Eisenwerk Sulzau-Werfen: Unterschied zwischen den Versionen

K hat „Eisenwerk Konkordiahütte“ nach „Eisenwerk Sulzau-Werfen“ verschoben: aktueller Name
erg
Zeile 1: Zeile 1:
Das '''Eisenwerk Konkordiahütte''' war ein Eisenwerk im Ortsteil [[Sulzau (Werfen)|Sulzau]] von [[Werfen]] im nördlichen [[Pongau]].
Das '''Eisenwerk Sulzau-Werfen''' (früher ''Eisenwerk Konkordiahütte'') ist ein Eisenwerk im Ortsteil [[Sulzau (Werfen)|Sulzau]] von [[Werfen]] im nördlichen [[Pongau]].


==Allgemeines==
==Allgemeines==
Zeile 6: Zeile 6:
Die Konkordiahütte war die einzige Erzeugungsstätte Österreichs von Holzkohleisen. Hohlkohleneisen verwendet man aus Ausgangsmaterial für Walzen, Kokillen und Spezialgüsse. Weiters wurden hochwertige Spezialstähle gefertigt.  
Die Konkordiahütte war die einzige Erzeugungsstätte Österreichs von Holzkohleisen. Hohlkohleneisen verwendet man aus Ausgangsmaterial für Walzen, Kokillen und Spezialgüsse. Weiters wurden hochwertige Spezialstähle gefertigt.  


Es gehörte zu den größten industriellen Unternehmen im [[Bundesland Salzburg]].  
Es gehörte zu den größten industriellen Unternehmen im [[Bundesland Salzburg]]. Werk und Siedlung der Arbeiter liegen auf einem Schwemmkegel des [[Blühnbach]]es.  


Das Werk und die Siedlung der Arbeiter liegt auf einem Schwemmkegel des [[Blühnbach]]es.  
==Geschichte==
Das erste Hüttenwerk, das ''Blahhau'', stand bereits [[1770]]. [[Erzbischof|Fürsterzbischof]] [[Sigismund Christian Graf Schrattenbach]] ließ aus dem Brauneisenerz, die man am Fuße des [[Tennengebirge]]s fand und Holzkohle, die aus den umliegenden Wäldern des [[Blühnbachtal]]es gewonnen wurde, Roheisen erzeugen, das ''gefrischt'' und in einem mit Wasserkraft betriebenen Hammerwerk zu Schmiedeprodukten verarbeitet
 
Nach Erschöpfung dieser Lager am Fuß des [[Tennengebirge]]s wurde das Erz aus dem [[Höllngraben]] und [[Imlautal]] herangeschafft, die sich südwestlich von [[Werfen]] befinden. 
 
Mit der Erzeugung von Hartgusswalzen begann man bereits [[1805]]. [[1899]] erwarb die Familie Weinberger die Eisenwerkgesellschaft Sulzau-Werfen, in deren Besitz das Unternehmen noch heute ist. Die Produktion umfasste Holzkohlenroheisen, Stahlwerkskokillen, Walzen und Formguss. 1960 kam, wie oben erwähnt, durch die Erschöpfung des Erzvorkommens zur Einstellung des Bergbaues und der Stilllegung des Hochofenbetriebes. Aber man produzierte mit herbei geschafften Rohmaterial weiter. [[1965]]] kam es zu einer Konzentration im Angebot, Stahlguss- und Halbstahlwalzen wurden hergestellt. [[1971]] wurde der Betrieb durch eine horizontale Schleudergussanlage für Breitbandwalzen erweitert.  


