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| | Die bisher untertänigen Bauern erhielten nun nach Bezahlung einer Ablöse das Eigentum an den von ihnen bewirtschafteten Gütern. Die Ablöse betrug ein Drittel des 20fachen Jahres-Geldwertes bestimmter „grund-, vogt- und zehentherrlicher Rechte“ (ca. Jahreszins ohne Robot und versch. Gebühren). Der Wert eines Drittels betrug ca. 25 bis 75 [[Gulden]] und war innerhalb von 20 Jahren zu bezahlen. Auf ein Drittel musste die Grundherrschaft verzichten und das übrige Drittel übernahm der Staat. | | Die bisher untertänigen Bauern erhielten nun nach Bezahlung einer Ablöse das Eigentum an den von ihnen bewirtschafteten Gütern. Die Ablöse betrug ein Drittel des 20fachen Jahres-Geldwertes bestimmter „grund-, vogt- und zehentherrlicher Rechte“ (ca. Jahreszins ohne Robot und versch. Gebühren). Der Wert eines Drittels betrug ca. 25 bis 75 [[Gulden]] und war innerhalb von 20 Jahren zu bezahlen. Auf ein Drittel musste die Grundherrschaft verzichten und das übrige Drittel übernahm der Staat. |
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| − | Der letzte Akt der Grundablöse, die Auflösung des Lehensbandes von Beutellehen, des nach röm. Recht so bezeichneten Obereigentums im Gegensatz zum Nutzungseigentum, erfolgte ab den [[1860er]] Jahren. Hiefür musste eine relativ geringe Freimachungsgebühr bezahlt werden, die beispielsweise für das Unterhöfnergut 82 Kreuzer Österreichischer Währung betrug. Das entsprach damals rund 10 Stundenlöhnen eines Industriearbeiters oder dem Preis von 5 kg Brot. In Salzburg wurden rund 24 000 Güter, davon ca. 1400 Beutellehen und 22 Ritterlehen abgelöst. | + | Der letzte Akt der Grundablöse, die Auflösung des Lehensbandes von Beutellehen, des nach röm. Recht so bezeichneten Obereigentums im Gegensatz zum Nutzungseigentum, erfolgte ab den [[1860er]] Jahren. Hiefür musste eine relativ geringe Freimachungsgebühr bezahlt werden, die beispielsweise für das Unterhöfnergut 82 Kreuzer Österreichischer Währung betrug. Das entsprach damals rund 10 Stundenlöhnen eines Industriearbeiters oder dem Preis von fünf kg Brot. In Salzburg wurden rund 24 000 Güter, davon ca. 1400 Beutellehen und 22 Ritterlehen abgelöst. |
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| | Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde [[Hof bei Salzburg]], welches von insgesamt 32 km langen Grenzen zu den Nachbargemeinden [[Ebenau]], [[Koppl]], [[Plainfeld]], [[Thalgau]], [[Fuschl am See]] und [[Faistenau]] umschlossen ist und [[1960]] Hektar Grund umfasst, lebten zur Zeit der Grundentlastung rund 730 Personen. 81 Güter, samt Äckern, Wiesen, Wald und Gewässern, waren im Eigentum von insgesamt 16 Grundherrschaften. | | Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde [[Hof bei Salzburg]], welches von insgesamt 32 km langen Grenzen zu den Nachbargemeinden [[Ebenau]], [[Koppl]], [[Plainfeld]], [[Thalgau]], [[Fuschl am See]] und [[Faistenau]] umschlossen ist und [[1960]] Hektar Grund umfasst, lebten zur Zeit der Grundentlastung rund 730 Personen. 81 Güter, samt Äckern, Wiesen, Wald und Gewässern, waren im Eigentum von insgesamt 16 Grundherrschaften. |
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| | 1. Hofurbar (Erzbischof als Grundherr): <br> | | 1. Hofurbar (Erzbischof als Grundherr): <br> |
| − | 42 Güter: 37 in Elsenwang, Gitzen und Hof, 5 in Vorderelsenwang | + | 42 Güter: 37 in Elsenwang, Gitzen und Hof, fünf in Vorderelsenwang |
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| | 2. [[Salzburger Domkapitel|Domkapitel]]:<br> | | 2. [[Salzburger Domkapitel|Domkapitel]]:<br> |
