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| | Das [[Bistum Chiemsee|Bistums Chiemsee]] wurde [[1808]] aufgelöst, der Chiemseehof diente bis [[1814]] aber weiter als Residenz des letzten nun emertierten Bischofs von Chiemsee, Sigmund Christoph von Waldburg zu Zeil und Trauchburg. [[1824]] bis [[1835]] residierte hier Erzbischof [[Augustin Johann Joseph Gruber|Augustin Gruber]]. | | Das [[Bistum Chiemsee|Bistums Chiemsee]] wurde [[1808]] aufgelöst, der Chiemseehof diente bis [[1814]] aber weiter als Residenz des letzten nun emertierten Bischofs von Chiemsee, Sigmund Christoph von Waldburg zu Zeil und Trauchburg. [[1824]] bis [[1835]] residierte hier Erzbischof [[Augustin Johann Joseph Gruber|Augustin Gruber]]. |
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| − | Nach der endgültigen Auflösung des Bistums im Jahr [[1817]] zog der Salzburger Erzbischof [[Augustin Johann Joseph Gruber]] ein, von [[1836]] bis [[1841]] boten die bischöflichen Gemächer der Familie des spanischen Kronprinzen Don Carlos Zuflucht. Die erste Sitzung im neu errichteten und bis heute genutzten Sitzungssaal des Landtags fand 1868 statt. | + | Nach der endgültigen Auflösung des Bistums im Jahr [[1817]] zog der Salzburger Erzbischof [[Augustin Johann Joseph Gruber]] ein, von [[1836]] bis [[1841]] boten die bischöflichen Gemächer der Familie des spanischen Kronprinzen Don Carlos Zuflucht. |
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| | + | [[1856]] bis nach [[1863]] gehörte der Chiemseehof zum kameral-ärarischen Besitz. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18600911&query=%22chiemseehof%22&seite=8 [[ANNO]]], [[Salzburger Zeitung]], 11. September 1860, Seite 3</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18631221&query=%22chiemseehof%22&seite=3 [[ANNO]]], [[Salzburger Zeitung]], 21. Dezember 1863, Seite 3 </ref> |
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| | == Amtssitz Land Salzburg == | | == Amtssitz Land Salzburg == |
| − | Eine neuerliche Veränderung erhielt es [[1862]], als es der neuen Landesvertretung übergeben wurde. [[1866]] erwarb den Chiemseehof das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] für den neu eingerichteten Salzburger Landtag und er wurde zum [[Landhaus]]. Es kam zum Bau des Landtagssaales. [[1873]] wurden das [[Kumpfmühltor]] samt Zubauten, sowie [[1875]] die Hofkapelle im Zuge der Adaptierungsarbeiten abgetragen und es entstand dort der [[Landtagssaal]].
| + | [[1862]] wurde der Chiemseehof dem Landesausschuss, der neuen Vertretung des Landes, übergeben. Die k.k. Staatsverwaltung behielt sich die [[Neue Residenz]] als Diskasteralgebäude und es gab bereits damals eine Diskussion über die Rückgabe von ehemaligen Landeseigentum an das Land.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18640314&query=%22chiemseehof%22&seite=2 [[ANNO]]] [[Salzburger Zeitung]], 14. März 1864, Seite 2</ref> |
| | + | [[1866]] erwarb den Chiemseehof das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] und der ehemalige Getreide-Schüttkasten wurde für den neu eingerichteten Salzburger Landtag zum [[Landtagssitzungssaal]] umgebaut.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18660622&query=%22chiemseehof%22&seite=5 [[ANNO]]] [[Salzburger Zeitung]], 22. Juni 1866, Seite 5</ref> An der Stirnseite des Landtagssaales wurde eine längliche steinerne Tafel in altdeutscher Schrift eingemauert, mit den Worten: ''"Memorare novissima"'' (Bedenke den Letzten Tag). Diese Tafel war schon in dem früheren Gebäude eingemauert gewesen. Bei der Adaptierung des Gebäudes beließ man sie nicht ohne Grund. So wurde der Chiemseehof zum [[Landhaus]]. Die erste Sitzung im neu errichteten und bis heute genutzten Sitzungssaal des Landtags fand 1868 statt. |
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| | + | Bei der Planierung des Innenhofes wurde am 6. November [[1866]] ein [[Römer|römischer]] Mosaikboden gefunden, etwa in der Größe einer mittleren Tischplatte. Das Mosaik war gut erhalten, die Farben dunkel. Das Bildnis zeigte die Entführung der Europa durch Jupiter in Stiergestalt. Es fehlte leider der Kopf der Europa.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ote&datum=18661107&query=%22chiemseehof%22&ref=anno-search&seite=2 [[ANNO]]] Linzer Abendbote, 7. November 1866, Seite 2</ref> |
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| | + | [[1875]] die Hofkapelle im Zuge der weiteren Adaptierung abgetragen und es entstand dort der ein Zubau, in dem sich das Büro des Landtagspräsidenten befindet. |
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| − | [[1948]] wurde der Sitzungssaal renoviert, [[1967]] wurde die Fassade saniert und vereinheitlicht, [[1977]] kam es zu einer Innenrenovierung. [[2011]] musste das Büro von Landeshauptfrau [[Gabi Burgstaller]] wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Schon im April [[2010]] hatten Techniker das Problem erkannt: die Decken im Eingangsbereich der Stiege 1 sowie im zweiten Obergeschoss ("[[Dippelbaum]]-Konstruktion") mussten daraufhin mit Metallstehern abgesichert werden. Allerdings dürften die im April 2010 entdeckten Schäden schon länger bestanden haben. Erst nach einer Öffnung der Zwischendecke konnte das Gesamtausmaß des Schadens geschätzt werden. Experten gingen im März von Kosten von rund 250.000 Euro aus. | + | [[1948]] wurde der [[Landtagssaal]] renoviert, [[1967]] wurde die Fassade saniert und vereinheitlicht, [[1977]] kam es zu einer Innenrenovierung. [[2011]] musste das Büro von Landeshauptfrau [[Gabi Burgstaller]] wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Schon im April [[2010]] hatten Techniker das Problem erkannt: die Decken im Eingangsbereich der Stiege 1 sowie im zweiten Obergeschoss ("[[Dippelbaum]]-Konstruktion") mussten daraufhin mit Metallstehern abgesichert werden. Allerdings dürften die im April 2010 entdeckten Schäden schon länger bestanden haben. Erst nach einer Öffnung der Zwischendecke konnte das Gesamtausmaß des Schadens geschätzt werden. Experten gingen im März von Kosten von rund 250.000 Euro aus. |
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| | Eine bereits seit längerem beschlossene Sanierung, die aus Kostengründen sich über mehrere Jahre verteilt, hatte 2010 bereits zur Sanierung der Fassade im Eingangsbereich geführt. Im Sommer und Herbst wurde dann die Ton- und Übertragungstechnik im Landtagssitzungsaal erneuert, sowie dieser ausgeweißt und dessen Vorhänge ausgetauscht (Gesamtkosten 120.000 Euro). | | Eine bereits seit längerem beschlossene Sanierung, die aus Kostengründen sich über mehrere Jahre verteilt, hatte 2010 bereits zur Sanierung der Fassade im Eingangsbereich geführt. Im Sommer und Herbst wurde dann die Ton- und Übertragungstechnik im Landtagssitzungsaal erneuert, sowie dieser ausgeweißt und dessen Vorhänge ausgetauscht (Gesamtkosten 120.000 Euro). |