==Geschichte==
Weitere Meilensteine im Unternehmen waren:
Das erste Hüttenwerk, das ''Blahhau'', stand bereits [[1770]]. Dieses Werk verhüttete Eisenerze, die man am Fuß des [[Tennengebirge]]s fand. Nach Erschöpfung dieser Lager wurde das Erz aus dem [[Höllgraben]] und [[Imlautal]] herangeschafft, die sich südwestlich von [[Werfen]] befinden.  
* [[1975]]: Umstellung von Öl befeuerten Herdwagenglühöfen auf elektrisch beheizte Glühöfen
* [[1976]]: Beginn der Maschinenausrüstung mit CNC<ref>'''C'''omputerized '''N'''umerical '''C'''ontrol, siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Computerized_Numerical_Control Wikipedia Deutschland CNC]</ref>
* [[1982]]: Inbetriebnahme einer Vertikalschleudergussmaschine
* [[1986]]: Errichtung einer neuen Fertigungshalle für die mechanische Bearbeitung von Walzen über 15 Tonnen
* [[1987]]: Erweiterung der Schmelzkapazität mit einem 16 Tonnen Mf-Induktionsofen
* [[1995]]: Einführung von SAP<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/SAP Wikipedia Deutschland SAP]</ref>
* [[1997]]: neue Ultraschall-Prüfanlage, Modernisierung und Erweiterung des Maschinenparks, Weiterentwicklung der High-Tech-Gießerei und Verbesserung des Logistiksystems
* [[1998]]: ISO-9001 Zertifizierung<ref>Internationale Organisation für Normung, siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/ISO Wikipedia Deutschland ISO]</ref>, das Unternehmen erhielt den Umweltpreis der "Österreichischen Industrie" für vorbildliche Umsetzung ökologischer Maßnahmen; es kam zur Errichtung der Gießerei-Entstaubungsanlage mit einem Volumensstrom von 340 Tsd. m³ pro Stunde
* [[1999]]: feierte man ''100 Jahre Eisenwerk Sulzau-Werfen im Besitz der Familie Weinberger''
* [[2002]]: erhielt das Unternehmen den [[Innovationspreis des Landes Salzburg]]
* [[2003]]: eine weitere Zertifizierung: ISO-14001 Zertifizierung - Nachhaltige Maßnahmen zur stetigen Umweltverbesserung (Reduktion von Emissionen, Immissionen und Ressourcenschonung), Beginn mit TPM (Total productive maintenance) - Einführung eines umfassenden produktiven Instandhaltungsmanagements zur Verbesserung der Maschinenverfügbarkeit
* [[2004]]:  weltweite Patenterteilung für einen neuen Mantelwerkstoff
* [[2005]]:  Auszeichnung als bestes Familienunternehmen Salzburgs
* [[2006]]:  Modernisierung des Maschinenparks: kombiniertes Dreh-, Fräs- und Bohrbearbeitungszentrum, Erweiterung der Schmelz- und Glühkapazität von 21.000 Tonnen pro Jahr auf 25.000 Tonnen pro Jahr (8 to MF-Induktionsofen, zusätzliche Hochtemperatur-Glühöfen), Exportpreis 2006 der Wirtschaftskammer Österreich
* [[2009]]: am [[23. Juli]] vernichtete ein [[Hagel]]schlag knapp 10.000 Quadratmeter vom Dach der Fabrik; vom Boden bis zu den Maschinen und Steuerungen entstand großer Sachschaden durch Hagel und Starkregen;
 
==Daten==
[[2008]] beschäftigte das Unternehmen 283 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 83 Millionen Euro erwirtschafteten.  


Neben der Eisenindustrie wurden auch die Holzschätze des [[Blühnbachtal]]es verarbeitet.  
Die Produktionskapazität (in Tonnen) betrug
:2008: 24.000
:2007: 24.000
:2006: 23.000


==Montanseilbahn==
==Montanseilbahn==
Zeile 22: Zeile 47:
==Fußnoten==
==Fußnoten==
<references/>
<references/>
==Weblinks==
{{homepage|http://www.esw.co.at/}}
==Quellen==
==Quellen==
* ''Salzburg und seine Landschaften'', Erich Seefeldner, 1961, [[Verlag "Das Bergland-Buch"]]
* ''Salzburg und seine Landschaften'', Erich Seefeldner, 1961, [[Verlag "Das Bergland-Buch"]]
* Schriftenreihe des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins Freunde der Salzburger Geschichte]], Band 20, 1995, Beitrag ''Luft-Seilbahnen im Land Salzburg, von den Anfängen bis 1970'' von Peter Staudacher
* Schriftenreihe des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins Freunde der Salzburger Geschichte]], Band 20, 1995, Beitrag ''Luft-Seilbahnen im Land Salzburg, von den Anfängen bis 1970'' von Peter Staudacher
* [[Salzburger Nachrichten]], 31. Juli 2009
{{homepage|http://www.esw.co.at/}}


[[Kategorie:Tennengau]]
[[Kategorie:Werfen]]
[[Kategorie:Werfen]]
[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Unternehmen]]
[[Kategorie:Unternehmen]]
[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]]
[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]]
[[Kategorie:Nicht mehr existierende Betriebe]]