zunftage sowie andere Festivitäten. [[1787]] kaufte Elixhauser aus dem Konkurs von Knosp noch das Höllbräu dazu. |
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| | + | Um 1800 gab es beim Stieglbräu, das nach wie vor nur Brauerei und Gasthaus war (kein Gasthof!), einen Gastgarten mit einer Kegelbahn. In den Gebäuden gab es eine Reihe von Räumen unterschiedlicher Größe. Hauptraum, [[Sitz]] genannte, war der erste Raum im Erdgeschoss, die Wirtsstube. |
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| − | [[1819]] kaufte [[Johann Nepomuk Schreiner]], Bräumeister des [[Hofbräu Kaltenhausen|Hofbräus Kaltenhausen]] in Pension, die Stieglbrauerei an der Gstättengasse. [[1852]] übernahm diese sein Sohn [[Josef Schreiner]]. Seine Kinder verkauften diese [[1885]] an Firma Sylvester Paumgartner & Cie. Das Stieglbräu-Gasthaus am Beginn der Gstättengasse wurde dort noch weiter betrieben<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=edb&datum=1909&page=123&size=45&qid=R5FUHEH2MOKSA203CN4VI93ZM2GR91 Mittheilungen der kaiserl. königl. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, Seite 234, Fig. 53 Salzburg, Stieglbräu-Gasthaus]</ref> und [[1909]] an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] veräußert, die das sanierungsbedürftige Gebäude an das [[Ursulinenkloster]] weiterverkaufte. Die [[Ursulinen]] ließen es abreißen und erbauten hier ein kirchliches Mädchen-Realgymnasium. Das Gebäude wurde nach Übersiedelung der [[Privatgymnasium St. Ursula|Ursulinenschule]] in den Jahren nach 1970 bis [[2008]] vom Gesundheitsamt Salzburg genutzt. Nach dem Umbau (2010) zog die Kinder- und Jugendanwaltschaft ein. | + | [[1805]] erwarb der Brauer Josef Auer die gesamte Anlage um 12.550 [[Gulden]]. Mit jährlich rund 3 000 Eimern Bier war die Stieglbrauerei um diese Zeit die angesehenste Brauerei in der Stadt Salzburg.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19330427&query=%22Stieglbrauerei%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 27. April 1933, Seite 5: 70 Jahre Stieglbrauerei</ref> |
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| | + | [[1819]] kaufte dann [[Johann Nepomuk Schreiner]], Bräumeister des [[Hofbräu Kaltenhausen|Hofbräus Kaltenhausen]] in Pension, die Stieglbrauerei an der Gstättengasse um 19.000 Gulden. [[1852]] übernahm diese sein Sohn [[Josef Schreiner]]. Seine Kinder verkauften diese [[1885]] an Firma Sylvester Paumgartner & Cie. Das Stieglbräu-Gasthaus am Beginn der Gstättengasse wurde dort noch weiter betrieben<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=edb&datum=1909&page=123&size=45&qid=R5FUHEH2MOKSA203CN4VI93ZM2GR91 Mittheilungen der kaiserl. königl. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, Seite 234, Fig. 53 Salzburg, Stieglbräu-Gasthaus]</ref> und [[1909]] an die [[Stadtgemeinde Salzburg]] veräußert, die das sanierungsbedürftige Gebäude an das [[Ursulinenkloster]] weiterverkaufte. Die [[Ursulinen]] ließen es abreißen und erbauten hier ein kirchliches Mädchen-Realgymnasium. Das Gebäude wurde nach Übersiedelung der [[Privatgymnasium St. Ursula|Ursulinenschule]] in den Jahren nach 1970 bis [[2008]] vom Gesundheitsamt Salzburg genutzt. Nach dem Umbau (2010) zog die Kinder- und Jugendanwaltschaft ein. |
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| | === Der Stieglkeller === | | === Der Stieglkeller === |
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| | * ''[[Salzburger Fotografien 1880–1918]] aus dem [Karl Friedrich Würthle|Atelier Würthle]]'', Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4 | | * ''[[Salzburger Fotografien 1880–1918]] aus dem [Karl Friedrich Würthle|Atelier Würthle]]'', Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4 |
| | * {{Quelle SN|11. Mai 2018, [[Gerald Stoiber]]: "Neuer Stiegl-Chef stellt Weichen um"}} | | * {{Quelle SN|11. Mai 2018, [[Gerald Stoiber]]: "Neuer Stiegl-Chef stellt Weichen um"}} |
| | + | * [[Gerhard Ammerer]], Harald Waitzbauer]]: [[Wirtshäuser – eine Kulturgeschichte der Salzburger Gaststätten]], ''Wirtshausalltag und gastronomische Festkultur'', Seite 55f |
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| | == Fußnoten== | | == Fußnoten== |
| | <references /> | | <references /> |