| − | 18 Güter: 14 in Hinterschroffenau, 4 in Vorderelsenwang | + | 18 Güter: 14 in Hinterschroffenau, vier in Vorderelsenwang |
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| | 3. Der Landständische Salzburgische Militär-St. Ruperti-Ritterorden:<br> | | 3. Der Landständische Salzburgische Militär-St. Ruperti-Ritterorden:<br> |
| − | 3 Güter: Mühlgrub, Waldachgut, zweites Waldachgut = heutiges Zuhaus
| + | drei Güter: Mühlgrub, Waldachgut, zweites Waldachgut = heutiges Zuhaus |
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| | 4. Vikariatskirche St. Jakob in Koppl <br> | | 4. Vikariatskirche St. Jakob in Koppl <br> |
| − | 2 Güter: Oberhirschberg, Unterhirschberg
| + | zwei Güter: Oberhirschberg, Unterhirschberg |
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| | 5. Oblai (Stiftungs-Verwaltung der Ritterlehen, keine bäuerliche Leiheform, sondern eigenes Lehenrecht!)<br> | | 5. Oblai (Stiftungs-Verwaltung der Ritterlehen, keine bäuerliche Leiheform, sondern eigenes Lehenrecht!)<br> |
| − | 1 Gut: Unterhöfner: Beutellehen = ehem. Domkapitel<br>
| + | ein Gut: Unterhöfner: Beutellehen = ehem. Domkapitel<br> |
| − | 6. St. Peter, Amt Seekirchen: 1 Gut: Strumeck<br> | + | 6. St. Peter, Amt Seekirchen: ein Gut: Strumeck<br> |
| − | 7. Kloster Mülln: 1 Gut: Kleinschlag<br> | + | 7. Kloster Mülln: ein Gut: Kleinschlag<br> |
| − | 8. Kirche St. Andrä in Salzburg: 1 Gut: Mitterschlaggütl<br> | + | 8. Kirche St. Andrä in Salzburg: ein Gut: Mitterschlaggütl<br> |
| − | 9. Vikariatskirche Hof, anschließend St. Peter und dann Hofurbar: 1 Gut: Vorderlebach<br> | + | 9. Vikariatskirche Hof, anschließend St. Peter und dann Hofurbar: ein Gut: Vorderlebach<br> |
| − | 10. Graf Platz (St.Jakob am Thurn): 3 Güter: Bäckerhaus, Kasparnbauer, Schwaighof<br> | + | 10. Graf Platz (St.Jakob am Thurn): drei Güter: Bäckerhaus, Kasparnbauer, Schwaighof<br> |
| − | 11. Graf Kuenburg: 2 Güter: Oberengelbrecht, Unterengelbrecht<br> | + | 11. Graf Kuenburg: zwei Güter: Oberengelbrecht, Unterengelbrecht<br> |
| − | 12. Graf Lodron: 2 Güter: Großschlag, Waldachmühle<br> | + | 12. Graf Lodron: zwei Güter: Großschlag, Waldachmühle<br> |
| − | 13. Ibetsbergersche Herrschaft: 1 Gut: Lanzenreit (urspr. “Landtsreith“)<br> | + | 13. Ibetsbergersche Herrschaft: ein Gut: Lanzenreit (urspr. “Landtsreith“)<br> |
| − | 14. Freiherr von Lassberg 1 Gut: Schroffenauergut (größtes Gut in Hof)<br> | + | 14. Freiherr von Lassberg ein Gut: Schroffenauergut (größtes Gut in Hof)<br> |
| − | 15. Spängler (aus Sand in Taufers), vorher Herrschaft Lodron: 1 Gut: Hütterergut | + | 15. Spängler (aus Sand in Taufers), vorher Herrschaft Lodron: ein Gut: Hütterergut |
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| − | 16. Graf Überacker: 1 Gut: Karlgut | + | 16. Graf Überacker: ein Gut: Karlgut |
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| − | In Hof, Gitzen und Elsenwang (42 Güter, 4 Grundherrschaften) waren 37 Güter Hofurbar. Hinterschroffenau (19 Güter, 6 Grundherrschaften) gehörte mit Ausnahme von 5 Gütern dem Salzburger Domkapitel. Besonders zergliedert war das Gebiet der heutigen Ortschaft Vorderelsenwang, dessen 20 Güter im Eigentum von 10 verschiedenen Grundherrschaften waren. | + | In Hof, Gitzen und Elsenwang (42 Güter, sechs Grundherrschaften) waren 37 Güter Hofurbar. Hinterschroffenau (19 Güter, sechs Grundherrschaften) gehörte mit Ausnahme von fünf Gütern dem Salzburger Domkapitel. Besonders zergliedert war das Gebiet der heutigen Ortschaft Vorderelsenwang, dessen 20 Güter im Eigentum von 10 verschiedenen Grundherrschaften waren. |
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