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| | [[1836]] wurden die kalten Schwefelquelle von Burgwies infolge [[Salzachregulierung]] überflutet und konnte ab [[1857]] wieder benutzt werden. Dagegen wird [[1844]] auch berichtet, dass, "''Burgwies seit etwa zwanzig Jahren anfing besucht zu werden. Der Schwefel liegt rein auf den Steinen und sein Geruch verbreitet sich weit umher. ... Das Schwefelwasser wird vom Ursprung bis ins Badehaus etwa 100 Schritte weit in Röhren geleitet. Im Kessel wird des Badehauses wird es erwärmt.''" Eine Badeordnung und Verhaltensregeln von Wundarzt [[Joseph Lechner]] aus [[Mittersill]] wurde im Badehaus aufbewahrt. | | [[1836]] wurden die kalten Schwefelquelle von Burgwies infolge [[Salzachregulierung]] überflutet und konnte ab [[1857]] wieder benutzt werden. Dagegen wird [[1844]] auch berichtet, dass, "''Burgwies seit etwa zwanzig Jahren anfing besucht zu werden. Der Schwefel liegt rein auf den Steinen und sein Geruch verbreitet sich weit umher. ... Das Schwefelwasser wird vom Ursprung bis ins Badehaus etwa 100 Schritte weit in Röhren geleitet. Im Kessel wird des Badehauses wird es erwärmt.''" Eine Badeordnung und Verhaltensregeln von Wundarzt [[Joseph Lechner]] aus [[Mittersill]] wurde im Badehaus aufbewahrt. |
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| − | [[1860]] wurde Burgwieser Schwefelwasser als ''klar, frisch, riecht nach Schwefelwasserstoff und hat am Ursprung eine Temperatur von 9° Réaumur (11,25° C) bei 14° Réaumur Lufttemperatur (17,5° C)'' beschrieben. | + | [[1860]] wurde Burgwieser Schwefelwasser als ''klar, frisch, riecht nach Schwefelwasserstoff und hat am Ursprung eine Temperatur von 9° Réaumur (11,25 °C) bei 14° Réaumur Lufttemperatur (17,5 °C)'' beschrieben. |
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| | Der Salzburger Landesgerichtschemiker Dr. [[Spängler]] analysierte das Wasser im Jahr [[1867]].<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dil&datum=19010620&seite=10&zoom=23 ANNO], Dillinger* Reisezeitung, Ausgabe vom 20. Juni 1901, Seite 10</ref> | | Der Salzburger Landesgerichtschemiker Dr. [[Spängler]] analysierte das Wasser im Jahr [[1867]].<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dil&datum=19010620&seite=10&zoom=23 ANNO], Dillinger* Reisezeitung, Ausgabe vom 20. Juni 1901, Seite 10</ref> |
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| | Das Wasser der zweiten eisenhältigen Quelle war gleichfalls klar, farblos, ohne Geruch, von schwach zusammenziehendem Geschmack und von neutraler Reaktion. Bei Stehen in geschlossenen Flaschen bildete es einen geringen, bräunlichen, flockigen Niederschlag. Die Wirkung dieser Quelle war eine das Gefäßsystem anregende, das Verdauungsorgan stärkende, die auflösende Wirkung des Schwefelwassers beschränkende. | | Das Wasser der zweiten eisenhältigen Quelle war gleichfalls klar, farblos, ohne Geruch, von schwach zusammenziehendem Geschmack und von neutraler Reaktion. Bei Stehen in geschlossenen Flaschen bildete es einen geringen, bräunlichen, flockigen Niederschlag. Die Wirkung dieser Quelle war eine das Gefäßsystem anregende, das Verdauungsorgan stärkende, die auflösende Wirkung des Schwefelwassers beschränkende. |
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| − | Beide Quellen kamen aus Tonschiefer an die Erdoberfläche. Die Quelltemperaturen beider Quellen betrugen 8° Réaumur (10° C). | + | Beide Quellen kamen aus Tonschiefer an die Erdoberfläche. Die Quelltemperaturen beider Quellen betrugen 8° Réaumur (10 °C). |
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| | Die Schwefelquelle half bei chronischen, hartnäckigen Hautkrankheiten, bei Krätzen, Flechten, Rhoriafis; bei Rheumatismus ohne Fieber, bei den verschiedensten Formen von Gicht, bei Gelenkssteifigkeiten, Kontrakturen u.s.w.; bei Stockungen im Pfortadersystem und Anschwellungen der Leber, der Milz, Hämorrhoidalbeschwerden; bei Störungen der Menstruation, bei Blutüberfüllung des Uterus; bei Stuhlverstopfungen, ferner bei Anschwellen und Verhärtung der Lymphdrüsen, der Blase, der Geschlechtsteile u.s.w. mit mäßiger Absonderung; bei Nervenkrankheiten, wenn die Ursache in der unterdrückten Hausausdünstung oder in Anschoppungen des Unterleibs zu finden war. | | Die Schwefelquelle half bei chronischen, hartnäckigen Hautkrankheiten, bei Krätzen, Flechten, Rhoriafis; bei Rheumatismus ohne Fieber, bei den verschiedensten Formen von Gicht, bei Gelenkssteifigkeiten, Kontrakturen u.s.w.; bei Stockungen im Pfortadersystem und Anschwellungen der Leber, der Milz, Hämorrhoidalbeschwerden; bei Störungen der Menstruation, bei Blutüberfüllung des Uterus; bei Stuhlverstopfungen, ferner bei Anschwellen und Verhärtung der Lymphdrüsen, der Blase, der Geschlechtsteile u.s.w. mit mäßiger Absonderung; bei Nervenkrankheiten, wenn die Ursache in der unterdrückten Hausausdünstung oder in Anschoppungen des Unterleibs zu finden war. |